TEST: Bluetooth-Lautsprecher Marshall Killburn II

Zu Marktpreisen ab rund 240 EUR ist der stylishe Bluetooth-Lautsprecher Killburn II des legendären Herstellers Marshall käuflich zu erwerben. Es gibt den Speaker in den Ausführungen Schwarz, Grau, Burgundy, Indigo sowie Schwarz und Messing ("Black & Brass"). Unsere Version "Black & Brass" demnach auf messingfarbene Akzente, und der Tragegriff ist in Goldbraun auf der Unterseite gehalten. Wichtig: Zur Marshall Bluetooth-App ist der Killburn II nicht kompatibel. 

Rückseite komplett

Mehr als 20 Stunden Spieldauer, das ist ein tadelloser Wert, ermöglicht der eingebaute Akku. Zudem ist eine Schnellladefunktion an Bord, nach lediglich 20 Minuten Aufladen reicht die Energie schon wieder für 3 Stunden Spielbetrieb. Nach 2,5 Stunden ist der Akku komplett aufgeladen. Mit einem Gewicht von 2,5 kg kann man ihn noch relativ problemlos mitnehmen. Laut Marshalls Website ist er der "Lauteste seiner Klasse" - das werden wir natürlich später genau überprüfen. Der Hersteller gibt jedenfalls 100,4 dB @ 1m als maximalen Schalldruck an. Optisch hält er sich klar an Marshall-"Designrichtlinien" und punktet mit seinem von dem Tragegurt einer E-Gitarre inspirierten Tragegriffs.

Akkustandsanzeige

Praktisch ist die Batterieanzeige oben, so hat man immer im Blick, wie lange der Killburn II noch Musik liefert. Laut Marshall offeriert der BT-Speaker "multidirektionalen Sound" und bringt 36 Watt an Leistung mit, das ist ganz ordentlich, wenn auch nicht sensationell. Die Leistung verteilt sich folgendermaßen: 1 x 20 Watt Class D-Amplifier für den Tieftöner, 2 x 8 Watt Class D-Verstärkung für die Hochtöner. Im Inneren verbaut ist ein Bluetooth 5.0 Modul mit aptX. Hinzu kommt noch eine IPX2 Zertifizierung. 

Sehr schön ausgeführte Bedienelemente oben

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Liebevoll bis ins Detail gestaltet

Die Verarbeitung des Killburn II gefällt uns sehr gut. Optisch angelehnt an die berühmten Gitarrenverstärker aus gleichem Hause, prägt die Frontansicht ein sauber eingelassenes Gitter mit goldenem Marshall-Logo.

Das legendäre Logo

Füße unten

Robustes Kunstleder-Finish mit sichtbarer Narbung, passt perfekt zum Killburn II

Das Gehäuse in schwarz wirkt robust durch die verstärkten Kanten und die kernige Kunstleder-Narbung. Der bereits oben erwähnte Tragegriff ist innen mit samitartigem Material unterlegt, was die große Liebe zum Detail verdeutlicht. Oben auf dem Killburn II befinden sich neben der schon erwähnten LED-Anzeige für den Akkustand noch die Tasten für die Bluetooth-Kopplung, sowie drei formschön ausgeführte Drehregler für Lautstärke, Bass und Höhen - richtig klasse. Vier solide ausgeführte Gummifüße sorgen für sicheren Stand.

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Bassreflexöffnung

Aux-Anschluss

Anschluss fürs Netzteil

Die Rückseite beherbergt die Bassreflexöffnung, zudem ist sie fest und akkurat verschraubt. Hinter einer Gummiklappe befindet sich ein normaler Netzkabel-Anschluss (Eurostecker). 

Klang

Wir starten mit "Live Goes On" (Oliver Tree, Clean Bandit) durch, lassen Bass und Höhen-Regler in der mittleren Grundposition und stellen fest: Es ist gut, was der Killburn II akustisch leistet, aber keine Sensation. Dazu fehlt es an Nachdruck, an Dynamik und Auflösung im Hochtonbereich. Er spielt homogen und rund auf, mit einer ordentlichen Räumlichkeit - um sich in dieser Klasse an die Spitze zu spielen, reicht das aber definitiv nicht aus.

Versuchen wir es mit dem "Insomnia Rework" von Mike Candys und Jack Holiday. Diesmal drehen wir Bass und Höhen etwas auf, und höre da: Gleich marschiert der Killburn II besser voran, wenn man den Bassregler verhalten aufdreht, ist ein Mehr an tieffrequenter Energie hörbar, ohne dass es zu unschönen Nebeneffekten wie Dröhnen oder Verzerrungen kommt. Macht man dasselbe mit dem Treble-Regler, wirken die Höhen etwas freier und klarer. So entsteht hier ein durchweg positiver Gesamteindruck, da auch die Räumlichkeit ordentlich ist und der Sound homogen zum Zuhörer transportiert wird. 

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Akustisch so modifiziert, spielt der Killburn II nun gut in seiner Preisliga mit - aber da er auf harte Konkurrenz trifft, ist er nicht in der Lage, echte Akzente zu setzen. Bedenken wir, was ein ultrakompakter Bang & Olufsen Explorer leistet, oder ein Teufel Boomster der aktuellen Generation - dann müssen wir leider festhalten, dass der Marshall Speaker hier keine großen Chancen hat. Der kleine B&O für nicht einmal 200 EUR schafft höhere Pegel, und der Teufel Boomster der neuesten Generation ist mit knapp 370 EUR zwar teurer, aber er spielt akustisch in einer ganz anderen Liga: Mehr Kraft, mehr Bass, mehr Dynamik und mehr Auflösung. Zudem besitzt der Boomster praktischerweise noch einen DAB+/UKW-Tuner. Nehmen wir den JBL Charge 5, den es derzeit ab rund 150 EUR gibt, so müssen wir sagen, dass auch dieser nicht ins Hintertreffen gerät gegenüber dem teureren Killburn II, der einfach zu fade und zu wenig charismatisch klingt bislang.

Vielleicht ändert sich das ja noch, wir nehmen uns den nächsten Titel vor. "Cambodia" in der Cover-Version von Klaas gefällt uns immerhin bislang am besten. Hier zeigt die weibliche Stimme eine gute Auflösung, und der Bass trifft prima den Punkt, wirkt aber etwas wenig klar definiert. Mit einer brauchbaren Räumlichkeit und einer ebensolchen Pegelfestigkeit werden tadellose Ergebnisse bereitgestellt. Dass der Marshall Killburn II allerdings der lauteste BT-Speaker seiner Klasse ist, dem können wir auch hier nicht zustimmen. Dazu macht der schicke Retro-Speaker zu früh dicht. Beziehungsweise: Er kann schon laut, aber wenn man die Verzerrungen und das Dröhnen im Griff haben möchte, sollte man es nicht mit dem Pegel übertreiben.

Versuchen wir es mit "I'm Still Standing" von Elton John. Hier kann der Killburn-Besitzer gute Ergebnisse erwarten. Der ganze Titel klingt homogen, ohne störendes Dröhnen in den oberen Mitten, auch bei etwas erhöhter Lautstärke. Dass die Auflösung des Killburn nicht restlos überzeugt, merkt man hier kaum, da das Quellmaterial nicht auf bestem Stand ist, was die Gesamtqualität angeht. Bleiben wir in den 80er Jahren und versuchen unser Glück mit "Cold Days, Hot Nights" von Moti Special - die 80er Jahre scheinen das Jahrzehnt des Killburn zu sein, denn auch hier schlägt er sich wirklich erstaunlich. Prima Räumlichkeit, solide vokale Konturen, straffer Bass mit ordentlich Kraft - das macht Freude.

Wechseln wir zu "Just Can't Get Enough" von Depeche Mode. Der Ryhtmus kommt impulstreu heraus, die Stimme wirkt authentisch, wenn auch etwas zu weit im Hintergrund. Der lebendige Bassbereich ist auch hier wieder nicht zu beanstanden.  Was die Räumlichkeit angeht, so sind die Ergebnisse hier gut, aber nicht überdurchschnittlich, um noch besser bewertet zu werden, musste der Marshall Speaker akustische Anteile noch entschlossener von den Chassis lösen und freier im Raum verteilen. 

Lassen wir es "krachen" mit "Living On A Prayer" von Bon Jovi. Oft wird dieser Track ziemlich schlecht präsentiert, mit keiner Kraft im Bassbereich, zu harscher Stimme und deutlich überhöhten oberen Mitten. Das macht der Killburn II alles nicht - hier kann er ein weiteres Mal überzeugen. Im Bassbereich ist genug Punch da, die gesamte Charakteristik des Songs bleibt ausgewogen, ohne aber zu monoton zu erscheinen. 

"Self Esteem" von The Offspring managt der Killburn II sauber - mit ordentlich Kraft, einer relativ dichten Räumlichkeit und einer präzisen Herausarbeitung der Stimme, die auch tonal ziemlich sauber getroffen wird. Die Aggressivität, die in diesem Track steckt, stellt der Marshall Bluetooth-Lautsprecher sehr gut heraus, ohne aber unschön zu verzerren oder zu übertreiben. Die dynamischen Wechsel innerhalb des Titels kommen fast ohne Verzögerung heraus, bilanzierend eine wirklich überzeugende Leistung.

Fazit

Der Marshall Killburn II weiß mit seiner speziellen Optik zu überzeugen, die ihn wirklich zu einem Unikat macht. Die Verarbeitung ist bis ins Detail liebevoll und sorgfältig, als Beispiele wären der Tragegriff oder die Drehregler oben genannt. Ausgestattet ist er auch wirklich prima, hier fehlt es an nichts. Akustisch sind wir hin- und hergerissen. Einerseits liefert der Killburn II einen runden und homogenen Sound sowie einen gelungenen Bassbereich mit einem tadellosen Volumen, gerade dann, wenn man den Bassregler etwas aufdreht. Nicht ganz glücklich sind wir mit Gesamtdynamik und Auflösungsvermögen - hier geht in dieser Preisklasse auf jeden Fall noch mehr.

Mit Liebe zum Detail gestalteter Bluetooth-Lautsprecher, der durch seinen runden und harmonischen Klang überzeugt

Bluetooth-Lautsprecher bis 300 EUR
Test 27. April 2022

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 27. April 2022

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