XXL-TEST: Denon AVC-X6800H - Pure Immersion mit 11 Endstufen zum fairen Preis?
HEOS

HEOS App
Mit der Integration von HEOS bringt der AVC-X6800H relevante Musikstreaming-Features sowie Multiroom-Optionen mit. Sieht man Qobuz ab, ermöglicht HEOS Zugriff auf die relevanten Musikstreaming-Angebote, auch TIDAL ist seit dem letzten Update mit 192kHz/24-Bit FLAC-Wiedergabe möglich. Darüber hinaus gibt es Spotify, Amazon Music, deezer, napster Soundcloud sowie TuneIn Internetradio. Außerdem kann man Dateien von PCs, Servern oder NAS-Systemen über das Netzwerk wiedergeben. Neben den verlustbehaftet komprimierten Dateiformaten MP3, WMA und AAC werden die verlustfrei komprimierten Formate FLAC, ALAC und WAV ebenfalls unterstützt. Auch DSD wird verarbeitet, die maximale Auflösung beträgt 5,6MHz.
Zusammen mit anderen HEOS-fähigen Komponenten, z.B. den kompakten Lautsprechern der Denon Home Serie, kann man mit dem Denon AV-Verstärker ein Multiroom-Setup realisieren. Der Verstärker kann z.B. die via HEOS abgespielte Musik an alle verfügbaren Räume liefern. Das ist auch via Apple AirPlay 2 möglich und der AVC-X6800H arbeitet dank Roon Tested-Zertifikat auch mit der flexiblen Musikverwaltungssoftware zusammen. Bluetooth ist auch an Bord und es gibt die Möglichkeit, Funktionen über Amazon Alexa, Google Assistant und Apple Siri per Sprachbefehl zu steuern. Für die Netzwerkintegration kann Dualband-WLAN oder die Ethernet-Schnittstelle genutzt werden.
Die HEOS App ist übersichtlich, bietet ein attraktives, aufgeräumtes Design und bringt Funktionen wie Playlist- und Wartelistenerstellung mit. Das Fehlen von Qobuz ist schade, in Kombination mit Drittanbieter-Apps kann man dem AVC-X6800H aber auf die Sprünge helfen, um auch Dienste wiederzugeben, die grundsätzlich nicht Teil der HEOS-Plattform sind. Tidal Connect für alle, die die eigenen Streaminganbieter-Apps bevorzugen, wäre ebenfalls noch schön. Zuverlässigkeit war während des gesamten Testbetriebes gegeben und das Handling geht insgesamt recht einfach von der Hand.
Zahlreiche Screenshots von der HEOS App finden Sie in der Bildergalerie auf der letzten Seite:
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Klang

Audyssey ist ab Werk integriert und das Einmessmikrofon im Lieferumfang enthalten
Mit unserem 7.1.4-Setup reizen wir die Endstufen des AVC-X6800H voll aus. Sowohl im Front- als auch im Surround-Bereich kommen ausgewachsene Standlautsprecher zum Einsatz und zusammen mit den übrigen Kompaktlautsprechern kann sich der Denon Verstärker komplett austoben. Wir haben die Komponente zunächst per Einrichtungsassistent und Audyssey Setup eingemessen und können den MultEQ XT32 Reference EQ so jederzeit zuschalten. In unserem akustisch optimierten und Heimkino-gerecht stark bedämpften Raum darf der AVC-X6800H aber auch ohne Equalizing seine Stärke demonstrieren. Wir konzentrieren uns im Preview auf Filmton und starten direkt mit einem Action-Kracher.
Die aktuelle "Mission Impossible" für Tom Cruise titelt Dead Reckoning Part 1 und wer hier ein immersives 3D-Audio-Spektakel erwartet, wird von der Dolby Atmos-Tonspur nicht enttäuscht. Und genausowenig enttäuscht der Denon AV-Verstärker. Die ersten Sekunden mit dem unverkennbaren Score des Agenten-Thriller-Action-Reihe gelingen sehr dynamisch, spritzig und sind von hoher Klarheit geprägt. Wir starten direkt mit hohem Pegel, was der AVC-X6800H zunächst mit absoluter Souveränität quittiert. Der räumliche Eindruck ist von erster Sekunde an mit dichter Atmosphäre versehen und hüllt uns gelungen in eine akustische Sphäre. Der einsetzende Dialog setzt den klaren und transparenten Eindruck fort, hier gibt es nichts auszusetzen. Der Unterwasser-Eindruck wird sehr beklemmend ausgestaltet und einzelne Detaileffekte werden berücksichtigt. Tadellos empfinden wir auch die folgenden Dialoge mit sehr guter Stimmcharakteristik und hoher Verständlichkeit.
Wir springen rund eine Stunde vorwärts. Die beiden Hauptprotagonisten sind mit Handschellen aneinander gekettet und müssen in einem gelben Kleinwagen fliehen, um nicht zuviel von der Handlung zu verraten. Der Denon begeistert mit seiner sehr spritzigen, dynamischen und knackigen Wiedergabe, die mit einer außerordentlich guten Präzision überzeugt. Wir kennen zwar den direkten Vergleich mit dem AVC-A1H, der insbesondere mit der Dirac-Einmessung hier nochmal eine Schippe nachlegt und bzgl. der direktionalen Nachvollziehbarkeit schon High-End-Ansprüche befriedigen kann. Aber auch die kleinere Komponente liefert hier ein erstaunlich strukturiertes Klangbild ab. Effekte, die in 360 Grad um den Zuhörer stattfinden, kann man an jeder Position der Kulisse problemlos zuordnen und verfolgen. Die Motorengeräusche sowie auch Zusammenstöße und Unfälle gelingen kraftvoll und nachdrücklich, aber stets präzise. Der Unterschied zwischen der Isetta und dem Humvee könnte eindeutiger nicht sein. Surround-Effekte geben keinerlei Anlass zu Kritik, werden blitzschnell umgesetzt und lösen sich exzellent von den Lautsprecherkomponenten. Man sitzt inmitten einer authentischen, mitreißenden Klangkulisse. Der Hubschrauber ist ganz klar in der Top-Ebene angesiedelt und auch, als mit dem Einsetzen der Musik die Bühne noch komplexer wird, bereitet es dem AVC-X6800H keine Probleme.
Bei der Zuschaltung von Audyssey stellen wir erfreut fest, dass es auf die immersive Atmosphäre nur geringfügig negativen Einfluss nimmt, wenngleich auch die Klarheit und Detaillierung in den obersten Frequenzregionen ein wenig nachlässt. Eine leichte Mode im Bassbereich, die wir aufgrund der räumlichen Gegebenheiten nicht gänzlich mit den akustischen Optimierungen eliminieren Konten, wird gut ausgebügelt, was mit etwas Nachdruckverlust in den untersten Regionen und auch etwas weniger Durchschlagskraft im Kickbassbereich erkauft wird. Der Algorithmus arbeitet insgesamt auf hohem Niveau, greift für unsere Räumlichkeiten aber an mancher Stelle etwas zu stark ein. Der ausgezeichnete Gesamteindruck leidet darunter nicht eklatant und in einer nicht optimierten Umgebung oder einem konventionellen Wohnzimmer ist Audyssey immer noch eine gute Wahl. Bei schwierigen Räumen und, wer auch ohne allzu viele Raumoptimierungen ein sehr präzises und maximal klar definiertes Klangbild bevorzugt, setzt auf Dirac Live.
Unser zweites Beispiel ist "Twister" in der Version von Turbine. Die UHD Blu-ray ist mit einer Auro-3D Tonspur versehen und behält sich vor, den Zuschauer besonders einhüllend in das Auge eines Wirbelsturms zu transportieren. Das beweist die Scheibe, in Verbindung mit dem AVC-X6800H, bereits in den ersten Szenen des Klassikers aus dem Jahre 1996. Recht unscheinbar und mit leichter Zurückhaltung beginnen zunächst die Windgeräusche und Blitze, die allerdings die beklemmende Atmosphäre sofort sehr gut rüberbringen und mit tadelloser Authentizität in der weitläufigen Klangkulisse platziert sind. Der Wind nimmt zu, wird immer stärker und schon nach knapp vier Minuten fühlt man sich, als würde der tosende Luftstrom durchs Heimkino und am Kopf des Zuhörers vorbeifegen. Dabei realisiert der Denon AV-Verstärker eine geschlossene, lückenlose Surround- und Überkopf-Kulisse, in deren Mitte man sich befindet. Die Dialoge sind geringfügig leiser abgemischt als z.B. beim vorherigen Beispiel, allerdings immer noch sehr gut verständlich und von sehr guter Stimmcharakteristik geprägt. Im sechsten und siebten Kapitel geht es zum ersten Mal auf die Jagd nach den "Twistern" und das Geschehen nimmt an Brisanz zu. Mit authentischen, nicht übertriebenen Motorengeräuschen der SUVs und Pick-Ups und einem schallenden Deep Purple-Solo sowie nachfolgender Klassik nimmt uns der Denon AVC mit und realisiert eine dynamische, immersive Atmosphäre. Nicht mehr ganz so entspannt ist es nur wenige Minuten später, als der Tornado seine volle Kraft entfaltet. Alle Lautsprecherkomponenten sind nun im Einsatz und wir nehmen auch Lautstärke-technisch keine Rücksicht. Den AVC-X6800H juckt es nicht, absolut souverän und ohne nachvollziehbare klangliche Auswirkungen wird das Geschehen abgebildet. Umherfliegendes Geröll oder sonstige Teile lassen sich in ihrer Richtung ohne große Mühe nachverfolgen und auch untenrum wird ein beeindruckendes Fundament generiert. Die tiefen Regionen wirken nicht ganz so durchstrukturiert, die mächtige Kraft des Wirbelsturms wird aber tadellos vermittelt und einzelne Bässe kommen präzise auf den Punkt. Schon beinahe erleichtert ist man als Zuschauer, wenn der Sturm vorübergezogen ist, man Philip Seymour Hofmanns begeisterte Ausrufe hört und sich die gesamte Atmosphäre entspannt.
Als weiteres Beispiel haben wir uns die DTS:X-Tonspur des Klassikers Jurassic Park ausgesucht und wählen hier die spannende Szene nach einer knappen Stunde Laufzeit. Die Protagonisten sitzen hier in strömendem Regen in ihren 4x4 Jeeps, als plötzlich der Strom ausfällt und die PKWs vor dem nun nicht mehr elektrifizierten Zaun zum Stehen kommen. Der Zaun hält normalerweise den Tyrannosaurus Rex davon ab, außerhalb seines Geländes auf Beutezug zu gehen - man kann also bereits ahnen, was folgen wird. Doch schon bevor die riesige Echse überhaupt die Bühne betritt, bietet der AVC-X6800H schon ein enorm beklemmendes Gefühl und präsentiert dank seiner dichten Atmosphäre eine sehr spannungsgeladene Atmosphäre. Der Regen hüllt den Zuschauer ein, man ist praktisch völlig davon umgeben, erkennt aber ganz eindeutig die Herkunft der prasselnden Tropfen von oben.
Das Klangbild ist zudem von hoher Klarheit geprägt. Einfache Details, wie z.B. das Tastaturklicken von Samuel L. Jackson, das Öffnen der Gehege-Tore durch den "abtrünnigen" IT-Spezialisten Nedry oder auch das Blöken der dem Tode geweihten Ziege werden detailliert abgebildet und sind exzellent ins Gesamtgeschehen eingebettet. Einsetzende Donner gelingt äußerst nachdrücklich und kraftvoll. Dank der hohen Präzision wirken sie enorm authentisch und können sanften Gemütern schon mal einen Schreck einjagen. Gleiches gilt, als sich der T-Rex mit seinen stampfenden Schritten ankündigt. Satt und nachdrücklich erklingen die Fußtritte und als ein Teil der toten Ziege auf dem Dach des Fahrzeugts landet, möchte man sich nahezu wegducken. Erneut demonstriert der Denon eine sehr klare, transparente Abbildung mit eindrucksvoller Höhenebene. Aber auch die Surrounds werden hervorragend mit einbezogen, so dass eine dichte, den Zuschauer komplett umschließende Klangsphäre generiert wird. Die Frontkulisse ist komplett geschlossen und stimmig und als der Saurier vor dem Auto der Kinder sein Brüllen in voller Lautstärke erklingen lässt, zuckt man praktisch zwangsläufig zusammen. Nicht zu spitz, aber dank genau passender Schärfe und dem enormem Nachdruck kann man sich sehr gut in die Lage der Insassen hineinversetzen. Stimmen und Dialoge bleiben auch im komplexen Geschehen exzellent verständlich und klar und als sich der T-Rex den flüchtigen Toilettengänger einverleibt, stellt der Denon AV-Verstärker nochmals seine schnelle Reaktionsfähigkeit unter Beweis. Insgesamt eine exzellente Darstellung dieser actionreichen, enorm spannenden Szene - hier schnellt der Puls selbst bei hartgesottenen Kino-Enthusiasten nach oben.
Der Denon AVC-X6800H darf sich bei uns auch an der Stereo-Wiedergabe versuchen und kann auch hier seine Stärken entsprechend ausspielen. Bei komplexen Hard Rock- und schnellen Metal-Sounds profitiert man von seiner hohen Präzision, dem schnellen Reaktionsverhalten und dem insgesamt sehr klaren und transparenten Klangbild. Der AV-Verstärker bildet eine weitläufige, authentische Bühne ab und differenziert die einzelnen Instrumente ausgezeichnet. Der sehr natürliche Bühnenaufbau gelingt mit hoher Detaillierung. Ob Gitarre, Piano oder auch gerade Schlagzeug und Percussion-Elemente. Auf die detaillierte und klare Darstellung der einzelnen Klangerzeuger kommt die geschlossene, durchweg harmonische Gesamtkulisse für einen erstaunlich audiophilen Stereo-Eindruck.
Ein harter Wechsel auf das dänische Gesangstalent "Agnes Obel" entlockt dem Denon AVC-X6800H weitere Qualitäten. Sanft, mit tollem dynamischen Anschlag gelingt das klassische Klavier. Hauptattraktion ist natürlich die gewaltige Stimme, die der Denon ebenfalls gekonnt realisiert. Das leichte Hauchen, die leichte Wärme kommt klar heraus und fügt sich nahtlos ins Geschehen ein.
Bei MEUTE profitiert man ganz besonders von der hohen Präzision und Geschwindigkeit, die die Denon AV-Komponente nicht nur im Bassbereich an den Tag legt. Kraftvoll, nachdrücklich, tief und schlichtweg genau auf den Punkt erfolgen die Paukenschläge. Dabei achtet der AV-Verstärker auch darauf, dass selbst bei harten Kicks und tiefen Bässen weder Nachhall noch ein Nachschwingen zu erkennen ist. Knochentrocken, extrem hart und schnell wird agiert. Hinzu kommen weitläufig im Raum platzierte Effekte und eine exakte Abbildung der Blechbläser. Auch die vereinzelten Glöckchen werden klar wiedergegeben, erklingen aber nicht zu scharf. Sicher, der Denon wird vermutlich im dedizierten Heimkino oder zumindest im weitgehend auf Filmton-Wiedergabe optimierten Wohnzimmer seinen Dienst verrichten, dem gelegentlichen Stereo-Musikgenuss steht aber nichts im Weg.
Konkurrenzvergleich
Im direkten Preisumfeld des AVC-X6800H haben wir kein aktuelles Testgerät zu Vergleichszwecken, allerdings wollen wir kurz auf die Einordnung im direkten Umfeld der Denon-Komponenten eingehen. Denon, glauben wir, hat den AVC-X6800H für den "preisbewussten" Anwender, der über ein großes Lautsprecher-Setup verfügt, konzipiert. Er ist drastisch günstiger als der AVC-A1H, akustisch allerdings näher am Flaggschiff als z.B. am AVC-X4800H. Er spielt außerordentlich präzise, sehr räumlich und immersiv, transparent und klar strukturiert. Ebenso nachdrücklich und mit dichter Atmosphäre. Der AVC-A1H ist klar nochmals differenzierter, direktionale Effekte werden nochmals klarer und deutlicher erfasst und er bringt darüber hinaus eine gewisse Leichtigkeit mit, die subjektiv einen nochmals authentischeren Eindruck und ein gänzlich unanstrengendes, homogenes Hörerlebnis ermöglicht. Das sind allerdings schon Feinheiten, auf die man bei der Filmwiedergabe besonders achten muss. Bei der Musikwiedergabe gibt sich das Topmodell etwas emotionaler, geschlossener, insbesondere im Stereobetrieb arbeitet er auf einem höheren Level. Sieht man sich den inneren Aufbau an, lässt sich auch leichter erkennen, wieso der AVC-A1H praktisch das Doppelte kostet (am Markt aber günstiger erhältlich ist). Wer keinerlei Kompromisse eingehen will, der kommt hier nicht vorbei. Der größte und offensichtlichste Unterschied aber liegt in der Anzahl der Endstufen. Wer glaubt, der AVC-A1H könne ein entsprechendes Setup nicht souverän befeuern, dem legen wir unseren Artikel aus dem Sound United Hauptquartier (Klick!) nahe. Wir haben das Topmodell hier zusammen mit einem ausgewachsenen 9.1.4-Lautsprecher-Setup mit B&W-Standboxen gehört und waren vollumfänglich überzeugt. Der Hype um den Boliden ist gerechtfertigt. Aber wem 11 statt der 15 Endstufen ausreichen, und das wird bei sehr vielen Anwendern der Fall sein, der macht mit dem AVC-X6800H einen exzellenten Schnitt. Sowohl aus akustischer Sicht und auch aufgrund des praktisch identischen Feature-Umfangs. Rein von der Performance her weist der AVC-A1H das kleinere Modell in die Schranken. Berücksichtigt man das Preis-/Leistungsverhältnis gibt es aber ebenfalls einen klaren Sieger und der heißt AVC-X6800H.
Auch bei Yamaha gibt es Optionen. Sowohl der RX-A8A als auch der RX-A6A (Testbericht!) sind inzwischen günstiger zu haben als der neue Denon und ähnlich gut ausgestattet. Bei den 3D-Tonformaten gibt es auch hier Support für Dolby Atmos, DTS:X (ohne Pro) und Auro-3D, auf IMAX Enhanced muss man verzichten. Wer gerne auch bei 3D-Audio-Tonspuren auf Audio-Upscaler setzt, für den ist Surround:AI durchaus interessant - hier werden auch die Höheninformationen einer Atmos oder DTS:X-Spur berücksichtigt. Der RX-A6A bietet neun Endstufen, der RX-A8A identisch zum AVC-X6800H ebenfalls elf Stück, allerdings gibt es hier keine 13.2-Signalverarbeitung, wenn man das Lautsprecher-Setup doch einmal erweitern möchte. Außerdem ist man auf zwei Subwoofer-Ausgänge beschränkt. Akustisch sind die Yamaha-Mehrkanal-Komponenten von enormer Auflösung und Präzision geprägt. Der Denon steht hier aber kaum nach und zeigt dafür eine sehr dichte Atmosphäre bei ebenfalls geschlossener, sehr harmonischer Kulisse. Die Verarbeitungsqualität ist bei beiden auf hohem Niveau, das Design ist aber natürlich völlig verschieden. Während Yamaha auf ein fortschrittlich progressives Design mit kleinem Display setzt, bleibt Denon beim bewährten Aufbau. YPAO arbeitet im Vergleich zu Audyssey unserer Meinung nach etwas präziser, allerdings gibt es hier keine Möglichkeit, Dirac zu nutzen. Das Menü ist sowohl bei Denon als auch Yamaha übersichtlich, allerdings gibt es bei Yamaha keinen derart ausführlichen Einrichtungsassistenten im Gerät, hier muss man auf die AV Setup Guide zurückgreifen. Dafür erhält man ein vollumfängliches Web-Interface (Klick!) - das gibt es aber auch bei Denon. Bei HDMI sind beide praktisch auf identischem Level, Yamaha hat hier mittels Firmware-Updates noch fehlende HDMI 2.1-Features freigeschaltet. MusicCast und HEOS sind beide ähnlich betriebssicher und stabil, MusicCast unterstützt zusätzlich Qobuz und man kann drahtlos Rear-Lautsprecher einbinden. Die Fernbedienung gefällt uns bei Yamaha, hauptsächlich aufgrund der eleganten Tastenbeleuchtung, besser.

Denon AVC-X6800H
Fazit
Im finalen Test bestätigen sich die hervorragenden Eindrücke aus dem Preview. Denon hat bei der Entwicklung, insbesondere im Bereich der akustischen Leistungsfähigkeit, auch beim Vize-Flaggschiff äußerst hohe Ansprüche gestellt. Im Mehrkanal-Betrieb, ob Dolby Atmos oder Auro-3D, zieht der AV-Verstärker den Zuhörer in seinen Bann und begeistert mit einer knackig dynamischen, erstaunlich präzisen und enorm immersiven Kulisse mit toller atmosphärischer Dichte. Auch Audyssey verrichtet in 2024 noch gute Dienste, wenngleich uns die Denon-Komponente im akustisch optimierten Raum ohne EQ-Raumkorrektur am besten gefallen hat. Zusätzlich hat man außerdem die Option, eine kostenpflichtige Dirac-Lizenz zu erwerben und zusammen mit einem entsprechend kalibrierten Mikrofon auf dieses, sehr präzise, Einmesssystem zu setzen. Selbst im akustisch optimierten Raum lassen sich hier noch Vorteile erzielen. Insbesondere dann, wenn man auf eine sehr exakte Abbildung und direktionale Nachverfolgbarkeit der Effekte wert legt. Auch im Bassbereich lassen sich hier problematische Moden noch abmildern für einen sehr trockenen, aber auch sehr nachdrücklichen und schlagkräftigen Tiefton. Unabhängig von Dirac bietet Denon hier auch interessante Optionen, wie z.B. eine "gerichtete" Basswiedergabe der Subwoofer bei mehreren Subs. Hier ist immer der Subwoofer aktiv, der dem Lautsprecher, welchem das Signal zugespielt wird, am nähsten ist.
Das Design ist traditionell und mit dem seit Jahren verwendeten Punktmatrix-Display eher auf Funktion als auf optischen Chic ausgelegt. Im dedizierten Heimkino, in dem der Verstärker vielleicht nicht einmal sichtbar ist, spielt das natürlich ohnehin keine Rolle. Davon unabhängig ist die Verarbeitung aber auf hohem Niveau, die Bedienelemente solide und der innere Aufbau absolut konsequent. HEOS ist insgesamt eine absolut solide Mehrkanal-Plattform. Native Unterstützung von Qobuz oder auch Tidal Connect würde das Ganze weiter abrunden. Etwas schwach finden wir, dass die Fernbedienung keine vollflächige aktive Beleuchtung mitbringt. Nichtsdestoweniger werden anspruchsvolle Mehrkanal-Enthusiasten mit größeren Lautsprecher-Setups im Denon AVC-X6800H einen absolut starken Partner finden, der nicht nur mit zahlreichen Features, sondern auch mit akustischer Kompetenz zum fair kalkulierten Kurs zu überzeugen weiß.
Preis-/Leistungs-Champion für große Lautsprecher-Setups - der AVC-X6800H liefert ein immersives, sehr präzises, dynamisches Klangbild an 11 Kanälen und ist zudem exzellent ausgestattet
AV-Verstärker Oberklasse
Test: 22.04.2024
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Tags: AV-Verstärker • Denon






