XXL-TEST: JBL 4305P - Nostalgisch anmutende, technisch hochmoderne Streaming-Aktivboxen

Seit mittlerweile mehr als 75 Jahren entwickelt und produziert JBL Audioanlagen für Konzertveranstaltungen, Aufnahmestudios, Kinos und vieles mehr - so konnte sich die Firma ein weltweit legendäres Image aufbauen. Teile von JBL (z.B. Bluetooth-Lautsprecher, TWS In-Ears) gehören zu Harman Lifestyle, andere Produktsparten (z.B. Lautsprecher, hochwertige Verstärker) sind als JBL Professional Harman Luxury untergeordnet.

Aus letztgenannter Division empfangen wir ein Set JBL 4305P. Dabei handelt es sich um zwei kompakte und aktive Regal-Lautsprecher, die die JBL Studio Monitor-Familie verstärken. Die JBL 4305 zielen aber nicht auf den Profibereich wie z.B. Tonstudios & Co. ab, sondern sind für den Privatanwender konzipiert und sollen die heimischen Wohn- und Musikzimmer im ausgezeichneter Qualität beschallen. 

Die Aktivlautsprecher sind in einer schwarzen Ausführung, sowie in einer Walnuss- Variante mit Echtholzfurnier für einen Paarpreis von 2.399 EUR im Handel erhältlich. Letztere haben wir als Testsamples erhalten. 

Der JBL 4305P Studiomonitor ist ein vollständig eigenständiges Aktivlautsprechersystem mit hochauflösendem Audio-Streaming und MQA-Unterstützung (Master Quality Authenticated). Durch die integrierte Streamingplattform werden sowohl kabelgebundene als auch kabellose Netzwerk-Audiofunktionen über Google Chromecast built-in, Apple AirPlay 2 und Bluetooth-Audio in der Version 5.1, unterstützt. Hochauflösende Formate können bis maximal 192 kHz/24-Bit nativ verarbeitet werden - das entspricht nicht mehr ganz dem Trend der Zeit, immer häufiger kann maximal 384 kHz/32-Bit entgegen genommen werden. 

Masterlautsprecher Frontansicht 

Die JBL Studiomonitore sind beide als aktive Lautsprecher konzipiert. Dies bedeutet, dass beide Lautsprecher mit Verstärkereinheiten ausgestattet sind. Der Hauptlautsprecher besitzt rückseitig die Anschlusssektion mit ansprechender Vielfalt, auf die wir später im Test genauer eingehen werden. Die Signalübertragung der beiden Lautsprecher geschieht, gemäß den Vorstellungen modern ausgerichteter HiFi-Fans, drahtlos. Eine kabelgebundene Signalübertragung ist jedoch ebenfalls möglich. 

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Die Gehäuse der kompakten Studiomonitore sind aus mitteldichten Holzfaserplatten (MDF) hergestellt und mit satiniertem Nussbaum oder schwarzem Nussbaum-Holzfurnier in Möbelqualität beschichtet. Entnimmt man den Kompaktlautsprechern die untere Lautsprecherabdeckung, kommt eine blaue Schallwand zum Vorschein. Auch auf den Seitenwangen und der Rückseite wurde das Echtholzfurnier großzügig verwendet. Das verwendete Material wurde tadellos aufgebracht und Spaltmaße oder nicht saubere Übergänge sucht man vergebens. Scharfe Kanten sind nur am Übergang zur Schallwand tastbar. 

Um die JBL Lautsprecher bestmöglich und vielseitig verwenden zu können, besitzen diese, wie bereits angesprochen, recht kompakte Abmessungen. Mit einer Höhe von 336 mm Höhe, einer Breite von 210 mm und einer Tiefe von 223 mm, fügen diese sich harmonisch in die Hörumgebung ein. Durch das auf Sicht verbaute Lautsprecherhorn und das edle Echtholzfunier entsteht eine harmonische, wenn auch technisch orientierte Designsprache.

Sehr gute Kantenverarbeitung und sauber eingepasste Lautsprecherabdeckung

Das Echtholzfurnier Walnuss in der Detailansicht

JBL Produktbezeichnung sowie Bedienelemente an der Front des Hauptlautsprechers

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25 mm Teonex-Membran-Kompressionstreiber mit HDI-Geometriehörnern

Für den Hochtonbereich verfügen die Lautsprecher über den, von JBL patentierten, 2,5 cm Teonex-Membran-Kompressionstreiber mit HDI-Geometriehörnern.

25 mm Teonex-Membran-Kompressionstreiber in der Detailansicht

Für die tieffrequenten Signale ist der 130 mm messende Tieftöner mit schwarzem Papierkonus aus reinem Zellstoff und Gussrahmen zuständig. Eine Etage tiefer befinden sich die nach vorne abstrahlenden Bassreflexrohre. Das Hochtonhorn ist unsichtbar befestigt, der Tieftöner ist hingegen sichtbar von vorne mit der Schallwand verschraubt.  

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Im Inneren der Lautsprecher verarbeiten Class D Endstufen mit DSP-Technologie und je 150 Watt Leistung die Audiosignale. Diese versorgen die beiden Hochtöner mit je 25 Watt Leistung und die beiden Tieftöner mit jeweils 125 Watt. Dies ergibt eine Systemleistung von insgesamt 300 Watt, im Konkurrenzvergleich durchschnittlich und demnach nicht allzu üppig. Schauen wir beispielsweise zu Canton oder Nubert, wird hier, zumindest den technischen Daten gemäß, deutlich mehr Leistung geboten. Die aktiven Studiomonitore können einen Frequenzbereich von 45 - 25.000 Hz abdecken, bei -6 dB.

130 mm Tieftöner im Detail

Nach vorne abstrahlende Basseflexrohr

Lautsprecherabdeckung im Detail

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Wie wir bereits erwähnten, verfügen die Aktivlautsprecher über Lautsprecherabdeckungen für den unteren Teil, in dem der Tieftöner sowie die Bassreflexrohre untergebracht sind. Diese sind aus einem Kunststoffgeflecht gefertigt und mit einem blauen Akustikstoff bezogen. Aufgebracht ist der Akustikstoff sehr sauber und er sitzt straff auf dem Kunststoffgitter. Die Lautsprecherabdeckungen werden konventionell mit Haltestiften an der Schallwand fixiert. Möchte man die Schallwandler ohne Abdeckung betreiben, sind die Haltebuchsen für die Passstifte sichtbar.  

Haltebuchsen an der Schallwand

....welche die Passstifte der Lautsprecherabdeckung aufnehmen 

Blaues Finish auf der Lautsprecherabdeckung

Fernbedienung in der Detailansicht

Um die aktiven JBL-Lautsprechern komfortabel von der Couch oder dem Bürostuhl aus bedienen zu können, ist im Lieferumfang eine Fernbedienung enthalten. Diese ist aus silberfarbenen Kunststoff gefertigt und macht auf den ersten Blick einen soliden, wenn auch nicht besonders hochwertigen Eindruck. Der Befehlsgeber liegt gut in der Hand und die Taster haben einen knackigen Druckpunkt. Apropos Taster, auf der Remote befinden sich Bedienelemente für das Ein- sowie Ausschalten der Lautsprecher und eine Stummschaltung. Eine Etage tiefer untergebracht wurde ein multifunktionales Steuerkreuz. Hier befinden sich der selbsterklärende Play/Pause- Taster in der Mitte, links und rechts davon sitzen Knöpfe fürs Abspielen des vorherigen bzw. nachfolgenden Titel. und mittels der Buttons im oberen und unteren Teil wird die Lautstärke geregelt. Noch eine Etage tiefer zu finden sind die Knöpfe für die Eingangswahl. 

Eine Bedienung direkt am Lautsprecher ist ebenfalls möglich. Am Hauptlautsprecher befinden sich hierfür zwei Dreh-/Drückregler. Durch Drücken des linken Dreh-/Drückreglers können die Lautsprecher ein- sowie ausgeschaltet und durch Drehbewegungen die Lautstärke erhöht bzw. verringert werden. Der linke Regler ist für die Eingangswahl sowie das Bluetooth-Pairing verantwortlich. Durch Drehbewegungen können ebenfalls die zahlreichen Eingänge ausgewählt und durch Drücken bestätigt werden. Das Bluetooth-Pairing wird durch langes Drücken gestartet. Die Dreh-/Drückregler haben eine haptische Rasterung, besitzen aber leichtes Spiel.  

Dreh-/Drückregler am Hauptlautsprecher

Rückseite des Hauptlautsprechers

Widmen wir uns nun der Rückansicht der beiden Aktivlautsprecher. Wir beginnen mit der Erläuterung des Hauptlautsprechers. Wie wir bereits erwähnten, verfügen beide Lautsprecher über eigene Endstufen, der Hauptlautsprecher übernimmt zusätzlich die Signalverarbeitung der zugespielten Audiosignale. 

Los geht es mit den beiden symmetrischen XLR-Eingängen für die Einbindung analoger Quellen. Mittels des darauffolgenden Tasters kann die Eingangsempfindlichkeite der XLR-Eingänge eingestellt werden. Es stehen -10 dB (Modus hohe Empfindlichkeit) oder +4 dB (niedrige Empfindlichkeit, schützt die Eingangs-Vorstufe vor Überlast) zur Verfügung. Darauf folgt ein analoger 3,5-mm-Stereoeingang sowie die beiden Digitaleingänge, in Form eines optischen Eingang  sowie einen USB-B-Anschlusses.

Anschlusssektion Teil 1 des Hauptlautsprecher

Anschlusssektion Teil 2 des Hauptlautsprecher

Der zweite Teil der Anschlusssektion umfasst eine Ethernetbuchse für eine kabelgebundene Verbindung zum Netzwerk sowie eine USB-Buchse. Diese und der Service-Taster können ausschließlich für Service/Firmware-Updates genutzt werden. Der USB-Port unterstützt nicht das Abspielen von Audiodateien und auch das Smartdevice kann an diesem Terminal nicht aufgeladen werden. Darauf folgt ein Reset-Knopf, der die Speaker auf Werkseinstellung zurücksetzt sowie ein "Sync" Taster. Dieser stellt eine Verbindung von Haupt- und Sekundär-Lautsprecher kabellos her. Mittels des Bass-Contour Schiebereglers kann auf die Raumgegebenheiten bzw. der Aufstellungsweise der Lautsprecher Einfluss genommen werden. Stehen die Speaker recht wandnah oder in einer Ecke, kann der Bassbereich um -3 dB verringert werden. Durch den vorhandenen Subwoofer- Ausgang kann ein externer Subwoofer mit ins Klangbild der JBL 4305P eingebunden werden. Es folgt darauf ein Schiebeschalter, mit dem festgelegt werden kann, ob der Hauptlautsprecher als linker oder rechter Kanal fungiert. Durch die Digital Link-Buchse kann eine kabelgebundene Verbindung zwischen den Lautsprecher hergestellt werden. Leider verfügen die JBL Schallwandler über keinen dedizierten HDMI-Eingang für die komfortable Einbindung eines TV-Geräts. Dies kann nur über den optischen Digitaleingang erfolgen.

Elektronik im Hauptlautsprecher

Teil 2 der Elektronik im Hauptlautsprecher

Rückseite des Sekundär-Lautsprechers 

Kommen wir nu zur Rückseite des Sekundär-Lautsprecher. Logischerweise zeigt sich dieser von der aufgeräumten Seite, das es keine Terminals gibt. Wie wir bereits erwähnten, verfügt dieser ebenfalls über eine Class D Verstärkereinheit und muss deswegen mit dem Stromkreislauf verbunden werden. Weiterhin befinden sich auf der Rückseite die Digital Link Buchse, mit der eine kabelgebundene Verbindung zum Hauptlautsprecher hergestellt werden kann und ein Sync-Taster, für eine Wireless-Verbindung der beiden Lautsprecher.

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