XXL-TEST: Bluesound Node Nano 030 - ultrakompakter, hochmoderner Streamer für 349 EUR
Klang
Um die verbauten, hochwertigen ESS-DACs auch zu verwenden, entschieden wir uns dafür, den NODE NANO analog mit unserem Test-Netzwerk-Receiver Yamaha R-N800A zu verbinden. Als Lautsprecher dienen uns bei den Klangtestreihen die PIEGA COAX 611, die akustisch überraschend gut mit dem relativ preiswerten Yamaha R-N800A harmonieren.
Wir beginnen die Testreihen mit "Nessun Dorma", gesungen von Jonas Kaufmann. Hier bringt der NODE NANO eine äußerst charismatische Stimmwiedergabe zustande, und der Aufbau der Arie wirkt klar sowie direkt. Die Räumlichkeit ist ausgezeichnet, was natürlich auch am Rest unserer HiFi-Kette liegt. Aber die Präzision, mit der die ESS-Wandler im NODE NANO arbeiten, scheint definitiv beachtlich zu sein, und es gibt zahlreiche teurere Streamer auf dem Markt, die über weniger hochwertige Digital-Analog-Wandler verfügen.
Wir setzen mit "The Look Of Love" von Diana Krall fort und stellen fest, dass diese ausgewogene, zugleich aber vielschichtige und dynamische Wiedergabe auch bei diesem Titel ein enormer Vorzug des NODE NANO ist. Mit einem tadellosen Feingefühl kommt Dianas Stimme heraus, und die instrumentale Begleitung präsentiert sich aufgeräumt und bekommt trotz der Fokussierung auf die vokale Präsenz noch genug Entfaltungsspielraum eingeräumt. Das Klavier wird tonal sauber getroffen, und wir sind überrascht von der authentischen Darstellung des Tasteninstruments. Kleine Dynamikunterschiede innerhalb von Dianas Gesang kommen impulstreu heraus.
"The Good Life" von Star-Trompeter Till Brönner folgt jetzt, und mit dem NODE NANO kann man im wahrsten Wortsinn ein "gutes Leben" genießen. Zumindest aus akustischer Perspektive gibt es praktisch nichts auszusetzen. Die Trompete und auch das Klavier wirken homogen und kultiviert, ohne es an Konturen und Einzelheiten missen zu lassen. Der straffe sowie präzise Bass ist ein weiterer Vorzug. Die gesamte räumliche Ausgestaltung ist ausgesprochen realistisch und wirkt zu keinem Zeitpunkt überzogen oder zu zurückhaltend. Dem einen oder anderen Leser mag dies nun übertrieben vorkommen, denn schließlich sind ein klanglich ausgezeichneter Netzwerk-Receiver und sehr hochwertige Lautsprecher ja auch noch da. Das ist auch völlig korrekt, diese beiden Posten beeinflussen die Qualität des Klangs maßgeblich. Aber ohne die exzellente D/A-Wandlung im NODE NANO und dessen konsequentes Schaltungslayout könnten beide anderen Komponenten ihr Können nicht so überzeugend entfalten.
Druckvoll und mit enormer Dynamik geht es bei der Nightwish-Coverversion von "Over The Hills And Far Away" zu. Wieder hören wir mit Begeisterung und nehmen einen exakten Bassbereich wahr, der ziemlich genau auf den Punkt kommt, und essen Konturen sehr passend eingepflegt werden. Der Gesang hat genau die passende Gewichtung, und rückt nie zu weit in den Hintergrund. Der Rhythmus mit all seinen dynamischen Wechseln kann präzise verfolgt werden, die Impulstreue ist ein weiteres Mal überzeugend. Zudem ist die Tonalität angenehm, nie zu harsch, aber auch nie zu gedämpft in den Höhen. Hier bietet unser Kette ein hervorragendes Teamwork, zu dem natürlich die COAX 611 mit ihren Premium-Treibern auch einiges beiträgt.
Wenden wir uns nun dem "Monster Mix" des Klassikers "Insomnia" von Faithless zu. Hier freuen wir uns direkt zu Beginn des Tracks schon über eine enorme räumliche Weite, die realistisch vermittelt wird und in die sämtliche vorhandenen elektronischen Effekte akkurat eingearbeitet werden. Der harte Bass hat das passende Timing, daher kann der gesamte Aufbau des Titels zu jedem Zeitpunkt nachvollzogen werden. Der Rhytmus hat genau die Ausdruckskraft, die man sich hier wünscht, und der gesamte akustische Eindruck wird davon geprägt, dass jedes klangliche Element genau am richtigen Platz sitzt - genau dadurch wirkt das Ergebnis so lebhaft, unmittelbar und ungefiltert.
Konkurrenzvergleich

Cambridge Audio MXN10: Mit 499 EUR ist der sauber verarbeitete, ebenfalls kompakte Netzwerkplayer teurer als der NODE NANO, weist dafür aber auch eine hochwertigere Materialqualität beim Gehäuse auf. Er besitzt ebenfalls hochwertige ESS-DACs vom Typ ESS Sabre ES9033Q und sehr umfangreiche Streaming-Optionen. Chromecast und AirPlay 2 sind integriert, und alles basiert auf der StreamMagic-Plattform von Cambridge Audio, die, wie auch der NANO, MQA ebenfalls unterstützt. Was sehr gut ist beim MXN10 und auch den Mehrpreis teilweise erklärt, ist die Verarbeitung von bis zu 768 kHz/32-Bit (PCM) und DSD512. Hier kann der NANO nicht mithalten, er offeriert eine Verarbeitung von bis zu 192 kHz/24-Bit und bis zu DSD256. Die Einrichtung des MXN10 geht ohne Schwierigkeiten einfach von der Hand. Klanglich überzeugt der britische Streamer durch den frischen, lebendigen Klang mit präzisem Bass- Der günstigere NODE NANO ist hier aber nicht abzuhängen.

Magnat MMS 730: Den Netzwerkplayer im klassischen 43 cm Rastermaß und mit firmschönem, edlem Metallgehäuse gibt es auf dem Markt für 349 EUR - also exakt zum identischen Preis wie den NODE NANO. Er unterstützt ebenso wie der NANO bis zu 192 kHz-/24-Bit, der DAC stammt hier aus dem Hause Wolfson. Das Device besitzt im Gegensatz zum NODA NANO und dem MXN10 von Cambridge Audio ein Display auf der Gerätefront. Wie bei den anderen Modellen ist Bluetooth an Bord, allerdings mittels externem Modul, das auf der Rückseite zu finden ist. Gesteuert wird der MMS 730 mit der Magnat Audio Stream App, und das Gerät verfügt sogar über einen DAB/DAB+ Tuner und einen FM-Radiotuner. Auch im Lieferumfang enthalten ist eine Fernbedienung. Was die Streaming-Fähigkeiten angeht, ist der MMS 730 inzwischen veraltet, kein AirPlay 2, kein Support für MQA und kein Chromecast sowie TIDAL Connect sind an Bord. Klanglich agiert der MMS 730 gut, ohne aber ganz an die homogene Präzision vom NANO und vom MXN10 heranzukommen.
Fazit

Der Bluesound NODE NANO ist für 349 EUR ein ultrakompakter Streamer, mit dem man nichts falsch machen kann. Das Gehäuse wirkt elegant und ist tadellos verarbeitet. Um den NODE NANO mit einem HiFi-Verstärker, einem Mehrkanal-Receiver oder einer Vorstufe zu verbonden, stehen digitale sowie analoge Anschlussmöglichkeiten zur Verfügung. Wird der NANO an eine ältere oder an eine recht preiswerte Komponente angeschlossen, so würden wir dies auf analogem Wege tun, denn die im NODE NANO eingesetzten ESS-D/A-Konverter machen einen hervorragenden Job - sie bieten deutlich mehr, als man in dieser Preisklasse erwarten kann. Die flexible BluOS-Plattform, mit deren Hilfe der NODE NANO seine praktischen Streaming-Fähigkeiten realisiert, stellt eine einfache und schnelle Einbindung ins Heimnetzwerk sicher. Es ist auch einfach, den kleinen Streamer in einen bestehenden BluOS Multiroom-Verbundg zu integrieren. Insgesamt eine echte Bereicherung der Bluesound-Produktpalette und ein absolut gelungenes NODE-Einstiegsmodell.
Ultrakompakt, sehr flexibel und mit hochwertigem DAC bestückt, stellt der NODE NANO eine hervorragende Wahl dar

Netzwerkplayer/Streamer bis 500 EUR
Test 17. September 2024
Test: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 17. September 2024
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Tags: Bluesound • Netzwerkplayer • NODE • Streamer






