XXL-TEST: Elac Wireless-Aktivlautsprecher Navis ARB-51 mit Discovery Connect DS-C101W-G Hub

Von den Kieler Lautsprecherspezialisten Elac haben wir die Aktivlautsprecher ARB-51 aus der Navis-Serie zum Test erhalten. Die Navis Serie umfasst die ARB-51 Regallautsprecher sowie die Standlautsprecher ARF-51.

Elac möchte aber mit der Navis-Serie nicht eine typische All-In-One Lösung anbieten. Die Kieler setzen auf eine Kombination aus aktiven Lautsprechern, die man in Verbindung mit dem optionalen Hub kabellos betreiben kann. Es gibt aber noch andere Verwendungsmöglichkeiten.

Grundsätzlich verrichtet in jedem Navis-Lautsprecher ein rein analoger 3-Kanal-Verstärker mit 160 W BASH für den Tieftöner, 100 W BASH für den Mitteltöner und 40 W Class-A/B für den Hochtöner seinen Dienst. Die Gesamtleistung von 300 W stellt somit sicher, dass jedes Lautsprecherchassis optimal angetrieben wird, kein Clipping oder Übernahmeverzerrungen auftreten und auch der größere Hörraum mit entsprechender Autorität befeuert wird.

Für die drahtlose Ansteuerung der Navis-Lautsprecher verfügen diese über ein integriertes AirX Funkmodul mit On-Board D/A-Wandler. Mit dem optionalen AirX² Transmitter, der sich an jede HiFi-Anlage mit analogem Hochpegelausgang anschließen lässt, kann das Signal an die ARB51 via Funk übertragen werden, ein weiterer möglicher Weg der Verwendung ohne den Hub. Dieser hört auf den Namen Discovery Connect DS-C101W-G, ist LAN- und WLAN-fähig und mit diversen Ein- und Ausgängen ausgestattet. 

Wer den einfachsten Weg einer kompletten Lösung gehen und keine Vorstufe einsetzen möchte, greift demnach zum Discovery Connect DS-C101W-G, der für 450 EUR Kaufpreis auch mit direktem Zugriff auf Spotify Connect versehen ist. Kompatibel zu anderen Discovery-Komponenten wie zum Beispiel dem Music Server DS-101-G (1.099 EUR) und zu Roon (Roon ready) ist er natürlich auch. Im Ausstattungsumfang befinden sich ferner Bluetooth und Apple Airplay (erste Version).  

Frontansicht der Navis ARB-51

Die Gehäuse der Kieler Aktivlautsprecher sind wahlweise in Hochglanz Schwarz oder Weiß erhältlich zu einem Paarpreis von 1.999 EUR. Der in grau gehaltene Sockel im unteren Teil der Lautsprecher beherbergt den Großteil der Elektronik der Aktivlautsprecher. Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen und uns die Gehäuse von Innen etwas genauer angesehen. Nachdem wir die Anschlußsektion entfernten, wurde der Blick auf die anständigen Wandstärken der Gehäuse frei Durch die zweifarbige Auslegung und einer Verjüngung der Gehäuse von ca. einem Zentimeter von vorne nach hinten, wirkt das Design zeitlos und frisch.

Hoch- und Mitteltöner als Koaxial-Treiber

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Die Elac Navis ARB-51 verfügen über eine spezielle koaxiale Mittelton/Hochton-Kalotte, ähnlich den KEF Uni-Q Treibern. So ist die Hochtonkalotte mit 25 mm Größe ausgeführt und diese wird von einer 100 mm messende Mitteltonkalotte umgeben. Als Basstreiber zeigt sich der 150 mm große Tieftöner aus Aluminium zuständig.

Für den Bassbereich zuständig: Der 150 mm große Tieftöner

Die Rückseite der ARB-51

Da die Navis-Serie nicht nach dem Master/Slave Prinzip arbeiten, sondern jeweils vollaktiv ausgeführt sind, sind die Rückseiten der beiden Lautsprecher identisch gestaltet. Im oberen Teil der Rückseite sind die verschiedene Equalizer-Schalter für den Tieftonbereich, den Mitteltonbereich sowie den Hochtonbereich zu finden. 

Mit dem Source-Schieberegler kann der digitale Eingang ausgewählt werden. Hier kann zwischen Cinch, XLR oder eben Funkverbindung ausgewählt werden. Rechts daneben befinden sich noch der Pairing-Taster, um die Lautsprecher mit dem AirX Transmitter zu koppeln. Darunter befindet sich noch der Schieberegler mit dem ausgewählt kann, ob der Lautsprecher als rechter oder linker Kanal agiert.

EQ für Bassbereich, mittlere Frequenzen, hohe Frequenzen, Hochpass-Filter, Quellwahl (Cinch, XLR, Wireless)


XLR- und Line In Anschlüsse auf der Rückseite

Wie eingangs erwähnt, können die Navis Lautsprecher auch konventionell betrieben werden. Deswegen befinden sich auf der Rückseite der XLR-Eingang, um einen Vorverstärker anzuschließen. Mit dem Cinch-Eingang kann z.B. ein Vorverstärker oder AV-Receiver verbunden werden. Mittels des Gain-Regler kann die Eingangsempfindlichkeit des Lautsprechers an die Gesamtempfindlichkeit des Systems angepasst werden.

Eine unauffällige LED and er Unterseite des Lautsprechers informiert über den Betriebszustand

Elektronik im Detail

Elac Discovery Connect DS-C101W-G in der Frontansicht

Für unseren Test der Navis ARB-51 haben wir den Wireless Transmiter Discovery Connect DS-C101W mit geordert, den wir zuvor schon genauer beschrieben haben. 

Rückseite und Anschlußsektion des Discovery Connect DS-C101W

Auf der Rückseite sind einige Anschlüsse zu finden. So ist links der Stromanschluss für das externe Netzteil untergebracht. Daneben befinden sich der digitale Audioausgang zum Beispiel für die Verbindung zu Elacs Discovery Music Server. Der koaxiale/optische Audioausgang unterstützt bis zu 192kHz/24-Bit. Um den Discovery Connect mit dem Netzwerk zu verbinden, stehen ein WLAN-Modul sowie eine Netzwerkbuchse zur Verfügung. Neben der Netzwerkbuchse ist der Taster für ein Bluetooth-Pairing untergebracht und mittels der WL Pair Taste lassen sich AirX Komponenten verbinden. Die danach folgenden analogen und digitalen Ausgänge können für Discovery Music Server Roon Core Devices usw. verwendet werden. Die Ausgänge liefern stets 96 kHz/24 Bit.

App und Ersteinrichtung

Um den Wireless Transmiter Discovery Connect DS-C101W auch nutzen zu können, hält Elac für den Anwender die DS-101 Control App parat. Natürlich haben wir uns die App genauer angesehen und einige Screenshots davon erstellt.

Nach starten der App werden wir aufgefordert, Bluetooth am Smartdevice zu aktivieren

Im nächsten Schritt muss ausgewählt werden, in welchem WLAN der DS-C101W eigebunden werden soll

Passworteingabe für das Heimnetzwerk

Einstellmöglichkeiten in der App

Insgesamt sehen wir die App zwiespältig. Schon gut, dass Elac eine App am Start hat, nur leider ist sie nicht einheitlich in deutscher Sprache vorhanden, und es ist nicht erkennbar, ob sich die Devices nun im WLAN-Netzwerk befinden. Die Zusammenarbeit mit Spotify Connect funktioniert ohne jede Schwierigkeit.

Klang

Wir starten unsere Klangtestreihen mit dem Titel "The Unvorgiven III" von Metallica, allerdings in der Live Version mit dem San Francisco Symphony Orchester. Die klassischen Instrumente werden sehr natürlich in den Hörraum abgegeben und werden facettenreich abgebildet. Als James Hetfield dann in den Titel mit einsteigt, wirken die Elac Schallwandler zuerst etwas scharf im Hochtonbereich und wir entscheiden uns, den Hochtonfilter auf der Rückseite um einen 1 db zu reduzieren. Natürlich hängt das auch immer von der aktuellen räumlichen Situation ab. So verhält sich die Wahrnehmung in einem akustisch lebendigen Raum (z.B. mit Steinboden und recht nackten Wänden) anders als in einem akustisch eher toten Raum (dicke Teppiche, viele Möbel, Tapeten an der Wand).

Vergleichen wir mit uns bekannten passiven Elac Lautsprechern mit dem genialen JET 5 Hochtöner, so wirkt das in den Navis-Lautsprechern verbaute Hochtonsystem weniger begeisternd. Nüchtern betrachtet ist das Ergebnis wirklich gut, bei "Break my Stride" in der Version von Blue Lagoon lösen die Elacs bei hohen Frequenzen schon beachtlich gut auf. Wir vermissen aber die Seidigkeit und Souveränität, die wir z.B. bei der brandneuen Solano FS 287 kennen und schätzen gelernt haben - die Solano Serie ist die günstigsten passive Lautsprecherserie mit dem herausragenden Hochtöner. Bei "Break My Stride" wirkt das Konzept der Navis ARB51 nicht zu 100 Prozent ausgewogen: Hier scheinen sich die durchaus mächtigen 300 Watt der Endstufen (pro Box) etwas zurückzuhalten. So fehlt es etwas an Druck, verbunden mit dem leicht harschen Klang bei hohen Frequenzen sind wir hier schon zufrieden, aber auch nicht mehr.

Natürlich hängt vieles auch vom Quellmaterial ab. Bei "Shattered Dreams" (Marvin Mash, Ole Van Danske, Pulsedriver) schieben die Elacs so an, wie wir es uns wünschen. Hier stimmen Nachdruck und Volumen im Bassbereich. Auch die Trennung der Stimme von den Instrumenten gelingt auf hohem Level. Elton Johns "I'm Still Standing" erklingt nach leichter Absenkung des Hochtonbereichs dynamisch und zugleich recht entspannt. Dass im Bassbereich nicht die sprichwörtliche Hölle los ist, liegt hier klar an der Quelle. Der Bass wird mit voll zufriedenstellendem Nachdruck und tadelloser Präzision wiedergegeben.

Insgesamt, so unsere bisherigen Eindrücke, sind die Elac Navis ARB51 pegelfest und stellen bei vielen Tracks auch ein gutes Volumen sicher. Das Auflösungsvermögen über den gesamten Frequenzbereich ist ausgezeichnet. Bei "Nessun Dorma", der weltberühmten Arie aus Puccinis "Turandot", liefern die Navis ARB51 ebenfalls eine stattliche Performance ab. Jonas' Stimme wird akkurat getroffen, und der Chor kommt mit präziser Staffelung zur Geltung. Wir würden uns noch noch etwas mehr Charisma im Detail wünschen.

Bei Antonio Vivaldis "Vier Jahreszeiten" hören wir ins erste Allegro des "Frühlings" hinein, und stellen fest, dass die zahlreichen dynamischen Unterschiede direkt und somit impulstreu erkannt werden. Auch damit, eine klare Ordnung ins Orchester zu bringen, tun sich die Kieler "Aktivisten" nicht schwer. Uns fehlt ein bisschen das Feingliedrige, Virtuose im Hochtonbereich, welches wir von den passiven Elacs mit JET 5 Hochtöner kennen und hoffen insgeheim, dass Elac sich dazu durchringt, aktive Lautsprechersysteme mit dem legendären Bändchenhochtöner nachzuschieben. 

Konkurrenzvergleich

Canton Smart Vento 3

Wir starten mit den Canton Smart Vento 3. Für 2.300 EUR paarpreis sind die smarten Vento-Regallautsprecher zwar nicht streamingfähig, haben aber dafür Decoder für Dolby Digital und DTS an Bord. Ein HDMI-Slot fehlt, aber man kann ein vollwertiges 5.1 System inklusive Center (4 x Smart Vento 3, vorn und hinten, 1 x Smart Vento 5 Center, 1 x Smart Sub 12, Wireless Aktivsubwoofer) ohne zusätzliche Vorstufe aufbauen, das ist Spitzenklasse. Diese Bezeichnung trifft auch auf die Akustik der aktiven Boxen zu. Mit 350 Watt/Box sind sie wahrhaft nicht schwächlich, und die extrem homogene, in sich schlüssige Akustik trifft voll ins Schwarze. Mit edler Verarbeitung und einem fairen Kaufpreis ist die Smart Vento 3 eine gute Wahl.

Smart GLE 3

Und es geht noch viel günstiger: Nur 1.250 EUR (!) werden für ein Paar Smart GLE 3 fällig. Klar, die Chassis sind schlichter, ebenso die Verarbeitung und die Materialien, aber die kraftvollen 350 Watt-Endstufen sind auch hier an Bord. Grandios, was die Smart GLE 3 für so wenig Geld klanglich leisten. Zudem ist es auch hier möglich, ein 5.1 Set, mit komplett drahtloser Signalübertragung, zu erstellen (4 x Smart GLE 3, 1 x Smart GLE 5 Center, 1 x Smart Sub 8). Decoder für Dolby Digital und DTS haben auch die Smart GLE 3 schon an Bord.

Kommen wir zu den Buchardt Audio A500. 3.750 EUR lautet hier der Kaufpreis der schicken Regallautsprecher mit satter Leistungsfähigkeit, inklusive dem einfach verarbeiteten, aber sehr üppig ausgestatteten Hub (HDMI, Chromecast, Einmesssystem integriert). Das ist deutlich mehr Geld, dafür gibt es aber auch den neusten DSP Hightech, App-Einmessung und so ziemlich alles, was man derzeit erwarten kann. Klanglich außergewöhnlich stark, rechtfertigen die Buchardt Audio Schallwandler den Mehrpreis.

Und es wird wieder günstiger, denn Nubert steuert die nuPro X-4000RC zu diesem hochklassigen Feld bei. 895 EUR kosten die zeitlos schicken und sehr gut verarbeiten Boxen pro Stück, macht 1790 EUR Paarpreis für Leistung satt. Hinzu kommt die Steuerung per App inklusive der X-Room Calibration für die Einmessung des Bassbereichs per Smartphone (bis 160 Hz). 

Fazit

Wir in der AREA DVD Redaktion sind bekennende Elac-Fans. Lautsprecher wie der neue Solano FS 287, die Elac Vela FS 407 oder die grandiose Elac Concentro 509 sind mit das Beste, was in den jeweiligen Preisklassen zu haben ist. Ganz so glücklich wie mit den passiven Musterschülern sind wir mit dem Navis-/Disovery-Paket nicht. Das hängt ganz besonders am Preis. Die rund 2.450 EUR fürs gesamte Paket sind schon recht viel Geld. Hier ist die Konkurrenz deutlich günstiger, auch wenn man unter Umständen noch einen Streamer für 130 bis 300 EUR (z.B. von Yamaha oder Teufel) dazu kaufen muss. Von Canton macht die Smart GLE 3 für unglaubliche 1.250 EUR Komplettpreis massiv Druck und auch auf der Ostalb kracht es für knapp 1.800 EUR mit zwei nuPro X-4000RC richtig. Ganz ungewohnt für die Kieler, die sonst immer den Platz an der Sonne sicher haben, sind auch die insgesamt nicht runde App und der teils etwas harsche Hochtonbereich. Das grandiose JET 5 Bändchen, für uns einer der besten Hochtöner der Welt, würden wir hier lieber sehen - dann wäre auch ein hohes Preisniveau kein Problem. Wir hoffen schlichtweg, dass das Kieler Traditionsunternehmen noch aktive Lautsprecher mit typischen edlen Merkmalen aus der norddeutschen Manufaktur nachreicht: Mit JET 5 Tweeter und den unnachahmlich guten AS-XR-Konussen für Mittelton- und Basswiedergabe. 

Elegante vollaktive Lautsprecher mit optionalem Hub und tadellosem Auflösungsvermögen

Aktive Regallautsprecher Oberklasse
Test 20. April 2021

Test: Sven Wunderlich, Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Test: 20. April 2021

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