TEST: Bluetooth-Speaker Teufel Bamster XS für 80 EUR – großer Sound aus kleinem Lautsprecher?

Teufel Bamster XS Front Seitlich2

Teufel erweitert stetig das Sortiment an Bluetooth-Lautsprechern. Der kleinste aktive Speaker des Hauses kommt exakt auf 79,99 EUR und heißt „Bamster XS“. Der kleine Sound-Experte ist ultrakompakt und nur 14 cm breit, 7 cm hoch und 1,3 cm tief. Damit passt er sogar in die Hosentasche der Slim Fit-Jeans. 94 dB können als maximaler Schalldruck erzeugt werden, der darstellbare Frequenzbereich geht von 150 Hz bis 20 kHz.

Teufel Bamster XS Verarbeitung

Bestmögliches Finish in der Liga bis 100 EUR –  Teufel macht bei Verarbeitung und Materialqualität unaufhaltsam große Fortschritte

Teufel Bamster XS Anschluesse Bedienelemente

3,5 mm Miniklinkenanschluss, Micro USB fürs Ladekabel

Teufel Bamster XS Vergleich iPhone 6 Bamster XS 2

Tolles Team – Apple iPhone 6S und Teufel Bamster XS

Der nach dem geschlossenen Prinzip arbeitende Bamster XS ist mit einem Class D-Verstärker ausgestattet, der 3 Watt liefert. Der interne 1.300 mAh-Akku sichert bei normalem Pegel bis zu 14 Stunden Wiedergabedauer, das ist hervorragend für einen so kleinen BT-Speaker. Nach 2 Stunden ca. ist der interne, nicht ohne Weiteres wechselbare Akku wieder voll aufgeladen. Integriert ist eine Freisprecheinrichtung,  die aber nur als Notbehelf taugt. Verzerrungen und Rauschen mindern die Verständlichkeit zumindest bei unserem Test-Sample. Zwei Breitbänder sind verbaut, außer Bluetooth ist auch noch als weitere Anschlussform ein 3,5 mm Klinkeneingang vorhanden. Aufgeladen wird der Bamster XS mittels normalem Micro USB-Kabel. Ein passendes Kabel wird mitgeliefert, ein Ladegerät nicht. Hier kann man aber entweder den PC oder ein Smartphone-/Tablet-Ladegerät verwenden. Das Gehäuse besteht aus äußerst robustem Kunststoff, der für mehr sichtbare und fühlbare Noblesse in Alu eingefasst wurde. Für seine Preisklasse setzt der Bamster XS hinsichtlich der Hochwertigkeit bei Material und Verarbeitung Maßstäbe. Kleiner Wermutstropfen: Im Gegensatz zum Rockster XS ist der Bamster XS nicht spritzwassergeschützt. 

Teufel Bamster XS Bedienelement Oberseite

Edel glänzt das „T“ oben auf dem Bamster XS

Teufel Bamster XS Lieferumfang2

Bietet praktisch kein Konkurrent: Hochwertiges und reichhaltiges Zubehör

Teufel Bamster XS Filztasche1

Edel und haltbar: Die Filztasche

 

Edel ist das Teufel-„T“ in silbern gehalten, möchte man das Bluetooth-Pairing einleiten, drückt man etwas länger auf das „T“. Der Kreis, der das „T“ umgibt, bringt links- und rechtsseitig zwei Tasten für die Regelung der Lautstärke mit. Drückt man im Spielbetrieb auf das „T“, hält der laufende Track an, drückt man erneut, geht der Spielbetrieb weiter. Außerordentlich gut gefällt uns, dass eine hochwertige und optisch attraktive Filztasche für den Transport mitgeliefert wird. Diese kann mit Hilfe des ebenfalls mitgelieferten Karabinerhakens sogar am Gürtel befestigt werden. Ein Silikon-Pad als Unterlage ist ebenfalls mit im Karton, so liegt bzw. steht der Bamster XS sicher auf jedem Untergrund und das Gehäuse verkratzt nicht. 

Klang

Taugt der Bamster XS denn als Alleinunterhalter für das Picknick am See oder den Abend auf der Terrasse der Ferienwohnung? Wir starten mit Shirley Basseys „Moonraker“ aus dem gleichnamigen 007-Film. Hier stellen wir zunächst verblüfft fest, dass trotz lediglich 3 Watt angegebener Leistung die erzielbaren Pegel tadellos sind. Sogar eine gewisse Räumlichkeit in der Nähe des sehr kleinen Bluetooth-Lautsprechers lässt sich feststellen. Die Stimme kommt recht natürlich heraus, bei der Feinzeichnung vokaler Konturen werden ordentliche Ergebnisse erzielt. Sicherlich, für Hörer mit HiFi-Anspruch ist ein Gerät wie der Bamster XS nicht gedacht. Für den normalen Alltagseinsatz aber erweist sich der Aktivlautsprecher als passender Begleiter. Bei Tina Turners „Goldeneye“ sichert der Bamster XS ebenfalls eine lebendige, keinesfalls fade Wiedergabe. Minimal zu hell klingt Tinas Stimme, dafür aber fehlt dem Hochtonbereich das Monotone, Muffige, das wir oft in dieser Preis- und Leistungskategorie bei Bluetooth-Lautsprechern vernehmen müssen. Die Trennung von Stimme und Instrumenten gelingt auch bei leicht gehobenem Pegel sehr gut. 

Und wir beamen uns von den 90er Jahren, als „Goldeneye“ im Kino lief, zurück in die 80er Jahre und lauschen „Don’t Be So Shy“ der damaligen In-Band Moti Special. Auch hier agiert der Bamster XS agil, wenngleich man im Bassbereich verständlicherweise keine Großtaten erwarten darf. Hier zeigt sich, dass Volumen und Leistung durch nichts zu ersetzen sind. Im Rahmen der Möglichkeiten, die ein so kompakter BT-Lautsprecher hat, kann man aber kaum ernsthaft Kritik anbringen. Recht rund und überdies frisch ist der Sound, und dass Bass vorhanden ist, verheimlicht der Bamster XS auch nicht. Bei „West End Girls“, dem Song, der den großen internationalen Durchbruch für das britische Pop-Duo „Pet Shop Boys“ darstellte, wird der recht ruhige Beginn des Songs mit guter räumlicher Wirkung wiedergegeben. Der Rhythmus kommt prima heraus, und selbst der Tiefgang ist für einen so kleinen Aktivlautsprecher als sehr respektabel zu bezeichnen. Die Stimmwiedergabe ist richtig gut – der Bamster XS zeigt sich als wahrer Freund der 80er Jahre, was die musikalische Präsentation angeht. Weil es uns so gut gefällt, folgt noch ein weiterer Song: John Parrs „St. Elmo’s Fire“. Selbst hier gibt es Substanz unten herum, und eine wieder richtig gute Trennung von Stimme und Instrumenten. Wir sind wirklich erstaunt, wie vollwertig der kleine Berliner „Bluetooth-Aktivist“ klingt.

Nun kommt ein wunderschönes Duett: Eros Ramazzotti und Anastacia singen gemeinsam „I Belong To You“. Hier setzt der Bamster XS ein weiteres Ausrufezeichen, denn sowohl die Stimme von Eros als auch die von Anastacia bringen einiges an Charisma mit. Schlichte Technik mit Breitbändern im kleinen, geschlossenen Gehäuse – davon sollte man sich nicht täuschen lassen. Durch die offensichtlich saubere Abstimmung der Komponenten aufeinander lässt der Bamster XS manchen größeren und teureren Konkurrenten aus akustischer Sicht hinter sich. Und auch bei „Illegal“, einem Duett von Carlos Santana und Shakira, schlägt sich der kleine Hauptstädter ordentlich, wenngleich hier die Stimm- und Instrumentaltrennung nicht ganz so ausgeprägt ist wie beim ersten Duett. Dafür löst sich Shakiras Stimme überraschend gut vom Lautsprecher und „klebt“ nicht, wie so oft, an den Chassis. 

Dass im Bassbereich nicht ganz so viel geht, das beweisen verschiedene Trance-Tracks wie „Raptor“ von Digital X. Frisch und klar ist der Sound, aber unten herum fehlt einfach etwas. Wer hier das richtige Maß an Nachdruck serviert haben möchte, muss schlichtweg zu einem größeren Bluetooth-Lautsprecher mit stärkerer Endstufe greifen, der dann natürlich nicht mehr so leicht zu transportieren ist wie der kleine Bamster XS. Für die Abmessungen ist das akustische Resultat auf jeden Fall auch hier gut, der Rhythmus kommt klar heraus und die elektronischen Effekte haben eine nachvollziehbare Raumwirkung. Bei „Out Of The Blue“, einem Trance-Festival-Classic von System F, gefällt uns der Bamster XS gut. Hier marschiert er ordentlich voran, wenngleich natürlich die maximal möglichen Pegel zwar gut, aber nicht enorm hoch liegen. 3 Watt bleiben eben 3 Watt – darüber muss man sich im Klaren sein. Mit lebendiger Effektwiedergabe und guter räumlicher Tiefe werden aber überzeugende Eigenschaften geboten. 

Konkurrenzvergleich
  • Jarre Technologies Aeroskull Nano: Zum gleichen Preis wie der Bamster XS stellt der Aeroskull die extravagante, klanglich erstaunlich starke Alternative zum Bamster dar. Der Aeroskull liefert sogar noch etwas mehr Nachdruck, fällt aber bei Feindynamik und Klarheit hinter den Bamster XS zurück. Hört man etwas lauter, flaut das Plus an Nachdruck beim Aeroskull dann auch ab, während der Bamster XS das Niveau auch bei höherer Lautstärke hält. Die Raumwirkung des Aeroskull im 2.1 Layout ist verblüffend gut. Mit maximal 8 Stunden hat der Jarre-Speaker bei der Akkulaufzeit keine Chance gegen den Bamster XS. Auch der Aeroskull ist nicht spritzwasserfest.
  • Monster Superstar: Dieses schon länger erhältliche Modell hatte Teufel bei der Konzeption des Bamster XS klar im Visier, denn Größe und Machart sind vergleichbar. Im Detail ist die Verarbeitung des Bamster XS noch besser, die Materialien wirken noch hochwertiger. Auf dem Markt ist der Superstar ab ca. 50 EUR zu bekommen, je nach Farbe kann aber aber auch  bis zu 100 EUR (schwarz mit pink) kosten. Die immense Auswahl an Farben ist ein Vorteil des Superstar, der zudem anständig klingt. Mehr Luftigkeit und Klarheit vermittelt aber der Bamster XS. Dafür ist der Superstar spritzwassergeschützt nach IPX4 Norm. Nicht überzeugend: Nur 5 Stunden Akkulaufzeit, da spielt der Bamster XS  in einer anderen Liga. Beiden Devices fehlt im Übrigen aptX. 
  • Grundig Outdoor-BT-Speaker GSB 200 NFC: Robust, mit NFC und spritzwassergeschütztem Gehäuse, tritt der Grundig-Speaker an. Akustisch erweist er sich als nicht ganz ausgewogen, im Hochtonbereich agiert er etwas spitz. Zwei parallel mögliche Bluetooth-Verbindungen und die im Vergleich zum Teufel Bamster XS etwas bessere Freisprecheinrichtung sind Vorteile. Ein Witz ist der Preis: Ursprünglich laut UVP mit 150 EUR angegeben, gibt es den Grundig im Netz ab ca. 35 EUR. Dafür kann man auf jeden Fall zugreifen, auch wenn das Niveau des Bamster XS nicht erreicht wird. Top sind die 16 Stunden Akkulaufzeit des GSB 200 NFC. 
Fazit

Teufel Bamster XS Front Seitlich1

Edel, attraktiv, mit klarem Klang und langer Akkulaufzeit – der Bamster XS lässt sich nichts vorwerfen. Dank hochwertiger Verarbeitung und ausgezeichneter Materialqualität ist er seinen Kaufpreis auf jeden Fall Wert. Der Bamster XS beweist deutlich, dass Teufel gerade auf dem Feld der Trend-Produkte nicht nur aufholt, sondern mittlerweile an der Spitze zu finden ist. Stylish top, aber auch technisch überzeugend – diese Mischung passt. 

Edel, ultrakompakt und klanglich stark – der Bamster XS kann uneingeschränkt empfohlen werden
ueberragend
Bluetooth-Lautsprecher bis 100 EUR
Test: 29 Juni 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 29. Juni 2016

Teufel Bamster XS bei www.teufel.de




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