XXL-TEST: JBL Bluetooth-Lautsprecher Xtreme 3 - die Neuinterpretation einer Ikone

Auch JBL hat einige Neuheiten vor kurzem angekündigt und die ersten Testgeräte sind in der Redaktion auch eingetroffen. In diesem Test schicken wir den neuen JBL Xtreme 3 Outdoor Bluetooth-Lautsprecher ins Rennen. Da uns der Xtreme 2 schon begeistert hat, sind wir schon gespannt, was die überarbeitete Version zu leisten im Stande ist. Der neue Xtreme zeigt sich vom Design her deutlich frischer als die Vorgängerversion. Wo früher ein kleines JBL Label zu finden war, ragt uns jetzt ein schönes mehrfarbiges JBL Logo an der Front entgegen. Darunter befindet sich die LED, die über den Betriebszustand des Xtreme informiert. LEDs die über den Akkuzustand informieren (wie sie es beim Vorgänger gab), befinden sich leider nicht mehr am Xtreme 3.

Natürlich wurde nicht nur das Design angepasst, sondern es wurden auch neue Treiber für den Xtreme hergestellt. Vier Treiber (2 x Hochtonbereich, 2 x Mittelton/Bassbereich) und zwei Passiv-Radiatoren stellen die Bestückung dar.. Laut JBL ist ein hörbar weitläufigerer Klang das herausragende Merkmal. Die JBL Ingenieure schickten zudem den neuen Xtreme 3 auf Abspeckkur: Der neue Xtreme bringt nur noch 1,83 kg anstatt 2,39 kg (Xtreme 2) auf die Waage, was für einen besseren Tragekomfort sorgt. 

Auch leistungstechnisch haben die Ingenieure noch eine Schippe daraufgelegt und so leistet der Digitalverstärker im Xtreme der dritten Generation 2x25 Watt im AC-Power Modus, sprich mit Netzteil. Zum Vergleich: Der Xtreme 2 hatte eine Maximalleistung von 2x20 Watt im AC-Power Modus. Wiedergegeben werden Frequenzen zwischen 53,5 Hz und 20 kHz, was für einen Bluetooth-Lautsprecher unserer Meinung nach vollkommen ausreichend ist. Für ernsthafte HiFi- oder gar Hi-Res-Audio-Fans ist der JBL Xtreme 3 auch nicht gedacht.

Mehrfarbiges JBL Logo an der Front

Der Xtreme 3 verfügt ebenfalls über eine integrierte Freisprecheinrichtung, die sehr gut funktioniert und eine rauscharme Übertragung ermöglicht. Der Xtreme 3 ist in drei Farbvarianten erhältlich. So hat der geneigte Käufer die Wahl zwischen einem schlichten Schwarz, einem schicken Blau und zwischen einem eher auffälligen Tarnfarbenmuster. Was ebenfalls erfreulich zu verkünden ist, der Xtreme 3 wurde nicht teurer als der Vorgänger. Der Xtreme 3 kostet somit weiterhin 299 EUR. Der Bluetooth Lautsprecher arbeitet nach dem neuesten Bluetooth Standard 5.1.. Auch neu ist, dass mittlerweile zwei Smartphones mit dem JBL Lautsprecher gekoppelt werden können.

Der JBL Xtreme 3 ist nach der Schutzklasse IP67 zertifiziert und ist dadurch wasser- und staubdicht. Ein zeitweiliges Untertauchen im Wasser kann somit den JBL Lautsprecher nichts anhaben.

LED an der Front

Überarbeiteter Tragegurt

Ebenfalls überarbeitet wurde der Bereich rund um den Tragegurt. Wie der komplette Lautsprecher, zeigt sich auch der neue Tragegurt deutlich frischer und moderner. So befinden sich am Tragegurt gummierte Rippen, die für ein verbessertes Tragegefühl sorgen, da die gummierten Querrippen ein störendes Verrutschen verhindern sollen. Ebenfalls sieht man auf dem Tragegurt ein gummiertes und in auffälligem Orange gehaltene JBL Logo. Eine Größenverstellung ist beim Tragegurt selbstverständlich möglich. Zusätzlich besitzt der neue Tragegurt einen integrierten Flaschenöffner.

Öse für den Tragegurt

Teilweise beleuchtete Bedienelemente auf der Oberseite

Auf der Oberseite des Lautsprechers befinden sich die verschiedenen Bedienelemente zur Steuerung des Xtreme 3. Mittig im Bild zu sehen sind die beleuchteten Bedienelemente für On/Off sowie die Bluetooth-Taste. Links und rechts neben diesen beiden Tasten befinden sich die Taster für die Lautstärkeregelung. Links im Bild zu sehen ist die JBL Connect+ Taste, mit der sich kompatible Lautsprecher miteinander koppeln lassen.

Einer der beiden 70 mm passiven Radiatoren im Detail

Der gleiche Treiber befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite

Das neue Standfuss-Konzept im Detail

Auch das Standfuß-Konzept wurde überdacht. Befanden sich bei JBL Xtreme 2 noch links und rechts ein kleiner Standfuß, so ruht der Xtreme 3 auf einen deutlich größeren und breiteren und mittig angebrachten Standfuß im Rippen-Design. Unserer Meinung verbessert sich dadurch die Standfestigkeit, gerade im Outdoor-Bereich, deutlich.

Die Rückseite des Xtreme 3

Schutzkappe für die Anschlüsse

Anschlüsse im Detail

Dank des integrierten Akkus mit hoher Fassungskapazität ist eine Spielzeit von bis zu 15 Stunden ohne Netzteil möglich. Das komplette Aufladen des Akkus dauert recht üppige 2,5 Stunden. Eine integrierte Powerbank-Funktion kann das Smart-Device beim Frischluftvergnügen mit der nötigen Energie versorgen. 

JBL Xtreme 3 mit überarbeiteten Tragegurt

Links der JBL Xtreme 3 und rechts im Vergleich das Vorgängermodell, der Xtreme 2

Eine App hält natürlich auch JBL bereit

Der Xtreme 3 wird sofort erkannt

In diesem Punkt kann der Xtreme umbenannt werden

Im Partymodus können kompatible JBL Lautsprecher miteinander gekoppelt werden

Hat der Nutzer noch einen zweiten Xtreme 3 zur Hand, können diese als Stereopaar zusammen arbeiten

Übersicht unserer JBL Komponenten

Der JBL Xtreme 3 hinterlässt einen ausgezeichneten Eindruck: Viele nützliche Details, tadelloser technischer Aufbau, dazu robust und hochwertig verarbeitet. Nun stellt sich die Frage: Wie klingt die dritte Generation des JBL-Erfolgsmodells?

Klang

Widmen wir uns nun zum wichtigsten Punkt eines Lautsprechers, den Klang. Wir beginnen unsere Klangtestreihe mit dem schwierigen Stück "Shallow" von Bradley Cooper zusammen mit Lady Gaga aus dem Film "A Star Is Born". Der Xtreme 3 zeigt uns ein erstaunlich großes und gut gestaffeltes Bühnenbild auf. Bradle's Stimme klingt authentisch und natürlich. Auch der Tiefgang am Anfang des Song ist sehr gut. Allerdings fehlt uns bei der Wiedergabe von Lady Gagas Stimme etwas das Rauchige, Charismatische, das gerade ihre Stimme so unverwechselbar macht. Als der Titel dann etwas an Schnelligkeit aufnimmt, fehlt etwas der Mitteltonbereich. Dafür gibt es einen kräftigen Bass und eine ansprechende Pegelfestigkeit. Der Hochtonbereich wird bei sehr hohem Pegel etwas scharf. 

Weiter geht es mit Corey Taylor, Sänger von Slipknot, und Stone Sour, mit seinem Solo-Titel "Black Eyes Blue". Coreys Stimme wird sauber wiedergegeben, auch wenn wir auch hier feststellen müssen, dass beim Xtreme 3 der Hochtonbereich etwas aggressiver ausgelegt ist, als beim Vorgänger. Den nötigen Punch liefert der Xtreme 3 in jedem Fall ab, und zudem ist die Auflösung im eben noch leicht kritisierten Hochtonbereich verbessert worden. Das gilt übrigens auch für die Basswiedergabe: Hier sind mehr Konturen vorhanden, und der korrekte Punkt wird besser getroffen.

Nun wechseln wir das Genre und spielen dem Xtreme 3 "Blinding Lights" von The Weekend zu. Aber auch hier fällt sofort auf, dass die Neuauflage etwas anders ausgelegt ist als der Vorgänger. Im Hochtonbereich notieren wir auch hier mehr Präsenz und bessere Auflösung - allerdings wird, wie wir bereits zuvor erwähnt, die Wiedergabe bei hohen Pegeln recht prägnant.  Der Bass wird sauber und solide in den Raum übertragen. Wichtig ist, dass der Bluetooth-Speaker solide steht, nicht z.B. auf einem Glastisch. Sonst kommt es zu Resonanzen.

Nun spielen wir dem Bluetooth Lautsprecher aus dem Hause JBL den Titel "All on Me" von Armin von Buuren, Brennen Heart, Andreas Moe und RAM zu. Dieser Track scheint dem Xtreme 3 zu gefallen. Er spielt hier kräftig auf und punktet hier mit einer sauberen Leistung im Tieftonbereich. Leider wirkt der Synthesizer etwas blechern - was aber keine Seltenheit auch bei größeren portablen BT-Speakern ist. Die Räumlichkeit ist prima, auch die Pegelfestigkeit überzeugt. Und die Stimmwiedergabe ist richtig überzeugend, auch noch bei erhöhtem Pegel. Erst dann, wenn wir über 80 Prozent des maximal möglichen Pegels gehen, wird sie leicht metallisch. Die Impulstreue ist gut, und die einzelnen Bestandteile des Songs können ordentlich auseinander differenziert werden. 

Langsam kommen wir zum Ende unserer Klangtestreihen und schicken den Titel "Era" von Tone Depth ins Rennen. Der Titel wird erstaunlich sauber wiedergegeben und der dargebotene Tiefgang wird mit Nachdruck in die Hörumgebung transportiert. Das elektronisch erzeugte Hi-Hat kommt klar heraus, aber auch hier gilt wieder: Die Prägnanz von Effekten im Hochtonbereich ist bei deutlich gehobenem Pegel recht groß. 

Und als letztes lassen wir uns den Titel "Übermorgen" von Mark Forster wiedergeben. Der Xtreme 3 punktet hier ein weiteres Mal mit einer sehr schönen Räumlichkeit. Die Trennung von Stimme und Instrumenten gelingt überzeugend. Auch die Stimme Marks an sich wird recht gut detailliert, hier merkt man, dass der Xtreme 3 mehr auf Auflösung und Klarheit optimiert wurde. 

Abschließend wenden wir uns noch der Freisprecheinrichtung zu. Wie auch beim Vorgänger schon, konnte sie uns wieder voll überzeugen und punktete mit einer rauschfreien und klaren Stimmwiedergabe beim Telefonat. Auch der Gesprächspartner versteht denjenigen, der die Freisprecheinrichtung des Xtreme 3 verwendet, tadellos. 

Konkurrenzvergleich

  • Teufel Rockster Cross: Der Teufel Rockster Cross ist unser erster Kandidat für den Konkurrenzvergleich. Der Teufel Lautsprecher kostet im Moment 292,42 EUR und spielt in der selben Preisklasse wie der Xtreme 3. Der Berliner Lautsprecher ist aber nur IPX5 zertifiziert und hält diesbezüglich nur Regenschauer ab und kann nicht ohne Beschädigungen ins Wasser eingetaucht werden. Akustisch glänzt er durch eine ausgeprägte Dynamik und durch eine authentisch wirkende Räumlichkeit. 

  • Dockin D Fine+ 2: Der nächste im Vergleich, ist der Dockin D Fine+ 2. Der 199 EUR kostende Bluetooth Speaker besitzt wie der Xtreme 3 einen integrierten Powerbank. Auch eine Kopplung von zwei Dockin D Fine+ 2 ist möglich. Bei den Klangtestreihen mussten wir allerdings feststellen, dass die Mitten beim Basseinsatz hinsichtlich Kontur und Detaillierung etwas abflachten.

  • JBL Xtreme 2: Der letzte im Bunde kommt aus dem Hause JBL und ist der Vorgänger des Xtreme 3. Ist neu wirklich immer besser, müssen wir uns die Frage stellen. Hinsichtlich der Neugestaltung des Xtreme 3 definitiv. Der Xtreme 3 zeigt sich viel frischer und schöner als der Vorgänger. Die Neuauflage hat auch nochmal an Leistung zugelegt und auch die Akkulaufzeit wurde nochmals erhöht. Auch wurde bei der Neuauflage nochmals der Schutz gegen Wasser verbessert, was den Xtreme 3 deutlich robuster gegen Umwelteinflüsse macht. Für den Xtreme 2 spricht,. dass er zu Marktpreisen ab 180 EUR zu haben und somit richtig günstig ist. Wer Wert auf ein exzellentes Preis-/Leistungsverhältnis legt, greift daher zum Xtreme 2. 

Fazit

Für 299 EUR bekommt der Käufer einen sehr gut verarbeiteten, stylischen  Bluetooth-Lautsprecher mit integrierter Powerbank-Funktion und tadelloser Freisprecheinrichtung. Die IP67 Zertifizierung macht den Lautsprecher absolut robust gegen Umwelteinflüsse, der Lautsprecher kann sogar kurzzeitig komplett ins Wasser eintauchen, ohne einen Schaden davonzutragen. Mit bis zu 16 Stunden Akkulaufzeit macht der Xtreme 3 im Freien auch nicht so schnell schlapp und konnte uns so einige Grillabende beschallen. Sollte dann doch irgendwann mal der Akku leer sein, kann der Xtreme 3 mit dem Netzteil in ca. 2,5 Stunden vollgeladen werden. Das größte Problem des Xtreme 3 ist sein Vorgänger. Dieser löst zwar weniger gut auf, klingt aber homogener und harmonischer. Zudem wird er ab rund 180 EUR angeboten. Der Xtreme 2 bleibt demnach, ziehen wir alle Faktoren mit ein, für uns der beste JBL BT-Speaker, der bislang gebaut wurde. 

Optisch sehr gelungener Bluetooth Speaker, mit sehr räumlichen Klang und gut auflösendem, aber recht prägnanten Hochtonbereich

Test: 23. September 2020
Bluetooth Lautsprecher bis 300 EUR

 

Test und Bilder: Sven Wunderlich
Redaktion: Carsten Rampacher
Datum: 23.09.2020

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