TEST: KEF Q11 Meta - Der 3-Wege-Flagshiplautsprecher aus der aktuellen KEF Q Meta-Serie

Aus der überarbeiteten und neu aufgelegten Q Meta-Serie vom britischen Lautsprecherspezialisten KEF sind unsere neuesten Testsamples. Nachdem wir bereits die vielseitig einsetzbaren Q4 Meta und die Q Concerto Meta in einem Einzeltest hatten und bei der KEF Händler Tour zahlreiche Eindrücke von der überarbeiteten Serie sammeln konnten, möchten wir uns in diesem Test einen Standlautsprecher aus der Q-Serie genauer ansehen.

Frontansicht mit Abdeckungen
Dafür haben wir uns die derzeit größten Standlautsprecher aus der Q-Serie, die Q 11 Meta, als Testmuster geordert. Die KEF Q11 Meta sind als 3-Wege-Lautsprecher ausgeführt und in den Farben Satin Black (Schwarz), Satin White (Weiß) und Walnut (Walnuss) für einen Paarpreis von 2.198 EUR im Handel oder direkt im Onlineshop von KEF erhältlich. Unsere Testmuster sind im Oberflächenfinish Satin White ausgeführt und besitzen graue Lautsprecherabdeckungen.

Der Uni-Q Treiber in der Detailansicht
Bei der aktuellen Q-Serie ist als besonderes Highlight zu werten, dass bei dieser eher preisgünstigen KEF Serie die exklusive Metamaterial-Absorptionstechnologie (MAT) zum Einsatz kommt. Das innovative Feature wird bereits in den hochpreisigeren Serien von KEF erfolgreich verwendet und sorgt nachweislich für höhere Präzision und Klarheit im Hochtonbereich. Die Performance des Uni-Q-Treibers der 12. Generation wird damit auf ein neues Niveau gehoben, verspricht der britische Lautsprecherpioneer daher auch hinsichtlich der Q Meta-Serie.
Auch in diesem Testbericht möchten wir die Vorzüge der MAT-Technologie erläutern. Bei MAT handelt es sich um eine labyrinthartige, sehr komplexe Struktur, in der jeder der aufwändig konstruierten Kanäle eine bestimmte Frequenz mit hoher Effizienz absorbiert. In Kombination wirkt das Ganze dann wie ein "akustisches schwarzes Loch", in dem 99% alles unerwünschten Schalls verschwindet. Das Resultat: ein unverfälschter und natürlicher Klang.
Das flexible Decoupling-Chassis, welches in den Modellen Q11 Meta, Q7 Meta, Q Concerto Meta und Q6 Meta Verwendung findet, wurde erstmals bei den aktuellen Blade- und The Reference-Lautsprechern verwendet und wird beim Uni-Q-Treiber eingesetzt, um Klangverfärbungen, entstanden durch die Übertragung von Schwingungen im Mitteltonbereich auf das Gehäuse, hörbar herabzusetzen. Zugleich hat KEF das Problem des zusätzlichen Schalls, der durch den Treiberkorb entsteht und bei herkömmlichen Entkopplungsmethoden auftritt, aus der Welt geschafft. Der massive Mitteltönermotor wird vom Uni-Q-Chassis entkoppelt, so dass die Schwingungen abgeleitet werden, bevor sie sich aufs Gehäuse übertragen und als unerwünschter Nebengeräuschanteil abgestrahlt werden können.

.... sowie in der Gesamtansicht

Einer der drei 165 mm messenden Hybrid-Aluminium-Basstreiber in der Detailansicht
Ebenfalls an Bord der Q11 Meta ist das neue Basstreiberdesign, welches noch in den Modellen Q7 Meta, Q Concerto Meta sowie Q6 Meta zum Einsatz kommt. Dies ist eine Hybridstruktur mit einer flachen, konkaven Aluminiumhaut auf einer Papiermembran. Die Alu-Beschichtung verleiht Steifigkeit, um eine kolbenartige Bewegung für mehr Bassdruck und Geschwindigkeit zu erreichen. Kombiniert wird dies mit einer 3D FEA-optimierten Sickengeometrie für eine untadelige Linearität bei höherer Auslenkung. Dadurch soll ein präziser, agiler Bass entstehen, was man ebenfalls bei höheren Lautstärkepegeln merken soll. Ob dies den Tatsachen entspricht, dazu später mehr in unserer Klangwertung.
Eine Hochleistungsfrequenzweiche, die im Inneren der Q11 Meta werkelt, wurde mithilfe einer Vielzahl von aufwändigen Messungen weiter verbessert, so KEF. Diese spricht spürbar empfindlicher an und gewährt eine nahtlose Integration aller Lautsprecherkomponenten. Für die Optimierung kam der schalltote Raum im KEF-Firmensitz in Maidstone, Großbritannien mit einem speziellen Referenzmikrofon-Meßaufbau häufig zum Einsatz. Durch die umfassenden Prüfungen an und neben der Achse waren die Ingenieure in der Lage, die akustischen Interaktionen jedes Modells besser nachvollziehen und verstehen. Simulation und modernes Prototyping garantieren dann das neue, optimierte Frequenzweichen-Design. Erstmals wurde dieser akribische Prozess bei der Entwicklung der LS50 Meta verwendet und bei den neuen Blade-, Reference und R-Serie-Modellen weiter verbessert. Bei jedem Lautsprecher können so ein präziser Signalweg und spezifische Optimierungen für eine bestmögliche Leistungsentfaltung ermittelt werden.
Ebenfalls verfügen die KEF Standlautsprecher über die Shadow Flare-Technologie. Diese reduziert unerwünschte Reflexionen an den Ecken der Lautsprechergehäuse, sodass der Uni-Q-Treiber mit der MAT-Technologie eine perfekte Symbiose ergeben. Bei Shadow Flare handelt es sich um eine präzise gestaltete Oberfläche zur Verbesserung der Schallabstrahlung des Uni-Qs. Der Hochtöner hat dann keine "Sichtlinie" mehr zu den Gehäusekanten. Es entsteht ein sogenannter "Schattenbereich", in dem das Potential für Reflexionen am höchsten ist, wodurch die akustischen Auswirkungen so weit reduziert werden, dass sie vernachlässigt werden können. Das verbessert die Klarheit feiner Details und ermöglicht die Abbildung subtiler Nuancen.
Der Frequenzgang (+- 3dB) ist mit 44 Hz bis 20 kHz angegeben, die Empfindlichkeit liegt bei 89 dB und die Nennimpedanz bei 4 Ohm. Der maximale Schalldruck kommt auf 113 dB und die empfohlene Verstärkerleistung sollte laut KEF zwischen 15 und 225 Watt betragen.

Detailansicht der Kantenverarbeitung
Wenden wir nun der Verarbeitungsqualität der KEF Q11 Meta zu. Die Lautsprechermodelle der neuen KEF-Serie überzeugen durch ein modernes, minimalistisches Design mit seidenmatter Oberfläche. Wie wir bereits eingangs erwähnt haben, sind diese in den Ausführungen Satin Black (Schwarz), Satin White (Weiß) und Walnut (Walnuss) mit jeweils farblich abgestimmten Membranen erhältlich.
Die Abmessungen der 3-Wege-Schallwandler sind wie folgt: Höhe 1112 mm, Breite 317 mm sowie eine Tiefe von 380 mm. Das Stückgewicht einer Q11 Meta beträgt durchaus stattliche 22,5 kg.
Wie auch bei den bereits von uns getesteten Modellen aus der Q-Serie ist die Verarbeitung unserer Testsamples in den Kantenbereichen sehr sorgfältig und sauber ausgeführt. Lediglich der Kantenbereich zur Schallwand empfinden wir als leicht scharfkantig. Die Lautsprecherchassis sind ausgesprochen gut in die Schallwand eingelassen und sitzen fast plan mit dem Gehäuse. Aufgrund der Tatsache, das die Lautsprecherchassis von vorne unsichtbar montiert sind, manchen die Standlautsprecher auch ohne Abdeckung eine hervorragende Figur.

Auf der Frontblende ist ein KEF Schriftzug mittig platziert
Wie wir bereits erwähnt haben, befinden sich im Lieferumfang der Schallwandler spezielle Frontblenden, mit denen bei Bedarf die Lautsprecherchassis geschützt werden können. Die farblich abgestimmten Bauteile bewahren die in sich schlüssige Optik. Erfreulicherweise sind die Frontblenden, wie bereits angesprochen, magnetisch ausgeführt und daher befinden sich in der Schallwand keine unschönen Löcher.

Auch ohne Abdeckung, befindet sich auf der Schallwand ein KEF-Logo

Frontansicht mit Lautsprecherabdeckung

Die Rückseite der KEF Q11 Meta
Kommen wir nun zur Rückansicht der KEF-Schallwandler. Erfreulicherweise befindet sich auf der Rückseite das gleiche, hochwertige Oberflächenfinish, wie es auf der Vorderseite und den Seitenwangen Verwendung findet. Im unteren Teil der Rückseite ist ein aufgesetztes Bassreflexrohr untergebracht, das aus Kunststoff besteht und über ein schwarz/mattes Finish verfügt. Eine Etage tiefer befinden sich die vergoldeten Lautsprecherdrehanschlüsse. Diese nehmen herkömmliche Kabelverbindungen auf, und wenn die farbigen Staubkappen entfernt werden, selbstverständlich auch Bananenstecker.

Das aufgesetztes Bassreflexrohr in der Detailansicht...

.... sowie die vergoldeten Anschlussterminals

Standfusskonzept der Q11 Meta im Detail
Für die nötige Standfestigkeit, gerade bei höheren Lautstärkepegeln, sorgt bei der Q11 Meta ein spezielles Standfusskonzept. Auf der Unterseite der Schallwandler werden Kunststoff-Traversen mit dem Gehäuse verschraubt. Darunter befinden sich gummierte Stifte, die sich in der Höhe anpassen lassen. Gerade für unebene Untergründe sehr von Vorteil. Zudem ist ein spezielles Spike-Kit für die Modelle Q11 Meta und Q7 Meta optional für 85 EUR bei KEF erhältlich.
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