TEST: Magnat MMS 730 - talentierter Netzwerk-Player/Streamer mit DAB/DAB+ Tuner?

Aktuell gibt es den Magnat Netzwerkplayer MMS 730 in den Magnat "Black Weeks" direkt im Online-Shop für 399 EUR (Normalpreis 599 EUR). Stellt das optisch elegante Gerät eine gute Wahl dar? Integriert sind Wolfson D/A-Wandler, wieviel Bit Tiefe und welche maximale Samplingfrequenz geboten werden, verrät Magnat nicht. Daher mussten wir den WM 8740 im Internet suchen und stellten fest, dass es sich um einen 192 kHz/24-Bit-DAC-Chip handelt, den es schon recht lange gibt, dessen Fähigkeiten aber nach wie vor als tadellos gelten. 

Display

Was die Ausstattung des MMS 730 angeht, wird einiges geboten. Denn nicht nur zahlreiche Streaming-Funktionen prägen das Gerät, sondern auch ein DAB/DAB+ Radiotuner, ein FM-Radiotuner (jeweils 40 Speicherplätze) und Bluetooth 5.0 mit aptX-HD. Auch eine USB-A-Schnittstelle zum Anschluss externer USB-Medien (leider nur maximal 8 GB fassend, gibt MP3 und WMA wieder) fehlt nicht.

Steuern kann man den MMS 730 mit der Magnat Audio Stream App. Mittels dieser kann man das Gerät auch in ein entsprechend kompatibles Multiroom-Netzwerk einbinden. Leider macht Magnat keine Angaben zu den Dateiformaten, die übers Netzwerk wiedergegeben werden können. Denn natürlich ist es auch möglich, auf Musikdateien zuzugreifen, die auf NAS-Systemen, Home Servern und PCs sowie Macs im Netzwerk zu finden sind. Wir haben überprüft: FLAC geht, MP3 geht, AAC geht. 

Verarbeitung

Hochwertige Materialqualität und präzise Passungen

Auch bei der Ansicht von oben überzeugt die Qualität

Gebürstete Aluminium-Frontblende

Die Bedienelemente sind ordentlich eingepasst

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Auch die Gerätestandfüße passen zum Gesamteindruck

Der MMS 730 kommt edel daher. Ein Vollmetallgehäuse und eine gebürstete Aluminiumfront sorgen für einen stimmigen Gesamteindruck. Das Display geht für die Preisklasse in Ordnung, könnte aber durchaus noch mehr Auflösung vertragen. Zu loben sind die hochwertigen Gerätestandfüße.

Fernbedienung und DAB-Antenne

Eine kleine, gut in der Hand liegende Fernbedienung gehört ebenfalls zum Lieferumfang. Diese besitzt richtige Tasten, keine Folientasten, und besteht aus relativ hochwertig wirkendem Kunststoff.

Gesamtübersicht Innenleben

Stromversorgung

Linkplay-Modul - die Streaming-Technologie basiert auf Linkplay

DAB-Tunermodul

D/A-Wandler

Im Inneren des MMS 730 sind nur wenige Platinen untergebracht. Die Qualität der Baugruppen ist tadellos, so verbaut Magnat beispielsweise einen Digital-Analog-Wandler von Wolfson. 

Anschlüsse

Rückseite

Externes, mit dem Gehäuse verschraubtes Bluetooth-Modul mit aptX-HD

Was gibt es an Anschlüssen? Einen analogen Cinch-Stereoausgang (fixer Level), einen optischen und eine koaxialen Digitalausgang, den Anschluss für die Radio-Antenne, eine RJ45 Ethernet-Schnittstelle (alternativ befindet sich auch WiFi im Ausstattungsumfang) sowie ein fest mit dem Gehäuse verschraubtes Bluetooth-Modul mit aptX-HD. Natürlich gibt es auch einen Antennenanschluss für die Radioantenne. Vorn ist noch ein USB-A-Terminal untergebracht. 

App

Magnats Stream-App basiert auf Linkplay

Gerät hinzufügen

Der MMS 730 wird sogleich entdeckt

Einbindung ins Heimnetzwerk (per WiFi)

Das sieht gut aus

Wo wird der MMS 730 untergebracht?

Kurze Bedien-Tipps in der App

Geräteliste

Weitere Optionen

Unterstützte Dienste

Service hinzufügen oder deaktivieren

Die auf Linkplay basierende App gibt keine Rätsel auf. Sie ist übersichtlich und einfach in der Handhabung. Während der Installation (WiFi) traten keinerlei Probleme auf, die Einbindung in unsere Netzwerk ging daher zügig vonstatten. 

Klang

Prinzipiell ist der Magnat MMS 730 recht leise, wenn man das Signal analog über Stereo-Cinch ausgibt. Da ist ein Verstärker oder ein Receiver sinnvoll, bei dem man den Pegel des analogen Eingangs, an dem der Magnat MMS 730 angeschlossen ist, hochregeln kann. Bei unserem Canton Smart Amp 5.1, an dem der MMS 730 unter anderem angeschlossen war, bietet sich diese Möglichkeit (bis hoch auf 6 dB). Hier raten wir zu einer Hochregelung auf + 4 dB im Falle des Smart Amp 5.1. Ansonsten lässt sich der Wolfson DAC nichts vorwerfen. Ein klarer sowie detailreicher Klang bei allen von uns angehörten Stücken konnte vernommen werden.

Das gilt für den DAB-Betrieb ebenso wie fürs Anhören von Musik über Spotify oder Tidal. Wir hörten die folgenden Tracks (hier, bei der analogen Signalausgabe, kann man die Güte des Klangs, wesentlich vom D/A-Wandler beeinflusst, durchaus beurteilen):

  • How Far Can We Go, Klaas: Sehr präzise Konturen im Bassbereich, Stimme wirkt plastisch, sehr frischer, lebendiger Klang - zugleich homogen (Tidal HiFi) 
  • I'm Still Standing, Elton John: Auch hier überzeugt wieder der recht runde, zugleich im Bassbereich exakte Klang. Das hat uns positiv überrascht, da dieser Track meist im Bereich der oberen Mitten aufgrund der schlechten Qualität der Quelle zum Dröhnen neigt (Spotify). 
  • Time To Say Goodbye, Andrea Bocelli/Sarah Brightman (Home Server, CD-Qualität): Fein arbeitet der MMS 730 die Stimmen von Sarah und Andrea heraus. Hier bewegt sich die Qualität seiner D/A-Wandlung locker auf dem Level von AV-Verstärkern/-Receivern der 1.000 bis 1.200 EUR-Liga beziehungsweise auf dem Niveau eines 800 EUR Stereo-Receivers/Verstärkers. Besonders die Mischung aus feinem Gefühl, Präzision und doch weichen, nie zu forschen Übergängen hat uns überzeugt. 
  • Nessun Dorma, gesungen von Jonas Kaufmann "The Puccini Album), Hi-Res FLAC, 96 kHz/24-Bit: Auch hier wieder das Übliche: Eine minimal warme, sehr angenehme Wiedergabe, die aber trotz ihrer Verbindlichkeit niemals zu seicht oder undetailliert wirkt. Der dynamische Umfang der Darbietung ist ebenfalls tadellos.
  • Desperado, Adaption von Diana Krall, FLAC 48 kHz/24-Bit: Sehr gut ausbalancierte Stimmwiedergabe, ausgezeichnete, nahtlose Einarbeitung der Instrumente, sehr angenehm, zugleich frisch - absolut gelungene Abstimmung. 

Wer einen Verstärker oder Receiver mit hervorragenden DACs verwendet, schließt den MMS 730 dann auf digitalem Wege, entweder optisch oder koaxial, an. Auch hier gibt es erwartungsgemäß keinerlei Schwierigkeiten. Wir nehmen es uns an dieser Stelle aber nicht heraus, über den "Digitalklang" zu philosophieren. Wer ein vernünftig geschirmtes koaxiales Kabel oder ein qualitativ gutes optisches Kabel verwendet, wird keinerlei Schwierigkeiten haben. Unsummen für ein Digitalkabel auszugeben, ist nicht nötig. Hier genügen die Basismodelle der renommierten Hersteller, wie z.B. Oehlbach oder Audioquest völlig.Meist wird man auch keine überbordende Länge benötigen, da der Streamer vermutlich in der Nähe des Verstärkers oder Receivers untergebracht ist. Das sorgt auch dafür, dass sich der Preis in Grenzen hält, wenn man nur 0,5 Meter oder 1 Meter benötigt. 

Fazit

Der Magnat MMS 730 begeistert mit seiner edlen Optik und der hochwertigen Material- und Verarbeitungsqualität. Er lässt sich zudem mittels der auf Linkplay basierenden App komfortabel und problemlos handhaben. Die eingebauten Wolfson D/A-Wandler überzeugen durch ihre präzise Arbeit, die einen lebendigen und homogenen Klang sicherstellen. Dadurch, dass der MMS 730 kein reiner Streamer ist, sondern auch noch einen DAB/DAB+ Radiotuner sowie einen klassischen analogen Tuner mit an Bord hat, steigt der Gebrauchswert weiter. Sehr gut, dass eine moderne Bluetooth-Version (5.0) inklusive aptX HD an Bord ist. Nachteile: USB-Speichermedien, die angeschlossen werden, dürfen nur maximal 8 GB aufweisen. Zudem wird kein MQA unterstützt. Bei unserem Testsample war der Pegel (des leider fixen und nicht regelbaren) Cinch Analog-Audioausgangs relativ leise. Bilanzierend aber kann man für aktuell knapp 400 EUR kaum mehr erwarten. 

Edel auftretender Streamer/DAB-Radiotuner mit solider Ausstattung und hochwertigem DAC

Netzwerkplayer/Tuner obere Mittelklasse
Test 17. November 2020

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 20. November 2020

 

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