SPECIAL: Denon und Marantz präsentieren Auro-3D-Upgrade für selektierte Top-AV-Komponenten

Auro3D

Ab Anfang Dezember kommen von Marantz der SR7009 und die AV-Vorstufe AV7702 mit Auro 3D-Decoder. Von Denon werden der AVR-X5200W sowie der AVR-X4100W mit Auro-3D erscheinen.

Bevor wir näher auf Auro-3D eingehen, stellen wir die Komponenten, die das Upgrade bekommen, zunächst vor.

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Marantz SR7009 (1.699 EUR)

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Marantz SR7009 von hinten

Beim Marantz SR7009, den wir demnächst einem großen Test unterziehen werden, handelt es sich um einen 9-Kanal-Netzwerk-AV-Receiver mit 200 Watt Leistung pro Kanal. 

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Marantz AV7702 (1.999 EUR)

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AV7702 von hinten, gut sichtbar – die XLR-Beschaltung

Die AV7702 ist eine Vorstufe mit 11.2 Kanal XLR-Beschaltung und einem 13.2 Cinch-Pre-Out. Beide Maschinen sind voll ausgestattet, hier die gemeinsamen Merkmale. An Bord sind Decoder unter anderem für Dolby Atmos, Dolby True HD sowie DTS-HD Master Audio – und natürlich für Auro-3D. Das Auro-3D Upgrade umfasst 9.1 und 10.1 mit „Voice Of God“ (VOG, Top-Lautsprecher, der von der Hörraumdecke herabstrahlt)) Konfiguration. Wer die vollen Möglichkeiten von Auro-3D nutzen möchte, benötigt noch eine Endstufe extern.

Dank des 13.2 Pre-Out und des 11.2 Signal-Processings ist der SR7009 ansonsten aber bestens ausgestattet. Die Komponenten kommen des Weiteren mit eingebautem WiFi und Bluetooth, Audyssey DSX sowie DTS Neo:X (11.1 Channel) sind ebenso Bestandteil der Ausstattung wie Audyssey MultEQ XT32 mit LFC und Sub EQ . Die neueste HDMI-Version mit 4K 50/60 Hz Kompatibilität und 4:4:4 Farbauflösung ist auch an Bord. 7 HDMI-Eingänge hinten sowie 1 HDMI-Eingang vorn sowie gleich 3 HDMI-Ausgänge (2 + 1 Zone) stellen die Kern-Anschlussbestückung dar. ISF Video-Kalibrierung und hochwertige Up-Conversion niedriger auflösender Videosignale sind weitere Merkmale.

HD Audio Streaming ist heute ein wichtiges und stark nachgefragtes  Thema – die beiden Marantz AV-Komponenten  kommen mit FLAC bis 192 kHz/24-Bit ebenso klar wie mit DSD und ALAC. An weiteren Musik-Dateiformaten werden MP3, WAV, AAC, WMA und AIFF akzeptiert. Gapless Playback fehlt auch nicht. Spotify Connect, Flickr, vTuner Internet Radio sind multimediale Merkmale, die in dieser Klasse selbstverständlich sind. Für Android und iOS Devices ist zur Steuerung die Marantz Remote App verfügbar. In schwarzer Variante oder Marantz-typischem Gold-Champagner sind die beiden AV-Komponenten lieferbar.

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Denon AVR-X4100W (1.499 EUR)

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Denon AVR-X4100W von hinten

Wenden wir uns den beiden Denon AVRs zu. Der AVR-X4100W ist ein 6-Kanal-AV-Receiver, in schwarz oder premium silbern erhältlich. Er bringt 7 x 200 Watt an Leistung mit und hat den Denon DDSC Schaltkreis mit AL24 Processing eingebaut. Denon Link HD sorgt für bestmögliche, jitterfreie Digitalsignalübertragung. Decoder-mäßig wird das Gleiche wie bei Marantz geboten (Dolby Atmos bis 7.1.2, Auro-3D bis zu 9.1 sind die Highlights), DTS Neo:X geht hier bis 9.1. Die Anzahl der HDMI-Anschlüsse ist ebenfalls identisch zu den Marantz-Devices.

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Denon AVR-X5200W für 1.999 EUR

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Denon AVR-X5200W von hinten

Der AVR-X5200W besitzt 9 x 205 Watt und ist bei Auro-3D mit 9.1 und 10.1 Konfigurationen inklusive Voice Of God (VOD, Top-Speaker über den Köpfen der Zuhörer) kompatibel.  Bei Dolby Atmos wird auch 9.1.2 unterstützt. 11.2Ch Processing und ein 13.2Ch Pre-Out sind weitere Merkmale.  DTS Neo:X und Audyssey DSX werden anstatt bis 9.1 wie beim AVR-X4100 bis 11.1 unterstützt.

Kommen wir nun zum Fokus-Thema Auro-3D – was kann das neue Tonformat?

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Wilfried Van Baelen ist CEO von Auro

Wilfried Van Baelen, CEO der Galaxy Studios und von Auro Technologies,  erklärte bei dem D&M Auro-3D-Event in der Europazentrale der D&M Group in Eindhoven die Vorzüge der neuen Technologie.

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Auro-3D mit vielen Möglichkeiten

Kernstück der Präsentation war das Ziel, echten dreidimensionalen Sound einzuführen und so den Zuhörer vollkommen von Klang in allen Dimensionen zu  umschließen, den Besuchern des Events näher zu bringen. „Closer to LIFE-LIKE Sound“ oder „The more immersive Sound Experience“ – das war schon viele Jahre früher das Thema von Auro. 

Durch Auro-Technologie mit der Einbeziehung einer zusätzlichen Hörachse kommt man dem natürlichen Hören näher – so führte Van Baelen aus.  Präzise Positionierung einzelner Effekte in Verbindung mit einem Klangfeld, das den Zuhörer wie ein Kokon umschließt – das sind Leitlinien von Auro-3D. Nur so lässt sich das Ziel, eine im höchsten Maße natürliche 3D-Klangreproduktion, verwirklichen.

Aktuell ist Flexibilität wichtiger als Qualität, wenn es um die Audiowiedergabe geht. Zukünftiges Ziel kann daher nur sein, hervorragende Qualität mit hervorragender Flexibilität zu kombinieren. „Back To PCM“ – ist hier das Motto, zurück zu hochauflösendem, unkomprimiertem Pulse Code Modulation Signal.

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Komplett von Sound umgeben

Auro-3D_Engine

Auro-3D-Engine

Was ist das Besondere an Auro-3D? Alle Auro-3D Hörformate ergänzen bisherige Konfigurationen um diskrete Height Channels, damit kommt eine 3. Dimension hinzu, Diese Height Channels sind oberhalb der Front- und oberhalb der Rear-Lautsprecher unterzubringen. Dies führt dazu, dass das Klangfeld noch plastischer und räumlich echter erscheint.

Neu bei Auro-3D ist, dass diese Kanäle diskret sind, das ist ein wichtiger Unterschied z.B. zu Dolby Pro Logic IIz oder Audyssey DSX. Die Auro-3D Technologie bietet ein hohes Kompatibilitätspotential und ist überdies vergleichsweise kosteneffektiv.  In großen Auro-3D-Konfigurationen kommen zusätzlich zu den Height-Lautsprechern noch sogenannte „Top“ Lautsprecher zum Einsatz.  Diese werden, da sie von der Raumdecke herab auf den Zuhörer abstrahlen, sinngemäß „Voice Odf God“ genannt und vervollständigen das Auro-3D-Modell vom ganzheitlichen Hören.

Verschiedene kreative Abmischungen können in einem einzigen standarisierten Container untergebracht werden. Auro-3Ds Lösung ist bilanzierend dazu in der Lage, ein absolut dreidimensionales, fesselndes Klangerlebnis mit vergleichsweise wenig Lautsprechern zu realisieren. Damit eignet sich das System auch sehr gut für den “Hausgebrauch”. Sowohl Kanal- als auch Objekt-basiertes Material kann bei Auro-3D verarbeitet werden. Im Vergleich zu Dolby Atmos ist Auro-3D ein Hybrid mit kanalbasierter Herangehensweise – während Dolby Atmos ein Hybrid mit objektbasierter Herangehensweise ist. Beide Formate arbeiten demnach mit kanal- und objektbasierten Elementen.

Kerngedanke bei Auro-3D ist nicht nur eine neue Dimension des räumlichen Hörens, sondern eine auch bezüglich Klarheit und Auflösung hervorragende Klangqualität, die demnach nicht nur denjenigen begeistern soll, der einfach nur dreidimensionale Effekte erleben möchte:  Die Klanggüte soll auch ambitionierte Musikliebhaber ansprechen, daher wird natürlich unkomorimiertes Audio offeriert. Für Klassik- oder Jazzaufnahmen eignet sich Auro-3D ebenfalls ausgezeichnet, wenngleich es hier Sinn macht, die „Voice Of God“ Channels nicht zu berücksichtigen. Diese eignen sich besonders für Kino-Tonspuren mit reichhaltigen, breitgefächerten Umgebungseffekten und großen Effektkombinationen.

Es gibt verschiedene Auro-3D-Formate: Pro Cinema (Auro 11.1 und Auro 13.1), Home Cinema (Auro 9.1 und Auro 10.1) sowie Auro-3D für Kopfhörer. Eine Abwärtskompatibilität mit bestehenden 5.1 Surround- und Stereoformaten ist gegeben. Alle Auro-3D Tonformate sind selbstverständlich untereinander kompatibel. Um bestehendes herkömmliches Mono/Stereo/Surround-Material umzuwandeln, steht Auro-Matic bereit. Auro-CX ist eine weitere spezielle Variante, hier kann man datenreduziertes Streaming- und Internet-Musik-Material aufpolieren.  Geplant ist auch ein Einsatz von Auro-3D in Headphones, des Weiteren gibt es Planungen zum Thema Automotive – Auro-3D im Fahrzeug. 

Auro führt als weiteren Vorteil an, dass die Technik z.B. in einen AV-Receiver einfach zu implementieren ist. Im Falle der Denon- und Marantz AV-Komponenten genügt ein entsprechendes Software-Upgrade. Laut eigenen Angaben ist überdies Auro-3D die erste Technologie, die mehr als 8 Audiokanäle in PCM über ein einziges HDMI Interface durch Kombination verschiedener Formate in einem einzigen Carrier unterbringen kann. Jedes Originalquellformat (Stereo, 5.1 Surround oder Auro-3D) wird in voller PCM-Qualität wiedergegeben.

Wie sieht das Auro-3D-Upgrade bei den Denon und Marantz AV-Komponenten aus?

Es handelt sich, wie eben erwähnt, um ein reines Software-Upgrade, das der Anwender selber durchführt. Der Preis beträgt 149 EUR für das Upgrade, das in allen EU-Ländern verfügbar sein wird, und zwar ab der ersten Dezemberwoche 2014. D&M hat eine spezielle Upgrade-Website eingerichtet, hier kann man mittels einer einmaligen Upgrade ID das Produkt, das upgegradet werden soll, registrieren.  Es wird anschließend das Upgrade online bezahlt. Wird dann der AVR oder die AV-Vorstufe angeschaltet, so wird das Upgrade erkannt und die Komponente beginnt, das Upgrade herunterzuladen.  Nachdem das Upgrade heruntergeladen und installiert wurde, gibt es einen neuen Welcome Screen vom Setup-Assistenten bezüglich der Speaker-Konfiguration, denn nun ist das Auro-3D Speaker Setup gleich enthalten. Der Denon AVR-X4100W unterstützt bis zu 9.1, der Denon AVR-X52300W und die beiden Marantz-Modelle SR7009 und AV7702  bis zu 10.1 inklusive „Voice Of God“. In der Surround Mode-Übersicht im GUI der betreffenden AV Devices kommen nun Auro-3D, Auro-Surround und Auro-Stereo hinzu.

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Hörraum

Und wie klingt Auro-3D? Ein Denon AVR-X5200W mit Upgrade, Denon PMA-Endstufe sowie ein Defintive Technology 10.1 Lautsprecher-Set standen für die Demo bereit. Alle Kanäle wurden vom X5200 getrieben, außer dem VOG-Channel, der wurde vom PMA1520 über Power Amp direct angetrieben. Das Signal für VOG gibt der X5200 über den zweiten Subwooferausgang aus.

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 Auro-3D-Software

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Pure Audio-Blu-rays mit Auro-3D-Tonspur

Das erste akustische Beispiel von der Auro-3D Demonstration Disc 2014 war noch nicht ganz so begeisternd, es handelte sich um eine Auro-3D Abmischung in 8.0 ohne Center und ohne VOG. Geräusche aus dem Stadtzentrum von Amsterdam wurden wiedergegeben, man konnte in 3 Vergleichsstufen hören: Komplette 8.0 Konfiguration mit 4 x Height-LS, normales 4.0 Surround /2 x Front, 2 x Rear sowie nur die 4.0 Height-Lautsprecher. So konnte man sich ein gutes akustisches Bild machen.

Mehr Geschlossenheit und mehr als offen und realistisch empfundene Räumlichkeit waren bereits zu bemerken. Im zweiten Beispiel nun hörten wir Geräusche inmitten der Natur, vor allem Vogelzwitschern, im Hintergrund läuten Kirchenglocken. Ein Traktor fährt vorbei – die bei diesem eigentlich trivialen Effekt entstehende Geräuschkulisse war so authentisch, dass man sich spontan umdrehte, ob der Traktor nicht mitten durch den Hörraum fährt. Das Zwitschern war räumlich sehr dicht, umschloss das Auditorium.

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Spezielle Konstruktion für optimale Wahrnehmung der Front Height Lautsprecher

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 „Voice Of God“

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Zuspieler

Im dritten Beispiel hörten wir eine große Kirchenorgel in 9.0, und das Resultat war begeisternd: Gewaltig, machtvoll und mit unglaublicher Souveränität donnerte das imposante Instrument durch den gesamten Hörraum. Klangfarbe, Dynamik und Klarheit ließen auch bei großem Pegel nicht zu wünschen übrig.

Als nächste Beispiele gab es zwei kurze Auro-3D 11.1 Demo-Samples, die von unserem Definitive Technology-Lautsprechersystem in 10.1 wiedergegeben wurden. Ein Flugzeug flog direkt über die Köpfe der Zuhörer hinweg – Ortbarkeit und Lebendigkeit dieses Schauspiels waren hervorragend. Noch intensiver konnten zwei Hubschrauber wahrgenommen wurden, die ebenfalls über die Köpfe des Auditoriums hinweg geflogen sind.

Ein Filmausschnitt aus „Turbo – die Rennschnecke“ (Auro-3D 11.1, bei uns in 10.1) stand als nächstes auf dem Programm. Bei der 10.1 Wiedergabe fühlt sich der Zuhörer voll integriert bei gleichzeitig enormer Präzision, jeder einzelne Effekt ist perfekt zu orten. Die umhüllende Wirkung des Klangfeldes ist immens. Die hohe Brillanz und das enorme Auflösungsvermögen verlangen aber nach hochwertigen Lautsprechern – für günstige Sets ist Auro-3D nichts, das wird sofort klar.

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Magnificat – Ausschnitte dieses Konzerts klangen grandios

Wir setzten die Auro-3D-Reise mit dem klassischen Konzert „Magnificat“ fort. Dieses wurde von den Trondheim Solistene und dem Kirchenchor des Nidarosdoms in Trondheim bestritten. Die spezielle, beeindruckende Akustik des hohen Domschiffs stellte die Aufnahmeingenieure vor eine große Herausforderung, die 9.1 Auro-3D Aufnahme aber zeigt, dass jede Hürde gemeistert wurde: Enorme vokale Präsenz, der feine, brillante Klang der Streicher sowie die exzellent herausgearbeitete Anschlagdynamik beim Klavier sind eindrucksvolle Merkmale.

Der Chorgesang ist räumlich ausgezeichnet umgesetzt, gleichzeitig ertönt er vielschichtig sowie präzise. Die Akustik im hohen Domschiff mit komplexem Hallverhalten kommt sehr gut heraus. Die Hallanteile sind nahezu perfekt dosiert, und jeder einzelne Chorsänger ist in seiner Position innerhalb des Chors genau auszumachen. Der Hochtonbereich spielt frei auf, alle Arten von dynamischen Differenzen werden präzise herausgearbeitet. Die Orgel ertönt machtvoll und substanzreich.

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Giorgio Koppehele war sogar vor Ort – er steht hinter dem Projekt Lichtmond

Weiter ging es mit Stücken von Lichtmond. Einer der Köpfe hinter dem Projekt, Giorgio Koppehele, war sogar vor Ort und gab verschiedene Zusatzinformationen. Wir hörten Stücke von „Lichtmond 3 – Days Of Eternity“ und starteten durch mit „Endless Moments“: Klarer Klang, exzellente feindynamische Herausarbeitung kleiner Nuancen, auch aus räumlicher Sicht, und eine enge Verbindung der Musik zum Zuhörer – das alles birgt großes Faszinationspotential.

Der Bass ist satt und exakt, die Trennung vokaler Elemente von instrumentalen Anteilen ist überragend. Der Zuhörer wähnt sich inmitten eines ihn umgebenden Surround-Panoramas, in dessen Fokus er steht. Interessanterweise ist es gar nicht einmal besonders deutlich abhängig vom Sitzplatz, den man einnimmt – auch bei Randpositionen ist praktisch das volle Effektspektrum präzise zu genießen.

Beim nun kommenden Stück „Empires Of The Past“ waren Gewittergeräusche und starker Regen wahrnehmbar – der Regen erscheint atmosphärisch dicht und umschließt das Auditorium. Effekte verteilen sich frei und genau ausbalanaciert im Hörraum. Die Stimme ertönt mit genau kontrolliertem Echoeffekt. Der gewaltige, aber nie den Rest überlagernde Bass beeeindruckte uns – ebenso im Übrigen der fein dosierte, strahlende Hochtonbereich. Insgesamt ein dicht gewobener Klangteppich, der den ganzen Raum erfüllt.

Text: Carsten Rampacher
Fotos: D&M, Auro-3D, Carsten Rampacher
Datum: 16. Oktober 2014




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