TEST: Hochklassige Heimkino-Technik und echte Marantz DNA in AV 30 Vorstufe und AMP 30 Slimline-Endstufe
Anschlüsse

Rückseite gesamt mit allen Anschlüssen

XLR- und Cinch-Schnittstellen sowie Umschalter Bi-Amp, Normal, BTL und RCA/XLR

Lautsprecherterminals im Detail

weitere Ansicht

Zusätzliche Schnittstellen am AMP 30
Beginnen wir diesmal mit dem Marantz AMP 30 Endverstärker. Hier hat Marantz gegenüber dem AMP 20 deutlich reduziert. Während beim Topmodell 16 Kanäle spielen, bietet der AMP 20 noch 12, der neue AMP 30 hingegen nur 6. Ein klassisches 5.1 Surround-Setup lässt sich damit problemlos betreiben, für ein 3D-Audio-Setup muss man dann aber auf weitere Endstufen zurückgreifen. Weniger hochwertig hingegen fällt die Bestückung der Anschlüsse aber nicht aus.
Hochwertige Speaker-Terminals (SPKT-1+ wie auch bei AMP 20 und AMP 10) sind verbaut und auch der AMP 30 verfügt sowohl über symmetrische XLR- als auch hochwertige, vergoldete Cinch-Anschlüsse. Zwischen XLR und Cinch sowie zwischen den verschiedenen Modi (Bi-Amp, BTL, Normal) kann man mit einfachen Schiebeschaltern wechseln. Beachten muss man aber, dass immer zwei Kanäle zusammengefasst sind. Völlig frei kann man also zwischen Cinch und XLR nicht wählen, sondern jeweils gemeinsam für Kanal 1/2, Kanal 3/4 und Kanal 5/6. Das gilt übrigens genauso für die größeren Modelle AMP 20 und AMP 10, auch hier wird die Anschlussform für jeweils zwei Kanäle festgelegt.
Auch für Auto Standby steht ein Schiebeschalter zur Verfügung und es kommen noch hinzu: Amp Control, DC-Control In/Out, IR Flasher In, Remote Control In/Out und eine RS232C-Schnittstelle.

Rückseite gesamt

Linker Bereich mit digitalen Audio-Eingängen, HDMI, darunter analoge Cinch-Eingänge sowie Vorverstärkerausgeänge (Cinch und XLR) und weiteren Funktionsschnittstellen

Bereich rechts
Die Rückseite der Vorstufe fällt ebenfalls etwas reduzierter aus. Die AV 30 verarbeitet zwar immer noch 11.4 Kanäle und versorgt mühelos ein ausgewachsenes 3D-Audio-Setup, z.B. Dolby Atmos 7.1.4. Der Unterschied rührt vor allem von der Tatsache her, dass man auch an die AV 20, eine 13.4-Vorstufe, noch 15 Kanäle anschließen und man dann zwischen zwei unterschiedlichen Lautsprecher-Setups hin- und herschalten konnte. Bei der AV 30 hingegen gibt es auch nur so viele Schnittstellen, wie Signale verarbeitet werden, also insgesamt 11. Es gibt weiterhin für alle Kanäle sowohl XLR- als auch Cinch-Anschlüsse, wenngleich die Cinch-Varianten hier zwar auch vergoldet, aber ein wenig einfacher gestaltet sind. Auch die vier unabhängigen Subwoofer können entweder über Cinch oder XLR verbunden werden. Die Ausgabe wird über das On-Screen-Display gesteuert, eine Kombination aus Cinch und XLR ist problemlos möglich.
Auf analoger Seite gibt es außerdem sieben Stereo-Cinch-Eingänge, Tuner und Phono MM-Stufe (+ GND) inkludiert. Außerdem gibt es Stereo Cinch-Ausgänge für Zone 2 und Zone 3. Bei den digitalen Audioeingängen stehen zwei optische und zwei koaxial-elektrische Eingänge zur Verfügung. Kompatibilität im Bereich Video stellt Marantz mit einem Komponentenvideo-Eingang und zwei FBAS-Inputs sicher. Keine Kompromisse geht man weiterhin bei HDMI ein: Hier sind insgesamt acht HDMI-Eingänge und drei Ausgänge verbaut. Alle Eingänge und zwei Ausgänge unterstützen gar 8K-Videosignale mit einer Bildwiederholrate von 60 Bildern pro Sekunde bzw. 4K-Auflösung mit einer Bildwiederholrate von 120 Bildern pro Sekunde. HDCP 2.3 wird natürlich unterstützt und Upscaling auf 4K oder auch 8K ist möglich. Freilich unterstützt die AV 30 auch HDR, HLG, Dolby Vision, HDR10+ und Dynamic HDR sowie die HDMI 2.1-Features ALLM, VRR und QFT. HDMI eARC fehlt ebenfalls nicht.
Der Marantz AV 30 Vorverstärker bringt einen weiteren USB-Slot vom Typ A auf der Rückseite mit, der allerdings nur der Stromversorgung eines externen Gerätes dient. DC Out 3x, IR Flasher In, 2x Amp Control, Remote Control In/Out und RS-232C stehen ebenfalls zur Verfügung.
Einrichtung, Handhabung und Menü

Sauber sortiertes Zubehör der Vorstufe mit Fernbedienung, Quick Start Guide, Batterien und WLAN-/BT-Antennen

Praktische Beschriftungssticker für die Verkabelung, dazu gibt es einen "Bausatz" für ein Karton-Stativ für die Einmessung

Marantz AV 30 Setup-Menü

Manuelle Lautsprecher-Konfiguration (hier Distanz zum Hörplatz)

Smart Select-Taste konfigurieren
- Weitere Menü-Screenshots findet man auf Seite
Die Marantz AV 30 Vorstufe ist mit einer grafischen Benutzeroberfläche in 1080p FullHD-Auflösung ausgestattet, die auch auf Bildschirmen oder in Kombination mit Projektoren mit 4K-Auflösung einen optisch hochwertigen und ansprechenden Eindruck macht. Gediegen und dezent im optischen Auftritt, ähnlich wie das äußere Erscheinungsbild der Mehrkanal-Komponenten, überzeugt es mit zurückhaltender Farbgebung und klar strukturierter Übersicht.
Vorteil für den Anwender ist die sehr gute Übersetzung. Wenn überhaupt, schleicht sich einmal ein Flüchtigkeitsfehler an, zu Verständnisproblemen kommt es aber nie. Zahlreiche Hilfetexte und teils auch Grafiken erläutern Parameter, die vielleicht nicht sofort selbsterklärend sind. Versierte Anwender finden praktisch alle relevanten Einstellungsmöglichkeiten und können in den Lautsprecher-Optionen manuell nachjustieren bzw. alles eigenständig festlegen. Alternativ kann man auch die Audyssey Einmessung durchlaufen und im Nachhinein ggfs. nicht völlig korrekt erfasste Abstände und Pegel korrigieren. Auch eine Anschlusszuweisung ist natürlich möglich und auch die AV 30 Vorstufe hat die typischen Marantz/Denon Quick Select-Tasten mit individueller Belegung integriert.
Wer möchte, kann auf die Audyssey MultEQ Editor App oder gar auf Dirac Live setzen. Die Upgrades sind allerdings optional und kostenpflichtig. Während sich die Kosten für die Audyssey MultEQ Editor App in Grenzen halten, schlägt die Dirac-Lizenz heftiger zu Buche. Dafür erhält man ein sehr präzises System, welches auch in akustisch schwierigen Räumen hervorragende Ergebnisse erzielen kann. Die neue Vorstufe unterstützt dabei auch alle aktuellen Dirac-Möglichkeiten inklusive Bass Control und Active Room Treatment.

Im Marantz AV 30 steckt der umfangreiche Einrichtungsassistent

Übersicht: Was wird alles für die Installation benötigt?

Auf Wunsch wird jeder Schritt detailliert erläutert

Alle Lautsprechertypen werden berücksichtigt
- Weitere Screenshots des Marantz Einrichtungsassistenten findet man auf Seite
Neben der umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten ist allerdings auch die sehr einfache Installation eine große Stärke der Marantz AV 30 Vorstufe. Wie nahezu alle anderen Modelle im Portfolio des Herstellers kommt auch der Vorverstärker mit einem sehr detaillierten und umfassenden Einrichtungsassistenten daher. Hier wird man Schritt für Schritt durch das Setup des eigenen Heimkinos geführt. Inklusive Aufstellung der Lautsprecher und Verkabelung mit dem Vorverstärker und der Endstufe über XLR oder Cinch. Dabei werden auch Front Wide-, Height-, Decken- und Dolby Atmos-Lautsprecher entsprechend berücksichtigt. Bei der Subwoofer-Konfiguration wählt man nach der Anzahl (maximal vier Stück) auch die Konfiguration zwischen Standard und Gerichtet aus (in der Einstellung "gerichtet" werden nur die Bassanteile der dem Subwoofer benachbarten Standlautsprecher ausgegeben). Jeder einzelne Step wird mit Text und Bild genau erläutert, hier kommen selbst völlig unbedarfte Anwender problemlos zum Ziel.

Audyssey-Mikrofon im Lieferumfang
Nachdem die Installation durchlaufen ist, verfügt man über ein eingemessenes Lautsprechersystem mit passenden Abständen und Pegel, die Vorstufe ist mit dem Netzwerk verbunden und bietet Streaming-Möglichkeiten durch HEOS, eventuelle Quellgeräte sind verbunden und man kennt alle kompatiblen Apps. Praktisch finden wir auch, dass gleich zu Beginn der Einrichtung alle notwendigen Dinge übersichtlich aufgelistet sind. Hält man sich an den integrierten Installationsassistenten, kann beim Setup von AV 30 und AMP 30 praktisch nichts schiefgehen.
Fernbedienung

Marantz AV 10 Fernbedienung

Oberer Bereich

Navigationskreuz mit optischem Akzent

Unterer Bereich mit Smart Select-Tasten und Klangmodus

Seitliche Ansicht, im oberen Drittel befindet sich die Taste für die Hintergrundbeleuchtung
Der Vorverstärker reagiert zuverlässig auf alle Eingabebefehle und wird mit einer schicken Fernbedienung ausgeliefert. Auch was die Reaktionsgeschwindigkeit betrifft, ist die Vorstufe auf gutem Level, lediglich beim Seitenaufbau komplexerer Parameter, wie z.B. de Lautsprecher-Konfiguration und deren manuelle Einstellung, benötigt der AV 30 etwas länger als seine teureren Mitstreiter aus gleichem Hause.
Mit anthrazitgrauer Oberfläche, schwarzen Tasten und dem goldenen Marantz-Schriftzug sowie dem Zierring um ds Navigationskreuz als kontraststarke Akzente wirkt die Remote optisch elegant. Außerdem gefällt uns, identisch zur teureren AV 20 und AV 20, die weiße Hintergrundbeleuchtung aller Tasten. Um die Beleuchtung zu aktivieren, drückt man auf die Seitentaste an der Fernbedienung. Dann findet man sich selbst in der komplett verdunkelten Heimkino-Höhle sehr gut zurecht. Direktzugriff auf alle Eingänge, Zonenauswahl, Lautstärkeregelung, Navigationskreuz mit umliegenden Optionstasten, vier Smart Select-Direktzugriffstasten und ganz unten die Auswahl des gewünschten Klangmodus - alles ist an Bord und übersichtlich angeordnet, der Druckpunkt der Tasten ist ausgezeichnet. Der Bedienriegel ist sehr schlank, fällt durch die vielen Tasten aber recht lang aus, so dass nur sehr große Hände von oben bis ganz nach unten alle Tasten erreichen. Wir empfinden die Bedienung dennoch als sehr komfortabel.
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Tags: Endstufe • Endverstärker • Marantz • Mehrkanal-Endstufe • Mehrkanal-Endverstärker • Mehrkanal-Vorstufe • Mehrkanal-Vorverstärker • Vorstufe • Vorverstärker






