TEST: Thorens TD 403 DD - hochwertiger Vinylexperte mit angenehmem und detailreichem Klang

Klang

Thorens Td 403 Dd 1

Was leistet unser Testkandidat aus klanglicher Sicht?

Mit seinem Kaufpreis, der sich für das komplette, spielfertige Set unter der 1.500 EUR-Marke befindet, hinterlässt der Thorens TD 403 DD schon bislang einen sehr hochwertigen Eindruck. Doch das Entscheidende ist natürlich, wie er in der Praxis klingt. Wir haben den Plattenspieler mit zahlreichen Komponenten betrieben:

Avm Evolution As 3.3 Frontansicht2

AVM Evolution AS 3.3

Marantz Model 30 Frontansicht3

Marantz Model 30

Rose Ra180 Front Gesamt

HiFi-ROSE RA180

Wharfedale Elisian 3 Gruppenbild Ohne Abdeckungen

Wharfedale Elysian 3

Dali Rubikore 2 Gruppenbild3

DALI RUBIKORE 2

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Dali sonik 9 mit ohne abdeckung schraeg

DALI SONIK 9

Nubert Nuvero Nova 12 Gruppenbild1

Nubert nuVero nova 12

Thorens liefert mit dem Ortofon 2M Blue einen MM-Tonabnehmer mit, der oftmals für seine Preisliga überragend bewertet wurde. Natürlich geht immer nochmals mehr, auch mit dem gleichen Laufwerk und dem identischen, sehr hochwertig und durchdacht konstruierten Tonarm. Aber die Balance mit dem Ortofon 2M Blue, so belegen unsere Testreihen, stimmt definitiv. Daher kann man mit der ab Werk vorkonfigurierten Ausführung sehr gut leben, auch dann, wenn man durchaus höhere klangliche Ansprüche hat. Der sehr leise, äußerst exakt arbeitende, elektronisch geregelte Direktantriebsmotor des TD 403 DD hat ebenfalls seinen Anteil am akustischen Gesamtergebnis. Präzise eingestellt, sind mit dem System, wie unsere nun folgenden Klangtestreihen zeigen, extrem gute Ergebnisse möglich. 

Vor den eigentlichen Klang-Testreihen möchten wir auf einige, für Plattenspieler spezifische Faktoren eingehen. Die Qualität des Tonabnahmers beeinflusst die akustische Gesamtqualität, wie wir schon betonten, selbstverständlich deutlich. Man sollte bei allen Upgrades, die man gedenkt, durchzuführen, aber auch immer die Grenzen berücksichtigen, Will heißen: Irgendwann trägt sich das Konzept nicht mehr, wenn man z.B. einen sündhaft teuren MC-Tonabnehmer mit einem Laufwerk/Tonarm der Preisliga um 1.200 EUR zusammenbringen möchte. Hier sollte man das ganze System aufeinander abstimmen. Auch für die Konstruktion des Tonarms spielt eine wichtige Rolle. Ist diese wie im Falle des TP 150 durchdacht und konsequent, findet der Tonabnehmer ausgezeichnete Arbeitsbedingungen vor. Das Laufwerk beeinflusst die akustische Güte ebenfalls. Ein untadeliger Gleichlauf, ein präzise gesteuerter und dementsprechend laufender Motor, ein resonanzarmes Gehäuse, hochwertige, Vibrationen absorbierende Standfüße – all dies sind Bestandteile eines Systems, das in sich schlüssig funktionieren sollte. Darum ist der Plattenspieler im Vergleich z.B. zu einem Netzwerk-Streamer ein komplexes System – anstatt digitaler Wiedergabe arbeitet der Plattenspieler ausschließlich analog, und die Abläufe erfolgen mittels mechanischer Prozesse. Daher können sich in den verschiedenen Sektionen des Gesamtsystems viele Stärken, aber auch Schwächen manifestieren. Viel kann man bereits positiv beeinflussen, wenn man den Plattenspieler richtig aufstellt und ihn präzise justiert. 

Wir starten mit "A Tribute To Eva Cassidy", Margriet Sjoerdsma, STS Records, Audiophile Edition 45 RPM, Direct Metal Mastering (DMM) und lauschen zwei Titeln von diesem sehr schönen Cover-Album. „In The Early Morning Rain“, featuring Dan Cassidy (Gordon Lightfoot) gefällt uns durch die feine, melancholische Charakterstik, die der TD 403 DD treffend zum Ausdruck bringt. Wir haben diesen Titel mit praktisch allen oben aufgeführten Ketten gehört - und gerade im Verbindung mit der edlen Wharfedale Elysian 3 und dem AVM Evolution AS 3.3 ist das Hören ein wahrer Genuss. Gut, wir sind noch nicht so tief in der Materie "Plattenspieler" drin wie zahlreiche andere Redaktionen, die sich intensiv mit diesem Gebiet beschäftigt haben, aber auch wir haben schon zahlreiche Plattenspieler in unterschiedlichen Preisklassen und Konfigurationen gehört. Und dieses Paket für 1.399 EUR tritt wirklich souverän und mit dem nötigen Feingefühl auf. Das merkt man nicht nur an den vokalen Strukturen, sondern auch an den beteiligten Instrumenten - die Akustikgeitarre wird plastisch, wie greifbar, präsentiert, und als die Violine im weiteren Verlauf des Titels zu einem Solo loslegt, sind wir begeistert, wie genau auch kleine Differenzen in der Dynamik dargestellt werden. Als zweiten Titel haben wir den Stiong-Klassiker "Fields Of Gold" (featuring Dann Cassidy) in Margriets Interpretation ausgewählt. Und wieder ist es das Sensible, Filigrane, das der TD 403 DD so gut herausarbeitet. Zugleich erfreut die Tonalität mit leichter, homogener Wärme, die aber so wohl dosiert ausfällt, dass die Klarheit der gesamten Vorstellung nicht leidet. Die Instrumente sind auch bei diesem Song von Struktur und Plastizität her sehr gut getroffen. 

Wir setzen mit "Ain't No Sunshine" in der originalen Version von Eva Cassidy fort (The DALI LP). Direkt ab Beginn sind wir schon komplett "im Titel", da es uns unmittelbar berührt, wie lebendig und präzise alle instrumentalen Konturen zum Ausdruck kommen. Eva erhebt kurz darauf ihre Stimme, und wiederum ist es etwas, was wir als typisch für die Wiedergabe von Vinyl empfinden: Der Song "lebt". Er wird nicht nur einfach hochwertig wiedergegeben, sondern besitzt genau dieses Maß an "akustischem Aroma", was Platten-Fans seit jeher schätzen. Auch das Klavier wird sauber getroffen, die Temperatur stimmt, und das Anschlagen der Tasten kommt nachvollziehbar heraus, was für diese Preisklasse wirklich eine Leistung ist. Sich plötzlich ändernde dynamische Rahmenbedingungen pariert der TD 403 DD schnell, sodass man den Effekt z.B. eines Dynamiksprungs richtig miterleben kann. 

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Als nächstes folgt einer unserer persönlichen Lieblingstitel: "The Look Of Love" von Diana Krall. Und hier läuft der TD 403 DD einmal mehr zu Topform auf. Er balanciert mit den vokalen und instrumentalen Elementen in einer Art und Weise, als gäbe es nichts Einfacheres. Stets wird Dianas Stimme exakt fokussiert, trotzdem bleibt den Instrumenten immer noch ein großzügigier und allzeit stimmiger Entfaltungsspielraum. Auch feine vokale Einzelheiten wie das sanfte Abklingen der Stimme oder das Hauchen ins Mikrofon transportiert der Thorens-Plattenspieler sorgfältig weiter. Die sauber gestafffelte Räumlichkeit, die wir wahrnehmen, vertieft noch die emotionale Gesamtwirkung des Titels. Weil uns "The Look Of Love" so gut gefallen hat, darf der TD 403 DD bei "Maybe You'll Be There" erneut sein Fingerspitzengefühl beweisen. Und wiederum "lässt er nichts anbrennen" und führt uns vor Augen, wie intensiv, wie unmittelbar eine Wiedergabe in Stereo sein kann. Wir schalten mal kurz die Ratio ab, die uns natürlich sagt, dass es noch Unmengen teurerer Ketten gibt, die hier vermutlich noch zahlreiche Schippen drauf legen können, und genießen das Hier und Jetzt. Wie klar, wie fein aufgebaut Dianas Stimme ertönt, wie großzügig und zugleich realistisch die Räumlichkeit ist, und wie genau die Instrumente auf den Punkt getroffen werden, vermittelt pure Hörfreude. 

Wir setzen fort mit Jacon Dinesens "Ordinary Guy" (Album: Let The Hard Times Come", DALI Edition). Wieder startet der Titel mit einer akustischen Gitarre, und in der Wiedergabe dieses Instruments liegt offenbar eine der großen Stärken des TD 403 DD. Das Zupfen der Saiten wirkt unmittelbar, direkt, als wären die Musiker direkt vor den Zuhörern auf einer Bühne anwesend. Auch Jacobs Stimme wird treffend präsentiert, die typischen vokalen Merkmale arbeitet der Thorens mit Finesse heraus, was dafür sorgt, dass die Stimme fein- wie auch gesamtdynamisch hervorragend erfasst wird. Und durch die ein weiteres Mal weitläufige Räumlichkeit breitet sich der Klang stimmig und rund im Hörraum aus. Es ist einfach diese gelassene, zugleich präzise Art und Weise, mit der sich der TD 403 DD der Wiedergabe widmet - daher eignet sich unsere Konfiguration auch hervorragend für lange Hörsessions. 

Hans Zimmer gehört zu den bekanntesten Filmmusik-Komponisten der Welt. Vom Vinyl-Album "The Classics" hören wir zuerst das Main Theme von "The Dark Knight Rises" (Lindsya Stirling, Gavin Greenaway, The Czech Philharmonic Orchestra). Hier schafft der TD 403 DD gleich von Beginn an Ordnung und stellt alle Instrumentengruppen im Orchester mit akkurater Struktur dar. Die Violine, die sich akustisch oftmals im Vordergrund aufhält, wird mit Sinn für feine Konturen und mit richtiger Balance in unseren Hörraum transportiert. Auch virtuose Einlagen von Lindsay Stirling handhabt unser Testkandidat bravourös, und auch bei erhöhter Lautstärke bleibt die Wiedergabe stabil, harmonisch und ist frei von störender Schärfe. Wir bleiben bei den Classics von Hans Zimmer, wechseln aber zur "Gladiator Rhapsody" - hier greift der chinesische Star-Pianist Lang Lang mit viel Charisma in die Tasten. Eine enorme Aufgabe also, hier die vielen fiiligranen Klangelemente in die richtige Ordnung zu bringen und auch noch das enorme Maß an Emotionen zu verbreiten. Sicherlich - das möchten wir gar nicht verschweigen - bei der Feinarbeit am Klavier ist Luft nach oben. Aber: Wir sprechen von einem kompletten Plattenspieler für knapp 1.400 EUR. Und was dafür an lebendiger Kontur und exakt ausgerichteter Tonalität offeriert wird, ist hervorragend. 

Als nächstes lauschen wir dem Klassiker "West End Girls" von den Pet Shop Boys, abgelegt auf dem Album "Please". Völlig anderer Musikstil, aber der TD 403 DD trumpft mit den gleichen Tugenden auf, die wir schon aus den vorangegangenen Klangbeispielen kennen. Ausgewogen, auf den Punkt, mit straffem, klarem Bass, homogener Gesamtcharakteristik und einer exzellenten Ausarbeitung der Stimme von Neil Tennant. Alles wirkt so geschmeidig, so leicht, so kultiviert und doch so dynamisch. Der TD 403 DD macht einfach Laune, das ist eine Eigenschaft, die ihn für den häufigen Gebrauch prädestiniert. Dadurch, dass er auch hier wieder exakt und schnell Unterschiede im dynamischen Gefüge herausstellt, entfaltet der Kultsong der 80er Jahre eine fesselnde Wirkung. 

Clearaudio Compass 1

Harter Konkurrent: clearaudio compass

Der clearaudio compass für 1.290 EUR war ebenfalls bereits bei uns im Test und gefiel uns großartig hinsichtlich seiner klanglichen Fähigkeiten. Und hier kommt es ganz auf den Hörer an, was er bevorzugt. Zum einen können beide Laufwerke, die ebenfalls beide über einen hervorragenden Tonarm verfügen, mittels hochwertiger Tonabnehmersysteme weiter aufgerüstet werden. Aber schon in der Serienkonfiguration bringen beide sehr solide und akustisch ausgezeichnete Tonabnehmer mit, beim compass sogar eine Eigenentwicklung des Hauses. Beide Vinyl-Experten treten mit vollmundigem Klang und sauberer Detailarbeit übers gesamte Frequenzspektrum auf. Während der compass im Bassbereich noch etwas mehr Substanz aufweist, trotzdem aber nie den Bezug zu einem authentischen Klang verliert, holt der TD 403 DD feine instrumentale Ausarbeitungen, die sich eher in der zweite Reihe z.B. einer orchestralen Darbietung befinden, noch konsequenter heraus. Vom Arbeitsprinzip sind beide Plattendreher unterschiedlich, der compass setzt auf Riemenantrieb, während der TD 403 DD einen Direktantrieb besitzt. Hier konnten wir ehrlich gesagt in der Praxis für keines der beiden Systeme einen verwertbaren Vorteil erkennen, beide Plattenspieler überzeugen durch einen saften, präzisen und ruhigen Lauf. Auch erfreut uns, dass die zwei Plattenspieler wirklich solide verarbeitet sind und es auch bei der Materialqualität keinen Grund zur Beanstandung gibt. Optisch gehen beide Geräte freilich völlig unterschiedliche Wege: Der modern-minimalistische compass auf der einen Seite, der traditionell anmutende TD 403 DD auf der anderen. Hier ist es, wie auch akustisch, eine Frage des Geschmacks, auf wen die Wahl fällt. 

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Fazit

Thorens Td 403 Dd Frontansicht1

Der Thorens TD 403 DD verfügt über einen Direktantrieb und einen sorgfältig konstruierten Tonarm, der sich mit einer Vielzahl an Tonabnehmersystemen bestücken lässt. Das im Lieferumfang enthaltene Ortofon 2M Blue-System erwies sich dem hochwertig konstruierten TD 403 DD als definitiv würdig - und wir freuen uns immer wieder über den kultivierten, ausgewogenen Klang dieses Plattenspielers. Zu den Pluspunkten gehört die weitläufige, aber nie verschwommen definierte Räumlichkeit und die unmittelbare, direkt-erfrischende Wiedergabe von Titeln vieler Musikstile, die dafür sorgt, dass es oftmals nur wenige Sekunden braucht, bis man als Zuhörer sozusagen "im Titel versunken" ist. Der TD 403 DD bietet bei der ersten Installation alle Tools, die für eine präzise Justage benötigt werden. Das Gerät wird vormontiert geliefert, sodass der Spielbetrieb bereits nach relativ kurzer Zeit losgehen kann. Insgesamt zeigt unser Testkandidat, dass Thorens nicht zu Unrecht sehr erfolgreich im Plattenspieler-Business unterwegs ist. Die klassische Optik des TD 403 DD ist natürlich Geschmackssache, aber wir finden, gerade bei einem Plattenspieler ist diese durchaus richtig am Platz. Wer es etwas schlichter mag, kann den TD 403 DD in schwarzer Hochglanzausführung bestellen. 

Extrem ausgewogen klingender, hochwertige verarbeiteter Plattenspieler mit leisem Direktantrieb
Überragend 2024
Manuelle Plattenspieler Mittelklasse
Test 12. März 2026

 

Test: Carsten Rampacher
Bilder: Sven Wunderlich
Datum: 12. März 2026

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