XXL-TEST : Teufel Boomster 2021 - mobiles Stereo-Radio mit Bluetooth sowie DAB+ und UKW-Empfänger

Weiter geht es mit dem Neuheitenfeuerwerk im Test & Technik Bereich. In diesem Artikel widmen wir uns der Neuauflage des Boomsters aus dem Hause Lautsprecher Teufel. Zuvor war das beliebte Stück Technik im Jahre 2018 überarbeitet worden - im Test schnitt der damalige Boomster NG exzellent ab.

Wie sieht es nun bezüglich der 2021er Auflage aus? Das Konzept wurde beibeihalten: Beim Teufel Boomster handelt es sich um ein tragbares Stereo-Bluetooth-Radio mit DAB+ und UKW-Empfänger. Damit der Boomster auch flexibel genutzt werden kann, stattet Teufel den Boomster zusätzlich mit einen integrierten Lithium-Ionen-Akkupack aus, der eine Wiedergabezeit von bis zu knappen 23 Stunden, selbstredend nicht bei vollem Pegel, verspricht. Auch die Ladezeiten finden wir sehr interessant: So reichen 35 Minuten aus, um den Akku 25% zu laden. Geht dem Boomster mal komplett der Saft aus, braucht es jedoch 165 Minuten, um ihn vollständig zu laden. Einiges an Zeit, aber nicht zu viel. Der Akku ist fest integriert und kann nur in einem Servicecenter von Teufel ausgetauscht werden.

Umlaufend an der Front befindet sich ein hochglanzschwarzer Rahmen

Um eine weitläufige und lebendige Klangcharakteristik zu gewährleisten, spendierten die Lautsprecherspezialisten aus Berlin dem Boomster die Dynamore Klangtechnologie. Die Teufel-eigene Technik erweitert das Stereo-Panorama deutlich, der Klang löst sich besser von den Lautsprechern. In unseren bisherigen Tests von Teufel-Produkten mit Dynamore konnte das Feature absolut überzeugen. Das lag auch daran, dass Dynamore die ursprüngliche Klangcharakteristik nicht unschön verbiegt, sondern die Präzision höchstens minimal leidet.

Damit die Inhalte vom Smartdevice auch auf den Boomster wiedergegeben werden können, verfügt das Radio über Bluetooth 5.0 mit aptX Codec. Außerdem besteht die Möglichkeit, zwei Boomster miteinander zu koppeln und als Stereopaar zu betreiben.

Erhältlich ist der neue Boomster ab sofort in den Stores von Teufel in Berlin, Köln, Stuttgart, Essen, Leipzig oder Wien für 369,99 EUR. Natürlich ist er auch im Onlinestore www.teufel.de zu haben. Den Boomster gibt es in zwei unterschiedlichen Farbvarianten. Zum einen steht Night Black, zum anderen Sand White zur Disposition. 

Eine massive Lautsprechabdeckung aus Metall ziert die Front 

Die Treiber werden von einem Lautsprecherabdeckgitter aus Metall vor unerwünschten Berührungen geschützt. Apropos Treiber: Der Boomster Modelljahr 2021 verfügt über zwei 20 mm Hochtöner, zwei 65 mm messende Mitteltöner, einen 110 mm großen Tieftöner sowie über je eine Bassradiator pro Seite. Er arbeitet nach dem geschlossenen 3-Wege-Prinzip. Die Treiber können einen Frequenzbereich von 44 Hz-20 kHz abbilden und werden von einem digitalen 2.1 Class-D Verstärker versorgt. Dieser erzielt eine RMS-Leistung von 42 Watt. Klingt nicht nach extrem viel - reicht aber locker, wie sich später zeigen wird. 

Seitliche Bassrediatoren

Display im oberen Teil der Front

An der Front des Boomster informiert ein LED-Display über den gewählten Eingang oder die gewählte Lautstärke via Laufschrift. Das Display ist sehr gut ablesbar und  ist, was mittlerweile zum Markenzeichen von Teufel geworden ist, in einem roten Farbton gehalten. Wir würden uns lediglich eine feinere Auflösung wünschen. 

Bedienelemente des Bommster

Über dem Display befinden sich die Taster für die direkte Bedienung am Gerät. Gerne erläutern wir die Bedienelemente und starten mit den Tastern von links nach rechts. Der erste Taster ist für das Ein- sowie Ausschalten des Boomsters zuständig. Der Knopf "Bass" ist für die Einstellung der Bassintensität zuständig. Diese kann von -6 bis +6 dB verändert werden. Wichtig dabei ist: Der Taster Bass muss gedrückt und gehalten werden,mittels der Plus- und Minus-Taster wird die Intensität erhöht bzw. verringert. Der nächste Taster ist für den Bluetooth-Eingang bzw. das Koppeln mit einem Smartdevice zuständig. Um den Kopplungsmodus zu starten, muss das Bedienelement einige Sekunden gedrückt werden. Neben dem Bluetooth-Taster befindet sich die Eingangswahl, hier können die Quellen DAB/UKW sowie AUX-In ausgewählt werden. Die darauf folgenden Pfeiltaster können z.B. bei der Bluetooth Wiedergabe fürs Skippen vor- und rückwärts benutzt werden. Während der DAB-Wiedergabe übernehmen die Bedienelemente ein Springen zum nächsten oder vorherigen Sender. Zwischen den beiden Pfeiltastern sitzt der Wiedergabe/Pause-Knopf. Danach folgen drei Favoriten-Taster, mit der sich DAB/UKW-Sender abspeichern und aufrufen lassen. 

Fernbedienung im Scheckkartenformat


Damit der Boomster auch aus der Ferne bedient werden kann, liegt im Lieferumfang eine Remote aus schwarzem Kunststoff bei. Die Taster haben einen knackigen Druckpunkt und selbst die gespeicherten Favoriten lassen sich damit abrufen und abspielen. Insgesamt ist die kompakte Fernbedienung kein qualitatives Meisterstück, erfüllt aber ihren Zweck.

Tragegriff auf der Oberseite

Damit der Boomster komfortabel zum Grillplatz oder der Gartenliege transportiert werden kann, besitzt er auf der Oberseite einen massiven Tragegriff aus Metall. Die Unterseite des Metallbügels ist perforiert, dadurch kann er nur schwer aus der der Hand rutschen. Die gesamte Haptik wirkt hochwertig. Da wir gerade beim Outdooreinsatz sind, Der Boomster ist gemäß der IPX5 Klassifizierung geschützt. Das bedeutet, dass ihm auch plötzlich einsetzender Regen nichts anhaben kann.

Die Rückseite des neuen Boomsters

Wenden wir uns der Rückseite des Boomster zu, die unserer Meinung nach sehr ansehnlich gestaltet wurde. Im Mittelteil fällt unser Blick auf einen großen Boomster-Schriftzug, darunter befindet sich die Stabantenne, um einen guten Empfang bei DAB+ und UKW-Empfang zu gewährleisten. Um die Anschlüsse auch effektiv vor Regen und Staub zu schützen, befindet sich über den Anschlüssen eine gummierte Abdeckkappe. 

Die Anschlüsse werden von einer Kunststoffkappe geschützt

Anschlüsse in der Detailansicht 1

Öffnet man die gummierte Schutzkappe, bekommen wir freie Sicht auf die Anschlusssektion des Teufel Radios. Im linken Teil befindet sich ein AUX-In Anschluß, um z.B. ein analoges Quellgerät anzuschließen. Daneben ist die Anschlussbuchse für das im Lieferumfang enthaltene externe Netzteil untergebracht.

Im rechten Teil der Anschlusssektion lokalisieren wir einen Mini-USB-Anschluß, der ausschließlich für Aktualisierungen genutzt werden kann. Der Boomster verfügt zudem über eine Powerbank-Funktion, mit der ein Laden vom Smartdevice während der Wiedergabe möglich. Dafür zeigt sich der USB-A Anschluß zuständig. 

Anschlüsse in der Detailansicht 2

Auf der Unterseite sorgen rot gummierte Standfüsse für die notwenige Standfestigkeit

Klang

In diesem Abschnitt möchten wir nun aber wissen, was der neue Boomster klanglich zu bieten hat. Wir starten die Klangtestreihen mit der Wiedergabe von DAB+ und wählen dafür den Sender "Radio Bob" aus. Hier läuft gerade von Kissin' Dynamite "You're not alone". Der Boomster gefällt sofort mit einer natürlichen Stimmwiedergabe. Dank der Dynamore-Technologie wirkt die Wiedergabe zudem räumlich dicht, wir registrieren ein breites Bühnenbild, ohne dass einzelne akustische Elemente zu unpräzise erscheinen. Beim Thema Bass legen wir nochmal Hand an und regeln diesen um zwei Dezibel hoch. Jetzt überzeugt uns der Tieftonbereich durch seinen Nachdruck und seine klar erkennbare Struktur. Die Pegelfestigkeit überzeugt praktisch auf ganzer Linie, und die 42 Watt, die als RMS-Leistung im Datenblatt stehen, scheinen beinahe schon untertrieben zu sein. Der Boomster punktet auch mit einer schlüssigen Gesamtharmonie. Die Übergänge von den einzelnen Frequenzbereichen sind fließend, nahtlos. Der DAB+ Empfang war in unseren Testläufen zudem frei von Aussetzern und anderen Störungen. 

Nun starten wir die Wiedergabe via Bluetooth und spielen dem Boomster "Hypnotized" von Purple Disco Machine und Sophia and the Giants zu. Auch bei diesem Track offeriert der Boomster wieder eine rundherum überzeugende Vorstellung. Er differenziert die Vocals sauber vom akustischen Rest, und im Bassbereich registrieren wir wieder eine ausgezeichnete Durchsertzungskraft. Der Bass ist zudem straff und hat ehrliche Substanz, das Phänomen, dass er etwas "hohl" und dadurch auch schneller verzerrt auftritt, nehmen wir beim Boomster der Generation 2021 erfreulicherweise gar nicht wahr. Erst, wenn man es mit dem Pegel übertreibt und man oberhalb der 80-85 Prozent des maximal möglichen Pegels agiert, mischen sich Verzerrungen hinzu. Nochmal kurz zur Präsentation des vokalen Parts: Auch Bestmarken kann er Stimmwiedergabe verzeichnen. Diese erklingt absolut natürlich und glaubwürdig und wird selbst bei deutlich erhöhter Lautstärke zu kleinster Zeit zu schrill oder gar störend. 

Weiter geht es mit "Beautiful Mistakes" von Maroon 5 feat. Megan Thee Stallion. Hier bietet der Boomster schon im Verlauf des Intros ein hervorragendes Differenzierungsvermögen, kleine Effekte gefallen durch die gute Räumlichkeit. Dank Dynamore hüllt uns der Boomster auch dann noch räumlich ein, wenn er etwas weiter entfernt steht. Der spezielle Rhythmus des Titels wird vom Berliner BT/DAB-Radio mit sehr guter Impulstreue umgesetzt. Insgesamt schafft der Boomster etwas, was kaum ein anderes Device dieser Liga schafft: Der Spaßhörer kommt, dank sattem Bass und ausgezeichneter Dynamik, ebenso auf seine Kosten wie derjenige, der einen sauberen, impulstreuen und kultivierten Klang schätzt. Der Boomster vereint hier das Beste beider Welten, was sicherlich auch am aufwändigen Dreiwege-Aufbau mit Passivradiatoren liegt. Viele Kontrahenten setzen auf deutlich einfacherer Konfigurationen. 

Als nächstes möchten wir uns vom Teufel Radio den Titel "Running Back To You" von Martin Jensen, Alle Farben sowie Nico Santos. Dieses Mal hören wir allerdings nicht bei hohem Pegel, sondern bewusst bei mittleren Pegel, um zu überprüfen, ob Nachdruck und Volumen auch unter diesen Rahmenbedingungen überzeugen können. Selbst bei niedrigen Pegel klingt der Boomster absolut harmonisch, mit einer sehr lebendigen Stimmwiedergabe und die Bassleistung ist bei diesem Pegel einfach Benchmark, im Vergleich zu anderen Herstellern. 

Schaffen wir es, den Boomster in seinen Grenzbereich zu locken? Ja, wir schaffen es, und zwar mit Stockholm Noirs "Dancing With My Demons": Düster, minimalistisch, mit einem enorm heftigen Basseinsatz, der plötzlich im Verlauf aus dem Nichts kommt - hier muss sich Teufels neueste Errungenschaft schon strecken, wenn man das Spektakel in höherer Lautstärke verfolgen möchte. Aber er schlägt sich gut, der Boomster, baut den Track sauber auf, und bis rund 70 Prozent des maximalen Pegels kann man hören und sich über enorme Dynamik sowie einen nachdrücklichen Bass freuen. Viele Konkurrenzprodukte können entweder den Bassbereich erst gar nicht - nicht einmal ansatzweise - wiedergeben, bei anderen schlagen die Membranen sofort an. Insgesamt setzt sich der Boomster demnach auch hier sehr gut in Szene. 

James Hetfield, Lars Ulrich, Kirk Hammett und Robert Trujillo geben sich beim nächsten Stück die Ehre und aus dem Boomster erklingt "The Unforgiven (Remastered)" von Metallica. Hier muss sich der Berliner Lautsprecher nun mit gänzlich anderen musikalischen Bedingungen auseinander setzen, was ihm jedoch sehr gut gelingt. Die Vocals und die Instrumente, insbesondere die E-Gitarren, haben eine saubere Struktur, und alles fügt sich zu einem homogenen Ganzen zusammen. Auch die Bassgitarre wird mit ordentlich Nachdruck in den Hörraum transportiert. Als der Titel dann Fahrt aufnimmt, begeistert uns wieder die Souveränität bei der Stimmwiedergabe und dennoch ordentlich Druck im Basskeller.

Konkurrenzvergleich

Teufel Boomster Generation 2018: der neue Boomster setzt in allen akustischen Belangen noch eines drauf.  Noch mehr Fundament im Bassbereich, mehr Auflösung über den gesamten Frequenzbereich und eine höhere Pegelfestigkeit. Dynamore öffnet den Raum weit, ohne durch Präzisionsverluste zu stören. 

JBL Xtreme 3: Der Extreme sieht gut aus, ist robust und auch akustisch tadellos. Er ist sehr deutlich günstiger zu haben, Marktpteise um die 240 Euro  sind zu verzeichnen. Er schafft es nicht, einen so großen, sauber gestaffelten akustischen Raum anzubieten wie der Boomster, und hat auch keinen so lebendig gestaffelten Mitteltonbereich. Für seinen Kaufpreis aber ist der Extreme 3 eine gute Alternative. 

Denon Home 250: Der schlicht, aber elegant auftretende Home 250 verfolgt ein komplett anderes Konzept und ist für Marktpreise ab rund 330 EUR zu haben. Der Einsatz zuhause steht hier im Fokus. Für die Mitnahme ist der Home 250 nicht ausgelegt. Zudem ist er ein Netzwerk-Streaming-Bluetooth-Lautsprecher, einen DAB-Tuner bietet der Denon nicht. Dafür klingt er rund und differenziert, muss sich bei der maximalen Räumlichkeit aber dem Boomster knapp geschlagen geben. Hier offeriert der große, teure Denon Home 350 dann entschieden mehr.

 

Fazit

Kommen wir nun zu unserem Testfazit und der Einstufung des neuen Teufel Boomster. Wir waren im ersten Moment etwas erschrocken bezüglich des Kaufpreises, denn knapp 370 EUR sind schon eine Ansage. Aber: Fürs investierte Geld erhält der Käufer ein ausgewachsenes Stereo-Radio mit Bluetooth Konnektivität sowie DAB+ sowie UKW-Tuner. Für den Boomster spricht auch seine Flexibilität, denn der Käufer erhält nicht nur ein cooles Radio fürs Wohnzimmer oder Küche, sondern auch ein komplett mobiles Device mit IPX5-Zertifizierung. Durch den integrierten Akku mit bis zu 23 Stunden Laufzeit lässt sich der Boomster perfekt zur Gartenparty oder an den Pool mitnehmen und liefert dabei exzellente Klangeigenschaften, die auch bei hohem Pegel fast in vollem Umfang erhalten bleiben. Gerade die Dynamore-Technologie weiß wieder zu überzeugen und liefert eine ausgezeichnete Räumlichkeit mit erstaunlich präzisen Strukturen. Die Verarbeitung passt optimal ins Bild, hier bekommt man für den Kaufpreis rundherum hervorragende Qualität. So macht der Tragegriff aus Metall einen sehr guten Eindruck, und die gummierten Bedienelemente auf der Oberseite besitzen einen sehr guten Druckpunkt.

Der Boomster 2021 ist nicht günstig - aber akustisch ohne Abstriche exzellent und zudem hervorragend verarbeitet

Gesamt-Referenz Bluetooth-Speaker/Radios Oberklasse
Test: 15. Oktober 2021

 

 

Test und Bilder: Sven Wunderlich
Redaktion: Carsten Rampacher
Datum: 15. Oktober 2021

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