XXL-TEST: Stereo-Streaming-Lautsprecher Teufel Stereo M - Berliner Schubkraft elegant verpackt

In den letzten Wochen durfte sich unser Tester im Homeoffice mit verschiedenen All-In-One Lautsprecher vergnügen. Zuerst nahmen wir den sehr guten Harman Kardon Citation 1 Mk2 unter die Lupe, der mit einem sehr ordentlichen Klang und einem günstigen Preis punkten konnte und widmeten uns dann dem Denon Home 350 voll und ganz, der aufzeigte, was für ein Druck aus einem All-In-Lautsprecher herauskommen kann. Dieser schlug aber auch mit saftigen 699 EUR zu Buche. Nach den ganzen All-In-One Lautsprechern, möchten wir aber den Streaming-freundlich eingestellten klassischen Stereo-Fan nicht vernachlässigen und starten nun mit den Teufel Stereo M durch.

Die Teufel Stereo M Streaming-Regallautsprecher punkten mit einer Vielzahl an integrierten Streamingdiensten wie z.B. Napster, Soundcloud, Spotify, Tidal und Tune In und können via WLAN oder Bluetooth verbunden werden. Derzeit (Mai 2020) gibt es die Teufel Stereo M für 799,99 EUR anstatt 999,99 EUR bei Teufel im Onlineshop zu erwerben und der Käufer darf sich zwischen der schwarzen und weißen Variante entscheiden. In unserer Testumgebung hat die schwarze Variante der Teufel Stereo M Einzug gehalten, die im klassischen Master/Slave Prinzip arbeitet: Die komplette Elektronik, alle Endstufen, alle Anschlüsse sowie die Vorverstärkersektion, befindet sich in der Master-Box. Die Slave-Box ist passiv und wird mittels Kabel mit der Master-Box verbunden. Wichtig auch: Alle Teufel Streaming Systeme lassen sich dank der integrierten Raumfeld-Technologie untereinander vernetzen. 

Master Speaker von vorne 

Die Slave Box von vorne ohne Abdeckgitter

Das Gehäusematerial der Teufel 3-Wege Lautsprecher besteht aus MDF und wurde mit Schleiflack veredelt. Die Lautsprecher sind 43 cm hoch, 21 cm tief und 27 cm tief und bringen pro Box 10,5 kg auf die Waage. Gesteuert werden diese Lautsprecher über die Teufel Raumfeld App, auf die wir später im Test genauer eingehen.

Wie oben schon erwähnt, arbeiten die Lautsprecher im klassischen Master/Slave Prinzip was sehr salopp bedeutet, "eine Box hat das Sagen und die andere muss gehorchen".  Verbunden werden müssen beide Lautsprecher über das im Lieferumfang enthaltenes XLR-Kabel von guter Qualität.

Speaker Out für die Verbindung zur anderen Box

Im Lieferumfang enthaltenes XLR-Kabel mit 5 m Länge und mit Stoffummantelung

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Master Lautsprecher mit verschiedenen Anschlussmöglichkeiten

Der aktive Lautsprecher hat auf der Rückseite verschiedene Anschlussmöglichkeiten sowie Bedienelemente. So finden wir auf dort Cinch Eingänge für die Wiedergabe externer Medien, eine LAN Buchse sowie einen USB 2.0 Eingang. Als Bedienelemente gibt es die "Setup"-Taste für die Einrichtung sowie ein Bluetooth-Taste. 

Aufgeräumte Rückseite des passiven Lautsprechers

Schleiflack Finish

Hoch- und Mitteltöner in Koaxialbauweise

In der Teufel Stereo M arbeiten ein 25 mm Gewebe-Hochtöner sowie ein 130 mm Aluminium-Hexacone-Sandwich-Membran Mitteltöner in Koaxialbauweise. Dieser wirkt dank SCA-Technologie (Synchronized Coaxial Acoustics) wie eine fast punktförmige Schallquelle, die nur sehr geringe Laufzeitunterschiede zwischen Mittel- und Hochtöner gewährleistet.

Tieftöner

Die Ingenieure des Lautsprecherspezialisten aus Berlin spendieren der Teufel Stereo M des weiteren einen 130 mm großen Tieftöner mit Karbon-Membran, der in Verbindung mit den internen Endstufen hoffentlich genug Nachdruck in unseren Testreihen liefern wird. Da wir gerade beim Thema "Nachdruck" sind: Im Inneren befeuert ein 6 Kanal Class D Verstärker die Chassis. 95 Watt insgesamt stehen pro Lautsprecher bereit. Das reicht auch für mittelgroße Hörräume.

Standfüsse

Auf der Unterseite befinden sich gummierte Standfüsse, die auch auf empfindlichen Echtholzoberflächen keine hässlichen Kratzer hinterlassen. Auf Wunsch gibt es aber im Onlineshop von Teufel auch hochwertige Lautsprecherstative aus Aluminium zum Paarpreis von 349,99 EUR.

M-Stands, optional erhältliche Lautsprecherstative

Kommen wir nun zur Ersteinrichtung. Wie bei vielen Mitbewerbern auch, geschieht die Ersteinrichtung komfortabel über eine eigene App. Wir laden uns kostenfrei im Apple Store die App "Teufel Raumfeld" App herunter, die es natürlich auch für Android Geräte gibt. Die App macht auf uns einen sehr edlen uns aufgeräumten Eindruck.

Los geht es mit dem Anschließen der Lautsprecher an der Stromkreislauf und dem betätigen des Stromschalters auf der Rückseite der Masterbox

Danach muss auf der Rückseite die Setup Taste gedrückt werden, bis die Kontroll-LED blinkt

Innerhalb kürzester Zeit wurden unsere Teufel Stereo M erkannt

WLAN-Netzwerk aussuchen

Wechseln zum Raumfeld Setup 

Passworteingabe vom Heimnetzwerk

Aktueller Softwarestand

Die Teufel Stereo M sind jetzt mit unserem WLAN verbunden

Nun muss die Aufstellung der Speaker bestimmt werden

Die Ersteinrichtung ist abgeschlossen

Auch hier dürfen wir anmerken, dass der Anschluss und auch die Ersteinrichtung erstklassig und sehr komfortabel geklappt hat. Unsere Testkandidaten wurden somit sehr schnell verbunden und voll betriebsfertig.

Einstellungen in der Teufel Raumfeld App 

Anpassbarer Homebildschirm

Homebildschirm

Favoritenlisten & Co.

Tune-In Wiedergabe

Klang

Wir starten unsere Klangtestreihen mit dem emotionalen Stück "In Loving Memory" von Alter Bridge. Das Lied beginnt sehr langsam mit sehr gefühlvollen Gesang und Einsatz der Instrumente, sodass wir hier direkt auf die Feindetaillierung und auf das räumliche Gefühl achten können. Die Teufel Stereo M zeigen uns erstmal auf, dass die Aufnahme am Anfang ein gewisses Grundrauschen hat - das zu hörende Rauschen ist, wie Vergleiche mit anderen Lautsprechern belegen, nicht der Stereo M, sondern tatsächlich der Quelle anzulasten. Die Stimme des Sängers Myles Kennedy klingt sehr natürlich und in den schnelleren Passagen dynamisch und nachdrücklich. Auch die etwas schnelleren Songbausteine werden mit Nachdruck an die Hörumgebung weitergegeben. Die Leistung des 6-Kanal Class D-Verstärkers ist sehr beeindruckend - die 95 Watt mögen nach nicht wirklich viel klingen, in der Praxis aber kann man auch im rund 30 Quadratmeter messenden Hörraum richtig Gas geben.

Weiter geht es in unserem Test mit "Enter Sandman" von Metallica. Die Anfangssequenzen, bestehend aus Gitarrensound und den Drums von Lars Ulrich beeindruckt uns sehr. Die Gitarren "flachen" auch nicht ab, als Lars harte Drums einsetzen: Das beweist uns, wie gut es ums Differenzierungsvermögen  der Stereo M bestellt ist. Beide Instrumente werden mit sauberer Balance eingearbeitet. Auch hier zeigt der Class D Verstärker, was es aus einem normalen Bass machen kann: Präzise, zugleich druckvoll und mit einem tadellosen Tiefgang. Auch, als James Hetfields Stimme einsetzt, sind alle Instrumente klar und differenziert hörbar - die Teufel Stereo M machen lautes, kraftvolles Hören ebenso möglich wie leiseres, bei dem man umso mehr auf kleine musikalische Elemente achtet. Für derzeit knapp 800 EUR schon beeindruckend. 

Jetzt möchten wir den Teufel Stereo M die Arbeit etwas erschweren (der Song fordert ständig und mit Nachdruck) und füttern die Regallautsprecher mit dem "War" von Sum41. Die dynamische Nummer gefällt uns sehr gut durch die hohe, sehr spezielle Stimmfarbe des Sängers Deryck Whibley der Punkrockband. Die "Berliner Sprachrohre der bezahlbaren Streaming-Stereoboxen" zeigen sich in keinster Weise von der nicht zu unterschätzenden Hürde beeindruckt und liefern saubere Arbeit ab. Da wir mittlerweile einen anständigen Pegel fahren, gibt es im Hochtonbereich kein hörbares Klippung und der Bass wird uns mit ordentlich Druck "um die Ohren gehauen". Ja, wie man unschwer merken kann: Die Stereo M "rocken". Sie machen Spaß, vermitteln eine emotionale Bindung zur Musik und wirken noch größer, als sie sind. Klar - es geht mehr, viel mehr sogar. Aber letzten Endes muss man die Ergebnisse immer in Relation zum Kaufpreis sehen. Und wo andere Modelle teils nur laute Pegel und einen "fetten Bass" realisieren, fahren die Stereo M auch noch eine saubere Balance aller akustischen Elemente und eine tadellose Präzision auf.

Nach teilweise sehr harten Gitarren wechseln wir jetzt das Genre. Als nächstes füttern wir die Teufel Stereo M mit dem Song "Dusk Till Dawn" von dem Sänger und Songwriter Zyan und der australischen Sängerin Sia. Auch hier brillieren die smarten Regallautsprecher mit ihrer Gelassenheit und erfüllen ihren Job tadellos - pegelfest, räumlich dicht, differenziert. Wieder beeindruckt, wie akkurat Stimmen aufbereitet werden. Beim eher ruhigen Start des Titels hat man die gute Chance, auf Einzelheiten verstärkt zu achten. Und diese "TÜV-Prüfung der Fähigkeiten" fördert nur Positives zutage, nämlich eine gute Fokussierung auf die Vocals und zugleich aber auch, dann etwas später im Song, auf einen fundierten "Unterbau". Wieder kann man kräftig "Feuer" geben, ohne dass die Endstufen die "weiße Fahne der Kapitulation" hissen. Noch kurz für eher nüchterne Zeitgenossen: Die Stereo M haben einen recht breiten Abstrahlwinkel, lösen über den gesamten Frequenzbereich gut auf und sind in der Lage, den Präsenztonbereich klar zu zentrieren, ohne aber dem akustischen Rest einen unpassend niedrigen Stellenwert einzuräumen. Stimmen entwickeln ein stimmiges räumliches Gefühl, wirken aber auch im Detail nicht verwaschen. 

Richtig "ab" geht es dann bei "All Day And Night" von Jax Jones und Martin Solveig. Der 2019er Top-Hit wird schon ab dem Intro in sauberer Qualität erfasst. Mit einem weitläufigen Raumgefühl wird hier sofort eine plastische Kulisse aufgebaut, die dann um den Bass mit richtig Punch ergänzt wird. Wer noch letzte Zweifel an der Pegelfestigkeit der Stereo M hatte, kann diese nun aus ausgeräumt betrachten. Hinzu kommt die wiederum überragende Stimmwiedergabe. Sauber vom Rest getrennt und mit einer überraschend guten Auflösung, lässt sich die Teufel-Box nichts nachsagen. Das Zusammenwirken der einzelnen akustischen Elemente funktioniert ein weiteres Mal nahtlos, was zu einem geschlossenen, zugleich sehr dynamischen Klangbild führt. 

Konkurrenzvergleich

Yamaha NX-N500: Preislich mit knapp 700 EUR grob gesagt ähnlich aufgestellt, bauen die Yamaha-Boxen kompakter und bringen darüber hinaus einen USB-DAC und überhaupt eine brillant bestückte D/A-Konvertersektion mit ESS Bauteilen mit. Klanglich schieben die kleinen Yamahas schon ordentlich an und glänzen mit hoher Präzision auch bei gehobenem Pegel. Dass die deutlich größeren Teufel im Hörraum ab 20 Quadratmeter bei höheren Lautstärken davonziehen und deutlich mehr Tiefbass und Räumlichkeit entwickeln, war zu erwarten. Die Yamahas eignen sich auch teilweise für andere Einsatzgebiete, so z.B. fürs kleine Musikstudio im Keller oder aber für die Aufstellung links und rechts vom PC-Bildschirm. Die Abstrahlcharakterstik der Yamahas ist eher am Monitor-Prinzip orientiert und aufs Nahfeld ausgerichtet, während die Stereo M klar für die adäquate Beschallung des Wohnraums herangenommen werden dürfen. 

KEF LSX: Mit rund 1.200 EUR ist das ultrakompakte LSX-Set deutlich teurer, selbst unter der Prämisse, dass die Teufel Stereo M wieder mit rund 1.000 EUR und nicht zum reduzierten Preis in der Liste der Berliner Lautsprecherexperten stehen. Klar, die LSX arbeitet komplett wireless, da gibt es kein störendes Kabel zwischen den Boxen, und das famose  Uni-Q-Koaxialchassis bewährt sich auch bei diesem Lautsprecher wieder. Aber der Bassdruck und die Pegel der deutlich größeren Stereo M können die kleinen Briten natürlich nicht mitgehen. Zudem ist uns die Installation nicht stringent genug.

Natürlich bietet sich auch ein Vergleich zum Denon Home 350, dem "Imperator der noch bezahlbaren All-In-One-Lösungen" (699 EUR UVP), an. Wer nicht den Platz hat, zwei Regallautsprecher unterzubringen, macht mit dem Home 350 einen sehr guten Fang. Optisch edel, klanglich so stark, dass man spontan überrascht ist und manchmal umgehend nach einem zusätzlichen Subwoofer sucht: Die Mischung passt. Klar, dass eine einzelne Komponente trotz aller Qualitäten nicht die Bühne und das authentische Raumgefühl einer Stereolösung bieten kann, gerade dann nicht, wenn diese so überzeugend aufspielt wie die Stereo M.

Fazit

"Let The Beat Control Your Body": Kein Problem mit der Stereo M, die durch ihre dynamische und kraftvolle Wiedergabe jederzeit zum Mittanzen anregen. Aber auch langsamere, ruhigere Stücke kann man sehr gut hören. Die Stereo M sind überdies optisch attraktiv, im Teufel (ursprünglich Raumfeld) typischen Bauhaus-Stil, der einen hohen Wiedererkennungswert besitzt. Die Verarbeitung und die Materialqualität sind prima, und die Leistung der Endstufen hört sich wenig beeindruckend an, reicht aber in der Praxis auch für größere Hörraume aus. Dass Teufel derzeit über die Raumfeld App keine Kompatibilität zu gebräuchlichen Sprachassistenten (in Verbindung mit einem Google Home/Apple/Alexa-Lautsprecher) mag manchen stören, wir halten dieses Nachteil für vernachlässigbar. Dass die Stereo M in Anbetracht des günstigen Kaufpreises noch mittels Kabel miteinander verbunden werden, ist ebenfalls zu verschmerzen. Insgesamt dürfte es nicht leicht sein, mehr Performance und Nachdruck in diesen Preisklassen zu finden. 

Mit einem 1A-Preis-/Leistungsverhältnis und einer mitreißenden Akustik kämpft sich das Teufel Stereo M-Set nach vorn

Streaming-Stereo-Lautsprecher Mittelklasse
Test 05.05.2020

 

Test und Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 05. Mai 2020

 

 

 

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