TEST: XTZ Sub 10.17 EDGE - 1.045 Watt Peak-Power im 10"-Format mit umfangreichen Anpassungsmöglichkeiten

Kompakt, hochleistungsfähig und preislich fair. Wie bereits angekündigt haben wir uns intensiv mit dem XTZ Sub 10.17 EDGE auseinandergesetzt, der in den Farben Schwarz hochglanz sowie Schwarz matt und Weiß matt bei www.xtz-deutschland.de erhältlich ist. Der 10 Zoll Woofer liefert mit der integrierten ICEpower Verstärkertechnologie eine beeindruckende Leistung von bis zu 1045 Watt und übertrifft somit die "Basisversion" 10.17 (Test 2016) deutlich. Nicht nur viel Leistung ist an Bord, sondern auch sinnvolle Features zur Klanganpassung und Optimierung mit 3 individuellen EQ-Kurven, die entsprechend der Aufstellung im Raum gewählt werden können. Auch ein parametrischer EQ ist integriert, der zwischen 30 Hz und 120 Hz justiert werden kann und den Schalldruckpegel von -9 dB bis +9 dB verändern kann. Viel Kontrolle und hohe Präzision erwarten wir aufgrund unserer guten Erfahrungen mit den Subwoofern von XTZ ohnehin, auch hier liegen wieder Stopfen für die Bassreflexöffnungen bei, um den Sub beispielsweise auch als geschlossene Konstruktion verwenden zu können. Preislich liegt der Sub 10.17 EDGE bei fairen 645 Euro.

Ein Blick auf die Rückseite der ICE-Platinenmodule

Seitenansicht der eigentlichen Platinenbestückung

Mit den einzelnen Ausstattungsmerkmalen und Technologien haben wir uns bereits im Special zum Testgerät ausführlich beschäftigt. Herzstück der EDGE-Serie ist aber zweifellos der Class-D ICE-Power Verstärker SA-1, der mit einem sehr hohen Wirkungsgrad und einem Signal-Rauschabstand von 113 dB enorme Kraftreserven von 700 Watt RMS und 1.045 Watt Peak mobilisiert.

Einen großen Anteil an der Kraftentfaltung hat natürlich das integrierte Langhub-Chassis aus leichtem und steifem Konus-Material (eine Langfaserzellstoff-Mischung) in Verbindung mit einem starken Neodym-Magneten. Sicke (aus Nitril-Butadien-Kautschuk), Membranmaterial und Antrieb wurde über einen langen Zeitraum perfekt aufeinander abgestimmt, eine optimale Kombination aus Hub, Steifigkeit und Gewicht sind laut Hersteller die Folge. Wer sich genau über die Beschaffenheiten der Komponenten sowie die Funktionsweise des Equalizers informieren möchte, kann diese gerne nochmal im Special zum XTZ Sub 10.17 EDGE nachlesen.

Bassreflexrohre vorne

Bassreflexrohre, innere Verstrebungen und eingebrachtes Dämmmaterial

Der Sub 10.17 EDGE beherbergt die hochwertige Technik in einem schicken Gehäuse. Unsere Schleiflack-Variante in Weiß matt gefällt mit gerundeten Gehäusekanten und sehr guter Haptik. Innere Verstrebungen erhöhen die Stabilität der Konstruktion und vermeiden Resonanzen, auch Dämmmaterial ist im MDF-Gehäuse eingebracht.

Rückseite

Solide Bedienelemente mit klarer Beschriftung

Cinch- und XLR-Anschlüsse

An der übersichtlichen Rückseite lassen sich die grundlegenden Einstellungen inklusive Equalizer-Funktionen einfach bedienen. Der parametrische EQ kann natürlich auch komplett deaktiviert werden. Zudem sind Lowpass und Auto-On integriert. Wie beim 10.17 sind auch hier wieder neben Cinch auch XLR-Eingänge an Bord. Wer nur einen Cinch-Eingang nutzt, wählt den linken.

Mit den drei Varianten REF, EQ1 und EQ2 kann man in Kombination mit dem Port Tuning der Bassreflexöffnungen recht intensiv in die Klangcharakteristik des Subwoofers eingreifen. Die "voreingestellte" REF-Kurve bietet das größte Frequenzspektrum mit ausgeglichenem Pegel und Kraft auch in den tiefsten Bereichen. Neigt der Raum hier zu einer Überlagerung und wirkt der Sound ein wenig verwaschen, kann man die Einstellung EQ1 wählen, hier wird immer noch ein extrem tiefer Bass geboten. EQ2 setzt dann etwas höher an und ist für Präzisions-Liebhaber am ehesten geeignet, im Kickbass-Bereich ist insgesamt etwas mehr Punch geboten. Die genauen EQ-Kurven inklusive Frequenz/dB-Legende sind im Handbuch zu finden, auch auf der XTZ-Webseite gibt es hier weitere Informationen. Mit dem parametrischen EQ kann man gegenüber früheren Modellen dann noch präziser eingreifen und den Frequenzverlauf für den jeweiligen Raum optimieren.

Akustikstoff

Halterung

Der Subwoofer gefällt mit unaufdringlicher und eleganter Optik auch ohne Lautsprechergitter. Die Front-Abdeckung ist eine robuste Holzkonstruktion mit Sotffblende aus Akustikstoff. Weitgehend blickdicht soll sie absolute Schalltransparenz bieten. Die Konstruktion wird mit vier Stiften in spezielle Halterungen in der Schallwand befestigt. Unter der Membran befinden sich die zwei Bassreflexöffnungen. Sowohl Chassis als auch Bassreflexrohre sind sauber eingebracht und schließen mit dem Unibody-Gehäuse des Sub 10.17 EDGE plan ab. Insgesamt bietet der Sub 10.17 EDGE zum geforderten Preis eine sehr hochwertige Verarbeitungsqualität. Auch das Maß an Ausstattung bzw. des möglichen Eingriffs in die Klangcharakteristik und insbesondere die EQ-Kurven und der parametrische EQ sind positiv zu erwähnen.

Der SUB 10.17 EDGE wiegt 19,5 kg, ist 320 mm breit, 430 mm hoch und 380 mm tief. Der Frequenzgang reicht laut den technischen Daten von 20 bis 160 Hz.

Wie schlägt sich der XTZ Sub 10.17 EDGE aus akustischer Sicht?

Wie bereits erwähnt liegt die Messlatte, aufgrund unserer positiven Erfahrungen mit Subwoofer-Komponenten aus dem Hause XTZ, besonders hoch. Wir stürzen uns daher dieses mal mit der Elements of Life Tour von Dj Tiesto in Kopenhagen direkt in den virtuellen Club und muten dem Sub 10.17 EDGE einen brachialen Kaltstart zu. Dieser zeigt sich völlig unbeeindruckt und liefert während des zweiten und dritten Tracks der zweiten Disc ein sensationelles Tiefbass-Spektakel ab. Bei der Präsentation des Kickbasses hatten wir kaum bedenken und hier schlägt uns der Sub einen sehr trockenen und sauberen Punch entgegen, der sehr schnell und mit hoher Kontrolle daherkommt. Erstaunt sind wir aber vom gebotenen Volumen, dass der LFE trotz seines doch sehr kompakten Gehäuses, realisiert. Bei Traffic wird neben dem Kickbass ein pulsierendes, sehr tief liegendes Fundament erwartet. Für seine Größe liefert der Sub 10.17 EDGE hier grandios ab und verwandelt beschauliche Wohnzimmer mittlerer Größe in eine Großhallendisco. Der schnelle Kickbass kommt trotzdem präzise und sauber an. Einzelne, sehr tief liegende akustische Elemente werden auch noch erfasst, können aber vereinzelt etwas zurückhaltender wirken. Wohlgemerkt, bei sehr komplexem Geschehen - und hier gelingt die Trennung der einzelnen Tieffrequenzbereiche immer noch exzellent.

Auch bei Back in Your Head kann das kompakte Gerät absolut überzeugen. Das kontinuierliche Pulsieren katapultiert der Sub 10.17 EDGE direkt in die Magengrube. Auch hier muss der Subwoofer sowohl das Fundament als auch schnelle Kickbässe umsetzen, dies schafft er mit einem Nachdruck, der für die Größe wirklich erstaunlich ist. Hier ergibt die extreme Leistung trotz geringem Gehäusevolumen absolut Sinn. Der Sub 10.17 EDGE integriert sich sehr gut in unser Lautsprechersystem und kann dank entsprechender EQ-Einstellung auch bei relativ wandnaher Aufstellung problemlos verwendet werden.

Das elektronische Genre soll natürlich nicht das einzige Musikbeispiel gewesen sein und wir möchten uns von der Performance des Sub 10.17 auch im Stereo-Betrieb überzeugen. Griegs In The Hall of the Mountain King eignet sich hier hervorragend und stellt sowohl Geschwindigkeit und Antritt als auch Kraftentfaltung und Tiefgang eklatant auf die Probe. In den ersten Sekunden wird dezent agiert, wenngleich sich der Sub 10.17 während des Crescendos durchaus positiv bemerkbar macht und dem Gesamten eine füllige Atmosphäre verleiht. An genau den richtigen Stellen versieht der XTZ-Vertreter das Geschehen mit sattem Volumen, dass besonders durch atmosphärische Dichte und Substanz überzeugt. Zudem wirkt er nicht als zusätzliche Komponente im Audiosystem sondern gliedert sich nahtlos ein. Auch die sanften und doch massiv wirkenden Paukenschläge werden exzellent umgesetzt und deuten das spätere Spektakel an. Die höhere Geschwindigkeit ab 01:30 tut der Leistung des XTZ-Subs keinen Abbruch. Unermüdlich und souverän schiebt er an, bis das Finale in enorm kraftvollen Paukenschlägen endet und dem 10.17 nochmals alle Kraft abfordert. Aber auch hier wirkt er nicht überanstrengt, sondern liefert selbst bei sehr hohem Pegel anstandslos ab. Rufen wir uns den Preis in Erinnerung, können wir vor der Performance nur - wie bereits bei den anderen Subwoofern aus gleichem Hause - den Hut ziehen.

Bei der Wiedergabe von Filmton berufen wir uns auf den alten Bekannten "Harry Potter", der in einer Neuauflage auf 4K Ultra HD Blu-ray sowohl visuell als auch akustisch ein Spektakel zelebriert. Im vierten Teil der Saga muss sich der Hauptdarsteller in einem der letzten Kapitel des Filmes gegen den, dessen Name nicht genannt werden darf, auf dem Friedhof behaupten. Der XTZ Sub 10.17 EDGE kann dank der enormen Kraftentwicklung wieder mit einem sehr massiv wirkenden und durchdringenden Fundament überzeugen, als Voldemort Harry Potter zu Boden wirft und mit dem Crucio-Fluch quält. Schnell einsetzende Zauber werden von kräftigen Paukenschlägen begleitet, die der XTZ-Woofer blitzschnell und präzise umsetzt. Absolut nahtlos fügt er sich in unser Surround-System ein und benötigte dazu nur geringfügige Pegeleinstellungen. Im dedizierten Heimkino-Setup gehen wir von einem akustisch zumindest rudimentär optimierten Raum aus und wählen die EQ-Kurve REF1 und lassen den parametrischen EQ unangetastet. Die tadellose Integration ermöglicht ein sehr authentisch wirkendes Gesamtbild, in das der Zuschauer eintauchen kann. Allzu bequem sollte man es sich jedoch nicht machen, denn bei den einschlagenden Avada Kedavra-Flüchen und als die beiden Kontrahenten sich im Zweikampf gegenüber stehen bombardiert die XTZ-Komponente den Zuschauer mit harten Bass-Schlägen und einem Fundament, dass bis ins Mark dringt. Während des Priori Incantatem kann man den Sub 10.17 EDGE, wie vermutlich die meisten anderen Subwoofer am Markt, mit entsprechend extremen Pegel durchaus in die Knie zwingen - dann wird in unserem Fall aber die gesamte Kulisse unangenehm und schlichtweg zu laut. Bis zu diesem Punkt aber bleibt der XTZ-Sub aber sehr souverän und kontrolliert.

Eine tolle Kombination aus effektlastigem Soundtrack und perfekt untermalenden Score ist Mad Max - Fury Road, den wir dem niederländischen Komponisten und Produzenten Tom Holkenborg alias JunkieXL zu verdanken haben. Diese Mischung aus elektronischer Musik und integrierten Filmeffekten wurde auch bei den damaligen Oskars bedacht und konnte sich im Bereich Sound Mixing und Sound Editing sogar als Gewinner behaupten. Auch diese Aufgabe meistert der XTZ 10.17 bravourös und überzeugt mit klarer Trennung der einzelnen Tieffrequenzbereiche. Auch die unterschiedlich motorisierten Fahrzeuge können, während der Verfolgungsjagd der "Breeder" problemlos unterschieden werden. Hier sollte man es allerdings mit dem Pegel nicht übertreiben. Die Leistung der ICE-Endstufeneinheit ist unserer bescheidenen Meinung nach aber nicht der limitierende Faktor, das Langhub-Chassis ist hier bezüglich seines Arbeitsweges schlichtweg an der Grenze. Insgesamt gesehen aber auch hier eine überragende Demonstration des 10 Zoll-Woofers, der sich wieder nahtlos ins Geschehen integriert und im Bedarfsfall, z.B. bei großkalibrigen Geschossen und Explosionen, blitzschnell mit hohem Nachdruck agiert. 

Selten ist eine Preisklasse derart umkämpft, wie der Bereich um 500 bis 1.000 Euro bei aktiven Subwoofern. Hier tummeln sich derart starke Vertreter, dass ein klarer Sieger kaum auszumachen ist. Ohne mit der Wimper zu zucken, gliedern wir den neuen Sub 10.17 EDGE von XTZ hier ein und sprechen eine klare Empfehlung aus. Wer weniger Wert auf eine schicke Optik und die umfangreichen Anpassungsmöglichkeiten des XTZ-Woofers legt, findet auch im Klipsch SPL-120SW einen kompetenten Partner. Sicher, der XTZ ist schicker, flexibler und auch etwas kontrollierter, der Klipsch kontert den harten und trockenen Punch des 10.17 EDGE mit einem etwas ausgeprägterem Volumen und rundem Sound dank 30 cm Membran, zudem ist der SPL-120SW zu günstigeren Marktpreisen erhältlich. Ein unangenehmer Konkurrent ist auch der Klipsch Kube 10b. Die britische Komponente ist ebenfalls extrem schick und weist eine sehr kompakte Formensprache auf, zudem erscheint die Verarbeitungsqualität wirklich außergewöhnlich gut. Allerdings gibt es den KEF nur in schwarz und wer den Kube 10b kauft, kauft die geschlossene Konstruktion. Das ist keinesfalls ein Nachteil, der XTZ bietet hier aber mehr Flexibilität. Die integrierten EQ-Kurven im KEF arbeiten ebenfalls exzellent, der Sub 10.17 EDGE bietet darüber hinaus einen individuell einstellbaren parametrischen EQ. Wie schon einmal geschrieben: wer in dieser Preisregion kauft, hat die Qual der Wahl - kann allerdings auch nicht viel falsch machen.

Fazit

XTZ hat es wieder vollbracht! Der Sub 10.17 EDGE ist kompakt, enorm leistungsstark und preislich absolut fair kalkuliert. Das Gehäuse im mattweißen Schleiflack mit seinen gerundeten Kanten und der sauberen Integration von Chassis, Bassreflexrohren sowie dem Anschlussfeld wirkt elegant und hochwertig. Wer den Subwoofer dennoch lieber verstecken möchte, profitiert vom kompakten Formfaktor und natürlich gibt es für den Heimkino-Einsatz, für den der 10-Zöller trotz seines moderaten Gehäusevolumens ausreichend Leistung mitbringt, auch eine Variante in Schwarz (sowohl hochglanz als auch matt). Die gebotene Präzision in Kontrolle in Kombination mit enormer Kraft und viel Tiefgang ist in der Preisklasse und Größe absolut beeindruckend. Hinzu kommen flexible Anpassungsmöglichkeiten mittels EQ-Kurven und den beiliegenden Bassreflex-Stopfen, sogar per parametrischem EQ kann der XTZ-Woofer auf die räumlichen Gegebenheiten hin optimiert werden. Hohe Flexibilität, sehr solide Verarbeitungsqualität, schicke Optik, Leistung pur - wer kompetente Tieffrequenz-Partner sucht, kommt an XTZ nicht vorbei!

Kompaktes Kraftpaket mit flexiblen Anpassungsmöglichkeiten zum überaus fairen Preis

18.07.2019

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 18.07.2019

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