TEST: Technics EAH-F70N - klangstarker Over-Ear-Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung

399 EUR kostet der in drei Farbausführungen erhältliche Technics EAH-F70N - ein gut ausgestatteter Over-Ear-Kopfhörer mit dreistufigem aktiven Noise Cancelling, Bluetooth 4.2 inklusive Qualcomm aptX HD und der Darstellung von Frequenzen zwischen 4 Hz und 40 kHz. Mit 20 Stunden Akkulaufzeit hält sich der Kopfhörer hinsichtlich der Ausdauer im guten Mittelfeld auf. Prima ist die Schnelladefunktion, bereits nach 15 Minuten Aufladen kann man wieder 2 Stunden lang hören. Der Technics ist mit 40 mm Treibern mit starken Neodym-Magneten ausgestattet und wiegt 292 Gramm, nicht zu viel, auch beim längeren Tragen wird der Kopfhörer nicht unangenehm.  Im Lieferumfang ist eine Transporttasche, ein 1,2 Meter langes Audiokabel für den kabelgebundenen Betrieb, ein Flugzeug-Adapter sowie die USB-Ladekabel enthalten. Die aktive Geräuschunterdrückung hat drei verschiedene Intensitätsstufen. Unterstützt wird, wie auch z.B. von einigen Sony Kopfhörern, das akustisch sehr gute LDAC (96 kHz/990 kBit/s). Um die sehr hohe Qualität auch wirklich nutzen zu können, muss mein Zuspieler aber natürlich auch LDAC unterstützen. Man kann mittels des EAH-F70N den Sprachassistenten des Smartphones aktivieren, und zudem ist ein Sensor mit an Bord, der analysiert, ob man den Technics gerade auf dem Kopf trägt oder aber ihn abgelegt hat. 

Buchse zum Anschluss des Kabels

Schnörkelloses, hochwertiges Design

Kopfband von oben

Präziser Verstellmechanismus

Gut verarbeitetes Transportcase

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Praktisch - legt man den Technics-Kopfhörer ab, stoppt die Wiedergabe, setzt man ihn wieder auf, wird der Spielbetrieb wieder aufgenommen. Der EAH-F70N sitzt bequem auf dem Kopf, das Material der Ohrmuscheln erweist sich als nicht zu schweißtreibend. Mittels des Verstellmechanismus am Kopfband kann man den Technics präzise auf die Kopfgröße justieren, dann ist der Sitz nahezu perfekt. Natürlich hängt dies auch von Kopfform und Größe des jeweiligen Trägers ab. Etwas schwierig ist die Taste an der rechten Ohrmuschel, die für das mehrstufige aktive Noise Cancelling (Off, Low, Medium, High, per Stimme bekommt man den aktuellen Modus mitgeteilt) zu erreichen. Auch der Druckpunkt des kleinen Knopfes könnte klarer definiert sein. Was gibt es zum Noise Cancelling selbst zu sagen? Technics hat hier saubere Arbeit geleistet, denn akustisch sind die Modi tatsächlich alle annähernd identisch ausgelegt, was alles andere als selbstverständlich ist.

Etwas kleine Bedienelemente an der rechten Ohrmuschel

Im Case

Oft hören wir deutliche Unterschiede hinsichtlich Klarheit im Hochtonbereich, Stimmwiedergabe und der Intensität des Bassbereiches. Auch die Staffelung der Noise Cancelling-Stufen macht Sinn. Komplett abgeschirmt, z.B. im Flugzeug, ist man in der Stufe "High". Dann ist man sozusagen "akustisch für sich". Bei "Medium" dringen laute Geräusche ans Ohrt, bei "Low" auch Geräusche, die von ihrer Ausprägung eher weniger lautstark sind, wie z.B. eine in Zimmerlautstärke geführte Unterhaltung wird ansatzweise wahrgenommen. Etwas Kritik muss der Technics wegen dem leicht hörbaren Rauschen der aktiven Geräuschunterdrückung einstecken - gerade in der maximalen Stufe. Im Modus "Medium" ist weniger Rauschen vorhanden, in der Stufe "Low" praktisch gar keines. 

Klang

Wie sieht es mit der Qualität der Freisprecheinrichtung aus? Nun, durchschnittlich ist hier das richtige Wort. Während der Gesprächspartner sich durchweg sehr lobend äußerst, hört derjenige, der den Kopfhörer auf hat, teils störendes Kratzen. Wenig Rauschen, das ist ein Pluspunkt. Auch klingt die Stimme des Gesprächspartners relativ natürlich. Insgesamt nicht wirklich schlecht, aber auch kein Highlight. 

Was kann der EAH-F70N aus klanglicher Perspektive?  Wir hören "I Don't Care" von Justin Bieber und Ed Sheeran. Hier profiliert sich der Technics-Kopfhörer als Talent für die Wiedergabe eines kräftigen, zugleich exakten Bassbereiches. Die einzelnen Bassschläge werden mit ausgezeichneter Impulstreue und hervorragender Struktur dargestellt. Zugleich, obwohl absolut präsent, überlagert der Bassbereich nicht den akustischen Rest, sondern trennt sich sauber von den Instrumenten und vor allem den Stimmen. Beide Stimmen gibt der EAH-F70N charismatisch und lebendig wieder, die präzise Modellierung von Strukturen scheint dem Kopfhörer besonders zu liegen. Die Räumlichkeit des Hörerlebnisses ist ebenfalls zu loben. Eine hohe atmosphärische Dichte umgibt den Hörer, der sich zudem auch wegen dem tadellosen Tragekomfort erfreut zeigt. 

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Und auch bei "Shallow" (Lady Gaga, Bradley Cooper) setzt sich der EAH-F70N gekonnt in Szene. Bradleys Stimme, die akustische Gitarre, das Publikum: Alles wird mit präzisen Konturen herausgestellt. Dabei vernachlässigt der Technics auch kleine Einzelheiten nicht, sondern fügt wie, wie schon zuvor herausgehört, impulstreu und mit richtiger Gewichtung ins gesamte Klangbild ein. Auch Lady Gagas Stimme erfreut - enorm klar, filigran, und mit der nötigen Kraft, als sie ihre Stimme erhebt. Was für den Kopfhörer spricht, ist auch hier wieder die als natürlich empfundene Räumlichkeit, die den Zuhörer auf eine angenehme Art und Weise in die Mitte des klanglichen Geschehens versetzt.

Bei "Formation" von Beyonce schiebt der Technics im Bassbereich massiv an, ohne aber es an der notwendigen Präzision mangeln zu lassen. Er trifft genau den richtigen Punkt und lässt es nicht an einem raumfüllenden Fundament mangeln. Die Stimme Rihannas könnte bei diesem Stück noch minimal prägnanter herausgestellt werden, das ist aber "Meckern auf hohem Niveau". Wie wir es bereits von den beiden vorangehen Beispielen kennen, erfreut der Technics-Kopfhörer mit einer räumlich tadellosen Präsentation, die allzeit glaubwürdig erscheint.

Das Klavierkonzert Nummer 20 in D-Moll, Köchelverzeichnis 466, erstes Allegro, von Wolfgang Amadeus Mozart, soll nun beweisen, dass der EAH-F70N auch mit "Klassischem" prima zurecht kommt, und das gelingt sogar hervorragend, nicht nur ordentlich. Besonders, wie gekonnt der Kopfhörer die Dynamiksprünge darstellt, nötigt uns Respekt ab. Immerhin ist der Technics ja finanziell durchaus im Bereich des auch für "Otto Normalverbraucher" Möglichen, also nicht exorbitant kostspielig. Für den Kaufpreis ist es auch sehr beachtlich, wie fein die Streicher herausmodelliert werden. Hier agiert der EAH-F70N sensibel, aber am besten schlägt er sicg beim Klavier, das der unvergessene Friedrich Gulda bedient. Die Virtuosität im Spiel, die Anschlagdynamik der Tasten, kleine, dynamische Unterschiede: Stets ist der Technics nicht nur bemüht, sondern handhabt alles mit einer erstaunlichen Souveränität. Beim Klavierkonzert, das steht fest, erbringt der Kopfhörer seine beste Leistung im Test, und das ausgerechnet bei einem so komplexen Musikstück. 

Aber auch Club-Tracks stellen keine Hürde dar, wie sich bei "Don't You" im Remix von Pulsedriver zeigt: Klar, kraftvoll und mit einer wie üblich dichten räumlichen Wirkung macht er sich ans Werk. Souverän geht er mit höheren Lautstärken um, der maximal mögliche Pegel ist recht hoch, und auch hier gibt es keine störenden Verzerrungen, der Klang bleibt sauber und kultiviert. Dass uns der EAH-F70N bei Klassik so gut gefällt, und eben bei elektronischer Musik, ist ein klares Indiz dafür, es mit einem echten Universalisten zu tun zu haben, der mit den unterschiedlichsten Musikstilen hervorragend zurecht kommt: Klavier-Solo oder harte Kickbässe, der Technics ist immer voll auf der Höhe. 

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