TEST: Manueller Plattenspieler clearaudio compass - grandiose Qualität für unter 1.300 EUR

Clearaudio Compass 1

clearaudio mit Sitz in der fränkischen Universitätsstadt Erlangen ist weltweit bekannt für die Herstellung exzellenter Plattenspieler. Bedingt durch den weiter mit enormer Stärke anhaltenden Vinyl-Boom befindet sich die Marke derzeit stabil auf Erfolgskurs, was natürlich auch daran liegt, dass clearaudio-CEO Robert Suchy sehr geschickt vorgeht, wenn es um die sinnvolle Erweiterung des Produkt-Programms analoger Spezialitäten geht. Und ein Hauptaugenmerk von clearaudio liegt auch darin, möglichst vielen Platten-Liebhabern den Zugang zu hervorragender Produktqualität und einer kultivierten akustischen Darstellung zu gewähren. Daher fügt sich der neue, für 1.290 EUR wahlweise in silberfarbener oder klassisch-schwarzer Version erhältliche compass nahtlos von unten ins Portfolio ein und markiert von nun an den Einstieg in die clearaudio-Welt analoger Finesse. Mehr als zwei Jahre wurde an Entwicklungsarbeit investiert, um ein Produkt anzubieten, das hinsichtlich des Gesamtniveaus deutlich über dem liegt, was man sonst in diesen preislichen Gefilden erwarten darf.

Im Zentrum des compass steht ein exaktes Lager in Verbindung mit einem präzise gefertigten Plattenteller-Verbund mit Subteller. Das Ganze verpackt in ein Gehäuse, das minimalistische, zeitlose Eleganz ausstrahlt, und mit typischen clearaudio-Technik-Schmankerln versehen. Für präzises Abtasten der Vinylschätze kommt eine kleinere Variante des beliebten clearaudio T1-Tonarms zum Einsatz. Höchst beachtlich und eine echte Seltenheit: Sämtliche für die Klangqualität entscheidenden Bauteile fertigt clearaudio in der Erlangener Manufaktur von Hand: Tonarm, Tonabnehmer, Lager sowie Subteller. Die Montage der Plattenspieler inklusive des zugelieferten MDF-Chassis wird bei einem Partnerunternehmen in der Tschechischen Republik vorgenommen.

Der compass weist eine massive Stahlplatte, montiert auf der Gehäuseunterseite auf, diese verleiht dem Plattenspieler Stabilität und trägt mit zu den 8 kg Gesamtgewicht bei. Die auf zwei Edelstahl-Gelenken befestigte Acrylhaube kann vom Besitzer einfach abgenommen werden. Mittels eines Kippschalters auf der Geräteunterseite wird der Plattenspieler auf die gewünschte Drehzahl (33 1/3 oder 45) gestellt, zugleich startet die Rotation des Plattentellers. Für den Antrieb verantwortlich ist ein entkoppelter und extrem laufruhiger Motor (12 Volt) zusammen mit einem geschliffenen Flachriemen. Über den aus Aluminium gefertigten Hebel wird der Tonarm exakt abgesenkt. Entkopplungselemente in den höhenverstellbaren Füßen ermöglichen eine tadellose Laufruhe des gesamten Systems, verspricht clearaudio.

Clearaudio Compass 3

Namensschriftzug

Das Gehäuse oder der Laufwerkskörper des compass ist 435 mm breit, 340 mm tief und 120 mm hoch. Es besteht aus mitteldichter Holzfaser (MDF), ergänzend hinzu kommt die bereits erwähnte massive Bodenplatte aus Stahl. Das Lager mit polierter sowie gehärteter Stahlachse in einer Bronzebuchse läuft auf einem Teflonspiegel. Der Plattenteller besteht aus massivem Acryl und ist 20 mm dick. Er weist eine hohe Dichte sowie eine hervorragende Dimensionsstabilität auf. Ergänzt wird das System von einem CNC-präzisionsgedrehten Aluminium-Subteller. Insgesamt wirkt der compass fürs investierte Geld äußerst vertrauenserweckend und strahlt Solidität und Langzeitstabilität aus.

Das im Lieferumfang enthaltene externe Steckernetzteil ist für den weltweiten Einsatz gedacht und daher für alle Netze sowie Netzfrequenzen vorgesehen. Die Leistungsaufnahme beträgt 1,95 Watt im Betrieb sowie 0,74 Watt im Standby-Modus. Komplett ausgeschaltet, beträgt sie folgerichtig 0 Watt.

Nun haben wir ausführlich über zahlreiche Eigenschaften des compass gesprochen, den Tonarm allerdings bislang nur in einem Satz erwähnt. Daher widmen wir uns diesem wichtigen Bauteil im folgenden Abschnitt.

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Tonarm mit MM-Tonabnehmer N1

Es handelt sich um einen Radial-Tonarm mit einem Gegengewicht aus Edelstahl. Justierbare Tonabnehmer in einem Bereich von 2,5 Gramm bis 17 Gramm, ein Überhang von 17,12 mm, eine Gesamtlänge von 305 mm und eine effektive Länge von 239,12 mm lauten wichtige Eigenschaften. Der Montageabstand (Tonarmdrehpunkt zur Spinden) liegt genau bei 222 mm, und den Kröpfungswinkel gibt der Hersteller mit 24,02 Grad an. Ein 1,1 Meter langes Signalkabel vom Typ Direct Wire PLUS, mit Cinch konfektioniert, gehört final noch zum Layout des Tonarms. Das gesamte System kommt inklusive dem Gegengewicht auf rund 390 Gramm.

Clearaudio Compass 6

Hier der Tonabnehmer im Detail

Der in Erlangen entwickelte und hergestellte, perfekt zum compass passende  Tonabnehmer N1 (MM) weist eine Masse von rund 12,6 g (± 0,2 g) sowie einen Frequenzgang von 20 Hz bis 20 kHz auf. Die Ausgangsspannung (1 KHZ, 5 CM/S) wird mit ~ 3,3 mV beziffert. Die Kanaltrennung (1 KHZ) wird mit 20 dB angegeben, die Kanalbalance (1 KHZ) mit 2 dB und die Abtastfähigkeit mit 80 μm. Als korrektes Auflagegewicht rät der Hersteller zu 2,2 g (± 0,3 g), als Spulenimpedanz (1 kHz) werden 0,66 kΩ genannt, als Spuleninduktivität 400 mH, als Lastwiderstand 47 kΩ und als kapazitive Last 100 pF. Der Nadelträger wird aus Aluminium hergestellt, und der Diamantschliff weist eine elliptische Form auf. Als Nadelnachgiebigkeit werden 15 µ/mN genannt.

Abschließend noch eine Information zur Garantie: Auf alle Systemkomponenten, also Laufwerk, Tonarm und Tonabnehmer, gibt es 24 Monate Garantie (Bei Rücksendung der ausgefüllten Garantiekarte an clearaudio innerhalb von 14 Tagen nach Kauf).

Da sich nicht jeder, der sich einen Plattenspieler wünscht, sich mit allen Belangen rund um Montage und Inbetriebnahme auskennt, haben wir uns entschlossen, diese Schritte in den folgenden Absätzen zu beschreiben. 

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Inbetriebnahme

Clearaudio Compass 12

Antrieb mittels Riemen

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Massiver Plattenteller

Der compass wird vormontiert geliefert. Zunächst legen wir der Antriebsriemen um den Subteller und den Pulley des Motors. Dann nehmen wir im Anschluss daran den sehr soliden, hochwertigen Plattenteller aus der Verpackung und platzieren ihn sorgfältig von oben aus auf die Achse des Lagers. Wichtig ist, dass die ausgefräste Seite des Plattentellers in Richtung des Subtellers weist.

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Antiskating-Gewicht

Jetzt nehmen wir das Anti-Skating-Gewicht aus der beiligenden Tüte heraus, es ist darauf zu achten, um Beschädigungen im Verlauf der Montage aus dem Weg zu gehen, den Tonarm am vorderen Teil festzuhalten, während die Antiskating-Einheit von hinten auf den Tonarm geschoben wird. Das Ganze erfordert etwas Aufmerksamkeit und sollte mit Bedacht erledigt werden, und es ist darauf zu achten, dass die Öffnung des Rings nach unten ausgerichtet ist. Final muss der Ring auf der identischen Höhe wie der Antiskating-Bügel sitzen. Der Ring ist dann mit der korrekten Balance ausgerichtet, wenn der Auslass der Schnur mittig zum Tonarm steht. Zu beachten ist, dass zu diesem Zeitpunkt das Anti-Skating-Gewicht noch nicht in der Öse untergebracht wird.

Im nächsten Step entfernen wir die Siicherheitsstreifen, die für den Transport vorgesehen waren, am Tonarm und am Tonabnehmer, auch dies sollte, gerade auch am Tonabnehmer, mit Sorgfalt geschehen. Nun folgt die Montage des Gegengewichts. Dieses manövrieren wir bündig aufs Tonarmende, es wird leicht durch den schon eingesetzten Gewindestift fixiert. Da der Tonabnehmer bereits ab Werk fest montiert ist, müssen wir, bevor wir mit dem compass arbeiten, die Auflagekraft justieren. Erfreulicherweise befindet sich im Lieferumfang des compass eine Kippelwaage, mit der wir das Auflagegewicht überprüfen können. Für den verbauten N1 MM-Tonabnehmer wird eine Auflagekraft von 2,2 Gramm (+/- 0,3 Gramm) benötigt.

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Clearaudio Compass 17

Im Lieferumfang enthalten ist auch eine Kippelwaage

Um die Auflagekraft zu checken, müssen wir als erstes den Nadelschutz von der Nadel des Tonabnehmers abnehmen, und den Tonabnehmer setzen wir dann auf die Kippelwaage, die ihrerseits auf dem Plattenteller steht. Wenn die Auflagekraft korrekt ist, steht die Waage in der Balance. Wichtig zu beachten ist, dass sich auf der Kippelwaage eine Skala mit den verschiedenen Auflagekräften befindet, hier müssen wir uns nach den 2,2 Gramm aus der Vorgabe bei der Justage richten. Wenn die Waage nach rechts kippt, ist die Auflagekraft zu hoch, kippt sie nach links, ist sie zu gering.

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Gegengewicht und Hebel zum präzisen Absenken des Tonarms

Um die richtige Auflagekraft einzustellen, sollte sich der Tonarm unbedingt wieder in der Ruheposition befinden, um Beschädigungen vorzubeugen. Zur Anpassung der Auflagekraft lösen wir die Schlitzschraube im Gegengewicht so weit, bis wir das Gewicht verschieben können. Damit nichts beschädigt wird, sollte man den Tonarm während der Justage halten. Um die Auflagekraft zu verringern, müssen wir das Gegengewicht nach hinten schieben. Möchten wir die Auflagekraft erhöhen, muss das Gegengewicht weiter in Richtung Tonabnehmer verschoben werden. Nachdem wir die Auflagekraft mittels der Kippelwaage zur Sicherheit nochmals überprüft haben, ziehen wir die Schraube im Gegengewicht wieder fest an und hängen nun die Schnur des Antiskating-Gewichts in die Öse. Alternativ kann man für die Überprüfung des Auflagegewichts auch die digitale Tonabnehmerwaage Weight Watcher touch von clearaudio verwenden.

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Anschluss fürs externe Netzteil

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Im letzten Schritt vor der Inbetriebnahme schließen wir das externe Netzteil an. Wichtig ist, dass man entweder eine separate Phonovorstufe verwendet oder einen Verstärker/eine Vorstufe/einen Receiver mit eingebautem Phonovorverstärker, der sich für MM-Tonabnehmer eignet. Da die Kompatibilität zu MM-Tonabnehmern sehr viel weiter verbreitet ist als die zum MC-Systemen, dürfte dies kein größeres Problem darstellen.

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Dieser Teil des fest mit dem compass verbundenen Kabels kommt dann in den Verstärker/Receiver mit Phonostufe oder in die externe Phonostufe

Besonderheit des compass beim Anschluss an die HiFi-Anlage ist noch, dass das Anschlusskabel (Cinch Stereo plus Erdung) fest im compass verbaut ist. Unserer Meinung nach ist das werksseitig installierte Kabel etwas zu kurz, wir würden es hier lieber sehen, wenn man ein eigenes Kabel wie sonst üblich einfach in die Cinch-Buchsen und die Erdungsbuchse des Plattenspielers stecken könnte. 

Clearaudio Compass 10

Auflagestopfen der Abdeckhaube

Der compass ist der erste clearaudio Plattenspieler, bei dem sich die Abdeckhaube gleich im Lieferumfang befindet. Idealerweise sollte die Abdeckhaube nur dann verwendet werden, wenn der Plattenspieler nicht genutzt wird. Wer sie auf trotzdem auf dem compass lässt, sollte sie auf jeden beim laufenden Betrieb schließen - beim Betrieb mit geöffneter Staubschutzhaube kann diese durch den Schall, der aus den Lautsprechern kommt, in Schwingungen geraten, und diese akustischen Störungen können sich unter Umständen aufs Gehäuse und auf den Tonarm des Plattenspielers übertragen, was den präzisen Abtastvorgang negativ beeinflusst.

Clearaudio Compass 5

Kippschalter unter dem compass

Die ganze Handhabung des eleganten Tonarms gefällt uns enorm gut - es macht richtig Spaß, eine Platte aufzulegen, der Tonarm-Lift funktioniert sehr präzise. Um den compass zu aktivieren, ist unten rechts ein Kippschalter vorgesehen - je nach dem, in welche Richtung man ihn bewegt, werden Platten mit 33 1/3 oder mit 45 Umdrehungen wiedergegeben.  

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