TEST: Nubert Aktivsubwoofer nuBox AW-443 – Top-Performance im kompakten Gewand

Nubert nuBox AW-443 Front Seitlich1

nuBox AW-443: Klein, kompakt, kraftvoll?

Nubert nuBox AW-443 Front Seitlich3

 Der AW-443 sieht auch ohne Schutzgitter gut aus

Nubert zeigt uns immer wieder, dass kraftvoller Bass keine Frage schierer (Gehäuse) Größe ist – und der nuBox AW-443 ist nicht nur kompakt, sondern mit 389 EUR/Stück auch noch richtiggehend günstig.  Wie sieht es mit lieferbaren Farbversionen aus? Nußbaum mit Front Graphit ist aktuell noch lieferbar, es folgen voraussichtlich ab Mai weitere, neue Farbvarianten, da Nubert der nuBox-Serie eine Modellpflege angedeihen lässt.  Die Technik des AW-443 bleibt allerdings genauso, wie sie jetzt ist, daher ist es absolut kein Problem, den kleinen Bass-Könner von der Ostalb genau jetzt einem ausführlichen Test zu unterziehen. Unser Test-Sample ist schwarz mit silberner Front – eine ähnliche Variante, so spekulieren wir, wird es auch bestimmt wieder im neuen Farbsortiment geben. 

Nubert nuBox AW-443 Innenleben Gesamt4

Ringkerntrafo mit hoher Leistungsfähigkeit

Nubert nuBox AW-443 Innenleben1

 Auch bei hohem Pegel exzellente Stromlieferfähigkeit

Nubert nuBox AW-443 Innenleben2

 Übersichtliches, sauberes Platinenlayout 

Nubert nuBox AW-443 Innenleben3

 Elko

Vor einiger Zeit trat der AW-443 die Nachfolge des ebenfalls sehr kompakten nuBox AW-441 an. Neues Powermodul und mehr Komfort standen als Hauptpunkte im Lastenheft. Kennzeichen des Verstärkermoduls ist ein hochwertiges Netzteil mit Ringkerntransformator, letzterer stellt auch bei hartem Einsatz optimale Stromlieferfähigkeit sicher. Und wenn es bei lautem Grundpegel besonders hoch im Actionfilm her geht, greifen die kapazitätssstarken Elektrolytkondensatoren ein und ermöglichen bei kurzzeitigen Leistungsspitzen souveränes Handling. Auch verbaut in der Verstärkereinheit ist ein besonders effizientes Schaltnetzteil, dieses stellt eine enorm geringen Stromverbrauch im Standby-Betrieb sicher: Weniger als 0,5 Watt schlagen zu Buche. Weitere Merkmale: Im Signalweg arbeitet das Verstärkermodus ausschließlich analog. Alle Parameter werden überdies mittels Micro-Controller justiert und auch im ausgeschalteten Zustand gespeichert. Alle Justagen für Filter, Lautstärke und Phase werden, wie wir es auch von anderen aktuellen Nubert Subwoofern her kennen, mittels digitalem Potentiometer und MOS-Schalter vorgenommen, was hohe Präzision sicherstellt. Mit satten 220 Watt Musik-Leistung (160 Watt Nenn-Leistung) eignet sich der kompakte AW-443 sogar für größere Lokalitäten. 

Nubert nuBox AW-443 Tieftoener1

22 cm Bass-Chassis

Das Chassis misst 22 cm und trumpft mit einem enorm hohen Hub auf. Dies hat zur Folge, dass man trotz relativ kleinem Chassis enorme Pegel fahren und einen sehr guten Tiefgang erwarten kann. Der üppig ausgefallene Antrieb mit Doppel-Magnetsystem sowie hinterlüfteter Zentrierspinne sind Garanten für enorme Leistungsfähigkeit. 

Nubert nuBox AW-443 Unterseite3

Bassreflexöffnung unten

Nubert nuBox AW-443 Standfuesse

 Standfuß

Nubert nuBox AW-443 Aufnahme LS Abdeckung

 Front im Detail

Die gelungene Mischung aus leistungsstarkem Chassis und kraftvollem Verstärker stellt eine untere Grenzfrequenz von 29 Hz bei – 3 dB sicher. Bei – 6 dB liegt die untere Grenzfrequenz bei 26 Hz. 

Der Basslautsprecher arbeitet nach dem Bassreflexprinzip, das Bassreflexrohr befindet sich auf der Unterseite, fällt recht groß aus ist fest eingeschraubt. Auch auf der Unterseite befinden sich die vier soliden Standfüße.  14 kg wiegt der kleine Woofer, er ist mit Füßen 42 cm hoch, 24,5 cm breit und 38 cm tief.

Nubert nuBox AW-443 Halter LS Abdeckung3

Lautsprecherschutzgitter im Detail

Das robuste Gehäuse überzeugt mit solider Verarbeitung, das 22 cm Chassis ist stabil verschraubt, und der Übergang Schallwand – Gehäuse fällt gleichmäßig aus. Das Spaltmaß ist überdies gering. Etwas störend sind die Öffnungen für das Lautsprecherschutzgitter aus Stoff, aber magnetisch haftende Gitter wären bei dem Preisniveau doch etwas viel verlangt. 19 mm starkes MDF-Material ist eine hochwertige Basis, so kommt es zu keinen Gehäusegeräuschen. Das Gehäuse ist sorgfältig foliert. 

Nubert nuBox AW-443 Display2

Display – eine Seltenheit

Nubert nuBox AW-443 Fernbedienung1

 Fernbedienung

Besonderheiten des nuBox AW-443 sind ein gut ablesbares Display und eine mitgelieferte Fernbedienung. Mit dieser lassen sich die obere Grenzfrequenz des Subwoofers, die Phase des Subwoofers von 0 bis 180 Gtad (bei 80 Hz), die untere Frequenzgrenze der Satelliten, die Aktivierung der Einschaltautomatik, die untere Grenzfrequenz des Subwoofers (elektronisch 20/30, akustisch 29 Hz/37 Hz), und die Aktivierung der Soft Clipping-Schaltung (auf Kosten von etwas maximalem Pegel sorgt man für effektive Verhinderung von störender Übersteuerung) einstellen. Zudem gibt es vier Wahltasten (Presets) zum Speichern und natürlich auch zum Abrufen getroffener Einstellungen. So kann man sich z.B. für Musik, Filme und TV-Sendungen jeweils eigene Voreinstellungen präparieren. 

Nubert nuBox AW-443 Rueckseite Seitlich2

Komplette Rückseite

Nubert nuBox AW-443 Anschluesse Rueckseite

Anschlüsse

Und wie schlägt sich der „kleine Schwabe“ akustisch? Hier haben wir zunächst die „Avengers“ Blu-ray (DTS-HD Master Audio) angehört, und zwar ab dem Kapitel „Die Invasion beginnt“. Hier lässt der AW-443 gleich seine Qualitäten aufblitzen. Auch bei stark gehobenem Pegel erzeugt der kleine Woofer einen nachdrücklichen Bass, der überdies, wie man beim Flug des „Iron Man“ und beim Kraftfeld für das schwarze Loch nachvollziehen kann, gut gestaffelt ist. Nur ganz unten im Basskeller ist man Zeuge dafür, dass selbst die cleveren NUbert-Entwickler die Physik nicht überlisten können – beim Tiefgang geht noch mehr, aber für Hörer, die auch ganz unten in den Frequenz-Tiefen alles hören möchten, hat Nubert genug Produkte im Portfolio. Für den Einsatz im Wohnzimmer oder sogar im kleineren Heimkino ist die Performance des AW-443 schlichtweg begeistern. Man kann auch, wenn man mehrere kompakte Subwoofer einsetzen möchte, gleich zwei nuBox AW-443 verwenden. Dann kann man sogar über 30 Quadratmeter große Hörräume beschallen. Der Faustschlag Lokis gegen Stark kommt impulstreu und trocken heraus. Das Höllenspektakel, als Stark in der Luft in seinen neuen Iron Man-Anzug schlüpft, gibt der Subwoofer ebenfalls sehr gut wieder. Nur bei extremen Pegeln und deaktivierter Softclipping-Schaltung bewegt man das Chassis zum Anschlagen. Aktiviert man die Softclipping-Schaltung, bleibt der Bass auch unter extremen Bedingungen sauber, wenngleich dann der Subwoofer minimal eingebremst wird, was man unserer Meinung nach aber auf jeden Fall in Kauf nehmen kann. Als der Jet mit den Avengers an Bord abgeschossen wird und das Flugzeug notlanden muss, realisiert der kleine Bassist ein regelrechtes Bassfeuerwerk – spontan würde man auf einen deutlich größeren Subwoofer tippen, der hier aktiv ist. Nun kommt die gepanzerte Riesenechse aus dem schwarzen Loch – größere Subwoofer bringen hier verständlicherweise noch mehr Struktur ins rege Geschehen, aber Härte und Nachdruck des Basses vom AW-443 überraschen selbst anspruchsvolle Anwender. Bedingt durch das kleine Chassis, tritt der aktive Subwoofer stets impulstreu an. 

Kann der nuBox AW-443 auch beim 007-Film „Ein Quantum Trost“ punkten“ ? Gleich zu Beginn wird ein musikalischer Spannungsbogen aufgebaut, dann folgt ein massiver Dynamiksprung und plötzlich befindet man sich inmitten einer Verfolgungsjagd rund um den Gardasee. Bond wird in seinem Aston Martin DBS von zwei Alfa Romeo 159 verfolgt, in denen schießwütige Killer sitzen, die mit Automatikwaffen auf Bonds Sportwagen feuern. Der nuBox AW-443 hilft durch subtiles Eingreifen im Bassbereich gleich von Anfang an mit, den Spannungsbogen zu dehnen. Uns hat überzeugt, wie tief der kleine Woofer nach unten reicht. Als dann die Verfolgungsjagd im Mittelpunkt steht, donnern die Schüsse aus den Automatikwaffen mit Nachdruck durch den Hörraum. Auch das Grollen der Motoren und das Fundament bei den zahlreichen Unfällen gibt der schwäbische Subwoofer gekonnt wieder – und wir sind erstaunt: Ein so kleiner aktiver Subwoofer, der so komplett auftritt und so preisgünstig ist? Nubert vermag es immer wieder, uns zu überraschen. 

Musikalisch haben wir bei Paul Kalkbrenners „Altem Karmuffel“ nachgeforscht, wie sich der nuBox AW-443 schlägt. Von der BD „2010“ in DTS-HD Master Audio präsentiert, ist dieses Stück im Bassbereich durchaus als anspruchsvoll zu bezeichnen. Verschiedene, alternierende Basseffekte, demnach auch parallel stattfindende, unterschiedliche Ereignisse im tieffrequenten Bereich sorgen für Abwechslung. Und der nuBox-Woofer baut ab Beginn gleich ein kraftvolles Fundament auf und ist in der Lage, die unterschiedlichen Basseffekte sauber zu differenzieren. Als dann der Beat des Songs voll loslegt, nutzt der AW-443 den großen Hub seines Chassis aus, um anderen, auch größeren, Konkurrenten zu zeigen, wo der Hammer hängt: Mit Wucht, Impulstreue und Struktur macht er den Kalkbrenner-Hit zu einem echten Bass-Erlebnis – wer hätte das von einem so kleinen Bassisten gedacht? Die Bassreflex-Konstruktion erweist sich überdies als sauber ausgeklügelt, denn störende Strömungsgeräusche konnten wir kaum ausmachen. Das stabile Gehäuse bewahrt im wahrsten Wortsinn „die Ruhe“, so dass der Bass erstaunlich klar und satt seinen Weg zum Zuhörer findet. 

Bei „Tequila Sunrise“ (BD „Farewell Tour“, DTS-HD Master Audio) beweist der nuBox AW-443 aufs Neue sein Geschick im Umgang mit tiefen Frequenzen. Hier sticht insbesondere seine Impulstreue hervor. Der Bass „zieht“ nicht unangenehm nach, sondern trifft mit exzellentem Timing bei der Zuhörerschaft ein. Überdies ist der AW-443 in der Lage, sich sauber zwischen die Frontlautsprecher zu integrieren. Er stört nie, wird nicht unpassend aufdringlich, ist aber jeder Zeit in der Lage, ein spürbares, sehr gut dosiertes Fundament zu erzeugen.

Was setzt die Konkurrenz dem Bass-Experten entgegen? Natürlich haben die Bass-Könner von SVS ein entsprechendes Ass im Ärmel. Der PB-1000 ist mit knapp 500 EUR allerdings auch eine Stange teurer, zudem ist er größer. Mit seiner kraftvollen Endstufe und dem sauberen Klang sowie dem sehr guten Tiefgang ist er sein Geld aber auf jeden Fall Wert. Der kleinere nuBox AW-443 bleibt ihm dicht auf den Fersen, muss ihm beim Thema Tiefgang und maximalem Pegel allerdings den Vortritt lassen. Vorzüge des AW-443 lassen sich aber auch zahlreiche herausstellen: Die exzellenten Einstellmöglichkeiten, die ausgezeichnete Softclipping-Schaltung, das Display und die Fernbedienung sorgen dafür, dass man für 389 EUR einen erstklassigen Gegenwert bekommt. 

Sehr schick und nobel kommt der Quadral Aktivsubwoofer QUBE 8 aktiv daher. Er kommt auf 399 EUR und begeistert mit einwandfrei lackiertem Hochglanzgehäuse. Mit seinem runden, kraftvoll-harmonischen Klang ist es schwer, diesem preiswerten Bass-Ass die „Butter vom Brot“ zu nehmen. Der kleine nuBox AW-443 tut dies in Teilen aber durchaus erfolgreich – denn die überragenden Einstelloptionen, die cleveren Filter, das Display und die Fernbedienung sind alles Merkmale, mit denen nur der AW-443 kokettieren kann. Was den Klang angeht, agiert der AW-443 noch etwas dynamischer, der QUBE 8 tritt noch eine Spur harmonischer auf. 

Fazit

Nubert nuBox AW-443 Front Seitlich5

Der Nubert nuBox AW-443 besticht mit erstklassiger Performance zum absoluten Spartarif. Richtig gut klingen, das können auch andere recht preisgünstige Konkurrenten mittlerweile. Hier haben sich Firmen wie Quadral, SVS, Canton oder Jamo angetan, viel Gutes für wenig Geld anzubieten. Doch der nuBox AW-443 kann eben noch mehr. Er bietet Display, Fernbedienung, clevere Filter und zahlreiche, äußerst sinnvolle Einstellmöglichkeiten, die für eine ausgezeichnete Anpassung des Woofers auf Hörraum und Equipment sorgen. Somit ist das Gesamtpaket, in das auch die sehr kompakten Abmessungen mit einfließen, beinahe konkurrenzlos. 

Massive Basskraft trifft auf erstklassige Ausstattung und kompaktes Gehäuse
preisklassenreferenz
Aktive Subwoofer untere Mittelklasse
Test 08. April 2014

+ Exzellente Einstellmöglichkeiten und vier Presets
+ Fernbedienung und Display für höchsten Bedienkomfort
+ Hochwertiger Aufbau mit Hightech-Chassis und Ringkern-Trafo
+ Tiefgang ausgezeichnet
+ Pegelfest
+ Impulstreu
+ Solide Verarbeitung
+ preiswert

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 08. April 2014




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