XXL-PREVIEW: Philips 65OLED808 - talentierter Bild-Champion mit Premium-Features
Bildqualität: Kingesman - The Golden Circle, Ultra HD Blu-ray (HDR10)
Ab Filmbeginn schauen wir den HDR10-Film mit dem "HDR Filmmaker Mode" an. Wir wählten diese Betriebsart aus, um eune möglichst authentische, realistische Darstellung zu erzielen. Bereits das 20th Century Fox-Logo direkt zu Beginn des Films sieht sehr differenziert aus, sehr feiner Kontrast - wir müssen noch ergänzen, dass unser Raum abgedunkelt ist. Gerade für den Filmmaker Mode ist das nach wie vor die beste Methode. Direkt schon von Beginn, ab dem Voirspann, fällt uns der breite Blickwinkel auf, ebenso das sehr geringe Panelrauschen - frührrt ein erstzunehmendes Problem.
In der nächsten Sequenz blendet sich das Kingsman-Logo ein, es gleitet von der Position hinter dem Zuschauer bis vor den Zuschauer, und das Schaufenster des "Bekleidungsgeschäfts" wird sichtbar. Sämtliche Bewegungen verlaufen ruhig, stabil, mit gleichbleibender Bildschärfe. Der Philips liefert eine satte, aber nicht überzogene Farbgebung, einen augenfreundlichen, akkurat gestaffelten Kontrast und eine enorm hohe Bildschärfe, die aber trotzdem nie überzogen erscheint: Doppelkonturen finden sich keine, wenn man den Schärferegler nicht übertrieben weit aufzieht.
Jetzt wird der neue Kingsman Eggsy in den Fokus gerückt, und sogleich taucht auch sein Widersacher Charlie Hesketh auf - direkt identifiziert durch die "Scan-Brille" des Kingsman Eggsy. Die beiden gehen aufeinander zu, hier zeigt sich eine minimale Unschärfe bei der Darstellung der Pflasterplatten auf der Straße. Der Nadelstreifenanzug von Eggsy plus Kravatte und die perfekt sitzende Frisur des Spezialagenten bringt der OLED808 hervorragend zur Geltung.
Nun kommen Jaguar SUVs, die mit Komplizen von Charlie besetzt sind und Eggsy zusätzlich in die Enge treiben möchten. Eggsy begibt sich nun ins Kingsman-Spezialtaxi, überwältigt Charlie zunächst und eine wilde Fahrt durchs abendliche London beginnt. Hierbei sind die Risse im Asphalt der Straße ebenso gut erkennbar wie die edle Innenausstattung mit Leder & Holz des London-Taxis, die während der Schlägerei, die zwischen dem Agenten und Charlie entbrennt, empfindlich Federn lassen muss. Zerbrochenes Glas und entsprechende Scherben sind da noch das geringste Übel. Aber auch der mit Schmutz, Trümmern und Patronenhülsen übersähte Hochflor-Teppichboden des Taxis wird hervorragend dárgestellt.
Der OLED808 holt nahezu jede Einzelheit heraus und präsentiert uns ein äußerst plastisches sowie dynamisches Bild - erneut fällt auf, wie enorm scharf es ist, ohne zugleich unpassende Überschärfungseffeke zu zeigen. Alle Bewegungen laufen sauber und scharf ab, und auch während schneller Bewegungen gibt es keine Verluste innerhalb der Detaillierung. Auch die wilden Stunts von Eggsy, der zeitweise auf einer abgerissenen Tür des Taxis hinter dem Fahrzeug auf der Straße schleift, präsentieren sich äußerst scharf und bewegungsstabil. Der Funkelflug der Tür auf der Straße kommt sehr präzise zur Geltung.
Die gesamte Verfolungsjagd mit wechselnden Perspektiven - mal direkt auf der Straße, mal die Vogelperspektive - managt der OLED808 mit der unerschütterlichen Souveränität eines Spitzenprodukts. Die Jaguar-SUVs, aus deren Dach Scharfschützen mit fest installierten Automatikwaffen das Feuer eröffnen, mit ihren LED/oder Xenon-Scheinwerfern werden mit klaren, sauberen Konturen dargestellt. Auch bei der Sicht von oben präsentiert uns der Philips sehr viele Details, und auffällig ist, wie vielschichtig und räumlich gut gestaffelt der OLED uns alle Ereignisse auf den Screen holt. Die Gebäude, welche die Straßen säumen, oder andere Fahrzeuge detailliert unser Testkandidat hervorragend durch, was für einen kompletten, umfassenden Bildeindruck sorgt.
Mit unterschiedlichen Lichtverhältnissen kommt der OLED808 überragend zurecht und produziert keine unschönen Überstrahlungseffekte. Auch, wenn es nur wenig Licht im Bild gibt wie später in den Szenen im Park, versagt der hochwertige Smart-Fernseher keinesfalls. Klar, wir müssen bedenken, dass bei uns im Aufstellungsraum völlige Dunkelheit herrscht und daher keine Höchstleistungen hinsichtlich der maximalen Panelhelligkeit erforderlich sind. Aber wie fein und differenziert der TV die Einzelheiten ins Gesamtbild integriert, das verdient schon Respekt. Auch, als das Schloss auftaucht, in dem Merlin alias Mark Strong alles überwacht und koordiniert, beeindruckt uns, wie fein nivelliert der OLED808 die komplexe Fassada darstellt. Auch hier wieder - enorme Bildschärfe trifft auf praktisch nicht vorhandenes Panelrauschen.
Bild TV-Tuner (DVB-T) plus Ambilight
Wenden wir uns dem Tuner zu. Wie oft auch typisch für die tägliche Praxis, haben wir nun alle Jalousien geöffnet - der OLED808 hat aber in gewissem Sinne Glück, draußen ist ein regnerischer Tag und es herrscht kein helles Sonnenlicht, das auch Fernseher mit äußerst hellen Panels allein schon wegen der intensiven Reflexionen vor größere Hürden stellt. Trotzdem findet sich natürlich deutlicher externer Lichteinfall, und daher kann man schon beuteilen, wie es um die maximale Helligkeit bestellt ist. Bei diesem eher trüb-regnerischen Wetter stören Reflexionen nicht allzu sehr, auch wenn die Oberfläche des OLED808 durchaus eine wirklich effiziente Entspiegelung vertragen könnte, wie bei den meisten OLEDs. Auch, wenn die Hersteller angeben, durchaus Maßnahmen ergreiffen zu haben, ist da noch einiges Potential - wobei wir durchaus begreifen, dass es nicht einfach ist, wenig Reflexionen mit einem klaren, dynamischen Bild treffend zu verbinden. Fest steht auf jeden Fall, dass es sehr gut um die Helligkeit des Panels bestellt ist - die man nicht einmal, zumindest nicht unter unseren Test-Bedingungen, voll ausschöpfen muss. Wir greifen nämlich zum angenehmen Heimkino-Modus, der mit einer augenfreundlichen Helligkeit, realistischen Farben und einem sehr guten Kontrast aufwarten kann und sich demnach auch für längeres Sehen tadellos eignet.
Kommen wir nun zum Tuner. Die Bildgüte ist tadellos, und diese profitiert natürlich vom enorm rauscharmen, präzisen Upscaling des verbauten KI-Prozessors P5 in der aktuellen 2023er Generation. Scalingrauschenn findet sich kaum, und auch feine Konturen werden einwandfrei hochgerechnet. Klar ist, dass beim ARD-Mittagsmagazin, das gerade live läuft, starke Wechsel hinsichtlich der Bildqualität zu beobachten sind, was am Quellmaterial liegt. Von Studioaufnahmen über Umgebungsaufnahmen bis hin zum schwachen Qualitätsstandard bei Video-Interviews ist hier die Range weit. Die Szenen, die im Studio gefilmt werden, gibt der OLED808 in ausgezeichneter Bildschärfe wieder, auch die Farbgebung erscheint realistisch. Wo modernes Film-Equipment im Spiel ist, holt der Philips trotz der bescheidenen Auflösung der Quelle ein tadellos scharfes, schnörkellos-sauberes Bild heraus. Auch der Kontrast ist, obwohl es klassisches SDR-Material ist, differenziert und akkurat dargestellt. Auch aus relativ dunklen Sequenzen werden viele Details geholt.
Der Tuner agiert relativ rauscharm, das Bild wirkt allerdings minimal synthetisch - das ist allerdings Meckern auf hohem Niveau. Wenn man das sehr natürliche Filmbild des Philips gewohnt ist, fällt der leicht teigige Eindruck, z.B. wenn man ein Gesicht auf dem Bildschirm erblickt, doch auf. Hier zeigt sich eben, dass kein auch noch so guter Tuner und kein auch noch so guter Bildprozessor die Schwächen niedriger Auflösungen optimal kaschieren kann. Die Hautfarben trifft der Philips gut, aber die Hautoberfläche kommt nicht perfekt heraus. Die Farbtreue des OLED808 ist stets ausgewogen, nur minimal driftet es manchmal ins Rötliche ab - aber auch das ist natürlich vom Quellmaterall abhängig. Wie bereits in einem der vorangehenden Textabschnitte erwähnt, können wir für die Display-Helligkeit nur lobende Worte finden.
Kurz noch zu Ambilight einige Sätze. Für uns und für viele Käufer von Philips Smart-TVs ist Ambilight mit einer Vielzahl an Einstellmöglichkeiten (z.B. Ambilight-Stil einstellen, Audio folgen, Video folgen, Justage in Abstimmung mit der Wandfarbe im Aufstellungsraum z.B.) ein echter Pluspunkt - so ist es möglich, Ambilight auf die eigene Stimmung und aufs Quellmaterial gezielt anzupassen. Man kann noch tiefer ins Geschehen eintauchen und nimmt ein ganzheitliches Fernseherlebnis wahr. Natürlich sehen viele Hardcore-Filmfreaks das gänzlich anders und fühlen sich von Amblight abgelenkt oder gestört - daher kann man Ambilight selbstverständlich auch deaktivieren.
Klang: Kingsman, The Golden Circle, Filmbeginn
Der OLED 808 hinterlässt hier einen guten Eindruck, wenngleich es natürlich kleine Einschränkungen gibt. Wir haben uns für die KI-Klangaufbereitung entschieden, was durchaus verwunderlich ist - ganz gleich, welcher Hersteller, in den TV-Generationen der letzten Jahre, in denen auch bereits KI-basierte Prozessoren für Bild & Ton zum Einsatz kamen, waren die KI-Modi oft äußerst harsch und überdominant abgestimmt. Nicht so beim OLED808. Der Bass hat sogar etwas Durchsetzungskraft, wirkt aber nicht hoffnungslos überzogen, und die Räumlichkeit punktet ebenfalls und es entsteht der Eindruck echter Weitläufigkeit, wenn man nicht zu weit vom TV entfernt sitzt.
Alternativ haben wir den Modus "Raumklang" ausprobiert, der uns aber etwas zu zurückhaltend war. Die Stimmwiedergabe ist beim Kingsman-Film nicht perfekt, so nehmen wir die Stimme von Charlie als etwas zu blechern wahr. Ein erstaunlich gutes Fundament hingegen haben die Faustschläge, die im Taxi verteilt werden. Und, wie schon angedewutet, auch die räumliche Wirkung ist überraschend gut ausgeprägt.
Das gilt auch für die Pegelfestigkeit. Hand aufs Herz allerdings: Wer höhere akustische Anforderungen stellt, solte sich aus dem Philips-Portfolio gleich eine passende Soundbar dazu besorgen - ab der Soundbar-Mittelklasse gibt es hier recht erfreuliche klangluche Leistungen herauszuhören. Trotz Mimi-Optimierung und trotz der Einmessung mittels Mikrofon in der Fernbedienung - beides gut für einen homogenen, klaren Klang - werden richtige akustische Höhenflüge mit dem TV-Soundsystem nicht möglich. Das ist allerdings kein Defizit unseres Testkandidaten, auch andere OLEDs anderer Hersteller haben, außer in den Topmodellen, keine klangstärkeren Audiosysteme. In seiner Klasse kann sich der OLED808 gut behaupten.
Erstes Fazit

Der Philips OLED808 ist ein optisch sehr eleganter, hochwertiger 4K OLED-Smart-TV, der mit einer äußerst umfangreichen Ausstattung und einer hervorragenden Bildqualität viele Punkte einheimsen kann. Es mangelt an nichts: So gibt es aus visueller Sicht einen ausgezeichneten Video-EQ, eine Hilfe für die Bild-Ersteinrichtung sowie einen enorm leistungsfähigen Bildprozessor mit Künstlicher Intelligenz. Hinzu kommen aus akustischer Perspektive eine Einmessung des Audiosystems auf den Aufstellungsraum sowie die Mimi Hearing-Technologie für bestmögliches Hören mit dem OLED808. Wie üblich basiert der OLED808 auf einer Google TV-Plattform, die sich einfach und übersichtlich handhaben lässt. Er unterstützt alle gängigen HDR-Normen und überzeugt mit einem guten Tuner, der Farben präzise darstellt und wenig rauscht. Als Philips-typisches zusätzliches Ausstattungsmerkmal findet sich Ambilight - für uns ein echter Benefit.
Preview: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 14. August 2023
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Tags: 4K OLED-TV • Fernseher • OLED • Philips






