PREVIEW: 1-Weg-Bassreflex-Lautsprecher Heco Direkt Einklang – Wunder der Technik mit rundem und kultiviertem Klang?

Heco Direkt Paar 2

Die Heco Direkt Einklang ist – man höre – ein Einweg-Lautsprecher mit hoch entwickeltem Breitbänder und wird zu einem Paarpreis von 1.998 EUR angeboten. Bedingt dadurch, dass der Breitbänder als Punktschallquelle agiert, kommen alle Klanganteile exakt zeitgleich beim Zuhörer an. Optisch tritt der Lautsprecher, wie alle Direkt-Familienmitglieder, im gekonnten Retro-Design auf. Keine Sorge, im finalen Test kommen dann auch noch attraktivere Bilder, nur wollten wir zügig ein Preview anbieten mit einigen Fotos, denn gleich nach dem Anschließen wurde klar: Hier ist ein Star geboren.

Heco Direkt Treiber

210 mm Membran

Aber dazu später mehr, wenden wir uns zunächst speziellen Merkmalen der Box zu. Die Heco Direkt Einklang besticht durch ihre extreme Effizienz. Der Wirkungsgrad (94 dB) ist hoch genug, dass man den im schicken Retro-Design der Heco Direkt-Serie gehaltenen Lautsprecher auch mit Röhrenverstärkern mit 5 Watt Ausgangsleistung kombinieren kann. Das liegt daran, dass nur so geringe Masse beim Ein- und Ausschwingen bewegt werden muss. Das Fullrange-Chassis hat einen Durchmesser von 210 mm mit einer Membran aus Heco-typischem Kraftpapier.

Der gesamte Konus wird aus einem einzigen Stück Material gefertigt, das Kraftpapier ist extrem robust, leicht und garantiert auch bei hoher Belastung eine lineare Auslenkung. Kraftvolle Dual-Ferritmagnete sind ebenfalls der Leistungsfähigkeit zuträglich. Eine 25 mm Schwingspule wäre in diesem Zusammenhang noch zu erwähnen. Wie üblich, ist das Chassis mit dem Klippel-Messsystem optimiert worden. Optisch fällt der speziell entwickelte Hochtonkegel auf. Heco spricht hier von der „neu interpretierten NAVI-Form“. Das Chassis basiert auf einem stabilen Aluminium-Druckgusskorb mit strömungsgünstigen schmalen Streben und verschiedenen Entlüftungsöffnungen für hohe Belastbarkeit. Zur absoluten Minimierung von Verzerrungen im Mittel- und Hochtonbereich gibt es eine Impedanz-Kompensation. 

Der enorm gleichmäßige, lebendige, klare Klang, der den Zuhörer praktisch komplett umgibt, ist Kennzeichen der Direkt Einklang, die über ein extrem hochwertiges, durch speziell konstruierte Verstrebungen verstärktes MDF-Gehäuse verfügt. Maximal 180 Watt Belastbarkeit stehen im Datenblatt, an Dauerleistung werden 120 Watt verkraftet.

Heco Direkt Fuss

Standfuß-Konstruktion

Die Direkt Einklang eignet sich für Impedanzen zwischen 4 und 8 Ohm, der Frequenzgang reicht von enorm tiefen 19 Hz bis 19.200 Hz – hier versuchen wir später in den Klang-Testreihen herauszufinden, ob die recht tief liegende obere Grenzfrequenz zu einem Nachteil wird. In Schwarz und Weiß, mit bewusst auffälligen Füßen und Streifen übers Gehäuse, soll die Direkt Einklang kommen. Sie ist 842 mm hoch, 382 mm breit und flache 196 mm (mit Terminal 224 mm) tief. Mit den Metall-Spikes verändern sich die Abmessungen folgendermaßen: 382 x 931 x 385 mm. 

Heco Direkt Logo

Schicke silbere Akzente

Die Verarbeitung ist erstklassig, die in unserem Falle weiß-seidenmatte Lackierung mit attraktiven Silberstreifen ist hervorragend aufgebracht. Die schicke und solide Standfuß-Konstruktion passt hier perfekt ins Bild, ebenso die dicke Metall-Umrandung rund um das exakt eingepasste Chassis. Dass hier noch sichtbare Schrauben von der Befestigung an der Schallwand vorhanden sind, wird als attraktives stilistisches Merkmal wahrgenommen und wird hier keinesfalls deplatziert.

Heco Direkt Einklang oben

Die Sicht von oben zeigt das flache Gehäuse

Heco Direkt Kante

Saubere Gehäuseverarbeitung

Das aus dickem MDF bestehende Unibody-Gehäuse ohne separat befestigte Schallwand ist ziemlich flach, was den schicken Charakter der Box weiter betont. Die beidseitig strömungsgünstig gerundeten Doppel-Bassreflexrohre, die nach unten abstrahlen, sind normalerweise nicht zu sehen.

Heco Direkt Terminal

Terminal

Die Single-Wire-Terminals sind sehr robust gefertigt und erweisen sich als leichtgängig. Auch dann, wenn man keine Bananenstecker verwendet und die Kabelenden klassisch anschließt, stellt die Einklang den stolzen Besitzer vor keinerlei Probleme. 

Klang

Wir hören die „Alone Again“ Adaption von Diana Krall (Flac, 48 kHz/24-Bit) und sind sehr beeindruckt von der räumlichen Wirkung der Einklang. Mit viel Gefühl wird eine enorme Tiefe im Hörraum geschaffen, bedingt durch den Breitband-Treiber kommen alle Klanganteile gleichzeitig beim Hörer an, was ein sehr geschlossenes, nahtloses Klangbild sicherstellt. Stimmen lösen sich ausgezeichnet von der Direkt Einklang, und wie wir es auch von früheren Heco-Boxen her kennen, ist die Akustik sehr angenehm und homogen. Die Auflösung im Hochtonbereich ist bei diesem Titel trotzdem ansprechend, der Klang tritt nicht zu bedeckt auf. 

In Flac 96 kHz/24-Bit hören wir „Flowers Of Sendai“ vom Jan Lundgren Trio. Ein weiteres Mal überzeugt uns die Direkt Einklang mit feinfühliger Gesamtakustik, die fließenden Übergänge fallen sofort auf. Das Klavier wird mit passender Temperatur wiedergegeben, und die Anschlagdynamik der Tasten kommt recht gut heraus. Die räumliche Tiefe sowie die räumliche Weite sind auch bei diesem Beispiel wieder hervorragend, durch die Anwinklung der Boxen zeigen die Chassis in Richtung des Hörers, der sich exzellent einbezogen fühlt und daher die Musik in vollem Umfang genießen kann.

Und wie sieht es bei der legendären Arie „Nessun Dorma“ aus Puccinis „Turandot“ in Flac 96 kHz/24-Bit aus? Gesungen von Star-Tenor Jonas Kaufmann, bringt die Direkt Einklang die unmittelbare Faszination akkurat heraus. Die Formulierung klingt fast zu trocken: Denn das, was der edel verarbeitete und individuell auftretende Einweg-Lautsprecher hier an Kulisse und Finesse erzeugt, lässt den Zuhörer tief ins musikalische Geschehen eintauchen. Schon bei Zimmerlautstärke entfaltet die Heco überdies einen feinen Klangteppich, kann es aber auch souverän lauter angehen lassen. Bedingt durch den erstklassigen Wirkungsgrad, kann die Direkt Einklang sogar mit reinen Class A-Verstärkern und/oder mit Röhrenverstärkern zusammenarbeiten,. Der Schluss von „Nessun Dorma“ kommt kraftvoll und klar heraus, der Chorgesang wird sensibel eingearbeitet und zeigt authentische Konturen. 

Dass die Heco Direkt Einklang nur bis rund 19 kHz hochspielt, können wir zumindest bislang nirgendwo wirklich als akustischen Nachteil feststellen. Wen wundert es, werden nun einige Leser sagen, ein erwachsener Mensch mit gesundem Gehör hört ohnehin nur bis rund 16 kHz. Aber der Oberwellenbereich, indirekt wahrgenommen und für verschiedene spezielle Informationen gerade bei komplexer Musik zuständig, wird immer wieder als Argument für Hochtöner hergenommen, die teilweise bis auf über 50 kHz hoch spielen. Wir können bislang sagen, dass sich unserer Erfahrung nach die Einklang auch sehr gut für hochauflösende Audio-Files eignet, auch wenn dies für manche vielleicht ein Widerspruch sein mag. 

Komplett anders zu geht es beim Trance-Track „Remember Me“ von A.I.D.A. in CD-Qualität. Hier beweist uns die Direkt Einklang, dass sie auch mit hartem Kickbass locker fertig wird und plötzlich zum „Club-Star“ mutieren kann. Eben noch äußerst kultiviert und gepflegt, schiebt sie nun massiv an und liefert eine saubere Struktur aller Bässe sowie Effekte. Sie agiert stets kontrolliert und hinterlässt dadurch einen sehr gelassenen, gefestigten Eindruck. 

Und auch bei „Dash Off“ von Jay B. beweist uns die Direkt Einklang, dass sie auch mit Trance-Musik enorm gut umgehen kann. Diese Lässigkeit, diese Selbstverständlichkeit bei der Wiedergabe – die Heco-Box braucht nicht mal hohe Pegel, um ein dichtes, fesselndes Klangbild zu erzeugen. Immer wirkt der Klang voll und gleichzeitig klar, es wird schlichtweg nichts vermisst. Eine beeindruckende Leistung, ohne Zweifel. 

Erstes Fazit

Heco Direkt Paar

Schwächen? Was ist das? Die Heco Direkt Einklang präsentiert sich in den ersten Testreihen als rundherum erstklassiger Lautsprecher. Technisch clever gemacht, akustisch überragend, und das Ganze wird mit individueller Optik und vorzüglicher Verarbeitung kombiniert. 

Preview und Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 16. Januar 2018




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