XXL-TEST: Samsung HW-Q710GC - 3.1.2 Soundbar-/Subwoofer-System mit umfangreicher Ausstattung
Klangtestreihen
In diesem Abschnitt möchten wir nun auf die klanglichen Eigenschaften der Samsung HW-Q710GC eingehen. Wir beginnen hier zunächst mit der Musikwiedergabe, da Soundbar-Systeme mittlerweile oft multifunktional eingesetzt werden. Als ersten Titel haben wir uns für die Coverversion "Leave a Light On" von Papa Roach entschieden. Der sehr ausdrucksstarke und gefühlvolle Titel beginnt mit einer Akustikgitarre sowie Gesang, welches die Q-Symphony Kombi mit gutem Feingefühl umsetzen kann. Die Gitarre wird durchaus glaubwürdig präsentiert und auch Jacoby Shaddix Stimmfarbe wird, bedenkt man, dass es sich um eine doch eher preisgünstige Soundbar handelt, exakt getroffen. Selbst als der Frontmann dann zur Kopfstimme übergeht, wird das Gefühl und die Message die er ausdrücken möchte, noch überraschend gut transportiert. Nachdem wir den Subwoofer-Pegel um ca. 1 dB erhöht haben, liefert dieser ein sehr gutes Bassfundament, das nicht nur kräftig, sondern auch relativ präzise ist.
Weiter geht es mit "Komet" von Udo Lindenberg und Apache 207. Der Titel beginnt mit einem Klavier, welches von der Tonfarbe her tadellos auf uns wirkt. Klar - feine Konturen oder die Wirkung der Anschlagdynamik darf man hier nicht erwarten. Für Musikkenner und HiFi-Fans sind solche Soundbars aber auch nicht gedacht. Die nasale Stimmfarbe von Udo wird prima getroffen. Mit ordentlicher Präzision und mit einem ansprechenden Wiedererkennungswert werden die vokalen Anteile von Apache 207 präsentiert. Überzeugen kann die Performance des Wireless-Subwoofers. Er unterstützt die Soundbar mit kräftigen und präzisen Tieftonbereich, ohne dabei zu dominant zu wirken. Bei größerem Pegel bleibt er zudem lange souverän. Als der Titel dann an Fahrt aufnimmt, flacht der Mitteltonbereich leicht ab, die vokalen Elemente der Künstler bleiben aber im Wesentlichen erhalten.
Bevor wir uns der Filmtonwiedergabe widmen, spielen wir dem Samsung-System "The Feeling" von Lost Frequencies zu. Die zu Beginn des Titels erklingende Gitarre kommt sauber in unserem Hörraum zur Geltung. Richtig gut wird die sehr fordernde Stimme des Sängers getroffen. Selbst bei höheren Pegeln wird sie nur in geringem Ummfang leicht harsch. Der Bassmacher unseres Sets liefert einen voluminösen Bass, ohne dabei zu dick aufzutragen.
Nun möchten wir wissen, wie sich die Samsung HW-Q710GC bei der Wiedergabe von Filmton schlägt und starten mit The Expandables 3:A Man's Job. Um die Überkopf-Szenen mit erkennbarem Atmos-Anteil beurteilen zu können, verwenden wir bei diesem Titel das Kapitel Nummer 10, als sich das Expandables-Team aus dem Hochhaus befreien möchten und unter massiven Beschuss von zahlreichen Maschinengewehren und Panzern steht. De vokalen Elemente des Expandables Teams sowie die Kampfszenen werden klar und homogen präsentiert. Der Wireless Subwoofer liefert zudem ein solides Bassfundament, wie zum Beispiel beim Einsatz der Schrottflinte. Nachdem die Panzer dann zum Einsatz kommen, erzeugt der Basstreiber einen satten und erstaunlich harten Tiefton, und die Soundbar liefert die nötigen Facetten, bevor die Kugeln ins Gebäude einschlagen. Die Dolby Atmos Effekte in Form der Überkopf-fliegende Hubschrauber binden uns förmlich ins Filmgeschehen mit ein - hier hat Samsung ganze Arbeit geleistet, in älteren Generationen gefiel uns die Atmos-Wirkung bei weitem nicht so gut.
Als nächsten Film-Titel möchten wir Mission:Impossible Rogue Nation verwenden. Zunächst müssen wir die englische Tonspur auswählen, da diese in Dolby Atmos vorliegt und wir am liebstem mit nativem Material testen. Sehr gerne verwenden wir hier das Kapitel, in der Ethan und Benji den Anschlag auf den österreichischen Bundeskanzler in der Wiener Oper verhindern sollen. Auch in dieser Sequenz überzeugt uns das Samsung Soundbar/Subwoofer-Set mit sehr klaren und differenzierten Dialogen, die zudem akkurat ins tonale Gesamtgefüge eingebunden werden. Beim Beginn der "Turandot"-Aufführung - die Zuschauer der Oper die Opernsängerinnen und Opernsänger klatschen begeistert - wirkt die Darstellung etwas zu forsch im Hochtonbereich. Als der Tenor dann mit seinem sehr prägnanten Gesang loslegt, wirkt die Wiedergabe der vokalen Komponente sehr fordernd und dominant - klar, die Stimme steht hier im Fokus, aber das ist dann doch des Guten etwas zu viel. Als Ethan sich in der nächsten Szene einen harten Fight mit dem Terroristen liefert, fehlt uns etwas die klare Abzeichnung des Mitteltonbereich. Auch bei den Schussszenen könnte noch mehr Durchschlagskraft vorhanden sein.
Abschließen möchten wir unsere Klangwertung mit Kingsman: The Golden Circle. Hier verwenden wir die Anfangssequenz, als sich Eggsy und Charlie im Kingsman Einsatzfahrzeug einen erbitterten Fight liefern. Die facettenreiche und actiongeladene Szene wird von der Samsung HW-Q710GC durchaus eindrucksvoll dargeboten, und auch der Subwoofer liefert das nötigen Bassfundament. Die Dolby Atmos-Effekte wirken sehr stimmig auf uns und werden fließend ins Geschehen mit eingebunden. Das Zerbersten des Glases kann die Samsung HW-Q710GC ebenfalls sehr homogen und glaubhaft darstellen, und die Schüsse aus den automatischen Waffen der Jaguar SUVs, die das Kingsman Taxi im Verlauf der Szene verfolgen, kommen mit gutem Nachdruck heraus. Die Räumlichkeit ist in jeder Ebene tadellos. Die Pegelfestigkeit gefällt uns durchaus, erst bei Pegeln von über 70 Prozent in Bezug auf den maximalen Pegel leidet die tonale Ausgewogenheit.
Konkurrenzvergleich

- LG DSC9S: Wir beginnen unseren Konkurrenzvergleich mit der DSC9S aus dem Hause LG. Das LG Soundbar-/Subwoofer-System arbeitet in einer 3.1.3-Konfiguration und bringt satte 400 Watt Systemleistung mit. Preislich schlägt die LG Soundbar derzeit mit 799 EUR zu Buche. Decodiert werden natürlich Dolby Atmos sowie DTS:X, hinzu kommt IMAX Enhanced. Besonderheit ist eine exklusive Halterung für die LG OLED evo C3- und C2-Modelle in 55, 65 sowie 77 Zoll, sodass Soundbar und OLED-TV eine perfekte optische Erscheinung zusammen abgeben können. Ebenfalls integriert ist WOW Orchestra, das WOW Interface, WOWCAST plus und der TV Sound Mode Share für das perfekte Zusammenspiel mit geeigneten LG TVs. Das Soundsystem im TV und die Soundbar arbeiten hier im Sinne maximaler Räumlichkeit Hand in Hand. Was die Ausgabe von 3D-Audiosignalen betrifft, geht LG einen eigenen Weg. Auf der Oberseite der DSC9S finden sich gleich drei Height-Lautsprecher. Dieses Feature sorgt für ein intensiv-immersives, aber trotzdem präzises Klangerlebnis und arbeitet mit Hilfe einer 3D-Engine, die über die Technologie HRTF (Head Related Transfer Function) verfügt. So schafft die DSC9S eine virtuelle mittlere akustische Schicht. Mit an Bord ist auch der LG Smart Upmixer, der aus normalen 2-Kanal-Quellen ein überzeugendes virtuelles Surround-Panorama kreieren soll. Aber auch auf die Raumgegebenheit wird mittels der "AI Room Calibration" Einfluss genommen. Mit Referenzfrequenzen kann der Raum genau untersucht werden. Und es gibt noch mehr "Artificial Intelligence" an Bord der DSC9S, dafür zeichnet AI Sound Pro verantwortlich. Der intelligente Algorithmus analysiert den aktuellen Inhalte, um den dazu passenden Klang Sound zu generieren. Verbaut ist zudem eine Streaming-Sektion mit Chromecast built-in für maximale Kompatibilität, die beispielsweise die beliebten Dienste Tidal und Spotify unterstützt. Richtig gut finden wir, dass die DCS9 auch zu MQA-Dateien kompatibel ist. Mit seinem satten, räumlich dichten, angenehmen Klang hat uns das DSC9S-System im Testbetrieb auf jeden Fall abgeholt.

- Teufel Cinebar Lux: Weiter geht es mit der Teufel Cinebar Lux, bei der es sich um eine All-In-One Komponente handelt. Einen zugehörigen aktiven Subwoofer gibt es optional in entsprechenden Sets. Laut Hersteller macht sich die Lux aber auch im Standalone-Betrieb gut, denn dafür hat das schlanke Modell vier passive Bassmembranen an Bord. Insgesamt zwölf High-Performance-Töner und neun Endstufen stecken im Gerät, damit lassen sich Räume mit bis zu 30 Quadratmetern souverän und qualitativ hochwertig beschallen - so Teufel. Die bewährte Dynamore-Technologie von Teufel ist auch an Bord und mit ihr seitlich sowie nach oben abstrahlende Töner sorgen durchaus für Überkopf-Elemente - aber leider nicht so vielschichtig und lebendig wie in dem Fall, in dem echte Decoder für Dolby Atmos oder DTS:X verbaut sind, was bei der Lux nicht der Fall ist. Nicht auf allerneuestemm Stand präsentiert sich die Soundbar bei den Netzwerkfunktionen und kommt mit der mittlerweile etwas in die Jahre gekommenen Raumfeld-Technologie. Zugriff auf zahlreiche Musikdienste und verschiedene Streaming-Möglichkeiten sind aber natürlich komfortabel und zuverlässig möglich. Die Cinebar Lux ist derzeit für rund 600 EUR direkt im Onlineshop des Herstellers oder in einem der zahlreichen Flagshipstores erhältlich. Im Menü des Soundriegels stehen einige Optionen zur Verfügung, unter anderem Möglichkeiten der Kalibrierung, wenn man zusätzliche Effekt-Lautsprecher oder einen Sub verwendet. Allerdings kann und sollte man hier den Abstand zwischen Hörposition und Soundbar korrekt einstellen.

- Samsung HW-Q810GC: Abschließen möchten wir unseren Konkurrenzvergleich mit einem Kandidaten aus den eigenen Reihen von Samsung. Bei der HW-Q810GC handelt es sich um eine 5.1.2 Soundbar und entspringt ebenfalls der beliebten Samsung Q-Serie. Die Samsung HW-Q810GC ist ebenfalls ausschließlich in der von uns getesteten schwarzen Farbvariante verfügbar und kommt auf gut 650 EUR Marktpreis. Wer ein Plus an Surround-Sound haben möchte, kann das System mit den Rearspeakern SWA-9500S erweitern. Die HW-Q810GC offeriert eine Leistung von 360 Watt und unterstützt die objektbasierenden Audiotechnologien Dolby Atmos sowie DTS:X. Die Dolby Atmos Wiedergabe wird kabellos unterstützt. Das System verfügt über insgesamt 11 Lautsprecher, inklusive zwei Top-Firing Modulen für die Dolby Atmos Wiedergabe sowie das Chassis (8 Zoll) im externen wireless Subwoofer. Um den Klang bestmöglich an den Raumgegebenheiten anpassen zu können, verfügt die HW-Q810GC über die SpaceFit Sound Pro Technologie. Weitere interessante Features wie Q-Symphony finden bei der Soundbar ebenfalls Verwendung. So wird der Surroundklang nicht nur über das Soundbar-System wiedergeben, sondern zusätzlich werden die TV-Lautsprecher des entsprechenden kompatiblen Samsung-Fernsehers mit hinzugezogen. Ebenfalls können bei der Samsung HW-Q810GC die Sprachassistenten Amazon Alexa sowie Apple Siri verwendet werden. Auch Tap Sound findet bei der 5.1.2 Soundbar Verwendung. Tap Sound stellt eine Bluetooth Verbindung zwischen Soundbar und einem geeigneten Samsung Smartphone her. Ein WiFi-Modul besitzt die größere Samsung Soundbar natürlich ebenfalls, und zudem werden AirPlay 2, Bluetooth 4.2, Spotify Connect sowie Tidal Connect (HiFi) unterstützt. In unseren Klangtestreihen punktete die Samsung HW-Q810GC mit einem überraschend sauberen Hochtonbereich, gerade bei Dialogen oder der Stimmwiedergabe bei Musik. Auch der externen Subwoofer liefert ein kräftiges und präzises Bassfundament, welches wir gelegentlich etwas einbremsen mussten - er bring mehr Volumen, Leistung und Tiefgang zustande als der kompakte aktive Subwoofer bei der hier getesteten 710. Wie leider teilweise üblich bei schlanken Soundbars, fehlte es uns auch in Bezug auf die 810 bei der Gesamtwiedergabe etwas an Differenzierungsvermögen im Mitteltonbereich. Zudem wirkte teilweise die Wiedergabe bei hohem Pegel stellenweise etwas harsch und aggressiv, aber das sind eben Kompromisse, auf die man sich einstellen sollte, wenn man auf ein solches Soundbar-/Subwoofer-System setzt.
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