TEST: Yamaha CD-S303 - moderner CD-Player mit tadellosem D/A-Wandler sowie analogen und digitalen Ausgängen
Klang
Wir schließen den CD-Player an unseren Marantz Model 40n Streaming-Vollverstärker an, den wir bestens kennen, und legen los. Äußerst leise liest das hochwertige Laufwerk des Yamaha-Players unsere Audio-CD ein. Wir lauschen Hamlet Opus 67 - einer Fantasie-Ouvertüre nach William Shakespeare. Die kompositorische Umsetzung von Peter Tschaikowksy ist äußerst anspruchsvoll, und nun liegt es am CD-S303, uns wirklich sehr gut zu gefallen. Dass wir durchaus eine "Klangwertung" vornehmen können, liegt daran, dass der CD-S303 neben digitalen (optisch/koaxial) auch analoge Anschlussoptionen (Stereo-Cinch) bietet und wir daher auf die Arbeit des internen DACs gespannt sind. Und dieser geht seinem Job tadellos nach, denn er holt eine Menge Details aus dem Tonträger und arbeitet diese impulstreu ein. Die hohe Ausgewogenheit, ohne störende Gleichgültigkeit oder Monotonie, ist ein Merkmal am preiswerten CD-Player, das wir sehr zu schätzen wissen. Gerade, wer nur einen analogen Stereoverstärker oder aber einen älteren Stereoverstärker mit einem demnach auch alten D/A-Wandler besitzt, kann hier aus klanglicher Sicht sehr zufrieden sein. Der CD-S303 präsentiert sich bei dieser orchestralen Klangkulisse als sehr facettenreich, und schafft es auch, die teils immensen Dynamiksprünge korrekt zu gewichten. Vergleichen wir mit der digitalen Signalzuführung zum Marantz Model 40n, so holt der edle Vollverstärker natürlich noch mehr Details aus der jeweiligen CD und wirkt auch noch plastischer, räumlich dichter vom Klangbild her - aber der Marantz kostet auch satte 2.499 EUR. Für den kleinen Preis des Yamaha ist die DAC-Sektion überragend.
Wir wechseln die Disc, und die CD-Schublade kommt schnell, fast etwas ruppig, herausgefahren. Der Einlesevorgang ist weder extrem schnell noch überaus langsam - wir würden sagen, das Ergebnis geht in Ordnung. Gut sieben Sekunden bei einer CD von 2004 mit Gebrauchsspuren - prima. Wir hören jetzt Dell' Amore Non Si Sa" von Andrea Bocelli und sind sehr angetan, wie gut Andreas vokale Präsenz sich im Raum ausbreitet. Auch die Wiedergabe des Klaviers ist gut gelungen. Und wieder ist auch überzeugend, wie kraftvoll die Dynamiksprünge herauskommen. Rund und homogen, aber auch mit den nötigen Nachdruck, wird "L'Attesa", wieder von Andrea Bocelli, dargestellt. Alle Instrumente gruppieren sich mit sauberem Feingefühl um Andreas Stimme im Zentrum der Darbietung. Auch beim zweiten Titel kann der Yamaha CD-Spieler punkten.
Nun begeben wir uns auf eine musikalische Reise "back to the 80ties" und hören uns an, ob der Yamaha-Player den Titel des Moti Special-Songs wörtlich nimmt: "Don't Be So Shy". Nein, der Disc-Experte ist keinesfalls schüchtern, sondern spielt seine Reize in Form eines frischen, zugleich aber harmonischen Klangs aus. Kein Zweifel - wer noch unbedingt einen reinen CD-Player braucht und auf die digitale Klangausgabe verzichten kann, findet hier eine rundherum tadellose Option. Die vokalen Elemente betont er auch bei diesem Beispiel mit der nötigen Finesse, und die instrumentalen Einlagen kommen mit ausgezeichneter Dynamik heraus.
Man sollte sich nicht vom "harmlosen" kurzen Intro täuschen lassen: "The Howling" von Within Temptation hat es gnadenlos in sich, denn nach wenigen Sekunden geht es massiv zur Sache. Mit feinfühliger Stimmwiedergabe und einer richtig guten Gesamtdynamik setzt sich der CD-S303 auch diesmal wieder ins richtige Licht. Er präsentiert uns überraschend viele Details, was zu einem kompletten, umfassenden Klangbild führt. Sehr gut - die Auslegung der Akustik ist nie zu spitz oder zu aggressiv. Daher harmoniert der CD-Player auch exzellent mit dem (viel teureren) Model 40n von Marantz.
Wir enden mit einem schönen Trance-Track: "Sunday Afternoon" von Mario Lopez sorgt auch bei hohem Pegel für uneingeschränkte Freude im Hörraum. Klar, der Marantz Model 40n mit seiner hervorragenden Pegelfestigkeit legt hier einen höchst soliden Grundstein, aber die ein weiteres Mal runde, gefällige, doch zugleich frische sowie dynamische Auslegung des CD-S303 trägt ebenfalls mit zum gelungenen Gesamteindruck bei. Sehr schön ist auch, wie räumlich realistisch der Yamaha CD-Spieler das Tonsignal aufbereitet - ein hinsichtlich der räumlichen Tiefe und der räumlichen Weite stimmiger klanglicher Gesamteindruck ist die unmittelbare Folge. Ganz gleich, welche Musik auch gehört wird: Durch Können und Harmonie kommt der attraktive CD-Player mit jedem Stil zurecht.
Fazit

Natürlich wartet im Streaming-Zeitalter, welches den Genuss von Audio- und Videoinhalten umfasst, bestimmt nicht jeder auf einen neuen reinen CD-Player. Doch nach wie vor gibt es Zweikanal-Liebhaber, die ihre große CD-Sammlung in ansprechender Qualität wiedergegeben wissen möchten - aber nicht bereit sind, für einen CD-Player Unsummen an Geld zu investieren. Genau in dieses Martsegment sticht der Yamaha CD-S303. Schon die elegante Optik, gepaart mit solider Verarbeitungsqualität, sorgt für hohe Zufriedenheit. Der ausgewogene, klare Klang mit ausgezeichneter Detailfreude gesellt sich noch hinzu. Insgesamt ist der Yamaha CD-S303 für schmale 329 EUR ein absoilut wohlfeiles Angebot.
Solider, praxisgerecht ausgestatteter CD-Player mit ausgewogenem, lebendigen Klang

CD-Player bis 500 EUR
Test 01. August 2022
Test: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 01. August 2022
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Tags: CD-Player • Yamaha






