TEST: KEF Q11 Meta - Der 3-Wege-Flagshiplautsprecher aus der aktuellen KEF Q Meta-Serie
Klangwertung

HiFi-ROSE RS520 All-In-One-Streaming-Verstärker
Nachdem wir die technischen und optischen Vorzüge der KEF Q11 Meta genauer durchleuchtet haben, möchten wir in diesem Abschnitt unseres Reviews auf die klanglichen Eigenschaften der britischen Schallwandler eingehen. Für die Zuspielung und Umsetzung unseren digitalen Audiosignale haben wir den HiFi-ROSE RS520 Streaming-Verstärker ausgewählt.
Wir starten unsere Klangwertung mit klassischer und ausdrucksstarker Musik. Hierfür verwenden wir sehr gerne den Titel "I Believe in You (Je crois en toi)" von Il Divo feat. Céline Dion. Der Titel beginnt mit einer Querflöten, welche absolut natürlich und klangstark vom Uni-Treiber der 12. Generation präsentiert werden. Als sich nach wenigen Momenten Streicher aus dem Orchester in den Titel mit einbringen, gelingt eine grandiose Tiefenstaffelung der unterschiedlichen akustischen Elemente. Als dann die ersten vokalen Anteile der Gesangsgruppe folgen, überzeugt uns die KEF Q11 Meta auf voller Linie. Die vokalen Elemente berühren ab den ersten Moment, denn sie besitzen viel Aussagekraft und Facettenreichtum. Selbst der Wechsel der verschiedenen Stimmfarben klappt für die Preisklasse der Q11 Meta erstklassig, und als Celine mit ihrer unverkennbaren Stimme einsteigt, erzeugt die Q11 Meta förmlich Gänsehautfeeling. Die Stimme löst sich überzeugend von den Lautsprecher, beinahe so, als würde die Dame Live und in Farbe vor uns auf der Bühne stehen - auch hier wieder - absolut begeisternd für den schmalen Kaufpreis der beiden Standlautsprecher. Die tieffrequenden Elemente des Titels werden von den drei 165 mm messenden Hybrid-Aluminium-Basstreiber eindrucksvoll in Szene gesetzt.
Weiter geht es mit "In Your Arms" von der rumänisch-amerikanischen Sopranistin Laura Bretan. Auch dieser Titel beginnt mit Querflöten aus einem Orchester und kurz darauf folgen die Klänge eines Klaviers. Auch diese Facetten können die KEF Q11 Meta naturgetreu abbilden. Als Laura Bretan, die eine außergewöhnliche Stimmfarbe und Gesangstechnik besitzt, dann loslegt, sind wir tatsächlich sehr angetan, mit wieviel Gefühl und Aussagekraft die vokalen Elemente umgesetzt werden. Auch als die Sängerin in die sehr hoch angesiedelten Gesangspassagen übergeht, gelingt weiterhin eine akkurate Abzeichnung der verschiedensten Nuancen.
Fortführen möchten wir unsere Klangwertung mit "Darker Still" von Parkway Drive. Der Titel startet mit einem Pfeifen sowie mit Gitarrenklängen, welche die Q11 Meta mit klarer Kontur und exakt getroffener Klangfarbe gekonnt in Szene setzt. Als Winston McCall, Frontband der Band, mit seinem außergewöhnlichen, sehr tiefen Gesang in den Titel einsteigt, können wir die Stimmfarbe so wahrnehmen, wie wir diese ansonsten nur von deutlich kostspieligeren Lautsprechern kennen. Das Zusammenspiel aus harten E-Gitarren, feiner Akustikgitarre, sehr fordernden Gesang und harten Drums gelingt auf erstaunlich hohem Niveau. Als der Titel dann deutlich an Fahrt aufnimmt, spielen die drei Hybrid-Aluminium-Tieftöner ihre Trümpfe aus und liefern ein hervorragendes Bassfundament, ohne dabei übertrieben zu agieren. Die teilweise aggressiv gespielten E-Gitarren werden zu kleinster Zeit zu schrill oder zu harsch, und als McCall förmlich ins Mikrofon brüllt, bleiben die britischen Schallwandler unbeeindruckt, selbst bei höheren Lautstärkepegel.
Bevor es deutlich dynamischer in unserer Klangwertung wird, möchten wir uns "Run" von Leona Lewis, Steve Robson, Paul Beard, Jon Garrison, Karl Brazil und Luke Potashnick von den KEF Q11 Meta präsentieren lassen. Zu Beginn des Tracks erklingt ein klassisches Klavier, das von den KEF Lautsprechern sehr plastisch und präzise dargestellt wird. Als Leona Lewis mit ihrem feinfühligen, fast zerbrechlichen Gesang loslegt, dürfen wir wieder notieren, warum wir als Tester vom Uni-Q Treiber der 12. Generation so begeistert sind. Die Stimmfarbe von Leona wird exakt getroffen und selbst kleinste Facetten ihrer Gesangsrange werden filigran herausgearbeitet. Mit viel Fingerspitzengefühl und Aussagekraft agieren die Schallwandler und die verschiedenen Instrumente und der facettenreiche Gesang ergeben in Summe, eine hervorragende Gesamtperformance. Als der Titel etwas an Dynamik gewinnt und Leona zur Kopfstimme übergeht, gelingt weiterhin eine hervorragende Differenzierung. Die vokalen Elemente werden auch bei diesem Stück selbst bei höheren Lautstärkepegel nie zu harsch.
Wir wechseln das Genre und möchten nun wissen, wie sich die Lautsprecher bei der Wiedergabe von elektronischer Musik schlagen. Hierfür haben wir uns für "Vois sur ton chemin" im Techno-Mix von Bennett entschieden. Dieser Titel beginnt mit einem mehrstimmigen Chorgesang, welcher detailliert gegliedert dargeboten wird. Nur wenige Momente vergehen, bis der Track förmlich explodiert, und zwar mit sehr schnellen und harten Kickbässen und den sehr fordernden Chorgesang. Aber auch hier können wir keine Defizite feststellen und wir bringen die Q11 Meta mit diesem Track nicht aus der Komfortzone. Die harten und blitzschnellen Bässe werden eindrucksvoll, mit Wucht und mit hervorragender Kontur, umgesetzt. Das rasante Bassfeuerwerk ist staubtrocken, absolut präzise und auch jenseits der normalen Zimmerlautstärke, absolut kraftvoll. Das Zusammenspiel aus den sehr fordernden Synthesizer und dem kräftigen Bassfeuerwerk nehmen wir allzeit als erstklassig wahr, und selbst die klare Differenzierung kleinster Feinheiten gelingt eindrucksvoll.
Abschließen möchten wir unsere Klangwertung mit "Lately" von der Kölner Metalcore Band Setyøursails. Der Titel startet mit sehr feinfühligen Gesang von Jules Mitch, Frontfrau der Band, welcher vielschichtig und zugleich punktgenau umgesetzt wird. Die verwendeten E-Gitarre präsentieren uns die Q11 Meta kristallklar und homogen. Bereits nach wenigen Momenten erlebt der Track einen deutlichen Dynamiksprung in Form von harten Gitarren, ausladenden Drums sowie härteren vokalen Elementen, welche Jules beherrscht. Von der Gesamtformance der KEF Q11 Meta sind wir weit entfernt vom viel zitierten "britischen Understatement": So liefern die Schallwandler in unserer Redaktionsräumen ein Feuerwerk ab, was wir so nicht erwartet hätten. Die zarte und teilweise sehr harte Stimmfarbe sowie die instrumentalen Elemente bleiben in vollem Umfang erhalten und können überzeugen.
Konkurrenzvergleich

- Canton Townus 90: Die Canton Townus 90 erweist sich als sehr rund und homogen aufspielender Standlautsprecher, der mit einem kräftigen Bassbereich sowie einer wirklich ausgezeichneten Pegelfestigkeit auftrumpfen kann. KEFs Q11 Meta hält natürlich dagegen und setzt noch mehr Akzente bei dem sehr frei und räumlich fein aufspielenden Hochtonbereich und dem exzellenten Timing dank des Uni-Q-Treibers. Die sehr dichte Räumlichkeit der Townus 90 im Bassbereich und in den unteren Mitten macht den Reiz des hessischen Standlautsprechers aus.

Knapp 3.000 EUR werden für ein Paar der ELAC Solano FS 287.2 mit dem feinst auflösenden JET 6 Hochtöner fällig. Damit sind die extrem nobel auftretenden Lautsprecher aus Deutschlands Norden ein gutes Stück teurer. Für den Mehrpreis bekommt der geneigte Kunde mehr Schliff und Raffinesse im Finish und einen der besten Hochtöner der Welt. Fein komponiert sind bei der Solano aber auch Mittelton- und Bassbereich. Die KEF Q11 Meta wirkt nochmals gelassener bei sehr hohen Pegeln und kokettiert mit dem optimalen Timing dank des Uni-Q-Koaxialchassis.
Fazit

Die KEF Q11 Meta sind als 3-Wege-Lautsprecher ausgeführt und in den Farben Satin Black (Schwarz), Satin White (Weiß) und Walnut (Walnuss) für einen Paarpreis von 2.198 EUR im Handel oder direkt im Onlineshop von KEF erhältlich. Optional ist zudem ein spezielles Spike-Kit für 85 EUR erhältlich.
Neben einer Hochleistungsfrequenzweiche, welche im KEF-Firmensitz in Maidstone mit einem speziellen Referenzmikrofon-Meßaufbau optimiert wurde, verfügen die Schallwandler über ein neues Basstreiberdesign. Dies ist eine Hybridstruktur mit einer flachen, konkaven Aluminiumhaut auf einer Papiermembran. Die Alu-Beschichtung verleiht Steifigkeit, um eine kolbenartige Bewegung für mehr Bassdruck und Geschwindigkeit zu erreichen. Kombiniert wird dies mit einer 3D FEA-optimierten Sickengeometrie für eine untadelige Linearität bei höherer Auslenkung. Dadurch entsteht ein präziser sowie agiler Bass entstehen, wovon wir uns überzeugen konnten.
Ebenfalls an Board ist KEFs hauseigene Metamaterial-Absorptionstechnologie (MAT). Bei MAT handelt es sich um eine labyrinthartige, sehr komplexe Struktur, in der jeder der aufwändig konstruierten Kanäle eine bestimmte Frequenz mit hoher Effizienz absorbiert. In Kombination wirkt das Ganze dann wie ein "akustisches schwarzes Loch", in dem 99% alles unerwünschten Schalls verschwindet. Das Resultat: ein unverfälschter und natürlicher Klang. Das flexible Decoupling-Chassis wird beim Uni-Q-Treiber eingesetzt, um Klangverfärbungen, entstanden durch die Übertragung von Schwingungen im Mitteltonbereich auf das Gehäuse, hörbar herabzusetzen. Zugleich hat KEF das Problem des zusätzlichen Schalls, der durch den Treiberkorb entsteht und bei herkömmlichen Entkopplungsmethoden auftritt, aus der Welt geschafft. Der massive Mitteltönermotor wird vom Uni-Q-Chassis entkoppelt, so dass die Schwingungen abgeleitet werden, bevor sie sich aufs Gehäuse übertragen und als unerwünschter Nebengeräuschanteil abgestrahlt werden können.
Das Erscheinungsbild der KEF Q-Serie überzeugt mit einem modernen und minimalistischen Design, im seitenmatten Oberflächenfinish. Die Verarbeitungsqualität unserer Testsamples ist sehr sauber und akkurat ausgeführt. Lediglich der Kantenbereich zur Schallwand empfinden wir als leicht scharfkantig. Die Lautsprecherchassis sind sehr gut in die Schallwand eingelassen und sitzen fast plan, mit dem Gehäuse. Aufgrund der Tatsache, das die Lautsprecherchassis von vorne unsichtbar montiert sind, manchen die Lautsprecher auch ohne Abdeckung eine hervorragende Figur.
In unserer Klangwertung überzeugten die britischen Schallwandler mit einer hervorragenden Differenzierung, welche in Anbetracht der Preisklasse nicht selbstverständlich ist. Selbst bei den unterschiedlichsten Musikgenres, welche wir den Q11 Meta zugespielt haben, gab es keinen Track, welcher nicht mit Bravour gemeistert wurden. Auch dies in nicht selbstverständlich, was wir in unserem Testalltag bereits mehrere Male feststellen mussten. Die drei verbauten und 165 mm messenden Hybrid-Aluminium-Basstreiber liefern ein sattes und gleichzeitig präzises Bassfundament, das unter nahezu allen Bedingungen nichts an seiner Souveränität einbüßt - selbst bei wirklich hohen Lautstärkepegeln nicht.

Standlautsprecher bis 3.000 EUR/Paarpreis
Datum 16. April 2025
Test: Sven Wunderlich
Bilder: Sven Wunderlich
Redaktion: Carsten Rampacher
Datum: 16. April 2025
Weiter auf: Vorherige Seite
Tags: GP Acoustics • Hifi-Lautsprecher • KEF • Lautsprecher • Standlautsprecher • Uni-Q Treiber






