XXL-TEST: Hisense C1 - Visuell starker Mini-Projektor mit RGB-Laser und Plug&Play-Betrieb?

Das vor kurzem angekündigte Testgerät des smarten Mini-Projektors C1 von Hisense ist inzwischen bei uns eingetroffen. Der kompakte Projektor ist mit moderner Technologie reichhaltig bestückt. Portabilität, eine unproblematische Einrichtung und ein einfaches Handling, ein umfassendes Streaming-Angebot, guter Klang dank JBL-Soundsystem und ein dynamisches, intensives und authentisches Bild im Großformat - all das möchte der Hisense C1 in sich vereinen. Schafft er das tatsächlich, klingen auch die knapp 3.000 Euro (UVP) Kaufpreis gerechtfertigt.
Ausstattung und Features
Herzstück ist hier die integrierte Laserlichtquelle, die dem kompakten Beamer nicht nur eine Helligkeit von 1.600 ANSI-Lumen beschert, sondern auch eine enorme Lebensdauer von 25.000 Stunden innehat. Der C1 ist grundsätzlich ein DLP-Projektor. Drei Laser in den Grundfarben Rot, Grün und Blau sind hier erstmals von Hisense in einem derart kompakten Gerät verbaut worden. Die Werte auf dem Papier sind beeindruckend. Mit einer Chroma-Aberration von nahezu 0, den besagten 1.600 ANSI-Lumen, einem hohen Kontrastverhältnis und einer Abdeckung des BT.2020 Farbraums von 107% ist die Basis für ein packendes Bilderlebnis zweifellos gegeben.
Das soll auch in erstaunlicher Größe möglich sein, bis zu 300" Bilddiagonale werden hier realisiert. Dabei gilt allerdings: Je größer das Bild, desto leuchtstärker muss auch der Projektor sein. 1.600 Lumen sind keinesfalls schlecht, in Zeiten von HDR aber auch kein absoluter Spitzenwert. Daher empfiehlt Hisense vermutlich auch, maximal praxisgerechte 120" zu projizieren.

Objektiv und Bildsensormodul rechts
Beim C1 gilt: Der Abstand und Aufstellungsort bestimmt die Bildgröße und Bildposition. Einen (optischen) Zoom gibt es nicht und auch ein Lens Shift ist nicht an Bord. Dafür soll, nach stimmiger Positionierung, die Einrichtung besonders leicht von der Hand gehen. Mit der Autofokus-Funktion passt sich der C1 ohne weiteres Zutun des Anwenders an die Projektionsfläche an und stellt sich entsprechend selbst scharf. Auch weitere Parameter werden, entsprechend der Beschaffenheit der Projektionsumgebung, angepasst. Dafür sind ein präzises Dual-CMOS-Modul, ein ToF-Laser-Radar und ein empfindlicher ALS-Lichtsensor integriert. Wie gut dies in der Praxis funktioniert, werden wir uns später genauer ansehen.
Der Hisense C1 ist ein 4K-Projektor, der zur Darstellung der 4K-Auflösung auf Pixel-Shift setzt. Im Ergebnis ist das Bild nicht ganz so scharf wie bei einem Projektor mit nativem 4K-Panel, aber häufig verdammt nahe dran. Auch sonst bringt der Mini-Projektor wichtige Features mit. HDR10, HLG und Dolby Vision werden unterstützt, außerdem ist mit MEMC eine Bewegungsoptimierung integriert. Ein Game Modus, der automatisch ALLM aktiviert, soll für geringe Latenz und ruckelfreie Bilder beim Zocken sorgen. Auch der Filmmaker Mode steht zur Verfügung und soll eine authentische Bilddarstellung auf Knopfdruck bieten. Ein ansprechendes, aber auch angenehmes und augenschonendes Bild steht auf der Agenda des C1. Dafür bringt er eine geringe Blaulichteinwirkung mit, um die Augen der Zuschauer weniger zu belasten. Auch eine Schutzfunktion ist an Bord und der Projektor erkennt automatisch, sobald sich etwas in der Nähe der Vorderseite des Projektors bewegt und reduziert dann das Laserlicht. Trotzdem sollten Kinder, zur Sicherheit, nicht ohne Aufsicht bleiben.
Als Betriebssystem setzt Hisense konsequenterweise auf VIDAA, welches auch auf den Fernsehern des Herstellers zum Einsatz kommt und insbesondere für sein schnelles Reaktionsverhalten bekannt ist. Mittels Alexa oder VIDAA Voice kann man den Projektor auch per Sprache steuern, AirPlay und Apple HomeKit werden ebenfalls unterstützt.
Verarbeitung und Formfaktor

Seitliche Ansicht des Hisense C1

Seitliche Ansicht der Rückseite
Der Hisense C1 kommt in einer schicken schwarzen Box daher, die den Inhalt bereits verrät und die prägnantesten Features des C1 Mini-Projektors auflistet. Im Inneren befindet sich, gut geschützt, der kompakte Beamer samt Zubehör. Mit dabei ist ein Netzkabel, ein recht ausladend dimensioniertes externes Netzteil, ein HDMI-Verlängerungsadapter und die Fernbedienung. Außerdem natürlich eine Anleitung in Englisch, Deutsch, Französisch und Italienisch.
Die Remote macht einen sehr soliden Eindruck, ähnelt stark einer TV-Fernbedienung und weist eine sehr passende Größe auf, um sie problemlos mit einer Hand bedienen zu können. Der Tastendruckpunkt ist überall ausgezeichnet, hier erhält man klares Feedback. Das Navigationskreuz ist ebenfalls schön groß bemessen und im sonst typischen Layout findet man sich schnell zurecht. Ganz unten gibt es noch Direktzugriffstasten auf die Streamingdienste Netflix, Disney+, Prime Video sowie YouTube.

Teil des Lieferumfangs

Die beiliegende Fernbedienung

HDMI-Adapter
Das Erfreuliche am Netzteil ist, dass es ein langes Kabel mitbringt. Das Netzkabel selbst ist zwar nur ca. 1m lang, zusammen aber kann man den Mini-Projektor durchaus in einiger Entfernung zur nächsten Steckdose platzieren. Das Netzteil ist, wie bereits erwähnt, recht groß und wurde vermutlich aus fehlendem Platz im Mini-Projektorgehäuse ausgelagert.
Wichtig ist natürlich, was der Hisense C1 an die Wand wirft und welche visuelle Performance er hier zu leisten imstande ist. Kurz sehen wir uns dennoch die Verarbeitungs- und Materialqualität der Komponente an sich an. Und hier kann das kompakte Gerät mit den Abmessungen 24,5 x 21,6 x 18 cm (BxTxH) überzeugen. Die Seitenwangen des Gerätes bestehen aus Aluminium, welches schick in blau eloxiert ist. Die Frontblende und auch die Rückseite hingegen sind aus Kunststoff. Das Plastik wirkt allerdings nicht billig, sondern bietet eine grundsolide Haptik. Der C1 wirkt auch deshalb sehr wertig, weil die Materialübergänge allesamt praktisch nahtlos und ohne unschöne Spalte oder Höhendifferenzen gehalten sind. Die gerundeten Kanten, die Frontblende im geschliffenen Alu-Look und das darunter liegende, gitterartige Raster - alles wirkt stimmig und sauber und trägt zum "Premium Look & Feel" bei.

Seitenansicht des Hisense C1

Oberfläche und Bedienelemente am Gerät

Frontblende mit CMOS-Bildsensormodul und ToF-Sensor für die Autofokus- und Augenschutzfunktion

Bereich unten links

Frontale Ansicht des linken unteren Bereichs

Solide Materialübergänge auch hinten am Gerät

Rückseite
Die Seitenwände sind perforiert und garantieren ein gutes Temperaturmanagement des Projektors. Dank Laserlichtquelle wird der Mini-Projektor aber ohnehin längst nicht so heiß, wie z.B. eine Komponente mit Natriumdampflampe. Selbst nach mehreren Stunden Dauereinsatz wird lediglich die linke Seite etwas mehr als handwarm. Die Bedienelemente obenauf sind aus Kunststoff und bieten einen guten Druckpunkt. Vorne ist das Objektiv bündig integriert, dazu sind noch einige Sensoren für die Installation und automatische Bildanpassung zu finden.
Mit seinem kompakten Format und einem Gewicht von unter 5kg kann der Hisense C1 auch wirklich als portabel gelten. Gut, ihn ohne sonstigen Schutz einfach in den Rucksack zu "werfen" und überall hin mitzunehmen, das würden wir vielleicht nicht empfehlen. Aber sich das Teil mal kurz unter den Arm klemmen und z.B. vom Wohnzimmer mit hinaus auf die Terrasse zu nehmen, ist wirklich kein Problem. Die Frage ist natürlich auch, wie schnell sich der C1 an eine neue Umgebung, vermutlich mit einem anderen Bildabstand und anderen Helligkeitsbedingungen, anpassen kann. Das klären wir in den nächsten Abschnitten.
Anschlüsse

Integrierte Schnittstellen
Die sauber integrierten Anschlüsse befinden sich am C1 auf der Rückseite im unteren Bereich. Hier findet sich die Schnittstelle für das externe Netzteil, daneben ein digitaler optischer Audioausgang, Ethernet, ein analoger 3,5mm Ausgang und ein USB-Slot 2.0 vom Typ A. Ein weiterer USB-Anschluss ist in USB 3.0 ausgeführt und zwischen den beiden USB-Schnittstellen sind zwei HDMI-Eingänge verbaut, von denen einer über eARC verfügt. Wer ein besonders dickes HDMI-Kabel sein Eigen nennt oder so etwas wie einen Fire TV Stick an den Hisense Projektor anschließen möchte, der klagt vielleicht über etwas zu wenig Platz im Bereich der HDMI-Slots. Hier schafft Hisense mit dem kleinen beiliegenden Adapter Abhilfe. Nicht sichtbar, aber dennoch an Bord, ist Bluetooth, um den Projektor mit externen BT-Lautsprechern oder drahtlosen Kopfhörern zu verbinden. Eine kabellose Netzwerkverbindung ist über WLAN natürlich ebenfalls möglich.
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