XXL-TEST: JBL 4305P - Nostalgisch anmutende, technisch hochmoderne Streaming-Aktivboxen

Klangtestreihen

In diesem Abschnitt unseres Test möchten wir nun auf die klanglichen Eigenschaften der JBL Aktivlautsprecher eingehen. Da wir die Aktivlautsprecher wandnah betrieben, senken wir nach einigen Hörversuchen, den Bassbereich auf -3 dB ab. Dies erfolgt durch den Schiebeschalter auf der Rückseite des Hauptlautsprecher. Wir beginnen unsere Hörsession mit "Komet" von Udo Lindenberg und Apache 207. Los geht der Titel mit einem Klavier, das von den JBL 4305P akkurat und mit feiner Tonalität getroffen wird. Sehr gut kommen die Schallwandler auch mit Udos nasaler Stimmcharakteristik zurecht. Der spezielle Charme der vokalen Darbietung von Apache 207 können die 4305P  für diese Preisklasse beinahe perfekt abbilden, nur feinste Nuancen fehlen uns hier. Als der Titel dann an an Fahrt aufnimmt, sind wir überrascht, welche Bassperformance uns die 4305P, trotz abgesenkten Bass, hier erzielen. Die langgezogenen Basspassagen werden von der Intensität her als nachdrücklich und zugleich exakt wahrgenommen.

Neu in den Klangtestreihen ist "Mein Kryptonit" von Nino de Angelo. Auch dieser Titel startet mit einem Klavier, das mit tadelloser Einarbeitung auch kleinerer Details von unseren Testkandidaten dargestellt wird. Auch mit der speziellen Stimme von Nino kommen die Schallwandler auf hohem Niveau zurecht. Die rauchige Stimmcharakteristik wird realistisch umgesetzt. Auch, als die Effekte im Titel dann zunehmen, sind die eingesetzten Instrumente klar zu unterscheiden und auch die Vokals flachen nicht ab. Die Unterstützung des 130 mm Tieftöner kann bei diesem Titel vollends überzeugen. Die Bässe besitzen die nötige Portion Volumen und Kraft, um den Titel glaubwürdig wirken zu lassen.

Wir wechseln das Genre und spielen den aktiven Lautsprechern "The Motto" von Tiësto & Ava Max zu. Auch hier gefällt uns die Darstellung von Ava Max' Stimmfarbe, die nicht gerade unkritisch ist. Als der Titel dann schneller wird, liefern die Lautsprecher eine straffe und präzise Bassperformance ab. Sehr gut kommen die Speaker ebenfalls mit dem eingesetzten Synthesizer-Effekten zurecht. Selbst bei höheren Pegeln bleiben diese Facetten erhalten.

Etwas ruhiger wird es beim nächsten Titel. Dafür haben wir "Eyes Closed" von Ed Sheeran ausgewählt. Los geht der Track mit einer Akustikgitarre, die mit solider Detaillierung und passender tonaler Darstellung von den Aktivlautsprechern wiedergegeben wird. Die charismatische Stimme von Ed Sheeran wirkt nie aggressiv oder spitz, was gerne mal bei Hornlautsprechern passiert. Demnach überzeugt auch hier die Stimmwiedergabe durch eine souveräne Luftigkeit und die gelungene Integration in einen räumlich dichten Bühnenaufbau. Sehr gut gefällt uns auch die Darstellung der Kickbässe, die teilweise in langgezogene Basspassagen übergehen. Diese wirken lebendig und werden mit der richtigen Portion Nachdruck versehen, ohne dabei zu dominant zu wirken.  

Weiter geht es mit "Creepin" von Metro Boomen, The Weeknd & 21 Savage. Der raplastige Song ist eine Mischung aus RnB- und melancholischen, zarten Pop-Vibes. Der Song startet startet mit einem sehr gefühlvollen Chorgesang, welcher mit löblicher Struktur und einer guten Ausdruckskraft von den JBL präsentiert wird. Als die Vocals starten, stellen die HDI-Hörner ihr Können vollends unter Beweis . von wegen "schrilles Horn mit schreiendem Hochtonbereich": Die Stimme kann sich überragend vom Lautsprecher lösen, dadurch erhalten wir eine feinfühlige und raumfüllende Wiedergabe. Mit den Rapeinlagen kommen die JBL Lautsprecher auch erstklassig zurecht: Die Effekte des Synthezisers erklingen glaubhaft und werden facettenreich dargestellt. Die langgezogenen Basspassagen kommen hervorragend heraus. Sie werden kräftig präsentiert, ohne es jedoch unpassend zu übertreiben. 

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Abschließen möchten wir unsere Klangtestreihen mit "Dog In The Rain" von Melodramatic Fools, einer Heavy Metal Kombo aus Oberfranken. Der Titel beginnt mit einem Regenschauer inklusive Gewitter und Hundegebell, welche die Schallwandler facettenreich und glaubhaft darstellen können. Als der Frontmann der "Fools" dann loslegt, wird die Stimmfarbe mit ihrer Rauchigkeit sauber getroffen und mit guter Räumlichkeit abgebildet. Nicht perfekt gelingt die klare Differenzierung der unterschiedlichen Effekte. So fehlt teilweise die Präsenz der schrillen E-Gitarren, gerade wenn die Effekte förmlich explodieren.  

Konkurrenzvergleich

  • Advance Paris Zeneo ZX : Starten möchten wir unseren Konkurrenzvergleich mit den Advance Paris Zeneo ZX. Die edlen Aktivlautsprecher sind für rund 1.490 EUR erhältlich und im Kaufpreis ist ein Streaming-Dongle (WTX Microstream, kompatibel mit der Advance Playstream App) enthalten. Auch die Advance Paris Lautsprecher kommunizieren drahtlos miteinander. Ähnlich wie bei den JBL 4305P, besitzt die Masterbox die Anschlussvielfalt. Die Zeneo ZX bieten an Anschlüssen 2 x Stereocinch, Sub Out, optischer/koaxialer Digitaleingang sowie einen USB-B (USB-DAC). Ein HDMI-Anschluss für den TV fehlt allerdings ebenfalls, wie bei den JBL Schallwandlern. In unseren Klangtestreihen spielten die französischen Lautsprecher mit einem straffem Bass und einer sehr guten Detaillierung auf. Die JBL Studiomonitore bieten aber nochmal mehr Pegelfestigkeit, gerade bei höheren Lautstärke und eine erstklassige Stimmwiedergabe, die sich überragend vom Lautsprecher lösen kann. Dafür glänzen die Zeneo mit einem erstklassigen Preis-/Leistungsverhöltnis und bieten praktisch unschlagbar viel fürs Geld. 

  • Klipsch The Nines: Für 1.999 EUR/Paarpreis sind die Klipsch The Nines in Echtholzfurnier Walnuss oder Esche Schwarz im Handel erhältlich. Neben Bluetooth 5.0 besitzen die Lautsprecher ein HDMI-Terminal mit ARC, für die Verarbeitung und Wiedergabe von TV-Signalen. Die The Nines besitzen keinerlei Netzwerkfunktionen und können somit auch nicht in einem Multiroom-Verbund eingesetzt werden. Die Signalübertragung der Klipsch Lautsprecher erfolgt nicht wireless, diese müssen mittels Kabel miteinander verbunden werden, was für die Preisklasse klar ein Manko darstellt. Leider gesellt sich noch hinzu, dass die Klipsch nicht beide vollaktiv sind, sondern es sich um eine aktive Masterbox und einen passiven Slave-Lautsprecher handelt. Die Verarbeitung der sehr schicken Schallwandler zeigte bei unseren Testsamples leichte Schwächen, so notierten wir kleine Spaltmaße bei den Übergängen vom Echtholzfurnier. Bei den Klangtestreihen konnten die Klipsch-Speaker mit einer detaillierten und feinfühligen Gesamtwiedergabe überzeugen. Verblüfft waren wir von dem sehr präsenten, kräftigen und zugleich auf den Punkt gebrachten Bassbereich. Für das Genre Rock und Heavy Metal sind die Klipsch Lautsprecher nahezu der perfekte Partner. Bei langsameren Titeln wirkte die Bassperformance teilweise etwas zu überladen.

  • Canton Smart Vento S2 : Abschließen möchten wir unseren Konkurrenzvergleich mit den Canton Smart Vento 2. Diese sind in den Ausführungen Weiß/High-Gloss oder Schwarz/High-Gloss für 2.500 EUR/Paarpreis im Handel oder direkt bei Canton erhältlich. Wer es noch etwas edler möchte, der kann die Varianten Nussbaum/High-Gloss oder, wie unsere Testkandidaten ausgeführt waren, in der Nussbaum Dunkel/High-Gloss Variante für 2.600 EUR/Paarpreis ordern. 
    Detailverliebtheit und die präzise Verarbeitung der Gehäuse zeigt auf, was für den Kaufpreis derzeit möglich ist. So entstehen die Gehäuse der Lautsprecher aufwändig aus Mehrschichtlaminat, um besonders solide und resonanzarm zu agieren. Erfreulicherweise besitzen beide Schallwandler an der Front ein (wenn auch arg grob auflösendes) Display, das den Nutzer z.B. über den gewählten Eingang oder auch die Lautstärke informiert. Beide Lautsprecher verfügen über leistungsstarke Class-D-Endstufen mit 350 Watt Leistung. Die Kommunikation zwischen den beiden Lautsprechern geschieht kabellos und wird mit bis zu 96 kHz/24-Bit durchgeführt. Den Canton Lautsprechern fehlt es aber nach wie vor an einem HDMI-Slot, bewusst verzichtet man auf ein (technisch meist eher kurzlebiges) Streamingmodul. Nach wie vor begeistert uns die erstklassige Verarbeitung, kombiniert mit einer schon fast audiophilen Klangcharakteristik der Canton Lautsprechers: Sehr detailreich, sehr ausgewogen, trotzdem nie langweilig, sondern immer mitreißend und fesselnd. 

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