XXL-TEST: LG 4K Smart-TV OLED77G48LW - Bestwerte bei Helligkeit, Upscaling und Farbwiedergabe

LG zieht beim 2024er 4K-OLED-Flaggschiff G4 alle Register, und das nicht nur hinsichlich Design und Technologie, sondern auch bei den verfügbaren Bilddiagonalen. Neben den "Standardgrößen" 55 und 65 Zoll ist der aktuelle OLED evo 4K Smart TV auch in 77, 83 und 97 Zoll erhältlich und deckt damit bis hin zum absoluten Bildgiganten ein besonders breites Spektrum hinsichtlich der Bildschirmgröße ab.
Lediglich die C4-Serie hängt hier für anspruchsvolles Gaming am großen Schreibtisch noch in 42 oder 48 Zoll sowie einer weiteren zusätzliche Größe bereit. Wir haben uns das G4 Topmodell, den OLED77G48LW in 77 Zoll näher angesehen und waren sogleich überrascht, wie unaufdringlich der Fernseher dank seines schmalen Rahmens und insgesamt elegant minimalistischen Auftritts im Wohnzimmer wirkt. Bevor wir uns den subjektiven Eindrücken widmen, zunächst aber ein paar technische Details des OLED-Klassenprimus im LG TV-Portfolio.
Klares Highlight und Gehirn des OLED G4 ist der exklusiv für OLED konzipierte alpha11 AI-Prozessor. Dieser kommt ausschließlich in den beiden Spitzenmodellen evo M4 und OLED evo G4 zum Einsatz, verfügt über eine KI mit Deep Learning und ist viermal leistungsfähiger als sein Vorgänger. Insbesondere bei den AI-Upscaling-Funktionen wurde gegenüber dem Vorjahr optimiert. Bildschärfe, Plastizität und Farben werden durch den KI-Prozessor verfeinert. Häufig verwendete Farbtöne werden analysiert, um die vom Filmregisseur beabsichtigte Stimmung und Emotionen abzubilden. So werden in Szenen mit vielen warmen Tönen beispielsweise die Rot- und Gelbtöne präziser hervorgehoben, um eine besonders gemütliche Atmosphäre zu erzeugen.
Dynamic Tone Mapping Pro verbessert die räumliche Tiefe und garantiert besondere Finesse bei der Detaillierung. Dabei wird das Bild in Blöcke eingeteilt und jeder einzelne in Echtzeit analysiert. Darauf folgt die Feinjustierung von Helligkeit und Kontrast, um eine präzise HDR-Optimierung zu erreichen. AI Brightness Control erkennt zudem die Lichtverhältnisse im Raum und gleicht das Bild entsprechend aus und die KI hilft natürlich auch beim Upscaling bei der Generierung eines scharfen, qualitativ hochwertigen, farbauthentischen Bildes ohne Rauschen.
Der alpha11-Prozessor setzt hier an zahlreichen Parametern an, arbeitet aber - gemäß AI Director Processing" - stets im Sinne einer authentischen und natürlichen, kino-gerechten Abbildung, wie sie vom Produzenten und Filmemacher vorgesehen wurde. Zusätzlich kann man auch den "AI Picture Wizard" durchführen. Dabei wählt man aus verschiedenen Möglichkeiten jeweils die favorisierte Bilddarstellung aus. Der AI Picture Wizard erstellt dann ein entsprechend geartetes Bild, das genau auf den persönlichen Vorlieben basiert und speichert es im Profil ab.
Darüber hinaus wird aber nicht nur die visuelle Komponente, sondern auch die Klangqualität optimiert. Zum einen passt der Fernseher mittels Kalibrierung die Akustik an die Gegebenheiten des Raumes an, zum anderen kann AI Sound Pro Stereo-Sound auf bis zu 11.1.2 virtuellen Surround-Sound aufbohren. Mittels AI Voice Remastering ist dann auch beim mitreißenden Action-Spektakel zu jeder Zeit eine hohe Sprachverständlichkeit möglich.
Abseits der Signalverarbeitung ist die Bildhelligkeit natürlich ein besonders wichtiger Faktor bei HDR-fähigen OLED-TVs. Der LG OLED evo G4 4K Smart TV bietet bis zu 150% mehr Spitzenhelligkeit. Dafür zeichnet ein optimierter Light-Boosting-Algorithmus und die Light Control Architecture verantwortlich. Die übrigen Parameter wie Schwarzwert und Kontrast sind aufgrund den technologischen Eigenschaften eines OLED-Panels, jeder Pixel ist selbstleuchtend und einzeln steuerbar, auf praktisch perfektem Level. Die Farbauthentizität und das Farbvolumen steht, auch weil wir die LG OLEDs seit Jahren kennen, außer Frage. Dennoch hat sich der Hersteller dies nochmals durch unabhängige Institute (z.B. Intertek) zertifizieren lassen.
Dass die Koreaner großes Vertrauen auch in die Langlebigkeit ihrer Produkte haben, davon zeugt die 5-jährige Panel-Garantie. OLED Care+, eine integrierte automatische Panelpflege beugt Burn-In zusätzlich vor.

LG OLED77G4 von vorne

Rahmen und Ecke links oben

Bereich untere Ecke links

Seitliche Ansicht des 77-Zöllers auf dem Standfuß

Seitenansicht Detail

Rückseite mit Übergang vom Rahmen im Detail
Der G4 als LG OLED-Flaggschiff soll natürlich selbst höchste visuelle Ansprüche erfüllen und bringt dafür sehr gute Voraussetzungen mit, die wir im Praxisbetrieb näher untersuchen werden. Aber auch ein schlankes, elegantes Design steht in dieser Serie durchaus im Fokus und das 2024er Modell setzt dies erneut konsequent um. Vorbei sind die Zeiten, in denen ein OLED-Fernseher keine einheitlich Bautiefe aufweisen konnte, weil in einem breiteren Abschnitt im unteren Bereich die Signalverarbeitung und auch das Audiosystem untergebracht wurde. Der G4 hingegen ist extrem schmal und das über die gesamte Rückseite hinweg.
Etwas breiter als das OLED-Panel an sich ist der gesamte Fernseher schon und die rückseitige Blende steht etwas weiter hinaus (als z.B. beim Samsung S95D). Das tut dem Ganzen aber keinen Abbruch. Mit Minimalismus zu absoluter Eleganz und einer bildschönen Formensprache. Wir haben uns das Modell im Übrigen mit Standfuß angesehen. Der Fuß wirkt sehr solide und passt zweifellos sehr gut zur Gesamterscheinen des Fernsehers. Beim großen 77-Zöller ist der Bildschirm, wenn er auf dem Standfuß montiert wird, leicht nach hinten geneigt. Optisch ist die Wandmontage natürlich das Nonplusultra, zumal der Flachbildschirm dann nahezu mit der Wand verschmilzt.
Die Verarbeitung ist auf ausgezeichnetem Niveau. Der Rahmen ist schmal, gleichmäßige Übergänge zur Panel-Oberfläche sind gegeben und das, wie bereits erwähnt, schnörkellose Design strotzt regelrecht vor Eleganz. Die Anschlüsse sind sauber integriert und wirken robust.

Anschlüsse und integriertes Kabelmanagement

Vier HDMI-Schnittstellen seitlich (1x mit eARC), dazu Ethernet, optischer Digitalausgang, 3x USB und CI+ Slot

Nach unten sind (neben dem Anschluss für den IR Blaster) die Schnittstellen für die DVB-C/T- und DVB-S2-TV-Signale integriert
Der LG OLED77G4 bringt, dem aktuellen Standard entsprechend, vier HDMI-Schnittstellen mit. Allesamt sind HDMI 2.1-Slots mit allen relevanten Features und einer davon kann für ARC/eARC verwendet werden. Der LG TV unterstützt also 4K mit einer Bildwiederholrate von 120 Bildern pro Sekunde an allen vier Anschlüssen. Auch VRR, ALLM und QMS wird unterstützt. Bei den USB-Slots handelt es sich um USB 2.0. Zusätzlich zur Kabelverbindung kann man den LG OLED-TV auch per WLAN einbinden. Hier ist Wi-Fi 6/802.11ax integriert. Aus Kompatibilitätsgründen ist noch ein optischer digitaler Audioausgang verbaut, ansonsten zeigt sich der TV HDMI-fokussiert und bietet keine sonstigen, in der Praxis ohnehin kaum mehr relevanten, Schnittstellen an. Der Anschluss für den IR Blaster bewährt sich besonders, wenn man den G4 an die Wand montiert.
Bevor wir uns die Bedienung und das Menü des LG OLEDs näher ansehen, sei das webOS Re:New-Programm kurz erwähnt. LG stellt damit bei vielen Modellen sicher, dass die Geräte software-seitig über einen langen Zeitraum aktuell bleiben. Alle Fernseher, die Teil des webOS Re:New-Programms sind und die G4-Serie ist dies natürlich, werden über einen garantierten Zeitraum von fünf Jahren die jeweils aktuellste webOS-Version erhalten.
Die Aktualisierungen umfassen natürlich relevante Sicherheitsupdates, sorgen aber auch dafür, dass man bei Apps von Content-Anbietern und sonstigen Applikationen und Angeboten stets auf dem aktuellen Stand der Technik bleibt.
LG setzt mit webOS auch auf ein personalisiertes TV-Erlebnis und erlaubt mehrere Nutzerprofile. Hier werden dann nicht nur die favorisierten Bildeinstellungen gespeichert, sondern jeder Anwender erhält auch einen personalisierten Home-Bildschirm mit Empfehlungen auf Basis der konsumierten Inhalte. Natürlich nur, wenn man der entsprechenden Datenerfassung zustimmt.
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