TEST: Samsung Galaxy Note 20 Ultra 5G - Smartphone der Superlative?

Kann ein Smartphone über 1.300 Euro wert sein? Die Koreaner präsentieren mit dem neuen Note auf alle Fälle ein Mobiltelefon der Superlative! „Samsung Galaxy Note 20 Ultra 5G“ - kein anderes Smartphone trägt wohl einen derart langen Namen, und erstmal ist ein Samsung-Mobiltelefon der Note-Klasse sogar Ultra und nicht nur Plus. Wer dieses Flaggschiff besitzen möchte, muss entsprechend tief in die Tasche greifen, denn der Online-Preis liegt nach wie vor bei ca. 1350 Euro – doch der Käufer erhält dafür auch einen beeindruckenden Tausendsassa.

S-Pen

Optisch weist das Samsung Galaxy Note 20 keinerlei Überraschungen auf, was wir in diesem Fall aber keinesfalls negativ werden, denn ein Note-Smartphone muss bestimmte Details bieten, nicht aber Handlichkeit. Das Note-Modell ist wieder wuchtig, über 200 Gramm schwer und bietet ein großflächiges Luxus-Display ohne Unterbrechungen – in dieser Preisklasse mittlerweile ein absolutes Muss. Die Rückseite wird hingegen massiv vom XXL-Objektiv-System der Kamera durchbrochen. Sieht klobig und nicht schön aus, lässt sich aber aus Qualitätsgründen wohl nicht vermeiden. Doch dazu später mehr.

Handlich ist das Note 20 zwar nicht, dafür aber gut verarbeitet und ein IP68-zertifizierter Staub- und Wasserschutz macht es zudem noch besonders strapazierfähig. Einziger kleiner Schwachpunkt: In den Spaltmaßen sammelt sich schnell Staub an. Ein Kapitel für sich ist der Touchscreen, der die perfekte Spielwiese für den S-Pen ist. Es basiert auf dem hochgelobten OLED-Panel, ist stolze 6,9 Zoll groß und weist eine QHD-Auflösung auf (496 ppi). Ungewöhnlich ist allerdings das Seitenverhältnis von 19,3:9. Eine erhöhte Bildwiederholrate von 120 Hertz wie bei der S-Klasse wird zwar nur bei herunterskalierter Full-HD-Auflösung geboten, dafür lässt sich aber die Helligkeit auf bis zu 452 cd/m² hochschrauben, was eine tadellose Ablesbarkeit auch bei Tageslicht ermöglicht.

Rückseite

Kamera

Im Zusammenspiel mit einer extrem satten Farbwiedergabe und sehr gutem Kontrast löst dieser Touchscreen einen echten Wow-Effekt aus, zumal die Frontseite durch den Edge-Rand, minimalen Rändern und integriertem Fingerprintscanner und Front-Kamera nahezu optimal ausgenutzt wird.

Groß, größer, Samsung Galaxy Note 20 Ultra 5G! Die Kameralinsen ragen mächtig auf der Rückseite hervor, lassen aber alleine durch ihre Vielfalt auf hohe Qualität hoffen. Eine Time-of-Flight-Sensor fehlt zwar, doch dafür sorgt der neue Laser-Autofokus für eine präzise und schnelle Fokussierung von Motiven. Das restliche Trio setzt sich aus folgenden Linsen zusammen: Eine Hauptkamera mit 108 Megapixeln (!), eine Ultra-Weitwinkel-Linse mit 13 Megapixeln sowie eine Telefotolinse mit 12 Megapixeln und fünffach optischem Zoom. Wichtig dabei: die Hauptkamera sowie die Zoomlinse sind optisch stabilisiert, sodass auch aus der Hüfte fehlerfreie Schnappschüsse gelingen. Die Kamera liefert entsprechende Ergebnisse, denn sie knipst in allen Lagen ausgezeichnet. Vor allem bei Nachtaufnahmen erzielt man mit ein wenig Übung äußerst beachtliche Ergebnisse.

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Aufgenommen mit dem Galaxy Note 20 Ultra 5G

weitere Aufnahme

Bei Sonnenuntergang

Einzig kleiner Kritikpunkt: Im Vergleich zum iPhone 11 Pro Max wirken die Fotos nicht so realistisch, sondern mitunter etwas überzeichnet – doch das ist Meckern auf höchstem Niveau. Ein Extralob gibt es dafür, dass es aus der freien Hand fast immer scharfe Bilder schießt. Auch die Selfie-Kamera ist sehr gut aufgestellt: Die 10 Megapixel-Auflösung plus Autofokus und einem hohen Weitwinkel lassen fast alle anderen Front-Kameras hinter sich.

Dass Videoclips in 4K-Auflösung bei 60 FPS möglich sind, muss wohl nicht großartig erwähnt werden. Wer es noch schärfer mag, kann sogar mit 8K aufnehmen, dann aber nur mit 24 FPS und im 21:9- Seitenverhältnis. Letzteres ist daher eher eine Spielerei. Im Zusammenspiel mit einem mächtigen Angebot an Optionen und Extras dürfte diese Kamera wohl allen Ansprüchen genügen.

Android 10 ist integriert

Das gleiche lässt sich auch über das Angebot an Datenschnittstellen sagen, denn hier wird State of the Art geboten: WiFi 5 und 6, Bluetooth 5, NFC und 5G. Es ist sogar ein Parallelbetrieb im 4G-Netz möglich – mehr ist derzeit nicht möglich. Übrigens: Eine reine LTE-Version wird in Deutschland nicht verkauft. Im Bereich Speicherplatz hat der Käufer aber die Auswahl zwischen einer 256 oder 512 Gigabyte Version. Abgerundet wird das Programm durch einen schnellen USB-C-Anschluss in der aktuellen Generation 3.1. Ein Kopfhöreranschluss fehlt zwar, dürfte aber angesichts der Möglichkeiten nicht großartig vermisst werden.

Mit dem S-Pen haben sich die Koreaner einen Knowhow-Vorteil erarbeitet, der auch beim Note 20 erneut das Herzstück ist. Der Eingabe-Stift ist wieder elegant im Gehäuse versteckt, wurde aber nochmals aufgebohrt. Die Eingabelatenz liegt nur noch bei 9 statt vormals 42 Millisekunden. Im Zusammenspiel mit der erhöhten Bildwiederholrate ist ein ungemein präzises Arbeiten und Malen mit dem Stift möglich - das leistet kein anderes Smartphone in dieser Qualität.

Auch die Vielseitigkeit hat sich nochmals verbessert. Neben Features, wie schnellen Notizen in allen Situationen, Echtzeit-Übersetzungen oder Kamera-Steuerung ist nun auch eine Gestensteuerung dazugekommen. Mit Hilfe von bestimmten Bewegungen des S-Pens lassen sich individuell festlegbare Funktionen aktivieren, ohne dass das Display zu berühren. Das erfordert zwar ein wenig Übung, macht aber Spaß. 

Screenshot

Im Bereich Software gibt es erwartungsgemäß den neuesten Stand: Android 10 sowie die hauseigenen Softwareoberfläche OneUI in der Version 2.5. System-Updates werden zudem für mindestens drei Jahre zugesichert. Eine weitere Finesse ist der im Display integrierte Fingerabdrucksensor, der mit Ultraschall arbeitet. Das Einrichten ist zwar einfach, doch im Praxistest arbeitete er nicht immer präzise. Die Gesichtserkennung dafür schon. Vielleicht übertrieben ist allerdings, dass man täglich beide Scans wieder durch eine PIN-Eingabe aktiviert muss. Ansonsten gibt es am komplexen Bedienungskonzept nichts zu meckern.

Dass dieses Multimedia-Monster ordentlich Power braucht, ist eine logische Konsequenz. Herzstück ist Samsungs Achtkerner Exynos 990, der eine Taktrate von bis zu 2,73 Gigahertz bietet und von gigantischen 12 Gigabyte Arbeitsspeicher unterstützt wird. Entsprechend flott flutscht man regelrecht durch alle Arbeitsroutinen. Das Note 20 ist somit ziemlich zukunftssicher, zumal das Zusammenspiel erfahrungsgemäß noch weiter optimiert wird.

Seitenansicht

Trotz 4.500 mAh kann das Referenzgerät im Bereich Rufbereitschaft nicht in der obersten Klasse mitspielen. Wer moderat mit dem Smartphone arbeitet, erreicht eine Betriebsbereitschaft von maximal vier Tagen, wobei der Funker auffallend stark auf die Nutzungsintensität reagiert. Wer es auf die Spitze treibt, muss bereits nach ca. 9,5 Stunden nachladen – das ist knapp unterdurchschnittlich. Hier zeigt sich, dass das große Display und die umfangreiche Ausstattungslast ihren Tribut zollen. Glücklicherweise erreicht der Akkublock aber wieder schnell die 100%, denn das beigelegte Netzteil hat eine Nennleistung von 25 Watt.  Nach rund 90 Minuten kann man wieder voll loslegen, was angesichts der Größe des Akkublocks eine gute Leistung ist. Auch kabelloses Laden mit bis zu 15 Watt ist möglich.

Im Bereich Sound wird ebenfalls aus dem Vollen geschöpft. Die Stereo-Speaker ober- und unterhalb des Displays spielen kräftig auf. Der lebendige Sound ist so gut, dass Instrumente klar herausgeschält werden und das Bassfundament spürbar ist. Telefonieren macht ebenfalls Laune, denn in beiden Senderichtungen werden Stimmen natürlich und frei von Nebengeräuschen übertragen – ein eindeutig überdurchschnittlicher Vortrag.

Samsung Galaxy Note 20 Ultra 5G

Fazit

Um die Ausgangsfrage nochmals aufzugreifen: Man bekommt auch unter 1.000 Euro exzellente Smartphones, doch das Note 20 weist einige Alleinstellungsmerkmale auf – und die lässt sich Samsung einiges kosten. Fans des S-Pen kommen ohnehin nicht an dieser Investition vorbei, denn wer unterwegs auf engstem Raum kreativ arbeiten möchte, bekommt immer noch keine Alternative geboten. Für den satten Preis erhält der Käufer zudem das volle Smartphone-Paket auf höchstem Niveau. Nennenswerte Schwachpunkte gibt es zudem nicht. Sehr Gutes muss halt doch teuer sein.

Top ausgestattetes, überdimensioniertes Smartphone, dass kaum Wünsche offen lässt

25.10.2020

Test: Ulf Schneider
Datum: 25.10.2020

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