XXL-PREVIEW: LG OLED77G4 - Heller, schneller, besser: Das LG OLED-Topmodell in 77 Zoll
Video-EQ

Bildmenü "Helligkeit"

Menü "Farbe"

Farbe - Feineinstellung

Farbe - Weißabgleich

Bildmenü "Klarheit"

Klarheit, 2. Teil, mit der LG Frame Interpolation "TruMotion", die verschiedene Modi besitzt

Hier die TruMotion-Modi

Bei "Nutzerauswahl" kann man "Entwickeln" und "Schärfen" selber einstellen
Wichtige Parameter bei den erweiterten Einstellungen:
Helligkeit, Farbe, Klarheit (mit entsprechenden Submenüs), Auf alle Eingänge anwenden, und zurücksetzen. Man kann bestimmen, dass der Filmmaker Modus automatisch startet, wenn entsprechender Content erkannt wird, und es gibt die Option „weniger Blaulicht“. Rechts im Menü tauchen, das gilt für alle Einstellungen, Hilfetexte auf, die dem Anwender erläutern, wozu die jeweilige Funktion gut ist.
Auf das Submenü „Klarheit“ wollen wir noch im Speziellen eingehen. Hier finden sich die Parameter Schärfe anpassen, Super Resolution, Rauschunterdrückung, MPEG-Rauschunterdrückung, glatte Abstufung, echtes Kino und TruMotion, LGs Zwischenbildberechnung.
Ton-EQ

Menü "Ton"

Tonmenü - erweitert

Audioausgabe

Grafischer EQ
Bei den erweiterten Einstellungen finden sich hier zum Beispiel die Aktivierung von Dolby Atmos, ein Balance-Regler, ein grafischer EQ ist vorhanden (5 Bänder: 100 Hz 300 Hz, 1 kHz, 3 kHz, 10 kHz). Auch hier kann man auswählen, ob man die getroffenen Einstellungen auf alle Eingänge anwenden möchte. Die Installationsart (auf einem Ständer, an der Wand) kann noch festgelegt werden, und eine automatische Lautstärkeanpassung aktivieren. Weitere Parameter: DTV Audioeinstellungen, Bildschirm und Ton angleichen, HDMI Input Audio-Format, Fernsehtonmodus teilen, LG Sound Sync.
Bild, Mord im Orientexpress, ab Filmbeginn, Ultra HD Blu-ray, HDR10
Es gibt im HDR10-Betrieb etwas veränderte Bildmodi (HDR-Bildmodus): Das personalisierte Bild als Betriebsart ist ebenfalls vorhanden, Lebhaft, Standard, automatisch Energiesparen, Kino Home, Kino, Spieleoptimierer, sowie den Filmmaker Mode.
Wir wählen den Filmmaker Mode aus und starten den Film von Beginn. Die erste Sequenz in Jerusalem erfreut uns mit enormer Bildstabilität, erstklassiger Schärfe und einer authentischen Farbgebung, die natürlich auch wegen des überragenden Schwarzwertes, typisch OLED, besonders glaubwürdig herauskommt. Das Können des G4 erkennen wir beispielsweise an der Herausmodellierung der Klagemauer, jeder einzelne Stein mit den trockenen Gräsern in den Zwischenräumen ist ausgesprochen plastisch zu erkennen, und die verschiedenen Farbnuancen des sandigen Bodens präsentiert uns der G4 absolut farbrein. Bestechend ist, wie rauscharm das Panel ist, selbst wenn man unmittelbar vor dem G4 sitzt, erkennen wir praktisch kein vom Panel herrührendes Rauschen. Die Menschen, die sich vor der Klagemauer befinden, kommen sehr detailreich zum Ausdruck, auch Feinheiten an ihrer Kleidung.
Als dann zu Hercule Poirot übergeleitet wird, der gerade seine beiden Frühstückseier serviert bekommt und die Eier genau nachmisst, setzt der LG Maßstäbe, wie akkurat er die Kleidung des Meisterdetektivs darstellt, ohne Artefakte, wirklich scharf, aber nie überscharf. Der Raum, in dem sich das Ganze abspielt, liegt im Dämmerlicht, von außen tritt zwar Sonnenlicht ein, aber trotzdem ist es eher dunkel im Raum. Trotz dieser wenig guten Voraussetzungen arbeitet der G4 viele Details exakt heraus und bietet sehr viel Struktur im Bild.
Das ändert sich auch einige Kapitel später nicht. Der Orient Express ist inmitten der schneebedeckten Berge in den Alpen aufgrund eines Lawinenabgangs gestrandet, und im Zug fand ein Mord statt. Man sieht die prächtigen Waggons von Innen in nahezu allen Einzelheiten, mit den Holzvertäfelungen, den zahlreichen edlen Details zum Beispiel auch im Restaurant- und Bar-Waggon, mit dem feinen Glas, den Werkzeugen des Barkeepers etc. Auch die Gesichter der Protagonisten stellt der G4 sehr präzise dar, mit sauberer Herausarbeitung der Hauttöne, auch unter Berücksichtigung der aktuell im Bild herrschenden Lichtverhältnisse. Als kurz die Berge draußen zu sehen sind, einmal in der Nacht und auch am Tag, als der Schnell gleißend erscheint, verdeutlicht unser Testkandidat, wie enorm realistisch er in der Lage ist, Bildinhalte abzubilden.
Der LG G4 beeindruckt uns hier insgesamt mit erstklassigem Gesamt- und Detailkontrast, einem enorm breiten Blickwinkel, einem überragenden Schwarz, einer sehr authentischen Farbwiedergabe und mit einer exzellenten Bildschärfe, die auch im hochfrequenten Bildbereich höchste Ansprüche erfüllt. In zahlreichen Sequenzen des Films ist der Bildvordergrund bewusst scharf und der Bildhintergrund bewusst unscharf. Diesen Effekt holt der G4 ebenfalls in überragender Manier heraus.
Blu-ray, London Has Fallen, 1.080p, SDR-Inhalt, Kapitel 3, Modus "Kino"
Schauen wir uns hier an, wie gut der LG OLED G4 mit dem hochleistungsfähigen Alpha 11-Prozessor das Bild einer Blu-ray auf die native Panelauflösung hochskaliert. Wir steigen kurz vor den verheerenden Anschlägen in London im dritten Kapitel ein. Zu sehen ist ein Konvoi mit dem kanadischen Regierungschef, wie auch die anderen Regierungschefs ist er zur Beerdigung des britischen Premierministers angereist. Der kanadische Premier und seine Mitarbeiterin sind groß im Bikl zu sehen, und der G4 besticht durch ein unfassbar gutes Upscaling. Enorm detailscharf, zugleich natürlich, nahezu kein Scaling-Rauschen: Das kann man, ohne zu übertreiben, schon mit dem Wort „grandios“ umschreiben.
Sämtliche Details an den Fahrzeugen, innen wie außen, stehen praktisch komplett stabil, kein Zittern, keine Artefakte sind zu erkennen. Wie fein der G4 gerade auch im hochfrequenten Bildbereich arbeitet, eröffnet wirklich ein neues Kapitel beim leistungsstarken Upscaling. Klar – auch die Konkurrenz von Samsung oder Panasonic liefert hier extrem gute Werte. Aber der G4 setzt nochmals eine Minimalität drauf. Gerade das so saubere, rauscharme Bild – zu erkennen z.B., als die Armbanduhr des japanischen Premierministers kurz im Bild erscheint – macht es aus, es ist genau diese Mischung aus visueller Kultur und visueller Dynamik.
Die Farben trifft der G4 im Bildfeld Kino hervorragend, nie erscheinen sie zu grell oder zu kalt, sondern stets ausgewogen sowie angenehm. Die legendären alten Bauwerke mit ihren kunstvollen Zinnen, die typisch für London sind, arbeitet der LG OLED mit einer Detailtreue heraus, die wir bei dieser BD noch nicht gesehen haben. Nun ist der italienische Premierminister zu sehen, der auf seine Geliebte wartet, hier genießen wir einen tollen Ausblick auf die britische Hauptstadt, den der LG zu einem echten Erlebnis werden lässt. Ein edles Boot mit viel Holz und einer noblen Ledercouch innen ist zu sehen, und wiederum detailliert der G4 schlichtweg auf Referenz-Niveau durch. Steht man in 2 bis 3 Meter Distanz zum Fernseher, könnten selbst Anwender mit etwas Erfahrung hinsichtlich hochwertiger Bildqualität denken, es handele sich um 4K-Inhalte.
Bilder aus der Vogelperspektive, die Straßen von London, Fahrzeugkonvois und so weiter wirken sehr klar, von den Bewegungen her dynamisch und stabil, und zudem fein detailliert. Das Maß an Plastizität, das der G4 aus einer herkömmlichen Blu-ray holt, ist ohne Zweifel überwältigend. Zum Gesamteindruck bei trägt natürlich auch, wie akkurat der LG TV die Gesichter aller Protagonisten wiedergibt, Fältchen, oder ein Dreitage-Bart, das spielt keine Rolle – es wird beinahe alles herausgearbeitet, und auch hier beweist der Alpha 11 Prozessor wieder seine Extraklasse. Aber natürlich ist auch das enorm helle, kontrastreiche Panel für diese Performance mit verantwortlich.
Bewegungsunschärfen kennt der G4 praktisch nicht, und auch parallel stattfindende Bewegungsabläufe gibt der LG-OLED sehr feinfühlig und mit enormer Sicherheit wieder. Die zahlreichen schweren Explosionen im Verlauf des Kapitels sehen so lebensecht aus, dass „London Has Fallen“ eine enorme Bedrohlichkeit ausstrahlt und man als Zuschauer mitten im Geschehen ist. Die enorme Bildschärfe und die sehr hohe Farbtreue sind für dieses Ergebnis wesentlich mit verantwortlich.
Ton, London Has Fallen, Kapitel 3, Kino-Soundmodus
Im Kino-Sound-Modus, der uns homogener sowie stimmiger als der AI Sound Pro-Modus erscheint, hören wir uns das dritte Kapitel von „London Has Fallen“ an. Das Kapitel beginnt ruhig, einige Dialoge, fahrende Autos – all dies gibt das Soundsystem recht gelassen und klar wieder, selbst bei höherem Pegel. Dann bricht urplötzlich Chaos aus, Schusswechsel, Bombenexplosionen, Stimmengewirr , Bauwerke stürzen ein, Autos fliegen in die Luft: Kurzum, jetzt muss sich der LG G4 beweisen. Natürlich kann man kein enormes tieffrequentes Fundament erwarten, aber wir hören eine ordentliche Räumlichkeit heraus, und bei den Explosionen und Schusswechseln ist durchaus Dynamik vorhanden – wenn auch nicht im Bassbereich. „Hexen“ kann man auch bei LG nicht, es ist schlichtweg nicht möglich, ein im Bassbereich leistungsfähiges Lautsprechersystem mit dem geringen zur Verfügung stehenden Gehäusevolumen in Einklang zu bringen. Aber darum gibt es passende, klangstarke Soundbars aus dem Hause LG. Zurück zum G4. Er produziert wenig Verzerrungen, auch wenn es mal lauter wird, er klingt homogen und sogar Anflüge von akustischer Dreidimensionalität sind wahrzunehmen.
Erstes Fazit

Der LG OLED G4 in großen 77 Zoll beeindruckt schon direkt bei der ersten "Kontaktaufnahme" - wegen der eleganten Optik und der noblen Verarbeitung. Noch intensiver wird das freundschaftliche Verhältnis zum 4K OLED-TV, wenn man sich die Bildgüte genauer anschaut. Das enorm helle, kontrastreiche Panel und der hochleistungsfähige Alpha 11-Prozessor gehen eine absolut harmonische Verbindung miteinander ein und garantieren visuelle Leistungen auf Referenz-Level, ganz gleich, ob bei nativem 4K-Inhalt oder bei hochskaliertem Content. Das Soundsystem erzielt ebenfalls sehr gute Ergebnisse, und die Ausstattung präsentiert sich üppig sowie reichhaltig.
Preview: Philipp Kind, Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 28. August 2024
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Tags: LG • OLED TV • OLED-Fernseher • TV








