TEST: Klipsch Aktivsubwoofer SPL-120SW - pegelfeste Bass-Macht aus den USA?

Für 749 EUR UVP und rund 500 bis 550 EUR Marktpreis soll der Klipsch SPL-120SW dank 30 cm Chassis und einer kräftigen, effizienten Class D-Endstufe bei Filmton und bei der Musikwiedergabe ein lebendiges Bassfundament bieten und sich in leistungsstarke Mehrkanal-Lautsprechersysteme optimal eingliedern. Mit gewohnt rustikalem Charme tritt der Basslautsprecher bei uns an, um seine tieffrequenten Qualitäten unter Beweis zu stellen. 

 

Rückseite

Aus klanglicher Perspektive konnten wir den Klipsch SPL-120SW zunächst bei "James Bond 007 - ein Quantum Trost" hören. Kurz zusammengefasst, er hat sich direkt gut eingeführt. Die zahlreichen Crashs zu Beginn des 007-Films, bei der wilden Jagd rund um den Gardasee, gibt er effektvoll und wuchtig wieder, bleibt dabei immer präzise. Die MP-Salven aus den Waffen der Killer, die in Alfa 159 Limousinen dem britischen Doppelnull-Agenten im Aston Martin DBS hinterhertragen, haben ein sattes, durchdringendes Fundament. Der Klipsch liefert demnach, und das muss er auch, denn in der Preisregion zwischen rund 500 bis 800 EUR herrscht eine enorme Leistungsdichte.

Befestigung des Gitters konventionell mittels Zapfen

Das Umfeld ist stark, aber der Klipsch fällt im Vergleich zur starken Konkurrenz keinesfalls ab. Er spielt enorm sauber, der Bass ist gleichermaßen hart wie klar. Der Front-Firing-Subwoofer mit nach vorn gerichteter Bassreflex-Öffnung unten ist mit einer für Klipsch typischen Spun-Copper-Cerametallic-Membran (exakt 30,48 cm) ausgestattet, die langhubig ausgelegt ist und auch bei gewaltigem Pegel nicht anschlägt. Das verdeutlicht der Subwoofer auch bei "Mission Impossible - Rogue Nation", in der Wien-Sequenz. Hier stellt er allzeit ein hervorragendes Bassfundament bereit, das aber nie zu dominant wird. Der SPL-120SW ist deutlich integrativer ausgelegt als früherer Klipsch Aktivbässe, die zwar massiv angeschoben haben, aber sich auch akustisch sehr dominant verhalten haben. Der SPL-120SW, das beweist er uns während der Ausschnitte aus der "Turandot" Aufführung im Wien-Kapitel des Mission Impossible-Films, agiert ziemlich kultiviert, er bringt Struktur und Klarheit in den tieffrequenten Bereich. Als oben über der Bühne die Schlägerei zwischen Ethan und einem Killer der Gegenseite stattfindet, schafft es der SPL-120SW souverän, auch parallel stattfindende tieffrequente Ereignisse tadellos auseinander zu differenzieren.

Teufel T 10

XTZ SUB 10.17

 

Nubert nuBox AW-443

nuBox AW-993

KEF Kube 12b

In seiner Preisklasse laut Marktpreis trifft er z.B. auf den kompakten und flexiblen (wahlweise Downfire oder Frontfire zu verwenden) Teufel T 10, der bei 419 EUR und damit rund 80 EUR unter dem Niveau liegt, auf dem die Marktpreise für den Klipsch beginnen. Auch der Teufel agiert kultiviert und integriert sich hervorragend in die gesamte Klangkulisse. Bei sehr hohem Pegel büsst er aber gegenüber dem Klipsch an Dynamik und Volumen ein.

Der XTZ Subwoofer 10.17 liegt bei 545 EUR und erweist sich als ausgesprochen unangenehmer Kontrahent. Kompakt, aber gleichzeitig sehr kraftvoll, überzeugt der Bass-Schwede zudem mit guter Ausstattung und überragender Verarbeitung. Der Klipsch kontert aber mit einem "schlagenden" Argument: Marktpreise um die 500 bis 545 EUR sind sensationell, dank größerer Membran ist auch der Tiefgang noch ausgeprägter. XTZ bietet hier für 645 EUR aber den 12.17 an.

Wer für wenig Geld einen äußerst kompakten aktiven Subwoofer mit nachdrücklichem Bass und einem Tiefgang sucht, der für die Größe absolut Respekt verdient, kann zum Nubert nuBox AW-443 greifen, ein echter Klassiker für 389 EUR, der zudem mit sinnvollen Filtern und Einstellungen-Optionen punkten kann. Der große Nubert nuBox AW-993 liegt bei 629 EUR - bedenkt man, dass der SPL-120SW ursprünglich 749 EUR laut UVP kostete, ist der nuBox AW-993 sogar unter der Preisklasse des Klipsch-Konkurrenten.

Nun aber, da der SPL-120SW zu günstigen Marktpreisen zu haben ist, ist der Nubert teurer, aber trotzdem aufgrund der exzellenten Präzision und der praxisgerechten Einstellmöglichkeiten eine sehr gute Alternative. Kaum unter der UVP von 749 EUR zu bekommen, ist der sehr attraktive, extrem präzise KEF KUBE 12b die Alternative für denjigen, der nicht auf den Cent achtet und ein hochwertig gestaltetes Produkt sucht, das gerade auch bei der Wiedergabe von Musik durch sein Differenzierungsvermögen begeistert. 

Buslang haben wir den aktiven Bassisten überwiegend bei Filmton gehört. Gut, bei "Mission Impossible" kam durchaus auch Musikalisches vor. Nun testen wir mit "reiner" Musik. Hier starten wir mit "Lichtmond - The Journey" und hören die Tracks "The Journey 1" und "The Journey 2". Die abnormen Bass-Gewitter des Lichtmond-Spektakels gehen dem SPL-120SW recht leicht und souverän von der Hand. Dass hier einiges passiert, liegt auch an der Endstufe mit 600 Watt Peak-Leistung (Nennleistung 300 Watt) . Das reicht locker, um sich auch im knapp 30 Quadratmeter messenden Hörraum durchzusetzen. Vor allem beeindruckt,, dass der SPL-120SW sich auch von hohen Pegeln über längere Zeit nicht aus der Ruhe bringen lässt. Keine Ermüdungserscheinungen in Form von Dynamikeinbrüchen - der Bass bleibt untadelig hart und überraschend präzise. 

Bei Tiesto-Tracks (Blu-ray: Elements Of Live Disc 2: Tracks: Back In Your Head, Adagio For Strings, He's A Pirate) festigt der Klipsch-Subwoofer seine Stellung als Experte für harten, satten Bass in Verbindung mit hohen Pegeln. Er schiebt immer weiter an, gerade bei "Back In Your Head", wo mancher Bassist einfach nicht mehr liefern kann, steigt die Lautstärke weiter, bringt er bei höherer Lautstärke auch einen nochmals härteren Bass zustande. Er schafft es bei allen drei Tracks, auch verschiedene tieffrequente Effekte sauber auseinander zu differenzieren. Der Tiefgang, das hören wir bei "Back In Your Head" deutlich, ist für diese Preisklasse exzellent, zudem begeistert das Volumen, das ohne Probleme für größere Hörräume reicht, das spüren wir auch hier wieder. 

Elektronik

Im Detail

Der 20 kg wiegende aktive Bassist misst 374 mm in der Breite, 451 mm in der Höhe und ist 506 mm tief - schon ein größeres Gerät, aber nicht zu übertrieben: Unterbringen kann man den Klipsch-Subwoofer noch relativ problemlos. Der Frequenzgang reicht von 24 Hz bis 125 Hz. Sehr anständige Werte, die aber nicht nur in der Theorie auf dem Papier stehen, sondern auch in der Hörpraxis Bestand haben: Der Klipsch wartet mit einem hervorragenden Tiefgang auf, der sich auch in der Preisliga um 800 EUR noch gut machen würde. Der maximale Schalldruck, den der SPL-120SW erzeugen kann, liegt bei 118 dB. 

Einstellmöglichkeiten

Cerametallic-Tieftöner

Bassreflexöffnung vorne unten

Er spielt exakt und trocken, stellt große wie auch kleine Effekte impulstreu dar und hat keine Probleme, parallel stattfindende tieffrequente Ereignisse parallel darzustellen. Optisch verkörpert der SPL-120SW das typische Klipsch-Design: Schnörkellos, strikt gebaut nach dem Grundsatz "Form follows Function". Ein "Farbtupfer" ist die Cerametallic-Membran ansonsten tritt der Klipsch-Aktivbassist nüchtern und sachlich auf. Am Finish gibt es nichts auszusetzen, der SPL-120SW ist robust und haltbar. Ästheten werden natürlich wenig Begeisterung zeigen, aber der aktive Subwoofer verschwindet meist auch an einem Ort, an dem man ihn nicht ständig im Auge hat. Besonders Features wie einen parametrischer EQ oder verschiedene Betriebsarten ("Film" und "Musik" zum Beispiel) bringt der SPL-120SW nicht mit - er tritt schnörkellos, gradlinig und minimalistisch auf. Purer Bass und solide Konstruktion für vergleichsweise wenig Geld, das ist hier das Credo.

Fazit

Der Klipsch SPL-120SW ist ein kraftvoller aktiver Subwoofer, der im extrem leistungsfähigen Konkurrenzumfeld der Liga von 500 bis 1.000 EUR nicht untergeht,. Das hat zum einen den sehr simplen Grund, dass sich die Marktpreise mit rund 500 bis 550 EUR auf einem sehr niedrigen Level bewegen. Wer hier zuschlägt, macht nichts falsch. Zum anderen aber begeistert uns der SPL-120SW mit seiner enorm pegelfesten Endstufe und der hervorragenden Dynamik. Der Tiefgang ist überragend, zudem ist auch die Präzision deutlich besser, als wir es von Klipsch-Subwoofern früher kannten. 

Preiswert, robust, enorm kraftvoll, zudem präzise: Für die Marktpreise bekommt man kaum etwas Besseres

Aktive Subwoofer Mittelklasse
Test 05. Juni 2019

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 05. Juni 2019

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