TEST: Grundig Outdoor-Bluetooth-Lautsprecher GSB 200 NFC

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Wer einen robusten, aber gleichzeitig kompakten und modern-jugendlich aussehenden Bluetooth-Lautsprecher für den mobilen Einsatz sucht, kann sich dem Grundig GSB 200 NFC zuwenden, der zwar laut unverbindlicher Preisempfehlung rund 150 EUR kostet, auf dem Markt aber bereits für schmale 80 EUR zu haben ist. Die Optik ist tatsächlich sehr robust und Freizeit-lastig – doch das bietet handfeste Vorteile: Zwar fühlt sich das recht harte Kunststoffgehäuse nicht besonders edel an, dafür aber ist der Lautsprecher spritzwassergeschützt, staubgeschützt und resistent gegenüber Stößen.

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Rückseite des robusten Gerätes

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Der GSB 200 NFC ist spritzwassergeschützt, die Anschlüsse sind hinter einer Klappe aus flexiblem Gummi

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 Metall-Schutzgitter in trendigem Grün

Die verbaute Bluetooth-Version entspricht dem Standard 3.0, zusätzlich ist für eine besonders komfortable Kopplung mit Android Smartphones auch noch NFC an Bord. Großer Pluspunkt des GSB 200: Die Multipoint-Verbindung mit zwei BT-fähigen Devices zur gleichen Zeit ist möglich. In beinahe jedem Testbericht von Bluetooth-Lautsprechern hatten wir genau das Fehlen dieser Möglichkeit oft bemängelt.

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Unterseite

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Gummierte Bedienelemente, die etwas schwergängig sind – man muss kräftig und entschlossen drücken, um irgendetwas zu erreichen 

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 Ladegerät, USB-Kabel und farblich abgestimmte Trageschlaufe im Lieferumfang

Sehr gut sind auch die 16 Stunden maximale Laufzeit, die der eingebaute 4.400 mAh-Akku ermöglicht, und es findet sich auch eine Buchse unter der – wegen dem Spritzwasserschutz – mit einer Kappe verschlossenen Anschlussterminal, an der man Smartphones mit leerem Akku wieder refreshen kann. Der eingebaute Verstärker offeriert 2 x 5 Watt RMS-Leistung, für eine hörbare Basswiedergabe setzt Grundig überdies einen Passivradiator ein. Wer mobile Devices ohne BT in seinem Gerätepark hat, freut sich über den ebenfalls vorhandenen 3,5 mm Miniklinkenanschluss. 

Die Ausstattung wird komplettiert von einer Freisprecheinrichtung, so kann man komfortabel über den GSB 200 NFC kommunizeren und muss das Smartphone gar nicht in die Hand nehmen. Die Freisprecheinrichtung funktioniert recht gut, vor allem derjenige, der den GSB 200 als Lautsprecher nutzt, wird erfreut sein. Er versteht den Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung sehr gut, es existiert kaum Rauschen, nur etwas dumpf ist die Stimme. Der Gesprächspartner ist nicht ganz so überzeugt, das heißt, das Mikrofon des GSB 200 NFC arbeitet nicht perfekt. Manchmal kann so der Gesprächspartner die ersten  Buchstaben eines Wortes nicht verstehen. 

Akustisch schlägt sich der GSB 200 NFC tapfer, bei „Dangerous“ von David Guetta legt sich der kompakte Lautsprecher durchaus ins Zeug, Ergebnisse, die einen schlichtweg vom Hocker reißen, darf man allerdings nicht erwarten. Wir sind mit gewissen Ansprüchen in die Testreihen gegangen, weil wir absolut begeistert vom Grundig Bluebeat GSB 120 und auch vom großen Bluebeat GSB 500. Beide BT-Aktivlautsprecher fielen uns sehr positiv mit dem angenehm runden, klaren Sound auf. Hier fällt der robuste GSB 200 NFC aus mehreren Gründen zurück: Er klingt hörbar spitzer, die Mitten sind weniger ausgewogen, der Bass ist spärlicher und die Räumlichkeit geringer ausgeprägt.

Der Fairness halber sei erwähnt, dass er bezüglich des Gehäusevolumens auch der kleinste der hier verglichenen Kandidaten ist, aber trotzdem waren wir nicht restlos überzeugt von der akustischen Performance, gar nicht mal im Vergleich mit anderen Herstellern, sondern vor allem im Hinblick auf das ausgezeichnete Leistungspotential anderer Grundig BT-Lautsprecher, die zu den besten gehören, die man für vergleichsweise kleines Geld auf dem Markt kaufen kann. Beim Tocadisco Mix des Robin Schulz Hits „Sun Goes Down“ sind die Leistungen absolut gesehen ordentlich und für den Marktpreis definitiv als brauchbar einzustufen – man kann durchaus auch mal höhere Pegel fahren, ohne dass sich sofort störende Verzerrungen hinzugesellen, aber so souverän und sauber ausbalanciert wie die anderen Grundig BT-Boxen agiert der GSB 200 NFC nicht. Dynamik kann er schon, das zeigt er bei „Forward“ von DJ Lee and Megara. Hier stellt er sogar kleinere dynamische Unterschiede im Rhythmus des Tracks gut heraus. 

Wie kommt der Bluebeat GSB 200 NFC mit dem 007-Titelsong „A View To A Kill“ zurecht? Antwort – relativ überzeugend. Leider merkt man ab und zu leichtes Zischeln bei der Stimmwiedergabe, dafür gefällt erneut die Performance aus dynamischer Sicht. Gerade, wenn man etwas lauter hört, stellt sich sogar ein gewisses Feeling ein, das man nicht ohne weiteres erwartet von einem solchen Device.  Unter allen Rahmenbedingungen erweist sich die BT-Verbindung als stabil. Gut neun Meter Reichweite zwischen GSB 200 NFC und Smartphone sind maximal möglich, das geht in Ordnung.

Wir bleiben bei James Bond – und hören uns nun „License To Kill“ von Gladys Knight an. Hier stört eigentlich nur die bereits erwähnte, etwas spitze Wiedergabe im Hochtonbereich. Sonst kann man durchaus zufrieden sein, zumal selbst kleinere dynamische Differenzen berücksichtigt werden. Und nochmal ab in die 80er Jahre geht es mit dem Klassiker „West End Girls“ von den Synthie-Pop-Imperatoren der Pet Shop Boys. Die beiden talentierten Engländer hatten mit diesem Song ihren großen internationalen Durchbruch, und der GSB 200 NFC kann bei der Wiedergabe mit tadelloser Dynamik und einer sauberen Einarbeitung der Stimme punkten. Die gebotene Räumlichkeit geht in Ordnung. 

„Love in Portofino“ von Andrea Bocelli klingt sogar bei relativ geringen Lautstärken schon relativ komplett, mit guter Betonung der Stimme und tadelloser Trennung von vokalen und instrumentalen Anteilen. Bei diesem Beispiel ist das etwas Spitze im Hochtonbereich, das wir schon mehrfach erwähnt hatten, kaum herauszuhören, selbst dann nicht, wenn es etwas lauter zugeht. Nur im Ansatz bei den Streichern ist es zu vernehmen. 

Wie sieht es mit der Konkurrenz aus? Den  Grundig Bluebeat GSB 120  haben wir bereits erwähnt, und er ist absolut nicht zu unterschätzen. Er ist für gut 70 EUR zu haben und hat uns im Test mit sehr guter Performance überzeugt. Er bietet mehr Basskraft und mehr akustische Gesamtharmonie, dass uns die Optik attraktiver und wertiger beim GSB 120 erscheint, fällt unter die Rubrik „Geschmackssache“. Vorteile des GSB 200: Spritzwasserschutz, Auflademöglichkeit für Smartphone und längere Akkulaufzeit. 

Von Auna aus Berlin kommt die Rocketbox 2.0, die für schlappe 45 EUR käuflich zu erwerben ist. Hier gibt es zusätzlich zur Bluetooth-Funktionalität noch einen SD-Karten-Slot und ein UKW-Radio. Optisch ist die Rocketbox sehr attraktiv und bringt als Highlight sogar ein Aluminium-Gehäuse mit. Ein kleines Display mit guter Auflösung rundet die Ausstattung ab. Der Akku ist erfreulicherweise separat und nicht fest verbaut, akustisch gefällt der angenehme Klang 

Wer einen ebenfalls preislich fairen, aber vom Format her größeren Bluetooth-Lautsprecher im pfiffigen Design und mit guter Verarbeitung sucht, kann sich den MEDION LIFEBEAT Black Box genauer anschauen. Für rund 70 EUR gibt es einen natürlichen Klang und eine ordentliche Portion Basskraft. 

Fazit

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Der Grundig GSB 200 NFC ist ein solider, robuster Outdoor-Bluetooth-Lautsprecher mit sehr guter Ausstattung. NFC, zwei BT-Verbindungen parallel möglich, Freisprecheinrichtung, Ladefunktion für Smartphones – alles ist vorhanden. Die Freisprecheinrichtung ist sogar recht gut, zumindest besser als bei manchem Konkurrenten. Akustisch erzielt der GSB 200 NFC solide Leistungen, reicht aber nicht ganz an die Performance anderer Grundig Bluetooth-Lautsprecher heran. Zu loben sind die sehr stabile BT-Verbindung und die lange Akkulaufzeit.

Robuster Outdoor-BT-Lautsprecher mit reichhaltiger Ausstattung
sehrgut
BT-Lautsprecher bis 100 EUR Marktpreis
Test 06. März 2015

+ Solide und robust sowie kompakt
+ Zwei Bluetooth-Verbindungen parallel möglich
+ Lange Akkulaufzeit
+ Freisprecheinrichtung
+ Günstiger Marktpreis

– Leicht spitz im Hochtonbereich
– Schwergängige gummierte Tasten

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 06. März 2015




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