XXL-TEST: LG OLED48C17LB - 48" OLED TV mit kompletter Ausstattung und hervorragendem Bild

Für eine unverbindliche Preisempfehlung von 1648,99 Euro und Marktpreise von knapp 1.500 EUR steht der LG OLED48C17LB 4K Smart-TV bereit. Er verfügt über den Alpha9-Prozessor der vierten Generation, der mittels Künstlicher Intelligenz Bild und Ton optimiert. Zudem ist der elegante OLED-Fernseher zu Dolby Vision IQ, HDR10 und HLG kompatibel. Nach wie vor verzichtet LG auf die Kompatibilität zu HDR10+ und HDR10+ Adaptive. Da in diesem Format allerdings nicht allzu viel Material zu bekommen ist, kann man das verschmerzen. Akustisch ist der OLED kompatibel zu Dolby Atmos. LG hat früh, schon einige Generationen vor der aktuellen, erkannt, wie wichtig die Kombination Dolby Vision/Dolby Atmos ist. Inzwischen gibt es, z.B. auf Apple TV oder Netflix, sehr viele Inhalte (Serien und Filme), die exakt in diesem Format vorliegen: Dolby Atmos-Ton und Dolby Vision dynamisches HDR.

Der Filmmaker Mode, der den aktuell laufenden Inhalt exakt in der unverfälschten Form präsentiert, wie vom Regisseur beabsichtigt, fehlt auch nicht als Bildmodus, ebenso wenig zwei ISF-Bildprogramme für Tag und Nacht. Im Gegensatz zu Sony und Panasonic setzt LG nicht auf den Netflix Calibrated Modus exklusiv für Netflix-Material. Zahlreiche HDMI 2.1 Features und Gaming-Ausstattungsmerkmale kennzeichnen den OLED48C17LB ebenfalls. Bei letzteren zu  nennen wären die Kompatibilität zu Nvidia G-Sync, AMD FreeSync und die HGiG-Unterstützung. Die Variable Refresh Rate (VRR) und der Automatic Low Lateny Mode (ALLM) fehlen ebenso wenig wie die High Frame Rate (HFR) 120 Hz-Unterstützung. Der TV läuft unter dem LG-eigenen webOS 6.0 Betriebssystem. Google Assistant, Amazon Alexa, Apple AirPlay 2 sowie Apple Home Kit sind auch ins Betriebssystem integriert. Der LG-TV bringt einen Twin Triple Tuner (2 x DVB-T2, DVB-C, DVB-S2) mit.

Verbaut ist ein natives 100/120 Hz Panel, ideale Voraussetzungen, um die Vorzüge von AI Picture richtig zur Geltung zu bringen. Wir erwähnten schon eingangs, dass der Alpha 9 Prozessor der vierten Generation wie auch die Vorläufer mit Künstlicher Intelligenz arbeitet. AI Picture Pro, Deep Learning-basiert, ist hier zentrales Merkmal. Mit enthalten sind Auto Genre Selection (SDR, HDR, Dolby Vision HDR), eine exakte Bildszenen-Analyse, Face Enhancing und Text Upscaling. Die AI Brightness Control sorgt für eine intelligente Helligkeitsanpassung von Bildbereichen in Abhängigkeit der Umgebungshelligkeit bei HDR-Inhalten. HDR Tone Mapping Pro mit AI HDR Tone Mapping sorgt ebenfalls für eine exzellente Präsentation von High Dynamic Range-Inhalten. Der Upscaler, der niedriger auflösende Quellen auf die native Panelauflösung von 3.840 x 2.160 Pixel hochrechnet, arbeitet ebenfalls mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz. Die neun verfügbaren Bildmodi umfassen: Lebhaft, Standard, Eco, Kino, Sports, Game, Filmmaker Mode, ISF Experte Heller Raum, ISF Experte Dunkler Raum.

Das 2.2 Lautsprechersystem wird von einem 40 Watt-Verstärker versorgt. 20 Watt gehen an die Woofer, 10 Watt an jeden der beiden anderen Kanäle. Auch klangtechnisch ist der OLED KI-gesteuert. LG spricht von "AI Sound" (Deep Learning-basiert). Dazu gehören 5.1.2 Upmixing sowie die automatische Genre-Erkennung. Die Klanganpassung erfolgt mittels der Adaptive Sound Control (ASC). Zudem wird das Lautsprechersystem mittels eines in die Fernbedienung integrierten Mikrofons akustisch auf den Hörraum abgestimmt. Das funktioniert schnell und reibungslos, und der Sound erscheint nach der Kalibrierung homogener und eine Spur kultivierter. Sehr interessant für diejenigen, die noch eine LG Soundbar im Verbund mit dem TV betreiben, ist "TV Mode Sound Share". Der im Vergleich zur Unit in der Soundbar deutlich rechenstärkere Prozessor des TVs plus AI Sound übernehmen anstelle der Soundbar die Soundeffekt-Berechnung. 

Verarbeitung

Bautiefe

Sehr sauberes Finish im Detail

Der 48-Zöller aus LGs C-Serie, die in den letzten Jahren häufig mit dem attraktivsten Preis-/Leistungsverhältnis des OLED-Portfolios des südkoreanischen Herstellers überzeugte, verfügt über eine sehr solide Verarbeitungsqualität und einen eleganten Look. Wirklich bahnbrechend innovative Design-Überarbeitungen erkennen wir zwar nicht, das ist aber nicht zwingend negativ auszulegen. Der Rahmen besteht aus Metall und ist wirklich sehr schmal. Perfekt integriert ist das Panel.

Rückseite

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Es sitzt plan im Gehäuse und schließt an jeder Stelle bündig mit dem Rahmen ab, ungleichmäßige Spaltmaße oder sonstige Auffälligkeiten gibt es nicht. Die Rückseite entspricht, im Gegensatz zum Topmodell G1, wieder dem typischen OLED-Look. Der untere Bereich fällt dicker aus, da hier sämtliche Signalverarbeitungstechnik sowie Anschlüsse und Lautsprecher integriert sind. Der obere Bereich beherbergt ausschließlich das Panel, da OLED selbstleuchtend ist keine Hintergrundbeleuchtung, und weist deshalb eine äußerst geringe Bautiefe auf. Hier besteht die Gehäuse-Rückseite auch aus Metall, der untere dickere Bereich ist mit einer Kunststoff-Verschalung versehen.

Rückseite des Standfusses

Detail am Standfuß

Der Standfuß wirkt so, als wäre es aus massivem Metall und macht einen sehr soliden, stabilen Eindruck. Für den 48-Zöller wirkt er etwas breit, optisch gefällt uns das Ensemble aber auch in dieser Ausführung.

Anschlüsse - 4x HDMI 2.1 + neue Gaming-Features

Anschlüsse

Ab der C-Serie bei LG sind alle HDMI-Schnittstellen als Version 2.1 ausgeführt. Der LG OLED48C17 bietet also insgesamt 4 x HDMI 2.1 mit einer maximalen Bandbreite von 40 GBps, was für den 4K-Betrieb völlig ausreicht. Einer der Anschlüsse eignet sich für die Verwendung des erweiterten Audio Return Channels eARC, beim C1 ist dies HDMI 2.


LGs OLED-Fernseher unterstützen FreeSync Premium, sind G-Sync-kompatibel und verfügen über VRR. Seit dem Update im Juni/Juli unterstützen der G1 und auch der hier besprochene C1 auch Dolby Vision HDR bei 4K/120 Hz Gaming. Teil des Updates ist auch das Game Dashboard zusätzlich zum Game Optimizer. Neben interessanten Info-Anzeigen zu Latenz und Bildwiederholrate kann man auch die Gaming-Einstellungen über das Dashboard einsehen und z.B. zwischen verschiedenen Genres (Standard, FPS, RPG, RTS) wechseln.

Darüber hinaus verlässt sich der Hersteller auf eine spartanische Anschluss-Sektion und bringt praktisch keine weiteren Zuspielmöglichkeiten für ein Videosignal mit. Anschlussmöglichkeiten für DVB-C2/T2 sowie DVB-S2 und USB-Speichermedien (USB 2.0) sind noch gegeben, außerdem sind eine Ethernet-Schnittstelle, ein digitaler optischer und analoger Audio-Ausgang vorhanden. Für Pay-TV gibt es einen PCMCIA-Slot. Zusätzlich an Bord sind Bluetooth 5.0 und WLAN ac.

Bedienung

Magic Remote

LG setzt beim C1, wie auch bei den anderen OLED TV-Serien, auf die Magic Remote. Diese kommt in einer leicht überarbeiteten Form daher und wirkt kantiger als der Vorgänger. Die grundsätzliche Formensprache ist aber weiterhin geschwungen und dank der gerundeten Kanten liegt die Fernbedienung geschmeidig in der Hand. Die Oberseite, auf der sich die gummierten Tasten mit ausgezeichnetem Druckpunkt und klar hörbarem Feedback befinden, ist matt gehalten. Der Rest des Gehäuses weist eine hochglanzschwarze Oberfläche auf, die recht empfindlich gegenüber Fingerabdrücken ist. Abseits der Tasten kann man die Magic Remote auch als Pointer verwenden, auf dem Bildschirm erscheint dann eine Art Maustaste. Es gibt dedizierte Tasten für Netflix, Disney+, prime video, Rakuten TV sowie Google Assistant und Alexa. Schade ist, dass abgesehen vom Power-Button keine Beleuchtung der Tasten möglich ist.

webOS 6.0: Hauptmenü

Nach dem allerersten Einschalten, oder auch wenn der TV längere Zeit nicht genutzt und vom Stromnetz komplett getrennt wurde, genehmigt sich der LG C1 ein wenig Zeit für den Bootvorgang und benötigt auch kurz, bis er seine eigentliche Betriebsgeschwindigkeit erreicht. Aus dem Standby ist er nach rund 5 Sekunden da und reagiert dann auch gleich zuverlässig auf Eingabebefehle. Diese setzt er stets flink um, Verzögerungen gibt es hier bei allgemeinen Einstellungsverfahren quasi gar keine Auffälligkeiten.

Teil 1 der VoD-Services

Teil 2 der VoD-Dienste

Der 2021 OLED-Fernseher ist mit webOS 6.0 ausgestattet. Kenner des Betriebssystems werden hier einige deutliche Unterschiede gegenüber den vorherigen OS-Versionen sichten. Im Gegensatz zur Leiste, die früher im unteren Bereich des Bildschirms eingeblendet wurde, nimmt webOS 6.0 nach Druck auf die Home-Taste der Menü-Screen über den gesamten Bildschirm. Außerdem gibt es einige neue Features, wie z.B. den "Sportalarm". Hier kann man seine Lieblingsmannschaft, sei es aus der Fußball-Bundesliga, der NBA, o.ä., festlegen und der LG Fernseher informiert über Neuigkeiten, den Ligastand und die Spielpläne des ausgewählten Teams. Praktisch ist auch die Suchfunktion, mit der der TV plattformübergreifend sämtliche Quellen (VoD-Dienste, YouTube, Web) durchsucht. Ebenso neu in 2021 ist die Funktion Auto Volume Leveling. Während "Lautstärke-Normalisierer", die z.B. innerhalb des TV-Tuners agieren oder den Pegel bei Werbe-Einblendungen auf dem gleichen Kanal auf identischem Niveau halten, bereits bekannt sind, arbeitet der neue LG Algorithmus auch bei völlig unterschiedlichen Quellen und erspart den Zuschauer so vor unschönen Lautstärke-Sprüngen.

Support-Menü

Software-Update

Darüber hinaus gibt es für versierte Anwender Einstellungen zu Farben, Kontrast und Helligkeit inklusive Weißabgleich und Farbmanagementsystem mit feinen Abstufungsmöglichkeiten. Auch umfangreiche Features zur Barrierefreiheit und zur Augenschonung sind mit von der Partie. 

Der OLED48C17 bringt auch einen Einrichtungsassistenten mit, der Schritt für Schritt durch die Installation des Fernsehers führt. Danach steht, bei Durchführung aller Schritte, die Netzwerkverbindung, TV-Signale können empfangen werden und auch das Lautsprechersystem wurde per AI Acoustic Tuning zusammen mit dem Mikro in der Fernbedienung auf die häusliche Umgebung und die Sitzposition eingestellt. Auch ob und welche AI-Optimierer verwendet werden sollen, kann man direkt festlegen.

Screenshots zur ersten Installation

Die erste Installation beginnt

Entweder per Mobilgerät oder direkt am TV kann die erste Installation erfolgen

Wir nehmen die Inbetriebnahme durch das Menü des TVs vor

Heute der zentrale Punkt: Integration des Fernsehers ins Heimnetzwerk

Passwort des Routers wird eingegeben

Automatisch angeschlossene Geräte können mit der LG TV-Fernbedienung gesteuert werden

Auswahl: Montage auf dem Standfuß oder Montage an der Wand

Artificial Intelligence (AI, Künstliche Intelligenz) Funktionen

Sendereinstellung mit Wahl der Empfangsform

Einzelnes oder duales Kabel

Wir verwenden den DVB-S2-Tuner

LG-Konto

Ersteinrichtung ist abgeschlossen

Die erste Einrichtung funktioniert problemlos und recht zügig. Die einzelnen Schritte während der ersten Installation sind gut gewählt und werden übersichtlich präsentiert. 

Bild

Bildfelder zur Auswahl

Bild: Erweiterte Einstellungen

Wie bei LG schon lange üblich, bringt auch der OLED48C17LB wieder einen sehr gut ausgestatteten Video-EQ mit, hinzu kommen zahlreiche vordefinierte Bildfelder. 

TV-Tuner, DVB-S2, HD-Material in 720p und 1080i

Der LG C1 zeigt bei der Wiedergabe von niedriger auflösenden HD-Produktionen ein sehr sauberes und angenehmes Bild, das gleichzeitig aber eine sehr hohe Detail- und Kantenschärfe aufweist. Das Upscaling ist geradezu exzellent und zeigt keine auffälligen Artefakte oder überdurchschnittlich ausgeprägtes Rauschen. Sowohl bei 720p-Material der öffentlich-rechtlichen als auch 1080i-Sendungen der Privatsender liefert der LG Fernseher ein plastisches Bild mit ausgeprägter Tiefenstaffelung. Dies geht mit sehr guten Kontrasteigenschaften einher und so werden hier im hellen und dunklen Bereich zahlreiche Feinheiten und Strukturen herausgearbeitet. Im entsprechenden Modus, z.B. "Natürlich", gelingt eine sehr authentische Farbreproduktion und ein insgesamt natürliches Bild. Auch wenn man die Zwischenbildberechnung, bei LG "Tru Motion", zuschaltet, wirkt das Bild nicht zu digital. Der stabile Bildstand wird begleitet von einer flüssigen Bewegungswiedergabe, die kaum Auffälligkeiten zeigt. Wie schon beim damaligen Test des G1 holt auch die 2021er C-Serie eine beachtliche visuelle Darstellung aus dem vergleichsweise mageren Material. Etwas anlasten müssen wir dem OLED-Fernseher sein verspiegeltes Display. Ein wenig Tageslicht bzw. ein mäßig erleuchteter Raum bereiten dem TV so gut wie keine Probleme und man muss Problemstellen schon suchen, um sie auch zu entdecken. Eklatanter ist es bei direktem Lichteinfall oder wenn z.B. der Fernseher direkt neben einem Fenster platziert ist. Dann fallen Spiegelungen schon deutlicher auf und können im Extremfall störend wirken.

Mord im Orient-Express, Ultra HD Blu-ray, HDR10, Filmmaker Mode, Tru Motion

Im abgedunkelten Raum mit nur sehr wenigem Ambiente-Restlicht starten wir unsere UHD-Testsequenz mit dem bewährten Hercule Poirot-Abenteuer "Mord im Orient-Express". Wir könnten als Bildmodus auch Kino bzw. Kino-Home verwenden, es zeigen sich hier nur sehr geringfügige Unterschiede im Bereich der Farbtemperatur und Feinzeichnung, setzen aber auf den Filmmaker Mode. Dieser ist farblich neutral abgestimmt und verzichtet in der unveränderten Default-Einstellung auf sämtliche Bildoptimierer. Gänzlich unangetastet bleibt das Material dennoch nicht, denn unter Klarheit und "Schärfe anpassen" bleibt der Wert auf "10" gezogen, was wir für unseren Test unter Normalbedingungen auch so verwenden.

Zunächst stellt der LG C1 aber sein Können im Bereich der Bewegungswiedergabe unter Beweis und realisiert einen gleichmäßigen Schwenk vom Horizont hinunter auf den Platz vor der Klagemauer mit zahlreichen, umherlaufenden Personen. Ein kleiner Faux-Pas schleicht sich im rechten Bereich der Mauer ein, minimal Zittert hier ein Bereich um die obersten Steine. Wer nicht genau darauf achtet, bemerkt dies aber wohl kaum. Ansonsten liefert der OLED-Fernseher nämlich ein erstaunlich sauberes Bild ab und lässt kein Zittern oder unsaubere Objektkanten der sich bewegenden Klagemauer-Besucher zu. Die 24p-Stabilität ohne zusätzliche Optimierer kann sich also mehr als sehen lassen. Einzelne, sich bewegende Objekte bereiten gar keine Probleme, auch wenn es viele an der Zahl sind. Lediglich bei Kameraschwenks gibt es ab und an möglicherweise mal einen Ruckler. Hier wird sicherlich unser Blu-ray-Beispiel (im finalen Test) mit der Verfolgungsjagd in Skyfall weiteren Aufschluss geben.

Beeindruckend - und natürlich eine Paradedisiziplin bei OLED-TVs - ist die gebotene Plastizität und räumliche Wirkung. Trotz seiner nur 48 Zoll großen Bilddiagonale tauchen wir, bei entsprechend geringem Abstand, ins Bild ein und stürzen, als die Kamera 90° nach unten auf den Platz vor der Klagemauer blickt, beinahe hinunter. Vertigo heißt das seit Hitchcock auch im Deutschen bekannte Stichwort und genau dieses Gefühl können wir nachvollziehen. Auch die Objektplastizität der einzelnen Personen trägt hierzu bei und verstärkt natürlich den realistischen Eindruck des Gesamtbildes.

Der C1 zeigt ein helles, kontraststarkes Bild und reiht sich hier nahtlos in typische OLED-Gefilde ein. Was die Helligkeit in hohen IRE-Bereichen angeht, kann er natürlich nicht mit LCD-basierten Geräten mithalten und profitiert nochmals stark, wenn wir auch das letzte bisschen Restlicht im Raum deaktivieren. Aber nicht nur von LCD-Fernsehern gibt es für den LG C1 Konkurrenz. Auch die aktuellen Top-OLEDs, wie z.B. der G1 von LG mit seinem OLED evo-Panel oder auch Sonys Flaggschiff A90J, setzen hier nochmal eins obenauf und versehen Highlights mit etwas mehr Punch. Zugegebenermaßen belasten diese auch den Geldbeutel deutlich mehr, dennoch empfanden wir die Differenz zu den Top-Geräten im letzten Jahr, besonders im visuellen Bereich, nicht ganz so stark ausgeprägt.

In Kapitel 7 wird die vorhandene Nit-Kapazität nicht voll ausgeschöpft. Im Gegenteil, hier herrscht ein nächtlicher Schneesturm und der LG OLED-Fernseher zeigt eine tadellos schwarze Nacht. Die umherfliegenden Schneeflocken erfasst der C1 ebenfalls hervorragend und zeigt während des Sturms ein detailreiches und scharfes Bild. Es zeigen sich bei der Differenzierung und Herausarbeitung von Strukturen in den dunkelsten Bereichen zwar auch leichte Unterschiede zu den vorhin genannten Top-Modellen, diese fallen aber weniger deutlich auf. Die Detailschärfe ist auf exzellentem Niveau und als die Kamera den nun stehenden Zug bei Tag umkreist, gefällt diesmal auch die Kamerafahrt sehr ruhig und stabil, ohne jegliche Artefakte. Bildrauschen konnten wir nur an sehr vereinzelten Stellen wirklich erkennbar ausmachen, insgesamt ist das Bild sehr clean, wirkt aber filmgerecht und natürlich. 

Abschließend haben wir Tru Motion zugeschalten und uns bei den möglichen Modi Filmische Bewegung, Natürlichm Glatte Bewegung und Nutzerauswahl für die festen Parameter "Filmische Bewegung" entschieden". Wer feiner justieren möchte, kann bei "Nutzerauswahl" die Punkte Entruckeln, Schärfen und OLED Motion Pro selbst konfigurieren. "Filmische Bewegung" zeigt schon direkt beim Einschalten den Vorteil, dass sich der grundsätzliche Look des Filmes kaum verändert. Der LG C1 behält ein Kino-gerechtes Bild bei und wirkt nicht im Ansatz digital, der gefürchtete Seifenoper-Look bleibt vollständig aus. Es ist aber auch so, dass dieser Modus nur sehr geringfügig eingreift und die Bewegungen noch nicht vollständig flüssig und judderfrei erscheinen. Uns gefällt der Modus sehr gut. Er eignet sich für Film-Enthusiasten, die auf einen traditionellen Look Wert legen, aber dennoch etwas mehr Bewegungsschärfe wünschen. Wir haben uns hier auch nochmal die erste Szene angesehen und konnten das vorher beobachtete Zittern im oberen rechten Bereich der Mauer, während des Kameraschwenks nach unten, nicht mehr nachvollziehen. Zeigt der Modus auch bei schnellen, Action-lastigen Spektakeln keine Fehler oder Artefakte, könnte er sich für einen authentischen und gleichzeitig sehr angenehmen Filmgenuss als perfekt entpuppen.

Bild, Skyfall, 1080p Blu-ray Disc, Filmmaker Mode, Tru Motion

Beim 23. Abenteuer des Doppelnull-Agenten James Bond belassen wir den Filmmaker Mode zunächst in den Default-Einstellungen, die Zwischenbild-Berechnung Tru Motion bleibt also deaktiviert. Erwartungsgemäß liefert der LG OLED-Fernseher eine tiefschwarze Umgebung, als Bond den sehr schwach erleuchteten Korridor im ersten Kapitel, direkt nach dem Columbia-Logo, betritt. In den tiefsten Regionen werden nahezu alle Details herausgearbeitet, auch die Struktur der Wandtäfelung und an der etwas heller erleuchteten Tür gelingt exzellent. Ohne jegliche Frame-Interpolation sind hier die Bewegungen nicht völlig frei von leichtem Zittern, was man schön an den Kanten der schemenhaften Darstellung des Hauptprotagonisten erkennen kann. Wenig Kritik müssen wir bei der Farbdarstellung üben, hier schlägt sich der LG C1 sehr gut und zeigt eine authentische Farbgebung mit natürlichen, ganz leicht warmen Hauttönen. Die ohnehin warme Farbgebung der Tisch- und Stehlampen, die sichtbar werden als Bond das Zimmer betritt, wird sehr gut erfasst. Als nahezu perfekt empfinden wir die Kantenschärfe. Das Upscaling mit alpha9-Prozessor arbeitet ausgezeichnet und auch die auch hier aktivierte Schärfe-Anpassung mit dem Wert "10" erscheint passend. Die Detailschärfe ist ebenfalls auf sehr hohem Niveau, scheinbar sämtliche Feinheiten und Facetten im Gesicht Bonds werden in Großaufnahme erfasst. Die hellen Sonnenstrahlen, die durch die Jalousien in das dunkle Zimmer fallen, erscheinen zwar nicht gleißend, aber durchaus sehr hell. Die Relationen stimmen, aufgrund der klaren Staffelung innerhalb der niedrigen IRE-Bereiche, zweifellos. 

Bei der rasanten Verfolgungsjagd im zweiten Kapitel können wir bei den flinken Bewegungen der Darsteller auf den Motorrädern keine Probleme der nativen 24p-Darstellung erkennen. Leichten Judder, als die Maschinen über die Dächer rasen, kann man natürlich erkennen, insgesamt wirkt das hier aber sehr gut und auch schnelle Kameraschwenks bereiten dem OLED-Fernseher keinesfalls mehr Probleme als bei nativem 4K-Material. Selbiges gilt für schnelle Arm- und Schießbewegungen der Protagonisten selbst, auch hier ist die Darstellung ruhig und sauber. Wir greifen dennoch nochmal auf Tru Motion und "Filmische Bewegung" zurück und sehen, ob sich damit ohne negative Einflüsse auch die letzten Ruckler ausmerzen lassen. Die Verfolgungsjagd wirkt mit aktivierter Zwischenbildberechnung noch etwas flüssiger und geschmeidiger. Film-Enthusiasten erkennen hier dann auch, etwas deutlicher als bei unserem UHD-Beispiel, dass der Look geringfügig softer und digitaler wirkt. Dennoch hält sich der Einfluss stark in Grenzen und der authentische Film-Look bleibt nahezu vollständig erhalten. Ebenfalls positiv: störende Artefakte und Fehler im Bild konnten wir nicht nachvollziehen, hier arbeitet LGs Tru Motion also sehr sauber. Auch am Anfang des zweiten Kapitels bei der schwierigen Dächerfahrt ist die Darstellung nahezu tadellos. Das Bild wirkt durch die noch flüssigere Darstellung sogar ein wenig plastischer und die Tiefe, als die Kamera die Panorama-Aufnahme der Stadt zeigt, kommt etwas intensiver heraus. Natürlich springen wir auch nochmal zurück auf das erste Kapitel und auch hier können wir nur positives berichten. Das minimale Zittern, dass hier bei Bonds Weg durch den dunklen Korridor auftrat, ist ebenfalls nicht mehr zu sehen. Wir wagen es kaum auszusprechen, da wir sonst stets für Filmfans eine native Darstellung empfehlen, aber hier kann man tatsächlich auf Tru Motion setzen. Der Eingriff ist wirklich gering, das Bild bleibt nahezu vollständig authentisch und natürlich wirkend und die Bewegungen verlaufen geschmeidig und scharf, ohne dabei den unschönen digitalen Look zu erzeugen. Allerdings gilt diese Empfehlung nur für die Einstellung "Filmische Bewegung". Bereits ab "Natürlich" sind die Auswirkungen der Zwischenbildberechnung deutlicher zu sehen. Film-Look geht verloren, alles wirkt etwas digitaler, wenngleich noch nicht "Seifenoper"-artig. Artefakte sind geringfügig stärker ausgeprägt und fallen Zuschauern mit Adleraugen schon einmal auf. Wer auf eine flüssige Wiedergabe mit hoher Plastizität steht und dafür den Verlust am typischen Film-Look in Kauf nimmt, wird auch hiermit ein gutes Gefühl haben, wir bleiben aber klar bei "Filmische Bewegung".

Klang

Klangmodi

LG bietet unterschiedliche Varianten für die direkt online verfügbaren Modelle versus die Geräte, die man nur im Fachhandel kaufen kann. So handelt es sich bei unserem Testsample um den LG OLED48C17LB, das Fachhandelsmodell trägt hingegen die Bezeichnung LG OLED48C19LA. Die Unterschiede sind wirklich marginal, der größte ist wohl, dass das Modell C17LB auch in 83 Zoll erhältlich it, der C19LA lediglich in 48, 55, 65 und 77 Zoll. Eine weitere Differenz, und deshalb erwähnen wir dies auch hier in der Klangwertung, ist die WiSA-Kompatibilität. Und hier muss der C17LB passen, der C19LA kann mit WiSA-kompatiblen Lautsprechern eine kabellose Verbindung eingehen, maximal 5.1.

Bestückt ist die C1-Serie von LG mit einem 2.2-Soundsystem mit 40 Watt Leistung (20 Watt für den Woofer und jeweils 10 Watt für die Stereo-Lautsprecher). Dolby Atmos wird unterstützt und auch eine Einmessung auf den Raum ist mit AI Acoustic Tuning möglich. Mit AI Sound Pro wird der Bildinhalt analysiert und der Klang auf das entsprechende Genre hin optimiert. Auf DTS muss man als Besitzer eines LG TVs erwartungsgemäß verzichten. Der LG OLED C1 klingt in kleinen bis mittelgroßen Wohnzimmern durchaus angenehm und liefert auch absolut ausreichenden Pegel. Dabei bleibt er stets verständlich und verzerrt auch nicht. Wir setzen direkt auf AI Sound Pro und werden bei der Filmwiedergabe, im Vergleich zu Standard und Kino, von einer ausgeprägt räumlichen akustischen Darbietung empfangen. Der kleine C1 wirkt auch erstaunlich kraftvoll und suggeriert ein solides Fundament und Volumen. Die Direktionalität einzelner Elemente lässt sich sogar recht gut nachverfolgen und der LG Fernseher liefert mit AI Sound Pro und actionreichen Bildinhalten, wie z.B. einer rasanten Verfolgungsjagd, ein sehr lebendiges und dynamisches Hörerlebnis. So macht selbst bei Action-Spektakeln der gelegentliche Filmabend ohne zusätzliche Lautsprecher-Systeme Spaß. Anspruchsvolle Anwender werden natürlich auf zusätzliche Komponenten setzen, dann sollte dies aber, aufgrund der grundsätzlich überraschend guten akustischen Performance des C1, nicht die kompakteste und günstigste Soundbar sein.

Konkurrenzvergleich

LG OLED55G19LA

Den G1 haben wir in 55" getestet und er ist in 48" auch gar nicht verfügbar, dennoch möchten wir den direkten Vergleich mit dem Topmodell ziehen, dass in kleinster Größe exakt 400 Euro teurer ist als der C1 in 55". Der Mehrpreis (UVP) erscheint natürlich recht happig und wer ohnehin nichts größeres als einen 48-Zöller möchte, steht sowieso nicht vor der Qual der Wahl. Was Ausstattung, Verarbeitungsqualität und Optik betrifft, liegen die TVs in vielen Positionen sehr nahe beieinander. Wer das letzte Quäntchen visueller Performance fordert, muss aber zwangsläufig beim G1 mit dem OLED evo Panel sowie der integrierten, optimierten Signalverarbeitung landen. Wenngleich beim Upscaling sowie der Zwischenbildberechnung sich beide Komponenten kaum etwas tun, beide bieten hier ein großartiges Bild und mit "Filmische Bewegung" einen hervorragenden, auf Film-Enthusiasten zugeschnittenen Modus, der das letzte Zittern entfernt, den typischen Cinema-Look aber beibehält. Der G1 ist allerdings doch noch ein spürbares Stück heller und kann dann in entsprechenden Testsequenzen und im abgedunkelten Raum ein insgesamt kontraststärkeres und dadurch noch eindrucksvolleres Bild liefern. Schwach aufgestellt ist der OLED48C17LB hier keinesfalls, im Gegenteil, selbst anspruchsvolle Anwender werden mit sehr guter Farbgebung, einem hervorragenden Schwarzwert und detailscharfer Wiedergabe belohnt. Seinen nicht unerheblichen Mehrpreis rechtfertigt der G1 aber in einer für uns ausschlaggebenden Kategorie. Bedenken sollte man noch, dass man zum G1 noch den optionalen Standfuß benötigt, wenn man ihn nicht an der Wand montieren möchte.

Samsung QN95A in 65"

Gleich vorweg: wer auf 48" limitiert ist, muss hier ebenfalls nicht weiterlesen, denn der Samsung QN95A mit MiniQLED-Technologie beginnt, wie der G1 oben, bei 55". Dennoch bietet sich der Vergleich mit der C1-Serie von LG klar an. Der Samsung ist beinahe so etwas wie die "eierlegende Wollmilchsau". Er liefert extrem hohe Spitzenhelligkeitswerte, dank MiniQLED erstaunlich starke Schwarz- und Kontrastwerte sowie ebenfalls quasi perfekte Farbgebung. Natürlich ist der LG C1 OLED dem QN95A in Schwarzwert und Differenzierung in den dunkelsten Regionen noch überlegen. Samsung hat aber hier, bedingt durch die neue Hintergrundbeleuchtung, massiv aufgeholt und hält gut mit. Allerdings muss man sich in Extremsituationen mit etwas Blooming anfreunden, diese Probleme hat ein OLED-TV, bei dem jeder Pixel einzeln selbst leuchtet, prinzipbedingt nicht. Dafür ist der QN95A klar der König im hellen Raum und überzeugt mit einer sehr gut funktionierenden Entspiegelung. Direkten Lichteinfall auf das Display sollte man beim LG C1 vermeiden. Schaut man zu 90% im abgedunkelten Raum, geht der Punkt aufgrund des Preis-/Leistungsverhältnisses allerdings an den C1. Dem Samsung fehlt klar Dolby Vision, auf DTS muss man bei beiden Herstellern verzichten.

Sony A80J

Sony bietet erstaunlicherweise kein 48"-Gerät der 2021er BRAVIA XR-Modelle an. Der 55-Zöller des A80J weist allerdings die identische UVP auf wie der 55" LG C1 - und auch sonst liegen sie in vielen Kategorien gleichauf. Der Sony verzichtet auf den Filmmaker Mode, wartet dafür aber mit IMAX Enhanced-Kompatibilität auf und bringt im BRAVIA CORE Streamingdienst auch gleich entsprechende Inhalte mit. Beide Geräte überzeugen mit einer ausgezeichneten visuellen Darstellung und verfügen über eine tadellose Signalverarbeitung, die sich sowohl im hochwertigen Upscaling als auch bei der Bewegungswiedergabe niederschlägt. Der LG C1 liefert eine quasi perfekte Zwischenbild-Berechnung, aber auch der Sony kann hier mit individueller Justage ein sehr gutes Ergebnis erzielen. LG trumpft zudem im Gaming-Bereich mehr auf und bietet G-Sync-Kompatibilität und FreeSync Premium. Was den Input Lag anbelangt, macht man aber auch mit dem Sony TV nichts verkehrt. Den Vorteil für den LG kann man dann tatsächlich auch preislich sehen, denn für rund 1.650 Euro erhält man ein visuelle Performance, die mit den knapp 2.000 Euro des A80J mindestens gleichauf liegt. Auf ein paar cm Bilddiagonale muss man dann natürlich verzichten.

Fazit

Der LG OLED48C17LB überzeugt durch die einfache Ersteinrichtung ebenso wie die stets flink agierende, zuverlässige und durchschaubare Bedienung. Auch die Nutzung der zusätzlichen webOS 6.0-Features stellt den Anwender vor keine Probleme und die Plattform-übergreifende Suche bietet für den ein oder anderen klare Benefits in der Praxis. Die tadellose Verarbeitung ist ein Pluspunkt, bei der Optik hat sich nicht viel getan, was aber auch nicht nötig ist: Das zeitlose Design wirkt nach wie vor aktuell. Ausgestattet ist der 48-Zöller üppig und zugleich sinnvoll. Das beweisen beispielsweise die sehr guten vorinstallierten Bildfelder. Visuell brilliert der LG mit seinem sehr hochwertigen Panel. Die TruMotion-Zwischenbildberechnung funktioniert ausgezeichnet und verdient sich sogar (unüblicherweise) unsere Empfehlung zur Aktivierung mit dem Modus "Filmische Bewegung". Das Upscaling ist zudem auf exzellentem Niveau und bringt hochwertig produzierte Blu-rays in hoher Qualität auf 4K, selbst die geringe Auflösung der TV-Sender wirkt auf dem kompakten 48-Zöller sehr gut. Insgesamt verdeutlicht der LG, dass auch derjenige, der keinen Platz für ein Modell mit großer Bildschirmdiagonale hat, nicht auf hochkarätige Technik und hohen praktischen Nutzen verzichten muss. Sicher muss man bereit sein, trotz der kleinen Diagonale einen vergleichsweise hohen Preis zu zahlen. Gleichwertige Geräte oder gar die identische Baureihe liegen preislich in 55", insbesondere wenn man sich die Marktpreise ansieht, nicht allzu weit entfernt. Allerdings muss man auch erwähnen, dass die Preise der kleinen 48"-Modelle im letzten Jahr noch höher lagen als bei den 55" TV-Geräten, das Verhältnis ist bei den 2021er Modellen nun stimmiger.

Visuell exzellenter 48" OLED-Fernseher mit tadellosem Upscaling, ausgezeichneter Zwischenbildberechnung und üppiger Ausstattung

29.07.2021

 

Test: Philipp Kind, Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 29.07.2021

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