XXL-TEST: Hisense C1 - Visuell starker Mini-Projektor mit RGB-Laser und Plug&Play-Betrieb?

Bild

Für den ersten Eindruck stellen wir dem Hisense C1 eine praktisch ideale Umgebung bereit. In einem vollständig abgedunkelten Raum, komplett ohne externen Lichteinfall, kann der Projektor auf eine hochwertige Rahmenleinwand (Gain-Faktor 1) projizieren. Dazu haben wir einen Projektionsabstand von ca. 230cm für eine Bilddiagonale von rund 80" gewählt. Das ist nicht riesig, aber auch nicht gerade klein und bildet ein gutes Mittelmaß, um das Helligkeitspotential der Laserlichtquelle demonstrieren zu können.

Bevor wir beginnen, wählen wir noch das passende Bildfeld aus. Neben den Modi "Dynamisch" und "Sport", die erwartungsgemäß keine authentische Farbabbildung ermöglichen, gibt es noch zwei Kino-Modi (1x Tag und 1x Nacht) sowie den Filmmaker Mode. Kino Nacht wäre hier durchaus geeignet und wirkt auf den ersten Blick auch sehr farbtreu. Da wir zunächst aber die 24p-Wiedergabe ohne aktiver Bewegungskompensation begutachten wollen, setzen wir gleich auf den Filmmaker Mode. Dieser hat den praktischen Nebeneffekt, dass zusätzlich zur authentischen Farbtemperatur auch sämtliche dynamischen Bildoptimierer konsequent abgeschaltet werden. Wählen wir den Filmmaker Mode, wechselt der Projektor automatisch bei der Bewegungskompensation auf die Option "Film". Hier deaktivieren wir zunächst MEMC aber komplett.

Hisense C1 Anschluesse Hdmi

HDMI-Slots im Detail

Dunkle Umgebung - SDR und HDR

Wirklich beeindruckend ist die Bildschärfe, die der Hisense C1 bei dieser doch großen Bilddiagonale zu realisieren imstande ist. Wir haben uns für Blade Runner 2049 entschieden und erkennen zunächst bei den Schriften eine sehr solide Performnace ohne nennenswerte Treppenstufen. Aber auch bei den folgenden Realbildern schafft der C1 Mini-Projektor ein erstaunlich klares, scharfes Bild, welches auch im hochfrequenten Bereich mit vielen Details aufwarten kann. Mit sehr geringem Bildrauschen und überraschend guter Kanten- sowie Detailschärfe wird ein exzellenter Bildeindruck vermittelt. Hier muss er einen Vergleich mit Heimkino-Projektoren der Mittelklasse nicht scheuen. Selbst wenn man den Projektionsabstand noch ein wenig erhöht und sich in Richtung 100" bewegt, wirkt das Bild klar und detailliert. Sicher, wer genau hinsieht, der wird kleine Unreinheiten feststellen. Anfällige Menüdarstellungen mit vielen kleinen Schriften oder Texten zeigen dann leichte Treppenstufen und eine nicht ganz perfekte Abbildung. Bei der Filmwiedergabe aber sind wir nicht nur zufrieden, sondern positiv überrascht.

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Etwas schwerer tut sich der Hisense C1 bei der Farbdarstellung. Die Farben wirken im SDR-Betrieb, abgesehen von einem leichten Grünstich, recht natürlich und selbst die Hauttöne gelingen gut. Insgesamt könnte die Farbgebung aber etwas intensiver und dynamischer sein. Das ist natürlich schon Kritik auf hohem Niveau, denn für einen portablen Beamer in dieser Größe wird wirklich ein solides Ergebnis geliefert. In den meisten Situationen fällt dies weniger ins Gewicht, bei "Barbie" z.B. aber lässt es sich gut erkennen. Die unterschiedlichen Rosa-Töne können nicht ganz so einfach differenziert werden, wie es z.B. bei einem ausgewachsenen Projektor möglich ist und das gesamte Bild "poppt" nicht in identischer Manier.

Insgesamt aber ist die Darstellung stimmig und auch die grundsätzliche Farbtemperatur gefällt mit Natürlichkeit und Realismus. Die etwas weniger dynamische Farbgebung hat erfreulicherweise nur geringfügige Auswirkungen auf die gesamte Bilddynamik. Bei HDR-Inhalten und dem erweiterten Farbraum legt der C1 aber definitiv eine Schippe drauf und zeigt ein durchaus intensives, farbdynamisches Bild. Die Metallic-Lackierungen der Autos bei Bad Boys II kommt klar heraus, die Hauttöne wirken erstaunlich echt und es werden insgesamt feinere Farbnuancen herausgearbeitet. Das ist natürlich auch dem erweiterten HDR-Farbraum geschuldet, insgesamt scheint der C1 aber damit besser umzugehen als mit dem etwas eingeschränkteren Farbraum, der auf konventionellen Blu-ray Discs zu finden ist.

Hisense C1 Menue Bildeinstellungen Bildmodus Filmmaker

Wahl des Bildmodus

Der Kontrast gefällt ebenfalls und so erhält das Bild eine gute Tiefenstaffelung und Plastizität. Schwarz ist natürlich nicht komplett schwarz. In der abgedunkelten Umgebung ist der tiefste Schwarzwert eher ein dunkles Grau. Projektoren tun sich hier aber grundsätzlich schwer und selbst sehr teure Komponenten schaffen meist keine Spitzenwerte. Der C1 ordnet sich hier im Durchschnitt ein und zeigt keinesfalls ein extrem aufgehelltes Schwarz. Highlights im HDR-Betrieb kommen im Übrigen sehr gut zur Geltung. Die 1.600 Lumen liegen durchaus im Bereich des Möglichen, selbst HDR-Peaks sind erkennbar und in hohen Helligkeitsbereichen wird stets eine saubere Struktur geboten. Die Ausleuchtung empfinden wir bei unserem Modell als ausgezeichnet. Eine leichte Aufhellung des Bildes im Randbereich, davon abgesehen aber wirkt das gesamte Bild sehr gleichmäßig ausgeleuchtet.

Kurzer Einschub: Bei HDR-Inhalten ändern sich die Bildmodi "Kino Tag" und "Kino Nacht" auf "HDR Tag" und "HDR Nacht". Gegenüber den Kino-Presets, die eine weiterhin natürliche Darstellung bieten, ist bei den HDR-Modi ein Rotstich erkennbar. Bei HDR-Inhalten sollte man also am besten ebenfalls auf den Filmaker Mode setzen.

Was sehr positiv hervorzuheben ist, ist die ausgezeichnete native 24p-Darstellung des Hisense C1. Ohne Bewegungskompensation ist die Abbildung absolut natürlich und wir können, selbst bei schnelleren Bewegungen, kein Ruckeln erkennen. Auch bei Kameraschwenks oder Verfolgungsjagden (Bad Boys II) wirkt das Bild stabil und angenehm - wirklich sehr gut. MEMC, die Bewegungskompensation, liefert ebenfalls gute Ergebnisse. Im Film-Modus wird noch ein sehr authentischer Film-Look geboten. Je höher man die Stufe der Kompensation wählt, desto höher liegt die Bewegungsschärfe. Gleichzeitig aber "plagen" den C1 dann sämtliche Probleme, die auch TV-Geräte oder andere Projektoren bei der Zwischenbildberechnung aufweisen. Das Bild weist einen weniger typischen Kino-Look auf und, besonders in der Einstellung "Klar", werden auch einige Artefakte und Nachzieher sichtbar. Wir würden, zumindest bei der Filmwiedergabe, die native Darstellung bevorzugen.

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Helle Umgebung

Jetzt machen wir dem Mini-Projektor das Leben etwas schwerer. Wir bleiben zwar im gleichen Raum und der C1 kann weiterhin auf die Leinwand projizieren, wir lassen nun aber aus zwei Fenstern externen Lichteinfall zu. Es scheint nicht direkt die Sonne ins Bild, aber der Raum ist nun schon etwa 80% tageshell. Das fällt dem C1 natürlich deutlich schwerer, dennoch behält er einen Großteil seiner positiven visuellen Eigenschaften bei. Die stimmige Farbgebung bleibt erhalten, natürlich auch seine sehr gute Kanten- und Detailschärfe. Der Kontrast leidet zwangsläufig und so gehen Details in dunklen Bereichen verloren. Für seine Größe weist er aber eine erstaunlich hohe Helligkeitsperformance auf und schafft auch bei mäßigem Lichteinfall ein plastisches, klares, natürliches Bild. Für das Public Viewing auf der Terrasse sollte man aber zumindest die Dämmerungsstunden abwarten. Bei Tageslicht und Sonneneinstrahlung wird es für den Mini-Projektor, auch abhängig vom gewünschten Entertainment-Content, schwierig werden.

Gaming

Wer früher schon auf Projektoren gezockt hat, weiß, dass die Großformat-Bildwerfer zwar für eine beeindruckende, immersive Atmosphäre geradezu prädestiniert, jedoch nicht unbedingt perfekt für FPS, Racing-Games oder sonstige Genres geeignet sind, die vom Spieler blitzschnelle Reaktion und schnelle Eingaben erfordern. Inzwischen hat sich dies zwar gebessert und hochwertige Projektoren bringen immer mehr Gaming-Features mit, die den Input Lag und die Reaktionszeiten eklatant verbessern. An die Reaktionszeiten eines Gaming-Monitores oder auch eines aktuellen hochwertigen Fernsehers kommt man nicht heran.

Ähnlich gestaltet sich das auch beim Hisense C1 Mini-Projektor. Multiplayer-Shooter und Games, bei denen Bruchteile einer Sekunde über einen positiven oder negativen Spielverlauf entscheiden, sind nicht die Paradedisziplin. Bei vielen Singleplayer-Games jedoch, wo es nicht auf jede Millisekunde ankommt, kann man auf dem C1 problemlos spielen und sich an einem große Bild erfreuen. Gegenüber anderen Komponenten, die bei einem dedizierten Game-Modus auf intensive, poppige Farben setzen, bleibt der Hisense Projektor eher natürlich und bietet ein sehr gefälliges Bild.

Klang

Hisense C1 Sound By Jbl

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JBL-Logo vorne rechts

"Sound by JBL" - ein solches Logo ziert die Geräte-Front des Hisense C1 und verrät, dass die integrierten Lautsprecher sowie die akustische Abstimmung vom US-Amerikanischen Unternehmen vorgenommen wurde. An Leistung werden hier 20 Watt geboten und es stehen rund 1L Gehäusevolumen zur Verfügung. In der Praxis liefert der Hisense C1 ein wirklich erstaunlich natürliches Klangbild mit guter Sprachverständlichkeit ab. Selbst in etwas größeren Räumen reicht es durchaus für eine klare Abbildung mit ansehnlicher Dynamik und sogar ein wenig Nachdruck im Bassbereich. Dabei spielt es auch keine enorm große Rolle, wo man sich in Relation zum Projektor befindet. Selbst hinter der Komponente wirkt die Kulisse klar und kann in Gänze erfasst werden.

Der C1 bietet auch eine beachtliche Lautstärke, selbst im oberen Bereich muss man kaum mit Verzerrungen rechnen und die Treiber schlagen in den unteren Frequenzregionen kaum an. Verwendet man den Mini-Projektor im Außenbereich, wird es für den kompakten Projektor etwas schwieriger und man sollte nicht zu weit entfernt von der Komponente sitzen. Für das gesellschaftliche Public Viewing mit einer nicht allzu großen Gruppe an Personen ist aber selbst das integrierte Audiosystem, auch dank der guten Pegelfestigkeit, geeignet. Mit den integrierten EQ-Presets kann man noch den Modus wählen, der dem persönlichen Geschmack am nähsten kommt. "Kino" z.B. zieht das Geschehen etwas in Breite und Tiefe und sorgt für einen räumlicheren Klangeindruck, den man durchaus inhaltsunabhängig verwenden kann.

Wer die Möglichkeit hat, kann und sollte aber natürlich eine zusätzliche Soundbar, o.ä., an den C1 anschließen. Das gelingt komfortabel per HDMI eARC. Aber auch drahtlos via Bluetooth lassen sich z.B. Lautsprecher oder ein Kopfhörer mit dem Mini-Projektor verbinden.

  • Weiter geht es auf der letzten Seite mit unserem Fazit und der Bildgeralerie mit zahlreichen weiteren Screenshots und Menübildern

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