XXL-PREVIEW: Buchardt Audio A700 - aktive Wireless-Standbox der Oberklasse

Zur Buchardt Audio A700 hatten wir bereits ein XXL-Special im vergangenen Juni. In diesem Preview möchten wir nun erste Eindrücke des Lautsprechers mit 17 Hz unterer Grenzfrequenz schildern und gleichzeitig erneut auf Technologie und Features eingehen. Der Paarpreis für die A700 liegt bei 6.000 EUR, an Farben stehen Schwarz oder Weiß seidenmatt zur Verfügung. Für 200 EUR mehr wäre noch eine Walnuss Furnier-Version im Programm, diese ist jedoch aktuell (Stand 26. Januar 2020) nicht verfügbar. Für 250 EUR extra kann man das Paar Buchardt Audio A700 durch den Audio Hub ergänzen. In unserem großen Test der Buchardt Audio A500 (oben im Bild neben der A700) haben wir auch den Hub und seine Eigenschaften ausführlich beschrieben. Hier werden wir den Hub natürlich nochmals vorstellen.

Prinzipiell lieferbar in drei Ausführungen, aber Walnuss steht derzeit nicht zur Verfügung

Starten wir mit der A700. Satte 600 Watt stehen via insgesamt vier Endstufen mit jeweils 150 Watt zur Verfügung, ein enorm rechenstarker Quad Core DSP ist an Bord und der Lautsprecher ist voll WiSa-kompatibel - einer drahtlosen Signalübertragung in hoher Qualität steht in Kombination mit einem entsprechenden Quellgerät also nichts im Wege. Als Verwalter externer Quellen sowie als talentierter Streamer steht hier der Buchardt Audio Stereo Hub bereit, auf den wir später genauer eingehen werden. 

Hoch- und Mitteltöner

Die beiden Tieftöner decken ein unterschiedliches Frequenzspektrum ab

Wie arbeiten die Endstufen mit den Chassis zusammen? Eine Endstufe versorgt den Hochtöner, eine weitere den Mitteltöner, eine den ersten Tieftöner und eine den zweiten Tieftöner (Aufteilung: erster Tieftöner bis 100 Hz, zweiter Tieftöner bis 250 Hz, dazu Mitteltöner plus Hochtöner - ergibt 3,5 Wege). Die Buchardt Audio A700 spielt von den bereits erwähnten 17 Hz bis hoch auf 40 kHz. Damit eignet sie sich auch sehr gut für Hi-Res-Audio-Dateien mit erweitertem Dynamikumfang. Anstatt eines herkömmlichen Bassreflex-Prinzips montiert Buchardt Audio zwei Tieftonmembranen auf der Rückseite des Gehäuses. 

Die Rückseite mit den beiden Membranen

Zudem verspricht Buchardt Audio eine perfekte, individuelle Anpassung auf die vorne befindlichen Tiefmitteltöner anhand eines speziellen Algorithmus. Als Folge der Maßnahmen kann die Abstrahlcharakteristik des ganzen Lautsprechers gesteuert werden.

Spezielle Formensprache, leicht nach hinten geneigt

Seitliche Ansicht

Die Basis bildet für die A700 bilden das akustische Konzept der Buchardt Audio S400. Auch die S400 hatten wir bereits im Test. Per Waveguide-Design wird hier die Richtwirkung des Hochtöners perfekt auf das Abstrahlverhalten des Tieftöners abgestimmt, um den Übergang vom Tiefton- in den Hochtonbereich besonders nahtlos und fließend zu gestalten. Besagtes Design wurde mittels 2700 Messungen für jedes Chassis (5400 Messpunkte pro Lautsprecher) verfeinert und optimiert und stellt in der Preisklasse den Maßstab - wie und wo setzt man also an, um beim neuen A700 noch mehr zu bieten? Die erstklassige Verarbeitung eint alle Buchardt Audio Lautsprecher. Saubere Kanten, ein makelloses, in unserem Falle mattschwarzes Oberflächen-Finish und exakt eingepasste Treiber zeichnen die A700 aus.

4 x 150 Watt starke Endstufen

Aber natürlich wird auch technisch einiges geboten. Die Endstufen wurden speziell für den Einsatz in den A700 entwickelt, darüber hinaus kann das Leistungspotential der Verstärker gegenüber passiven Lautsprecherkonzepten komplett abgerufen werden. Dies beruht auf der Tatsache, dass keine Leistungsverluste in der Frequenzweiche auftreten, wie es bei passiven Lautsprechern der Fall ist. Ebenso mit verantwortlich ist die extrem präzise DSP-Kontrolle der A700. Später noch mehr dazu.

Buchardt Audio kann daher sozusagen  die gesamte Wiedergabekette kontrollieren und dem Käufer daher garantieren, exakt das zu hören, was im Labor entwickelt und konstruiert wurde. Ein variabler Faktor bleibt selbstverständlich der Raum, in dem die Lautsprecher aufgestellt sind. Für eine absolut perfekte Reproduktion des Audiosignals kann daher eine Raumeinmessung mit dem Buchardt Einmesssystem durchgeführt werden. Dazu später mehr, wenn wir den Hub beschreiben.


Weitere elementare Bestandteile des neuen Lautsprecherkonzeptes sind der schon kurz erwähnte Quad Core DSP Chip plus ein Dual DAC Chip System. Zwei DAC-Chipsätze auf Bass des CS4398-Chipsatzes von Texas Intruments wurden hier verwendet, um die einzelnen Endstufen ansteuern zu können. Ein eigenes, geregeltes Netzteil nimmt sich um die Stromversorgung der Wandler an und vermindert die Beeinflussung anderer Bereiche des Verstärkers.

Durch den vollständig digitalen Signalweg kann das Signal auf das Bit genau transportiert werden. Die drahtlose Signalübertragung erfolgt nach WiSa-Standard und ist mit bis zu 96 kHz/24-Bit möglich, auch eine sehr geringe Latenz und geringste Synchronisationsfehler werden laut Buchardt Audio realisiert. Wie wir im Test der mit identischer Technologie versehenen A500 bereits nachvollziehen konntne, funktioniert das alles sehr zuverlässig und unkompliziert.

Ein Merkmal von WiSa ist auch die empfängerseitige Steuerung der Datenübertragung. Die A700 überprüfen den Datenstrom auf Korrektheit und, wird ein Fehler erkannt, fordern die erneute Sendung der Daten vom Quellgerät an. Das Digitalsignal geht dann direkt in den Quad Core DSP der Buchardt Audio-Lautsprecher und wird für jedes einzelne Chassis verarbeitet, was es unerlässlich macht, einen überdurchschnittlich leistungsstarken DSP-Prozessor zu verwenden. 

Der angesprochene Quad Core DSP in den A700 ist kein Frequenzweiche-Ersatz - bzw. nicht nur. Weiter oben genannt haben wir die 2700 Messpunkte pro Chassis, der Eingriff des DSPs wurde hier bei jedem einzelnen Punkt analysiert, notwendige und nicht notwendige Korrekturren lassen sich so exakt identifizieren und der Eingriff der Signalverarbeitung exakt steuern. Während das System in der Lage ist, Systemresonanzen zu eliminieren, die an allen Messpunkten in identischer Form auftreten, können Beugungen, die nur an bestimmten Messpunkten auftreten, durch andere Methoden kompensiert werden.

Buchardt Audio nennt auch das Phänomen "Gehörrichtige Basswiedergabe". Was verbirgt sich dahinter? Durch die komplette Kontrolle über die Wiedergabekette von der Verstärkereinheit bis zu den Chassis ist man in der Lage, die Lautstärke an den Ohren der Hörer präzise vorauszusagen. Der bekannte Effekt, dass das persönliche Empfinden der Tieftonwiedergabe eines Lautsprechers klar pegelabhängig ist, lässt sich dadurch beeinflussen. Daher stellen die A700 auch bei niedrigen Lautstärken einen präzisen, kräftigen Bass dar. 

Anschlüsse an der A700

Aufgrund der dauerhaften Überwachung des DSPs ist es auch möglich, die einzelnen Chassis so zu steuern, dass der Lautsprecher mit der vorhandenen Leistung und Membranauslenkung maximalen Tiefgang erreicht, ohne zu verzerren. Die Signalverarbeitung wird demnach dynamisch angepasst, sodass kein Chassis in einen besorgniserregenden Bereich vordringt. Dies bringt zudem eine Leistungssteigerung in der Praxis mit sich, da man gegenüber konventionellen Passivkomponenten durchgehend am Limit arbeiten kann. Je nach Signal werden bei herkömmlichen Lautsprechern die Chassis nicht komplett ausgelastet oder aber überlastet, was zu Verzerrungen führen kann. Die optimale Balance zu finden, gestaltet sich öfters schwierig. 

Der Hub

Schlicht gestalteter Stereo Hub

Der Stereo Wireless Hub, schon bekannt aus unserem Test der A500, präsentiert sich als Schaltzentrale und Gehirn, was den Zugriff auf zahlreiche Zuspielungsmöglichkeiten inklusive Streaming-Dienste, HDMI ARC und USB betrifft. Wir beschränken uns zwar auf ein Stereo-Setup mit den Buchardt Audio A700, dank WiSA-Kompatibilität besteht aber die Möglichkeit der Verbindung mit bis zu 8 Paar WiSA-kompatibler Lautsprecher.

Die integrierten Features unterstreichen den modernen Anspruch des Stereo Hubs. Bluetooth 5.0 inklusive aptX, Chromecast, DLNA-Streaming und AirPlay 2 (mittlerweile an Bord) sowie Kompatibilität zu TIDAL, qobuz, Spotify, Apple Music, YouTube Music, Amazon Music und Deezer und der Internet Radio-Plattform vTuner vervollständigen die Ausstattung. Bereits jetzt fungiert der Hub als Roon Endpoint und ist Roon tested, per Firmware-Update soll auch Roon Ready hinzukommen. Der Hub kann natürlich drahtlos ins Netzwerk eingebunden werden.

App mit automatischer Einmessung

Besonderes Highlight des Hubs ist das Buchardt Einmesssystem für eine Anpassung an den konkreten Hörraum zuhause. Einziger Wermutstropfen: für die Einmessung ist ein iPhone (ab Version 6) erforderlich, da die Streuung der Mikrofonqualität bei Android-Geräten zu groß ist. Wer kein iPhone 6 oder höher besitzt, kann sich vielleicht im Freundes- und Bekanntenkreis eines ausleihen - die Einmessung muss lediglich ein einziges Mal durchgeführt werden, solange danach keine erheblichen Änderungen am Raum durchgeführt werden.

Zahlreiche Anschlüsse inklusive HDMI

Mit 170 x 41 x 100 mm wirkt der funktionsbepackte Hub sehr kompakt und eher einfach verarbeitet. Die Rückseite besticht durch gut integrierte Anschlüsse, darunter drei Digitaleingänge, ein koaxialer Digitaleingang, ein 3,5 mm Klinken-AUX-In sowie USB-B und HDMI mit ARC und einem analogen Cinch-Eingang mit vergoldeten Schnittstellen. Das externe Netzteil liegt bei, der USB A-Slot ist für den Kundendienst reserviert.

Fernbedienung

Als deutlich hochwertiger als den Hub selbst empfinden wir die mitgelieferte Funkfernbedienung. Das Metallgehäuse der Remote liegt gut in der Hand und das integrierte Navigationskreuz sowie die Wiedergabe-Tasten bieten einen sehr guten Druckpunkt. Außerdem werden Pegel sowie der gewählte Eingang per weißer Status-LED angezeigt. Für das Wechseln der Batterie muss das Gehäuse geöffnet werden, ein kleiner Inbus-Schlüssel liegt bei.

Problemlos und schnell geht die Installation vonstatten. Zunächst müssen die A700 natürlich mit Strom versorgt werden, dann verbinden wir sie direkt mit dem Stereo Hub. Ein Tastendruck für 3 Sekunden auf der Rückseite jedes Lautsprechers reicht, danach drückt man für 2 Sekunden auf die WiSA-Taste des Hubs - hier muss man lediglich darauf achten, dass man am Hub nicht länger als 2 Sekunden drückt, da sonst der Kopplungsvorgang mit der Fernbedienung gestartet wird. Die Fernbedienung mussten wir in unserem Fall nicht extra verbinden. Sollte dies erforderlich sein, hat man im Quick Start Guide eine Schritt-für-Schritt-Anleitung parat. Die Verbindung der Lautsprecher dauert nur wenige Sekunden, die WiSA Status-LED am Stereo Hub leuchtet dann dauerhaft. Die Position der Lautsprecher lässt sich übrigens ebenso mit der Pairing-Taste auf der Rückseite der Lautsprecher festlegen, mit einem kurzen Druck wechselt man zwischen Front Left und Front Right hin und her.

Die Messung wirkt zunächst gegenüber anderen Methoden etwas unkonventionell, da das Mikrofon im Raum umherwandert, anstatt auf der eigentlichen Hörposition fest platziert zu sein. Die Lautsprecher geben für eine Minute Testtöne aus, während man das iPhone durch den Hörraum trägt. Zu beachten ist: Man sollte immer einen Abstand von etwa 1,5m einhalten und sich nicht zwischen das Mikro und die Lautsprecher stellen.

Screenshot der Einmessung

Die Messung kann nach 30 Sekunden vorzeitig abgeschlossen werden, wenn der Raum nicht größer ist. Auf dem iPhone wird dann die ermittelte Kurve angezeigt, des Weiteren die vorgenommenen Anpassungen. Jederzeit kann man die Messung wiederholen und die vorgenommenen EQ-Anpassungen aktiv schalten oder deaktiviert lassen. Wir haben uns für unsere Messungen keinen leichten Raum ausgesucht, dennoch war das System in der Lage, Raummoden tadellos auszugleichen. Dadurch, dass man selbst per einfachem Knopfdruck zwischen EQ aktiv und EQ inaktiv hin- und herschalten kann, lassen sich die Resultate schnell vergleichen.

Die Presets

Auch spezielle Klang-Presets zum Download gibt es

Bekannt aus den Buchardt Audio A500 sind die variablen Klangpresets, die zum Download bereitstehen. Damit lässt sich komfortabel und ohne notwendigen Vorkenntnisse die akustische Auslegung der Lautsprecher beeinflussen - und auf die eigenen Bedürfnisse hin perfekt optimieren! 

Aktuell gibt es für die A700 drei Presets, die allerdings aktuell noch nicht auf der deutschen HiFi Pilot Website sind. Bei Buchardt Audio selbst  kann man die drei Presets aber herunterladen. Die Installation funktioniert genauso wie unten beschrieben. HiFi Pilot wird die Presets dann auf der Website zum Download bereitstellen, bis alle Presets sich in finaler Form präsentieren und zudem auch die Anzahl noch wächst. 

Anhand der A500 und eines Beispiels aus der Praxis erläutert HiFiPilot wie folgt:

Im Auslieferungszustand ist der A500 ein 2,5 Wege Lautsprecher mit einer unteren Grenzfrequenz von 25 Hz (-3 dB). Diese untere Grenzfrequenz ist variabel eingestellt. Wenn Sie z.B. mit sehr lauten 100 dB spielen, können Sie nicht erwarten, dass beiden 6-Zoll-Chassis im kompakten Gehäuse der A500 25 Hz mit 100 dB erzeugen. Das System stellt dann die untere Grenzfrequenz in Echtzeit gleichmäßig höher ein, damit die Tieftöner nicht überlastet werden. Doch was wäre, wenn Sie eine andere Abstimmung bevorzugen? Was, wenn Sie beispielsweise nur selten laut hören und Ihnen der Maximalpegel der Lautsprecher nicht so wichtig ist?

Dann laden Sie einfach ein anderes Klang-Preset von unserer Website herunter und führen die folgenden Schritte duch:

  • Kopieren Sie die Preset-Datei auf einen USB-Stick
  • Stecken Sie den USB-Stick in den USB-Anschluss auf der Rückseite eines der Lautsprecher (wenn er ausgeschaltet ist)
  • Schalten Sie den Lautsprecher ein
  • Entfernen Sie den USB-Stick
  • Wiederholen Sie die Schritte mit dem anderen Lautsprecher

Und Zack - Jetzt haben Sie zum Beispiel einen Lautsprecher, der als 3-Wege-Design konfiguriert ist und auf eine untere Grenzfrequenz von 20 Hz (-3 dB) eingestellt ist. Ein wahrer Vollbereichs-Kompaktlautsprecher, perfekt für kleine Wohnungen!

Und was ist, wenn Sie eine Abstimmung wünschen, bei der Tiefbass keine Rolle spielt, dafür jedoch der Maximalpegel? Vielleicht möchten Sie ja auch Subwoofer mit Ihren A500 kombinieren?

Dann folgen Sie den oben beschriebenen Schritten und laden das für Sie passende Preset herunter. Wir experimentieren unter anderem mit Nieren-Charakter-Presets, mit Semi-Nieren-Charakter-Presets, mit optimierten Nahfeld-Presets für den professionellen Studioeinsatz und vielem mehr. Sie haben eine interessante Idee für ein Preset? Lassen Sie es uns wissen! Wir möchten mit dem A500 den flexibelsten Lautsprecher der Welt kreieren. Einen Lautsprecher, den wir noch lange nach seiner Veröffentlichung verbessern können.

Akustik im Vergleich zur A500 - Überblick
  • Deutlich erweiterter Tiefgang bis auf 17 Hz herunter, dadurch mehr Reserven auch bei der Filmtonwiedergabe (durch den HDMI Slot am Hub ist dies durchaus Option)
  • 3,5 Wege Box - freierer Mittel- und Hochtonbereich: Tieftöner Nummer eins bis 100 Hz, Tieftöner Numemr 2 bis 250 Hz, dazu Mitteltöner plus Hochtöner. 
  • Hochtöner identisch zur A500 - sehr transparente, frische, zugleich angenehme, homogene Wiedergabe mit nahtlosem Übergang zum oberen Mitteltonbereich
  • 4 x 150 Watt pro Box, dadurch pegelfester und für größere Hörräume geeignet. In ersten Checks können wir die exzellente Pegelfestigkeit nur loben

Für die Testreihen haben wir die A700 im Werks-Preset als 3,5 Wege Box mit 17 Hz unterer Grenzfrequenz verwendet. 

Drei Klangbeispiele in TIDAL HiFi-Qualität

Wir starten mit "Rockin' Blues - The Thrill Is Gone" von B.B. King und Tracy Chapman. 

Bei diesem Stück bieten die A700 einen enorm satten Klang, der äußerst vertrauenserweckend wirkt. Auch dann, wenn man mit hoher Lautstärke hört, differenzieren die Aktivlautsprecher noch die instrumentalen Anteile sauber auseinander. Als dann die Vocals einsetzen, sind wir begeistert davon, wie akkurat die vokalen Konturen der Stimmen von Tracy und B.B umgesetzt werden. Die beiden Künstler haben eine Stimme mit sehr hohem Wiedererkennungswert, genau diesen arbeiten die A700 exakt heraus. Die räumliche Staffelung der virtuellen Bühne gelingt ebenfalls hervorragend, jedes Instrument hat seinen korrekten Platz. Das Auflösungsvermögen ist über den gesamten Frequenzbereich überragend, der Hochtöner gefällt des Weiteren mit seiner großartigen Räumlichkeit. Dank der umfangreichen Bass-Bestückung steht allzeit ein glaubwürdiges, kraftvolles Fundament bereit. 

Im zweiten Klangbeispiel testen wir die A700 mit "Still Waters Run Deep" von Caroline No. 

Das sehr spezielle Intro wird mit hoher Impulstreue präsentiert. Die vokalen Elemente im Hintergrund werden nahtlos eingearbeitet. Als dann die Stimmwiedergabe startet, stellen die beiden Aktivlautsprecher die Stimme auch in Einzelheiten vollständig dar. Eine exzellente vokale Präsenz darf man bei einem Paarpreis von 6.000 EUR ohne Hub auch erwarten - aber dass so feine Elemente, die für das spezielle Charisma der Stimme verantwortlich sind, so gut eingearbeitet werden, ist doch eine Überraschung. Das schon beim ersten Beispiel angesprochene, solide und zugleich authentische Fundament sorgt auch beim zweiten Song für einen souveränen Klangeindruck. Im Hochtonbereich ist es wiederum die Mischung aus Räumlichkeit und Auflösungsvermögen, die uns begeistert. 

Jetzt muss die A700 auf viele ihrer Reserven zurückgreifen. Denn "Witchdoctor" von Krooked & Camo verlangt der aktiven Box ein hohes Leistungspotential ab.

Ob man den Musikstil nun mag oder nicht, soll hier nicht thematisiert werden. Wir möchten untersuchen, ob die A700 die zahlreichen Effekte und akustischen Elemente akkurat einarbeitet. Und das kann sie: Mit der schon gewohnten untadeligen Impulstreue und einer hervorragenden Gelassenheit auch bei hohem Pegel setzt sie alles um. Als dann der harmonische, melodiöse Part beginnt, der durch bewusst gesetzte kleine Dissonanzen "gewürzt" wird, entfalten die Buchardt Audio Aktivlautsprecher ein breites Panorama: Sowohl was die räumliche Weite angeht, als auch, was die räumliche Tiefe betrifft, wird hier Klang der Extraklasse offeriert: Satt, klar, atmosphärisch dich und enorm präzise. Kein Effekt wird verwaschen wiedergegeben, praktisch jede Einzelheit lässt sich genau im Raum orten. 

Erstes Fazit

Die Buchardt Audio A700 ist mit einem Komplettpreis von 6.250 EUR inklusive dem Hub nicht als günstig zu bezeichnen. Das hervorragend verarbeitete Set ist das Geld aber zu 100 Prozent Wert. Der Hub ist hinsichtlich der Materialqualität deutlich einfacher gehalten als die Boxen, der Aufpreis fällt mit 250 EUR für den Hub aber auch moderat aus. Den Hub sollte man sich auf jeden Fall dazubestellen, allein schon wegen der medialen Flexibilität (mittlerweile erhielt auch Apple AirPlay 2 Einzug). Klanglich trumpfen die A700 groß auf: Massiver, präziser Bass, der es dennoch nie übertreibt. Die in sich geschlossene Akustik mit exzellentem Auflösungsvermögen prädestiniert die A700 auch für die Wiedergabe komplexer Musik.

Special: Carsten Rampacher
Datum: 27. Januar 2021

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