XXL-TEST: Denon CEOL N12DAB - Paket aus Netzwerk CD-Receiver RCD-N12DAB und SC-N10 Schallwandlern
Klangtestreihen
Da die Wiedergabemöglichkeiten der Denon CEOL N12DAB sehr vielseitig sind, möchten wir zunächst in unserer Klangwertung den DAB+-Tuner checken. Um den bestmöglichen Empfang zu erhalten, muss die im Lieferumfang befindliche DAB-Antenne angeschlossen sowie ausgerichtet werden. Nach einem kurzen Suchlauf stehen uns zahlreiche Radiostationen zur Disposition. Wir starten die Wiedergabe des Senders "Rock Antenne", auf dem gerade "Lucky Man" von Emerson, Lake & Palmer läuft. Die vokalen Elemente lösen sich - was wir nicht gedacht hätten - hervorragend von den im Lieferumfang enthaltenen Lautsprechern. Die verwendeten Gitarren erklingen glaubwürdig und besitzen eine feinfühlige Differenzierung. Die verschiedenen Stimmcharaktere werden realistisch dargestellt, wenn man auch bei der vokalen Feindynamik verständlicherweise Abstriche machen muss. Der Bassbereich wirkt im ersten Moment etwas zu sehr im Hintergrund, nachdem wir aber den "Super Dynamic Bass" aktivieren, tritt dieser aber entschlossener und voller auf.
Im nächsten Schritt werden wir das integrierte CD-Laufwerk etwas genauer unter die Lupe nehmen. Zunächst möchten wir wissen, wieviel Zeit die Denon CEOL Headunit benötigt, um die Compact Disc einzulesen. Nach Schließen der Discschublade vergehen ca. 7 Sekunden, bis das Album "Like A Prayer" von Madonna eingelesen und abspielbereit ist. Kein Bestwert, aber dennoch solide. Als Musikbeispiel haben wir uns dann auch für den Titel "Like A Prayer" entschieden, da dieser eine sehr gute Dynamik undn zahlreiche Facetten besitzt. Der Song beginnt mit einer leichten E-Gitarre sowie mit einem Chorgesang, der im Hintergrund agiert. Beides kann die Denon-Kombo hervorragend umsetzen. Auch als Madonna dann mit ihrer unverwechselbaren Stimme einsetzt, sind wir erstaunt, was uns dargeboten wird. Die Stimmfarbe der Künstlerin wird sauber getroffen und wirkt nie zu harsch oder aggressiv, selbst bei höheren Lautstärkepegeln nicht. Als der Titel dann an Grobdynamik gewinnt, klappt die Trennung der verschiedenen Effekte tadellos. Die vokalen Charakteristika von Madonna und den Hintergrund-Sängerinnen bleiben beinahe voll erhalten. Der Bassbereich wird ebenfalls hervorragend bedient und die SC-N10 Speaker liefern einen statten Tieftonbereich, ohne überfordert oder unstrukturiert zu wirken - erstaunlich.
Weiter geht es mit der Zuspielung Musik über AirPlay2. Um die Feindynamik bestmöglich zu testen, verwenden wir sehr gerne den gefühlvollen und emotionalen Titel "Leave A Light On" von Papa Roach. Der Track startet mit einer Akustikgitarre, welche die Denon-Anlage mit viel Fingerspitzengefühl und Glaubwürdigkeit umsetzen kann. Die Stimmfarbe von Frontmann Jacoby Shaddix erklingt so, wie wir sie kennen und wirkt nie verfälscht. Selbst ,als der Künstler zu seiner höheren Stimmfarbe übergeht, bleibt die Wiedergabe klar und sauber, die verwendeten Instrumente werden hervorragend ins Gesamtgeschehen eingebunden. Der Bassbereich wird ebenfalls sehr gut bedient, könnte unserer Meinung nach etwas mehr an Präzision vertragen. Erstaunt sind wir, was die CEOL Headunit an Maximalpegel abliefern kann. Allerdings sind wir etwas vorsichtig, da diese die verwendeten Lautsprecher gnadenlos in die Knie zwingen würde. Wer im größeren Raum und mit höherem Pegel hört, sollte die CEOL daher besser mit andeeren Lautsprechern verwenden und nur die Headunit einzeln erstehen.
Als nächsten Titel haben wir uns "Long Way To Go" der Andreas Diehlmann Band ausgesucht. Auch dieses Stück beginnt mit einer Akustikgitarre, die die CEOL N12DAB präzise präsentiert. Bereits nach wenigen Momenten nimmt der Titel an Geschwindigkeit zu, die Gesamtwiedergabe bleibt aber klar, sauber und sehr gut strukturiert. Die verwendeten Gitarren sowie das Schlagzeug erklingen mit ausgezeichneter Präsenz. Überragend kann auch die rauchige Stimme von Andreas abgezeichnet werden. Da wir die "Super Dynamic Bass" Funktion aktiviert haben, wirkt der Bassbereich ebenfalls präsent, und trotz der Zusatzfunktion leidet die Präzision nicht.
Wir wechseln das Genre und spielen unserer Denon Kombi "Try Again" von der bereits verstorbenen Künstlerin Aaliyah zu. Sehr gerne verwenden wir diesen Titel, da er eine gute Mischung aus R&B-Elementen und der sehr fordernden Stimmfarbe von Aaliyah bietet. Auch hier können unsere Testsamples mit einer sehr potenten Gesamtwiedergabe punkten. Die Systemlösung übermittelt einen satten Bass in unseren Hörraum, ohne dabei die vokalen Element zu stiefmütterlich zu behandeln - im Gegenteil: Eine saubere akustische Balance bleibt stets erhalten. Die Harmonie und das Zusammenspiel aus der speziellen Stimmfarbe sowie den elektronischen Effekten gelingt hervorragend.

Abschließen möchten wir unsere Klangwertung etwas ungewöhnlich, aber wir möchten gerne wissen, was die CEOL Headunit an Leistungsreserven besitzt. Wir verbinden dafür unsere Canton Townus 30 aus unserem Referenz-Set mit der Denon Komponente. Jetzt wird es sehr fordernd für die CEOL und wir starten den Titel "Altes Kamuffel" von Paul Kalkbrenner. Zu Beginn des Tracks wird sofort klar, dass sich unsere Vermutung bewahrheitet. Die CEOL RCD-N12DAB verfügt über ausreichend Kraftreserven, um unsere Canton Townus 30 tatkräftig anzutreiben. Im ersten Schritt, schalten wir die "Super Dynamic Bass" Funktion aus, da der Bassbereich auf uns etwas überladen wirkt. Die zu Beginn des Titel verzerrten elektronische Klänge treten sehr stimmig auf. Der Bass hat ein ordentliches Fundament und eine sehr gute Struktur. Ebenfalls überragend meistert die CEOL Komponente die tieffrequenten Basspassagen. Die verwendeten Synthesizer wirken weder schrill nach aufdringlich, sondern werden hervorragend mit ins Gesamtgeschehen eingebunden.
Konkurrenzvergleich

- Teufel Motiv Home: Wir beginnen unseren Konkurrenzvergleich mit einem portablen All-In-One System, dem Teufel Motiv Home. Dieses ist für einen Kaufpreis von 549,99 EUR direkt im Onlineshop des Herstellers oder in einem der zahlreichen Flagshipstores erhältlich. Zur Disposition stehen eine schwarze oder weiße Farbvariante. Um den Teufel Motiv Home vielseitig nutzen zu können, verfügt der Lautsprecher über eine Chromecast-Netzwerkschnittstelle und kann komfortabel ins Heimnetzwerk eingebunden werden. Neben der klassischen Bluetooth-Verbindung in der Version 4.2 werden AirPlay 2, TIDAL Connect sowie Spotify Connect (inkl. Spotify Hifi) unterstützt. Zudem lässt sich der Motiv Home in ein vorhandenes Chromecast Multiroom Setup integrieren. Die Sprachassistenten Amazon Alexa sowie Apple Siri können ebenfalls verwendet werden. Im Inneren des Teufel Device werkelt ein 5-Kanal-Class-D Verstärker mit 70 Watt RMS Leistung. Der kräftige Class D Verstärker versorgt die 4 x 2 Zoll großen Vollbereichstreiber sowie einen 5 Zoll großen Subwoofer, der Mittig in der Front platziert ist. Auf der Rückseite befinden sich zusätzlich noch zwei Passivradiatoren. Durch den integrierten Li-Ion Akku ist der Lautsprecher flexibel einsetzbar und kann z.B. ein Grillfest beschallen. In unseren Klangtestreihen überzeugte uns der Teufel Speaker mit einem sehr kultivierten, kräftigen und facettenreichen Klang. Selbst kritische Klangbeispiele meisterte er gekonnt. Ausgezeichnet hat uns gefallen, dass jedes Genre überzeugend dargeboten wurde. Die Dynamore Ultra Technologie bescherte überdies ein sehr breites und luftiges Klangbild, selbst in größeren Räumen. Über einen DAB+ Tuner sowie ein CD-Laufwerk verfügt das Teufel Device nicht.

- Kenwood CR-ST700SCD: Weiter geht es mit dem Kenwood CR-ST700SCD. Das optisch schlicht gehaltene Device ist in einer silbernen sowie schwarzen Farbvariante für 399 EUR im Handel erhältlich. Durch eine integrierte Netzwerkschnittstelle sind Audiostreaming und Internetradio per WLAN möglich. Der Nutzer erhält zudem Zugriff auf Streaming-Plattformen wie z.B. Amazon Music, Deezer oder Spotify Connect. Als besonderes Highlight unterstützt die CR-ST700SCD die Wiedergabe des unkomprimierten Streaming-Angebotes von Spotify HiFi. Ebenfalls sind zahlreiche Internetradiosender aus aller Welt abrufbar. Neben einem integrierten DAB+/FM Tuner besitzt die smarte Komplettanlage zusätzlich einen konventionellen CD-Player sowie Bluetooth Audio Streaming. Das 2.1 Lautsprecher-Arrangement verfügt über zwei 2,5" messende Fullrange-Treiber sowie über eine 4" großen Subwoofer, der nach dem Downfire-Prinzip arbeitet. Die integrierte Endstufe versorgt die beiden Fullrange-Treiber mit je 4 Watt Leistung und den Tieftöner mit 34 Watt. Somit bringt das CR-ST700SCD eine Gesamtleistung von 43 Watt mit. Das Gehäuse der Kenwood CR-ST700SCD ist aus Kunststoff hergestellt und mit einem silber-matten Finish versehen. Die Gehäusekanten weisen eine gute Verarbeitungsqualität auf, auch wenn die Übergänge nicht perfekt ausgeführt wurden und leichte Spaltmaße fühlbar sind. Sehr gut integriert in das Frontziergitter wurde das 2,8" große farbig darstellende TFT-Display. Mit einer Einlesezeit von knappen 10 Sekunden begnügt sich das integrierte CD-Laufwerk doch sehr viel Zeit, bis die Disc abspielbereit ist. Leider unterstützt die CR-ST700SCD kein AirPlay 2, "Apple-Jünger" können aber dennoch ihre Inhalte mittels Bluetooth Audio-Streaming auf der Kenwood Anlage wiedergeben lassen. Klanglich waren wir von dem Radio komplett überrascht. So bot dieses einen tollen räumlichen Klang, in Verbindung mit einer hervorragenden Stimmwiedergabe. Auch beim Thema Tiefgang waren wir erstaunt, was das Multitalent im Stande war, zu leisten. Die Bässe wirkten in unserem Hörraum knackig sowie präzise zugleich.

- Technics SA-C600 und SB-C600: Die nächsten Kontrahenten kommen vom Kult-Hersteller Technics. Der CD-/Netzwerk-Receiver SA-C600 sowie die 2-Wege-Lautsprecher SB-C600 kosten jeweils 999 EUR, somit zusammen 1.998 EUR. Der SA-C600 setzt auf einen volldigitalen Verstärker und auch die JENO Engine ist mit an Bord. Weiterhin ist der CD-Netzwerk-Receiver mit Technics Space Tune ausgestattet. Mittels dieser Funktion wird eine akustische Abstimmung auf den Aufstellungsort und den Aufstellungsraum ermöglicht. Ob das Device frei im Raum, wandnah, nahe einer Raumecke oder in einem Regal aufgestellt wird, kann hier entsprechend berücksichtigt werden. Die Einmessung mittels Space Tune ist in die Technics Audio Center App integriert. Neben gängigen Low- und Hi-Res-Formaten unterstützt der SA-C600 auch MQA, was die Flexibilität deutlich erhöht. Bei unseren damaligen Testreihen mit TIDAL-Titeln im MQA-Format wurden diese sofort erkannt und entsprechend wiedergegeben. Weiterhin ist das Multitalent auch kompatibel zu Spotify Connect, Apple AirPlay 2 und Google Chromecast ist ebenfalls eingebaut. Dies ermöglicht eine Integration in Google Home-basierte Multiroom-Netzwerke. Neben der Kompatibilität zu zahlreichen Musikdiensten wie TIDAL oder Amazon Music ist auch eine Internet Radio-Plattform integriert. Das eingebaute WLAN-Modul ist in Dualband-Bauweise ausgeführt (2,4/5 GHz). Für die schnelle kabellose Einbindung von Smartdevices steht darüber hinaus Bluetooth zur Verfügung. Leider fehlt ein HDMI-Ausgang für den komfortablen Anschluss an den Fernseher. Die Verarbeitungsqualität der SB-C600 Lautsprecher möchten wir als zu einfach titulieren, vor allem in Anbetracht des hohen Kaufpreises. Eine koaxiale 2-Wege-Einheit fungiert als Treiber, der Hochtöner (2,5 cm Kalotte) sitzt im Zentrum des Mitteltöners (15 cm Konustreiber). 60 Watt Langzeit-Belastbarkeit und 120 Watt kurzzeitige Belastbarkeit stehen in den Datenblättern. Die Technics-Kombination aus SA-C600 CD-/Netzwerk-Receiver und 2-Wege-Lautsprecher SB-C600 kann aus klanglicher Perspektive absolut überzeugen. Fest steht aber, dass der SA-C600 deutlich mehr Potential besitzt, als die SB-C600 umsetzen können.

- Denon Home 350: Abschließen möchten wir unseren Konkurrenzvergleich mit einem Device aus der Denon Home Familie. Der Denon Home 350 ist für 699 EUR in einer schwarzen sowie weißen Farbvariante verfügbar. Der All-In-One Speaker unterstützt eine Vielzahl an Streaming-Diensten. Der mächtige Lautsprecher bietet unter anderem WLAN, AirPlay 2 und Bluetooth sowie die Kompatibilität zu Streaming-Diensten wie Spotify, Tune In, Amazon Music, deezer, Napster, Soundcloud sowie Tidal. Durch die auf der Rückseite befindliche USB-Buchse und den 3,5-mm-AUX-Eingang können auch andere Quellen direkt mit dem Denon Speaker verbunden werden. Support finden ALAC-, FLAC- und WAV-Dateien mit bis zu 192 kHz und 24 Bit sowie DSD-Dateien mit 2,8 und 5,6 MHz. DSD 11,2 MHz wird nicht unterstützt. Wer in seinem Zuhause bereits AV-Receiver oder auch Soundbars von Denon und Marantz sein eigen nennen darf, der kann seine Denon Home Lautsprecher problemlos zu bestehenden HEOS-Multiroom Gruppen hinzufügen. Zwei Denon Home Lautsprecher, die als Stereopaar gekoppelt sind, können überdies drahtlos mit einem Denon DSW-1H Subwoofer verbunden werden und arbeiten dann als ein 2.1-System. Die Leistungsreserven dieses Lautsprechers sind sehr beeindruckend, selbst für die beachtliche Gehäusegröße. Den möglichen Maximalpegel wird man, so komisch das klingen mag, im Alltag eher selten erreichen. Wer auf ein CD-Laufwerk sowie einen DAB+ Tuner verzichten kann und einen optischen schicken und zeitlosen Speaker sein eigen nennen möchte, der kann zum Denon Home 350 greifen. Über einen HDMI-Eingang für die Verbindung zum TV, verfügt das Device allerdings nicht.
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Tags: CEOL • Denon • HEOS • Komplettsystem






