TEST: QUAD 3 - Ikonischer Retro-Stereovollverstärker im kompakten Format

Klangwertung

Canton Vento 90

Canton Vento 90 - unser Standlautsprecher für den Test

Wharfedale Evo 5.2 Gruppenbild2

Wharfedale EVO 5.2 - Test folgt bald - ebenfalls im Einsatz

Cambridge Audio Cxn100 Frontansicht2

Um die hochwertigen DACs des QUAD 3 zu testen, haben wir unseren Cambridge Audio CXN100 digital verbunden

Wie schon so oft, beginnen wir unsere Testreihen mit der "Jungle Cruise" Version des Metallica-Klassikers "Nothing Else Matters" (Metallica, John Newton Howard). Facettenreich und mit einer sauberen Plastizität, beeindruckt uns dieser Titel gerade bei der Wiedergabe über die Wharfedale EVO 5.2 mit dem fein auflösenden AMT-Hochtöner. Das zutiefst beeindruckende Bassfundament kommt naturgemäß bei der Vento 90 noch besser heraus, für einen Regallautsprecher ist aber auch der EVO 5.2 richtig gut aufgestellt. Insgesamt schafft es der kompakte Vollverstärker, beide Boxenpaare mit einem kräftigen, akkurat aufbereiteten Signal zu versorgen. Zudem ist die Räumlichkeit dicht und vielschichtig. Kurze, heftige Impulse werden sehr schnell erfasst, und tonal wirkt das Gebotene auch bei hohem Pegel hervorragend abgestimmt. Der QUAD 3 wird nie unpassend aggressiv, sondern fokussiert stets eine homogene, in sich schlüssige Gesamtwiedergabe.  

Exzellent kommt der kompakte Vollverstärker mit dem ESS Premium-DAC auch mit "Land of Confusion" in der Cover-Version von Disturbed zurecht. Der QUAD 3 bleibt erneut seiner souveränen Gesamtauslegung treu und wird weder zu metallisch noch anderweitig zu aggressiv. Hier könnte es noch dynamischer vorwärts gehen, aber der Quad bevorzugt es, immer gelassen und verzerrungsarm aufzutreten, was wiederum zur Folge hat, dass man auch mit höherem Pegel sehr gut über längere zeit hören kann. Die Räumlichkeit ist bei diesem Titel wiederum sehr gut gelungen, nur die Stimme könnte sich noch intensiver von den Schallwandlern lösen, ganz gleich, ob wir die größere Canton-Standbox oder den Wharfedale EVO Regallautsprecher einsetzen. 

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Paul Kalkbrenners "No Goodbye" trifft der QUAD 3 sehr gut auf den Punkt. Der harte Bass wird auch bei gehobenem Pegel nahezu verzerrungsfrei umgesetzt, und die Trennung des Bassbereichs von den elektronischen Effekten und den Vocals gelingt ausgezeichnet. Erneut zeigt sich, dass der sehr kompakt bauende Vollverstärker wirklich gut dazu geeignet ist, laut zu hören. Die auf Homogenität bedachte Auslegung erweist sich ein weiteres Mal als Vorteil. Hinzu kommt, dass die räumliche Staffelung in Weite sowie Tiefe tadellos ist. Für seine Preisklasse erzielt der QUAD 3 auch hinsichtlich Auflösung und Gesamtpräzision wirklich gute Werte. 

"Oxygene 8" des "Großmeisters der Synthesizer", Jean-Michel Jarre, entlockt dem QUAD 3 eine akustische Panoramawirkung, die bei erhöhter Lautstärke sogar weiter wächst und sich nicht auf den unmittelbaren Bereich rund um die angeschlossenen Lautsprecher konzentriert. Die alternierenden elektronischen Synthesizer-Passagen bringt er mit einer hohen Impulstreue sowie einer in sich schlüssigen, sehr klaren, aber zugleich harmonischen Auslegung zur Geltung. Mehrere parallel stattfindende akustische Linien fügt er schnell & gekonnt zu einem umfangreichen akustischen Gesamtbild zusammen. 

Eva Cassidys "Ain't No Sunshine" lässt unser Testkandidat mit der nötigen Portion Sensibilität beginnen. Die Gitarre kommt sehr akkurat heraus, und als dann Eva mit ihrer charakteristischen Stimme zu singen beginnt, ist man sofort inmitten des Songs. Hier bietet der QUAD 3 wirklich eine charismatische, mit der nötigen Portion Dynamik versehene Gesamtvorstellung. Dass uns das Resultat so gut gefällt, hängt auch dieses Mal wieder mit der breit, aber stets realistisch angelegten Räumlichkeit zusammen. Das Klavier mit der für dieses Tasteninstrument typischen Anschlagdynamik arbeitet der QUAD 3 mit einer überraschenden Klarheit und Frische heraus. 

Schon älteren Datums, aber wir lieben diesen Titel einfach: "The Look Of Love" von Diana Krall mogelt sich immer wieder aufs Neue erfolgreich in unsere Testreihen. Und hier haben wir ein fast perfekt geeignetes Piece gefunden, um die Vorzüge des QUAD 3 zu betonen: Seine schon als lässig zu bezeichnende, trotzdem sauber detaillierte Wiedergabe, die sehr natürliche Herausarbeitung der Stimme, und wieder ein Klavier, das tonal fein sowie sauber abgestimmt ist. Das rauchige, melancholische Wesen der Stimme Dianas kommt zu jeder Sekunde tadellos heraus. Räumlich diesmal wieder überzeugend, und das sowohl hinsichtlich der Tiefe als auch der Breite, immer verbunden mit einer exakten Staffelung. 

Jonas Kaufmann singt "Nessun Dorma" aus Puccinis Turandot - hier sind wir erstklassige Präsentationen teurer Komponenten gdewohnt und daher dementsprechend anspruchsvoll. Daher sind wir durchaus verwundert - im Positiven - darüber, was der kleine Vollverstärker uns hier anzubieten hat. Insbesondere das Maß an vokaler Maximaldynamik ist exzellent - das hätten wir dem QUAD 3 definitiv nicht zugetraut. Auch die Trennung vokaler Anteile von instrumentalen Anteilen wird überragend vollzogen. Der Chorgesang wird ebenfalls gut eingearbeitet, hier merkt man aber am ehesten den Unterschied zu deutlich teureren Komponenten, die hier mehr Konturenschärfe und plastische Struktur hineinbringen. 

Konkurrenzvergleich

Cambridge Audio Cxa81 Mkii Frontansicht

  • Cambridge Audio CXA81 MKII: Für einen Kaufpreis von 1199 EUR ist der Cambridge Audio-Stereovollverstärker CNA81 MkII ausschließlich in der von uns getesteten Farbvariante im Fachhandel oder im Onlineshop des Herstellers erhältlich. Im Inneren des CXA81 Mk II arbeiten Verstärker in einer klassischen Class-AB-Schaltung. In Kombination mit dem üppig dimensionierten Ringkerntrafo und dem hochwertigen inneren Aufbau realisiert der Stereo-Vollverstärker 80 Watt Dauerleistung pro Kanal. Zudem wurden im CXA81 MkII präzise arbeitende  DACs vom Typ ESS ES9018K2M SABRE32 DAC verbaut. Bei der Designsprache des Stereovollverstärkers gehen die englischen Audiospezialisten keinerlei Kompromisse ein und setzen auf ein Design mit hohem Wiedererkennunswert. Der CXA81 MK2 besitzt ein Metallgehäuse mit schwarz-matter Beschichtung und das Frontpanel in Metalloptik ist im Farbton "Lunar Grey" gestaltet. In unserer Klangwertung punktete der englische Vollverstärker mit einer hervorragenden Räumlichkeit und einer ausgezeichneten Stimmwiedergabe, gerade bei mittleren Pegeln. Ebenso bot der CXA81 MkII ein sattes Bassfundament, dass nie überladen oder überzogen wirkte. Durch seine eher nüchterne Auslegung wurde bei höheren Pegeln und kritischen Stimmcharakteren die Hochtonwiedergabe leicht aggressiv. 

Denon Pma 1700ne Front Seitlich

  • Denon PMA-1700NE: Weiter geht es in unserem Konkurrenzvergleich mit dem Denon PMA-1700NE. Dieser ist mittlerweile für 1.499 EUR in einer schwarzen sowie Premium-silber farbenen Ausführung im Handel erhältlich. Der Denon PMA-1700NE ist ausgezeichnet verarbeitet und übernimmt zahlreiche technische Details vom Topmodell PMA-A110. Optimiert wurden die Phono MM/MC Sektion ebenso wie die Digitalsektion mit dem DAC und die Endstufe. Dabei bleiben klassische Denon Technologien wie die 2 Trafos in Leakage Cancelling Technologie und die Endstufe in UHC-MOS Single Pull Technologie bestehen. Der Denon-Vollverstärker bringt es auf 140 Watt pro Kanal an 4 Ohm und beschallt durch das recht hohe Leistungsvermögen auch größere Hörraume. Zum Ausstattungsumfang gehört das von Denon selbst entwickelte Advanced AL32 Processing Plus, das digitale Audioquellen mit hohen Auflösungen von bis zu 384 kHz/32-Bit punktet. Die Algorithmen ersetzen Informationen, die während der digitalen Aufnahme unterschlagen wurden, und stellen auf diese Art eine präzise Gesamtwiedergabe sicher. Der USB D/A-Wandler erfreut durch enorme Leistungsfähigkeit. Der DAC des PMA-1700NE unterstützt hochauflösende Audiosignale mit bis zu 11,2 MHz (Quad-DSD) beziehungsweise mit bis zu 384 kHz/32-Bit (PCM). Vinyl-Liebhaber werden mit dem PMA-1700NE ebenfalls glücklich. Der einbebaute Phono-Vorverstärker ist sowohl für MM- als auch für MC-Systeme geeignet. Ein koaxialer Digitaleingang und zwei optische Digitaleingänge sind ebenfalls vorhanden, PCM wird mit bis zu 192 kHz/24-Bit unterstützt. Klanglich agierte das Denon Device sehr dynamisch und lieferte eine sehr gute Detaillierung. Auch, wenn man es aufgrund der deutlich größeren Abmessungen des Denon kaum glauben mag, kommt der kompakte Quad ihm hinsichtlich der maximalen Belastbarkeit nahe, was die akustische Gesamthomogenität angeht, ist der QUAD 3 sogar leicht in Führung und beeindruckt durch seine harmonische, nie monotone, sondern immer sämige Lässigkeit.

Arcam A25 Frontansicht

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  • Arcam RADIA A25: Abschließen möchten wir unseren Konkurrenzvergleich mit dem Arcam A25, aus der RADIA Serie. Der A25 Stereovollstärker ist für eine unverbindliche Preisempfehlung von 1.799 EUR im Fachhandel erhältlich. Der Hersteller gewährt auf die RADIA-Komponenten eine Garantie von 5 Jahren, gemäß der Garantiebestimmungen. Der ARCAM RADIA A25 besitzt die hochwertigen Class G-Endstufen. Diese spezielle Technologie wurde mit dem Ziel entwickelt, das Beste aus Class A (höchste akustische Reinheit) und Class AB (höchste Belastbarkeit) miteinander zu vereinen. Der RADIA A25 setzt auf Class G-Endstufentechnik der mittlerweile dritten Generation und leistet 100 Watt pro Kanal an 8 Ohm. Die durchdachte und üppige Ausstattungsliste umfasst einen USB-C-Eingang für den Rechner, ganz gleich, ob PC, MAC oder Raspberry Pie. Diese Auswahl wird ergänzt durch Bluetooth inklusive Qualcomm aptX Adaptive-Technologie mit 24-Bit-HD-Audio. Der RADIA A25 kann ebenfalls mit Bluetooth-Kopfhörern kommunizieren. Für enorme Präzision bei der D/A-Wandlung sorgt der ESS ES9280A PRO DAC. Wie bei allen ARCAM-Vollverstärkern legen die britischen Ingenieure auch beim A25 besonderes Augenmerk auf die eingebaute Phonostufe. Diese ist so hochwertig ausgeführt, dass auch teuere Plattenspieler problemlos mit dem RADIA A25 verbunden werden können und eine exzellente Klangqualität liefern, so verspricht es der Hersteller. Für externe Zuspieler verfügt der RADIA A25 über drei analoge Audioeingänge sowie weitere Digitaleingänge, in Form von USB-C für Laptop & Co., optisch sowie Cinch. In unserer Klangwertung präsentierte der RADIA A25 einen facettenreichen und glaubwürdigen Klang. Die Stimmfarben der Protagonisten wurden auf den Punkt getroffen und erklangen wohltuend lebendig. Selbst bei höheren Pegeln gelang die Differenzierung der unterschiedlichsten Facetten erstklassig. Auch bei kritischen Titeln schafften der ARCAM A25 präzise und zudem kraftvoll zu bleiben, ohne den Mitteltonbereich zu vernachlässigen. Der Arcam erweist sich somit als würdiger Konkurrent, der aber nicht so  unerschütterlich gelassen wie der QUAD 3 auftritt, dafür jedoch mit einem überragenden Auflösungsvermögen viele Punkte sammelt. Auch die Pegelfreude seiner Class G-Endstufen ist überragend und rechtfertigt somit den Mehrpreis des Arcam. 

Fazit

Quad 3 Wharfedale Evo 5.2 Gruppenbild2

Der im kompakten Rastermaß gestaltete QUAD 3 im Retrodesign ist für eine unverbindliche Preisempfehlung 1.490 EUR im Handel erhältlich. Zu haben ist das Device ausschließlich in der von uns getesteten silberfarbene/schwarzen Farbvariante. Die verarbeitung innen wie auch außen ist exzellent, nur die sehr einfache Fernbedienung passt nicht zum Konzept. 

Der QUAD 3 präsentiert sich als Stereovollverstärker mit einer umfangreichen digitalen sowie analogen Anschlusssektion, an dem eine Vielzahl an Zuspielern Anschluss findet. So verfügt der Stereovollverstärker aus dem Hause QUAD über ein HDMI ARC-Terminal, über Bluetooth inklusive aptX HD sowie über USB. Ein sehr hochwertiger DAC des renommierten Anbieters ESS nimmt sich der digital-analogen Signalwandlung an.

Im Inneren des Quad 3 arbeitet eine Class AB-Endstufe mit großzügiger Stromversorgung: Ein 235 VA-Ringkerntransformator und 30.000 µF Siebkapazität stehen für eine hohe Gesamtbelastbarkeit des Systems. So gerüstet, erzielt der QUAD 3 eine Ausgangsleistung von 2 × 65 W an 8 Ohm (bis 100 W an 4 Ohm).

Umfangreiche Filteroptionen in den Menüeinstellungen und weitere Parameter, die zum klanglichen Feintuning verwendet werden können, komplettieren die Ausstattung des QUAD 3, der sich akustisch von seiner lässigen, ausgewogenen, kraftvollen Seite zeigt. Er ist ein Vollverstärker, der ganz anders klingt, als die kompakten Abmessungen es vielleicht vermuten ließen. Er bietet eine ausgeprägte Räumlichkeit bei beinahe allen Titeln und brilliert darüber hinaus mit einer hohen akustischen Homogenität. 

Kompakter, stilsicherer Stereovollverstärker mit homogenem Klang und ausgezeichneter Pegelfestigkeit
Überragend 2024
Stereovollverstärker bis 1.500 EUR
Test 18. Juli 2025

Test: Carsten Rampacher, Sven Wunderlich
Bilder: Sven Wunderlich
Datum: 18. Juli 2025

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