XXL-TEST: Klipsch Gig XXL Partylautsprecher - Klare Kampfansage an die Mitwettbewerber ?
Klang
Wir starten unsere Klangtestreihen mit der Andreas Diehlmann Band und dem Titel "Long Way To Go". Der Titel beginnt mit einer Akustikgitarre und wir sind sichtlich erstaunt, wie detailliert und stimmig der Gig XXL diese abbilden kann. Genau das haben wir von einem Partylautsprecher bestimmt nicht erwartet. Als der Titel dann an Geschwindigkeit und Effekten zunimmt, bleibt die Gesamtwiedergabe sauber und klar. Gitarren erklingen so, wie sie klingen sollen, und werden nicht tonal verfälscht, was leider häufiger passiert. Vollends überzeugen kann uns die Stimmdarbietung von Frontmann Andreas. Diese wird mit ihrer Rauigkeit präzise dargestellt, ohne das der Lautsprecher dabei überzieht. Sehr gut gefällt uns der Bassbereich, dieser wirkt zu kleinster Weise überdominant oder verwaschen-unpräzise, was leider sehr oft bei Partylautsprechern der Fall ist. Gerade für Rockmusik ist der Klipsch Gig XXL in seiner Preisklasse, so scheint es, der perfekte Begleiter.
Weiter geht es mit "Blood In The Water" von Ayron Jones. Auch bei diesem Titel ertönen zuerst Gitarrenklänge, die hervorragend, weil impulstreu und tonal authentisch, dargestellt werden können. Als Ayron mit seiner äußerst fordernden Stimme einsetzt, bleiben die Effekte klar und deutlich differenzierbar. Anschließend nimmt die Geschwindigkeit zu, und hier gelingt der Spagat zwischen Stimm- und Instrumentenwiedergabe überragend. Gerne wird von anderen Kandidaten, gerade bei solchen Titeln, die Basswiedergabe komplett überladen dargestellt, nicht aber bei unserem Klipsch-Sample. Der Bass ist vorhanden, hält sich aber vornehm zurück und ermöglicht eine hervorragende, wohldosierte Wiedergabe bei feinfühligen Titeln. Auch von Klipsch, das nur als Anmerkung, kennen wir einen so differenzierten Bassbereich bislang kaum. "Mehr schadet nie", war eigentlich immer das Credo der US-Amerikaner.
So, genug "Geschmuse" und wir legen einen Zahn zu, schließlich geht es um einen Partylautsprecher. Wir starten die Wiedergabe von "Escapism" von Raye & 070 Shake. Harte Kickbässe, gepaart mit Sprechgesang, zeichnen diesen Titel aus und sind für jeden Bluetooth-Speaker eine echte Herausforderung. Schon nach wenigen Sekunden geht der Titel voll ab, mit harten Kickbässen und Rayes vokaler Präsenz. Die Stimme wird grandios getroffen und vom Gig XXL facettenreich aufbereitet. Selbst bei höheren Pegeln liefern die beiden 6,5" messenden Tieftöner einen harten und präzisen Bassbereich ab. Als der Titel dann an Geschwindigkeit zunimmt und weitere Elemente mit einfließen, bleibt die Wiedergabe sehr sauber und gradlinig.
Als nächstes Stück haben wir uns "10:35" von Tiesto & Tate McRae ausgesucht. Die Stimmfarbe der kanadischen Sängerin Tate McRae wird überraschend klar konturiert und somit glaubhaft wiedergegeben, und auch die künstlich erzeugten Verzerrungen kann der Gig XXL hervorragend darstellen. Die Synthesizer-Effekte werden facettenreich und stimmig ins Klangbild eingearbeitet. Überzeugen kann uns ebenfalls wieder die Bassperformance des Klipsch-Lautsprechers, der Bass wird trocken, mit passendem Punch und auf den Punkt in die Hörumgebung abgegeben. Nochmals: Früher bekannt für heftigen, aber unstrukturierten Bass, präsentieren sich die neuen Klipsch-Produkte von einer anderen Seite. Mittlerweile überzeugen uns die neuesten Klipsch-Errungenschaften mit einer hervorragenden Abstimmung im tieffrequenten Bereich, auch bei "handgemachter" Musik.
Abschließen möchten wir unsere Klangtestreihen mit "The Bard's Song" von Blind Guardian. Der Titel wurde vom Frontmann Hansi Kirsch und den beiden Gitarristen eingespielt und bietet eine breites Spektrum an Facetten. So dürfen wir auch bei diesem Titel feststellen, wie gut der Klipsch Gig XXL mit dieser Art von ehrlicher, direkter Musik zurechtkommt. Die Gitarren erklingen glaubwürdig, und teilweise können wir das Eingreifen in die Saiten heraushören. Punkten kann ebenfalls wieder die sehr gute Stimmwiedergabe. Der Gesang besteht aus Einzelpassagen von Hansi, aber auch aus Chorgesang. Beides kann der Partyspeaker überzeugend umsetzen.
Konkurrenzvergleich

- LG XBOOM Go DXG9Q: Wir beginnen unseren Konkurrenzvergleich mit dem LG XBOOM Go DXG9Q. Dieser ist mittlerweile für reduzierte 299 EUR im Onlineshop des Herstellers erhältlich. Das 2-Wege-System des Lautsprechers verfügt über zwei 4,5-Zoll-Tieftöner für kraftvolle Bässe und der Kompressionshorn-Hochtöner sorgt für einen klaren Hochtonbereich. Befeuert werden diese von einem 120 Watt starken Verstärker. Der integrierte 5-950 mAh-Akku ermöglicht Wiedergabezeiten von bis zu 24 Stunden, bei mittlerem Pegel und ausgeschalteter Beleuchtung. Um das Smartdevice laden zu können, verfügt der LG XBOOM Go DXG9Q über eine Powerbank-Funktion. Auf der Rückseite des Bluetooth Speaker sitzt mittig platziert, das Stage Lighting. Das Stimmungslicht wirft mehrfarbige kreisförmige Lichter und kann in der XBOOM-App individuell angepasst werden. Die beiden Passivradiatoren besitzen ebenfalls Beleuchtungselemente. In unseren Klangtestreihen bewies sich der LG Speaker als kompetentes Ausgabeorgan für basslastige aber auch feinfühligen Titel.

- Marshall Killburn II: Weiter geht es in unserem Konkurrenzvergleich mit dem Marshall Killburn II. Der Killburn II ist derzeit für rund 250 EUR im Onlinehandel verfügbar. Mehr als 20 Stunden Spieldauer ermöglicht der eingebaute Akku. Zudem ist eine Schnellladefunktion an Bord, nach lediglich 20 Minuten Aufladen reicht die Energie schon wieder für 3 Stunden Spielbetrieb. Mit einem Gewicht von 2,5 kg kann man ihn noch relativ problemlos mitnehmen. Auf Beleuchtungselemente wird beim Killburn II gänzlich verzichtet und es gibt auch keine App-Konnektivität. Akustisch waren und sind wir hin- und hergerissen. Einerseits liefert der Kilburn II einen runden und homogenen Sound sowie einen gelungenen Bassbereich mit einem tadellosen Volumen, gerade dann, wenn man den Bassregler etwas aufdreht. Nicht ganz glücklich sind wir mit Gesamtdynamik und Auflösungsvermögen - hier geht in dieser Preisklasse auf jeden Fall noch mehr.

- Teufel Rockster Air 2: Brandneu ist der Teufel Rockster Air 2 und die ersten Testsamples dürften bald in der Redaktion eintreffen. Da wir aber die Teufel Neuheit schon im Flagshipstore in Berlin hören konnten, können wir diesen in den Konkurrenzvergleich mit einfließen lassen. Der Rockster Air 2 ist für 699,99 EUR im Onlinestore der Berliner bestellbar. Teufel setzt technisch auf einen High-Definition-Kompressionstreiber mit Constant-Directivity-Waveguide für lebendige, seidige Höhen auch bei hohen Lautstärken und breites Abstrahlverhalten für sehr gute Sprachverständlichkeit unabhängig von der Hörposition. Verbaut wurde zudem ein langhubiger 250-mm-Tief-/Mitteltöner für verzerrungsfreie Pegel mit präzisem Punch und natürlichen Mitten. 102 dB (RMS, 1m) beziehungsweise 115 dB (Peak, 1m) werden an Schalldruck geschafft, das ist eine ganz schöne Menge. Zur Verfügung stehen solide 80 Watt RMS-Leistung aus einem Class D-Verstärker von Texas Instruments. Zwei Rockster Air 2 lassen sich kabellos zum Stereo-Paar koppeln; bis zu 10 Rockster Air 2 spielen mit XLR-Kabeln verbunden im DJ-Setup. Neben Bluetooth besitzt der Teufel Lautsprecher noch Eingänge für Mikrofon, einen Instrumenten Eingang sowie ein AUX-Eingang, für externe Zuspieler. Der Rockster Air 2 bietet über 5 Stunden Akkulaufzeit, bei voller Lautstärke, über 58 Stunden bei Zimmerlautstärke. Bei ersten Hörssessions spielte der neue Rockster Air 2 facettenreich und mit ordentlich Nachdruck auf.
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