TEST: Philips 65PUS9809 – Flaggschiff mit direkter LED-Hintergrundbeleuchtung und Android OS

Philips 65PUS9809 Front Seitlich2

Es ist nicht das erste Mal, dass wir einen Blick auf das neue UHD-Topmodell 65PUS9809 von Philips werfen dürfen. Nach dem Hands-On eines Prototypen im Sommer letzten Jahres konnten wir den 65-Zöller auch auf der IFA 2014 vorab begutachten. Bis zur Marktreife hat es sich aber dann doch noch ein wenig hingezogen, doch endlich steht das finale Produkt bei uns in der Redaktion und kann zum Preis von 4.699 EUR auch regulär erworben werden.

Schlagworte des neuen Flaggschiffs sind neben UltraHD auch 4-seitiges Ambilight, der blitzschnelle Hex-Core Prozessor sowie das Android 4.2.2 Betriebssystem. Auf ein unserer Meinung nach besonderes Highlight, dass es sich beim PUS9809 um einen TV mit Direkt LED-Hintergrundbeleuchtung handelt, wird unter dem Deckmantel von „Micro Dimming Premium“ zwar hingewiesen, aber nicht großartig eingegangen. Für eine flüssige Bewegungswiedergabe soll sich 1200 Hz PMR verantwortlich zeichnen.

Nicht nur visuell, sondern auch akustisch möchte sich das Topmodell auf hohem Niveau präsentieren. Das bei Flachbildschirmen häufig fehlende Fundament soll beim Philips TV von einem beiliegenden externen „Wireless Subwoofer“ realisiert werden.

Natürlich ist der Philips TV auch „smart“ und liefert dank Android OS Zugriff auf den Google Play Store. Während andere Hersteller die Interaktion mit dem TV mittlerweile nicht mehr großartig in den Vordergrund stellen, ist nun auch bei Philips eine Gestensteuerung sowie ein Mikrofon in der Fernbedienung integriert. Trotz allem darf natürlich der konventionelle TV-Empfang nicht leiden, Philips integriert im PUS9809 einen Twin Tuner mit Dual-Aufnahmenfunktion.

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Silberner Rahmen seitlich

Philips 65PUS9809 Verarbeitung1

Geschliffenes Alu am Rahmen vorne

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Fuß seitlich vorne

Philips 65PUS9809 Standfuss

Solide Standfestigkeit

Philips 65PUS9809 Rueckseite Seitlich

Rückseite

Gegenüber dem Prototypen hat sich das finale Modell des PUS9809 kaum mehr verändert. Ein schmaler Rahmen umschließt das UHD-Panel, seitlich dunkelgrau glänzend und nach vorne anthrazit im geschliffenen Alu-Look. Die Füße werden links und rechts seitlich montiert und sind aus Metall gefertigt. Die Montage ist ein wenig mühsam, da die Füße angeschraubt werden müssen und der TV dafür am besten auf den Kopf gestellt wird. Unter Zuhilfenahme des Kartons und eines Mithelfers wird die Hürde aber schnell genommen. Die Rückseite ist aus Kunststoff und beherbegt ein paar stationäre Bedienelemente und die Anschlüsse.

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Anschluss-Sektion

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Scart, Komponentenvideo + Audio-Eingänge und Ethernet

Philips 65PUS9809 Anschluesse Rueckseite1

Anschlüsse unten

An Anschlüssen stehen vier HDMI-Eingänge zur Verfügung, die auch 4K-Signale empfangen können – HDCP 2.2 wird aber laut Datenblatt nur an HDMI1 unterstützt. Weitere Anschlüsse umfassen einen Komponenteneingang, Scart sowie einen optischen digitalen Audio- und Kopfhörer-Ausgang. CI+ und zwei Satelliten-LNB-Eingänge sowie ein Kabel-Anschluss und Ethernet ist ebenfalls integriert. Hinzu kommen noch drei USB-Slots.

Das Gehäuse wird bezüglich seiner Bautiefe von oben nach unten hin etwas dicker, was den zwei integrierten Subwoofer etwas mehr „Luft“ verschafft. Auch insgesamt ist der TV etwas dicker, die LED-Hintergrundbeleuchtung, die hier direkt hinter dem Panel sitzt, benötigt schlichtweg mehr Platz als Leuchtmittel, die nur an den Kanten sitzen. Der Rahmen ist hingegen schmal und insgesamt wirkt der TV nicht überdurchschnittlich ausladend – bei 65 Zoll ist bei Philips zudem Schluß, wirkliche Bildriesen gibt es nicht. Der Flachbildschirm wirkt im Großen und Ganzen schlicht elegant, lediglich das trapez-ähnliche Objekt mit dem Philips-Logo wirkt hier etwas kontraproduktiv.

Philips 65PUS9809 Ambilight

Ambilight

Wie bereits zu Beginn des Berichts erwähnt, bietet der PUS9809 4-seitiges Ambilight. Die zusätzlichen LEDs sind an der Unterseite des TVs angebracht und kommen auf den ersten Blick dank des ausreichenden Abstands auch auf einem Tisch/Rack recht gut zur Geltung.

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Beiliegende 3D-Brille, bereits zusammengesteckt

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Mittig wird die Knopfzelle eingelegt

Die beiliegenden 3D-Brillen müssen zuerst zusammengesetzt werden. Die zwei Bügel werden an der Brücke zusammengesteckt, beim ersten Mal benötigt dies etwas Krafteinsatz – in die Mittte wird dann noch eine Knopfzelle eingelegt. Bei den Brillen handelt es sich also um aktive Shutterbrillen. Philips setzt nun auch auf aktives 3D beim PUS9809, passiv wird abgelöst. Die Brillen sitzen relativ gut. Komplett aus Kunststoff gefertigt, kann man zwar nicht von höchstem Tragekomfort sprechen, die Brillen sind aber derart leicht, dass keine unangenehmen Druckstellen entstehen, selbst wenn man mal einen längeren Film genießt.

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Start der Installation

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Standort wählen

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Übersicht des Setup-Assistenten

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 TV-Installation

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Suchlauf

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 Sendersuchlauf abgeschlossen

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Schnelleinstellungen für Bild

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Helligkeit einstellen

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Kontrast

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Farbsättigung anhand Live-TV Bild auswählen

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Schärfe festlegen

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Eine Sound-Datei wird abgespielt

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Wandfarbe wählen für Ambilight-Anpassung

Bei der ersten Inbetriebnahme empfängt uns der Philips mit dem integrierten Installationsassistenten in überarbeiteter Optik, der uns zunächst um die Einstellung der Sprache bittet. Danach muss man auswählen, ob der TV an der Wand befestigt ist oder auf einem Tisch/Rack steht. Nachdem wir den Shop-Modus deaktivieren können wir noch Seh- und Hörhilfen zuschalten, bevor wir uns der eigentlichen Installation widmen.

In einer übersichtlichen Liste werden die verschiedenen Schritte angezeigt, die wir für einen komfortablen Betrieb durchführen können. Zunächst starten wir mit der Suche nach Satelliten- bzw. Kabel-/Antennen-Sendern. Danach kann man, in typischer Philips-Manier, externe Geräte hinzufügen und benennen. Neu hinzu kommt die Verbindungsmöglichkeit mit einem kabellosen Lautsprecher. Die Methode zum Verbinden des Lautsprechers und gut beschrieben und binnen wenigen Sekunden nach Aufbau des Subwoofers steht die Verbindung zum TV.

Die nächste Station kümmert sich um die Individualisierung von Bild und Ton. Zunächst wird die Schärfe in Relation zur Sitzposition justiert. Dies erledigt der TV automatisch und erkennt dabei die aktuelle Sitzposition mithilfe der integrierten Kamera. Danach stellt man verschiedene Parameter wie Helligkeit, Kontrast, Farbsättigung und Schärfe selbst ein. Diese Einstellung kann lediglich als rudimentär bezeichnet werden. Zum einen dient als Basis das aktuelle TV-Programm des ersten Senders (Das Erste HD) und zum anderen kann man lediglich relativ zum aktuellen Bildinhalt die einzelnen Parameter „vermindern“, „erhöhen“ oder den aktuellen Wert „mittel“ beibehalten.

Ähnliches gilt für die Toneinstellung. Hier wird ein kurzes Motiv abgespielt und man kann aus drei vorprogrammierten Modi wählen, die sich nur marginal voneinander unterscheiden. Als letztes wird dann für Ambilight die eigene Wandfarbe festgelegt. Vor Abschluss des Assistenten verbindet man den TV noch mit dem Netzwerk, sowohl WLAN (802.11n Dual-Band) als auch die Verbindung per Kabel ist möglich. Wer möchte, kann seinen Fernseher dann auch noch registrieren. Nur dann ist es möglich, den personalisierten Empfehlungsdienst zu nutzen. Außerdem kann man Absturz-Logs automatisch an Philips kommunizieren und Apps ab 18 im Store sperren. Für Besitzer von Philips „Hue“-Lampen ist noch der letzte Punkt interessant. Hier werden die Lampen so eingestellt, dass sie dem Ambilight-Licht entsprechen. Vor dem Abschluss kann man noch eine „TV-Tour“ – Auszüge der Bedienungsanleitung – starten oder sich Demo-Material ansehen.

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Quellenwahl

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Die Home-Taste öffnet zunächst eine Leiste im unteren Bildbereich

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App-Auswahl

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EPG

Kommen wir zum eigentlichen Handling des Philips TVs. Beim Druck auf die Home-Taste öffnet sich zunächst eine zweizweilige Leiste im unteren Bildbereich mit populären, vorinstallierten Applikationen. Scrollt man weiter nach unten kommen weitere Zeilen hinzu. Dort finden sich dann nicht nur Apps, sondern auch der Zugriff auf die Konfiguration, Bedienungsanleitung, etc.; Rechts daneben sind Widgets untergebracht, z.B. Wetter, die mit einem Druck auf die gelbe Taste individualisiert werden können.

Im oberen Bereich des Bereich des Bildschirms kann man noch auf „Kanäle“ (im Endeffekt eine Senderliste) sowie „Quellen“ wechseln. Die obere Leiste erweitert sich zudem, nachdem man z.B. VoD zum ersten Mal verwendet. Unter „Jetzt im TV“ werden aktuell laufende Programme in einer schönen Übersicht inklusive Grafiken und deren aktueller Fortschritt angezeigt.

Auf die Konfiguration kann man natürlich direkt auch mit einem Druck auf das Zahnrad-Symbol der Fernbedienung zugreifen. Schon beim Öffnen des Menüs fällt auf, dass Philips das Layout und die optische Aufmachung grundlegend überarbeitet hat. Die grafische Benutzeroberfläche ist deutlich weniger verschachtelt und präsentiert hier direkt die essentiellen Bild-, Ton-, und sonstige Einstellungen. Auch die Reaktionszeiten haben sich deutlich verbessert und sind nun auf exzellentem Niveau.

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Schnelleinstellungen

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Bildfelder

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Toneinstellungen

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Ambilight-Stil wählen

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Drahtlosen Subwoofer verbinden

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Erweiterte Bildeinstellungen

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Ambilight+Hue konfigurieren

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Netzwerkeinstellungen

Hier hat Philips endlich nachgezogen, sehr gut. Das Layout und auch den Bedienkomfort aufgrund langsamer Reaktionszeiten haben wir häufig bei Philips TV-Geräten kritisiert. Das ist jetzt nicht mehr nötig, denn das schlicht in Schwarz, Weiß und Blau erscheinende Philips Menü ist übersichtlich und reagiert flink. Auch der Video-EQ, wenn auch noch nicht perfekt, bietet mittlerweile zusätzliche Hilfetexte, so dass man mit den verschiedenen Schlagworten nicht überfordert ist. Mit der aktuellen Software, die auf unserem Testgerät installiert ist, können wir die häufig beklagten Systemabstürze nicht mehr nachvollziehen, während des Testbetriebes konnte der Philips mit Stabilität und schnellem Reaktionsverhalten überzeugen. Probleme gibt es wohl noch bei der Tonausgabe mit dem optischen Digitalausgang und der Ambilight+Hue Kooperation – das konnten wir aber nicht praktisch überprüfen

Neben Bild+Ton-Einstellungen und die elementare Systemkonfiguration kann man hier auch Ambilight genau justieren. Die zusätzliche Beleuchtung an der Unterseite kann bezüglich ihrer Helligkeit separat eingestellt werden. Praktisch ist auch der oberste Punkt „Schnelleinstellungen“, der die wichtigsten Optionen in einer Liste zusammenfasst.

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Fernbedienung

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Rückseite mit Tastatur

Für Quellenwahl, Bildformat, Ambilight-Stil, EPG, Senderliste und Wiedergabe-Optionen gibt es natürlich auf der Fernbedienung auch Direktzugriffs-Tasten. Philips setzt im Gegensatz zu den meisten anderen Herstellern auf eine einzelne Fernbedienung und nicht eine konventionelle und eine „Smart Remote“. Dafür ist die Philips Fernbedienung multifunktional. Zum üblichen, übersichtlichen, Layout kommt auf der Rückseite eine vollwertige Tastatur. Mittig sind die Batterien untergebracht. Die Fernbedienung ist dadurch natürlich etwas klobiger, liegt aber sehr gut in der Hand und macht einen sehr hochwertigen Eindruck. Neben der Tastatur ist auch noch ein Mikrofon zur Sprachsteuerung integriert und sie kann als Pointer verwendet werden. Die Sprach- und besonders Gestensteuerung ist allerdings noch etwas optimierungsbedürftig und wird stellenweise zum Geduldsspiel, die Sprach-Suche funktioniert aber recht solide.

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Vorhandene DLNA-Server und Netzwerk-Freigaben

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MP3-Wiedergabe

Die Home-Taste bietet den Direktzugriff auf die vorhandenen Multimedia-Funktionen. Mit Netflix, maxdome, watchever und videociety bietet der Philips ein umfangreiches VoD-Angebot. Hier müssen wir kurz einhaken – denn wer gehofft hat, mit dem Philips TV 4K-Streaming zu genießen, wird leider enttäuscht. Der PUS9809 unterstützt leider kein HEVC und so bleiben dem Anwender diese Möglichkeiten zunächst verschlossen. Philips hat hier zwar eine Lösung parat, allerdings muss man noch bis zum Sommer 2015 darauf warten. Besitzer des PUS9809 erhalten nach Registrierung kostenlos die externe Box UHD880. Diese wird dann unter Android Lollipop laufen und auch HEVC unterstützen.

Neben dem VoD-Angebot erlaubt der TV auch Zugriff auf Mediatheken, ausgewählten News-Diensten, Spotify und Skype. Im Playstore kann man sich dann weitere Applikationen herunterladen. An Speicherplatz stehen intern nur etwa 1,6 GB zur Verfügung, eine Erweiterung ist via USB-Festplatte möglich.

Auch Philips-eigene Angebote wie Cloud TV, Smart TV Payment und TV on Demand sind im Home-Menü zur Auswahl. In Verbindung mit MPP Global bietet man mit Smart TV Payment ein Zahlungssystem an, mit dem man sämtliche Smart TV Angebote, wie z.B. VoD-Dienste, über dieses System bezahlen kann. TV on Demand bietet eine Übersicht über populäre „Mediatheken“-Angebote, die auf Abruf angesehen werden können.

Auf Netzwerk- und DLNA-Server greift man wie bei Philips üblich am einfachsten über die Quellenwahl zu. Wählt man „Netzwerk“ aus wird eine Übersicht der im Netzwerk vorhandenen Komponenten angezeigt, auch ein eventuell am TV angeschlossener USB-Stick wird hier aufgeführt. Der Philips unterstützt AAC, MP3 und WMA bei Musik-Dateien. JPG, BMP, GIF, und PNG bei Bildern. Unter Videos werden AVI, h.264, MPEG1/2/4 und WMV-Dateien wiedergegeben.

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Tutorial bei App-Start der Philips TV Remote

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Der PUS9809 wird automatisch erkannt

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Senderwahl

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Info zum aktuellen Programm

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Wiedergabe von Live TV am Smartphone

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EPG

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Sendung verpasst?

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VoD-Angebote

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Übersicht

Philips 65PUS9809 TV Remote 13

Apps am TV starten

Philips 65PUS9809 TV Remote 14

Bilder wiedergeben

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Ambilight als „Lounge Light“ verwenden

Die Philips MyRemote App ist mit den Android TV-Geräten nicht mehr kompatibel. Ersatz liefert die „Philips TV Remote App“, die ebenfalls kostenlos für Android und iOS erhältlich ist. Die schlechten Rezensionen im App Store konnten wir im Testbetrieb nicht ganz nachvollziehen, denn Abstürze konnten wir nicht beobachten. Im Gegenteil, die Philips TV Remote funktionierte in Verbindung mit dem iPhone 6 überraschend gut, lediglich unter „Aktuelles TV-Programm“ wurde häufiger nichts angezeigt. Vielleicht wurde auch hier bereits nachgebessert, die TV-Software bietet ja ebenfalls deutlich mehr Stabilität als in den ersten Monaten nach dem Verkaufsstart.

Die Applikation ersetzt in diesem Fall nicht die Fernbedienung, sondern bietet ein recht übersichtliches Layout mit sinnvollen Funktionen. Besonders im Multimedia-Betrieb kann man sie gut einsetzen, da z.B. alle Kataloge der VoD-Anbieter zusammengefasst angezeigt werden. Auch die Wiedergabe von Dateien von einem Netzwerk-Server oder dem Smartphone ist problemlos möglich. Sender können direkt aus der App heraus gewechselt werden und Live-TV kann man auf dem Smartphone „mitnehmen“. Ambilight lässt sich auch bei ausgeschaltetem Fernseher nutzen. Mithilfe der App lässt sich unter dem Punkt „Lounge Light“ sogar die Farbe und Intensität auswählen.

Display Basic Check

Mit dem Display Basic Check prüfen wir die Basisparameter des Philips TVs. Bevor wir die eigentlichen Messungen mithilfe unseres C6 Sensors und der Calman Software durchführen, werfen wir einen Blick auf essentielle Parameter und legen einen geeigneten Bildmodus fest. Bei den vorgefertigten Bildfeldern kommen nur der Film-Modus sowie die beiden isf-Modi (Tag/Nacht) in Frage. Die isf-Bildfelder bieten eine ausgezeichnete Grundlage, wenn man schnell zwischen dem Betrieb bei hohem Lichteinfall und geringem Umgebungslicht hin- und herschalten möchte. Wir entscheiden uns dennoch für den Film-Modus, da bei den isf-Einstellungen einzelne Parameter wie Helligkeit, Kontrast, etc. nicht mehr manuell justiert werden können.

Overscan ist auch im Film-Modus noch aktiv, dieser muss als erstes deaktiviert werden. Dazu klickt man die Bildformats-Taste der Fernbedienung, wählt dann „Erweitert“ und zuletzt „Original“ aus. Das funktioniert übrigens auch bei 1080p-Zuspielung, auch wenn dann keine Pixel-to-Pixel-Ausgabe erfolgt. Als nächstes folgt die Einstellung der Helligkeit – hier greift leider die Überarbeitung des Menüs noch nicht, denn die Helligkeitseinstellung ist unter „Erweitert“ – „Kontrast“ und dann „Helligkeit“ versteckt. Man sollte hier bei völliger Dunkelheit, also auch deaktiviertem Ambilight, die Helligkeit von 50 auf etwa 56 anheben. Allerdings müssen wir beim Black Level-Testbild auch Farbstiche in den sichtbaren Balken feststellen, der Philips liefert auch beim „Brightness Contrast Check“ keine ganz saubere Grautreppe. Betroffen sind hier besonders niedrige IRE-Bereiche und helle zwischen 220 und 230. Hingegen beim anspruchsvollen „CHV Reference“-Testbild liefert der Philips eine ausgezeichnete Darstellung ohne ausgeprägten Farbstich.

Bezüglich der Schärfe bietet die „Distance Adaptive Sharpness“ eine sehr solide Performance“, wer diese nicht nutzen möchte, wählt Schärfe 0. Dynamische Bildoptimierer, Frame-Interpolation und Rauschunterdrückung deaktiviert der Philips im Film-Modus automatisch, hier muss man sich um nichts mehr kümmern, lediglich „Clear LCD“ bleibt aktiv.

Philips 65PUS9809 Messung Uebersicht1

Übersicht 1

Philips 65PUS9809 Messung Gamut CIE

HD-Farbraum & Weißpunkt im Zoom

Philips 65PUS9809 Messung Gamut Luminanz

Gamut Luminanz

Philips 65PUS9809 Messung Uebersicht2

Übersicht 2 – Gamma

Philips 65PUS9809 Messung Gammakurve

Gammakurve

Philips 65PUS9809 Messung Gammapunkt

Gammapunkt

Philips 65PUS9809 Messung Uebersicht3

Übersicht 3

Philips 65PUS9809 Messung Farbtemperatur

Farbtemperatur

Philips 65PUS9809 Messung RGB Balance

RGB Balance

Der Philips zeigt beim Display Basic Check ein solides, aber kein überdurchschnittlich gutes Ergebnis. Der HD-Farbraum rec.709 wird sauber abgedeckt, lediglich bei der Primärfarbe Blau hat der Philips Probleme. Die zeigt auch die größte Abweichung bei der Farbhelligkeit in Relation zum Referenzweiß, die übrigen Farben machen hier einen sehr guten Eindruck. Beim Weißpunkt im Detail sehen wir eine recht geschlossene Ansammlung, die leicht nach links in Richtung Blau/Grün driftet. Das Gamma ist eindeutig zu niedrig, der 65PUS9809 kommt auf einen Durchschnitt von etwa 2,05. Zumindest 2,2 sollte hier erreicht werden, ideal wäre etwa 2,35. Die Farbtemperatur ist über den gesamten Helligkeitsbereich über etwas zu kalt, von 6500 K ist der Philips im Durchschnitt etwa 500K entfernt. Die RGB-Balance ist solide, man erkennt klar die Unterrepräsentation von Rot, Blau liegt ein wenig darüber.

Praxisbetrieb

Da der Philips PUS9809 kein HEVC wiedergibt und sich leider auch weigert, unser in h.264 enkodiertes UHD-Material im MKV-Container von USB-Festplatte wiederzugeben, spielen wir dem Philips TV den UHD-Showcase von Florian Friedrich mit einem leistungsfähigen Rechner via HDMI zu. Nachdem die anfänglichen Schwierigkeiten überwunden sind, bietet der Philips TV ein sehr dynamisches und extrem detailscharfes Bild. Die direkte Hintergrundbeleuchtung zahlt sich durch die hohe Kontrastdynamik aus. Allerdings müssen wir feststellen, dass bei schwarzem Hintergrund Hot Spots im rechten unteren und linken oberen Randbereich nicht komplett eliminiert sind. Das Bild ist durchaus deutlich homogener als bei EDGE LED-Geräten, allerdings sollten diese Artefakte bei der direkten LED-Beleuchtung so gut wie gar nicht mehr auffallen. Nicht ganz perfekt sind zudem Farbverläufe. Wer genau aufpasst, sieht noch Banding bei einzelnen Szenen. Davon abgesehen wirkt das UHD-Material sehr plastisch, einzelne Ebenen werden hervorragend herausgearbeitet und auch die Farbdynamik ist überzeugend. Trotz Deaktivierung aller dynamischen „Bildoptimierer“ fällt ein geringfügig eingreifendes Processing noch auf. Bei einzelnen, sich flink bewegenden Objekten kommt der TV manchmal nicht ganz nach, wirklich auffallend ist es aber nicht. „Ausbluten“ der Helligkeit bei Highlights im Bild können wir nicht feststellen, die 144 Zonen der LED-Beleuchtung scheinen hier präzise zu arbeiten. Das Bild wirkt insgesamt ruhig und stabil, auch Kamerafahrten oder kontinuierliche Bewegungen werden sauber wiedergegeben.

Sehr interessiert sind wir natürlich auch daran, wie der neue PUS9809 mit 3D umgeht. Der UHD TV arbeitet trotz hoher Auflösung mit aktiver Shutterbrille und stellt nicht zwei FullHD-Bilder gleichzeitig dar. Die Brille ist schon mal blitzschnell verbunden und der Eindruck der ersten Szenen von Avatar überzeugt. Hier erwarten uns eigentlich immer gleich zu Beginn bei der Schrift unterhalb des Fox-Logos Geisterbilder, hier sind sie aber gänzlich absent. Auch in den folgenden Einstellungen bleiben Geisterbilder und Doppelkonturen trotz aktivem 3D weitgehend aus, Bravo! Dennoch finden wir, dass die Objektplastizität und generelle räumliche Staffelung noch einen Tick ausgeprägter sein könnte. Beim Überflug über das Dschungelkanapee von Pandora zeigt der Philips auch souveräne Bildstabilität und Bewegungsschärfe, hier kann man die Konturen einzelner Palmenblätter noch gut nachvollziehen. Auch die Nahaufnahme von Jake Sully in seiner Cryoschlaf-Box gefällt mit sehr hoher Detailschärfe. Der Sechskern-Prozessor zeigt hier klare Stärke, schließlich muss das Blu-ray Bild auch noch hochskaliert werden. Die einzelnen Schlafboxen im großen Raumschiff fahren sauber und gleichmäßig heraus, auch die Handbewegungen des Gehilfen zeigen keine Artefakte. Der Philips TV ist auch sehr unempfindlich gegenüber einer abweichenden Sitzposition. Bei starker Neigung des Kopfes leidet lediglich die Helligkeit stark. Die Gesamthelligkeit grundsätzlich gefällt uns aber gut, bei schwarzem Hintergrund mit vielen Sternen gefällt exzellenter Kontrast und ein sehr guter Schwarzwert, hier sieht man sofort die Vorteile einer direkten Hintergrundbeleuchtung gegenüber EDGE LED. Zur Frame-Interpolation kommen wir noch genauer im 2D-Betrieb, es sei nur schon einmal gesagt, dass zwar eine noch flüssigere Bewegungsdarstellung realisiert wird, die aber nicht ganz ohne Artefakte bleibt. Wir finden die 3D-Darstellung ohnehin ausreichend geschmeidig, als dass man hier die Zwischenbildberechnung noch zuschalten müsste.

Im direkten Vergleich mit der nativen 3D-Darstellung hinkt die Konvertierung von 2D in 3D schon hintennach. Die Bildstabilität und Ruhe ist nicht im gleichen Maße gegeben, bei längeren Kamerafahrten erkennt man leichtes Ruckeln. Auch Geisterbilder und Doppelkonturen sind stärker ausgeprägt, hier muss eben nochmal mehr und umständlicher gerechnet werden. Das Bild wirkt aber insgesamt sehr plastisch und auch die Objektplastizität gewinnt bei der Wandlung hinzu.

Bei der 24p-Wiedergabe der Casino Royale Blu-ray zeigt der Philips keine überdurchschnittliche aber solide stabile Darstellung im zweiten Kapitel. Die Kamerafahrt über der provisorischen Kampfarena gelingt geschmeidig und mit dem typischen 24p-Judder bei ausgeschalteter Frame-Interpolation. Minimale Instabilität ist im Randbereich außerhalb des Kamerafokus zwar zu sehen, dies fällt aber nur sehr geringfügig aus. Gut gelingt die Darstellung der einzelnen Bildebenen, namentlich die Zuschauerränge um das Geplänkel. Die schnellen Bewegungen der Zuschauer, die damit ihren Wetteinsatz tätigen und die kämpfenden Tiere anfeuern, bereiten dem PUS9809 keine Probleme, hier wird ein stabiles und sauberes Bild geboten. Dass die Farbgebung ein wenig kühl ist, wird den wenigsten auffallen, durch das grelle Sonnenlicht entsteht hier ohnehin ein stabiler Bildeindruck. Das FullHD-Bild überzeugt mit hoher Detail- und Kantenschärfe, störende Scaling-Artefakte können wir nicht nachvollziehen. Dass es kein UHD-Material ist, sieht man z.B. an der Einstellung sehr schön, an der Bond neben dem verkohlten Holzbalken lehnt. Wer natives UHD-Material kennt, wird die Unzulänglichkeiten von 1080p erkennen, jede einzelne Pore in Bonds Gesicht wäre erkennbar und auch der Balken wäre noch besser durchdifferenziert. Insgesamt wird hier aber sehr solides Upscaling geboten und der gute Kontrast spiegelt sich auch in den dunkleren Bereichen des Bildes wieder.

Die Zwischenbildberechnung „Perfect Natural Motion“ ist, wie alle Frame-Interpolationstechnologien ein zweischneidiges Schwert. Keine arbeitet perfekt, nur besser oder schlechter. Den Vorteil eines geschmeidigen Bildes ohne 24p-Judder bietet die Philips Technologie definitiv, selbst lang gezogene Kamerafahrten verlaufen dann völlig ruckelfrei und sauber. Allerdings können wir Perfect Natural Motion ausschließlich im Modus „Minimal“ empfehlen, und selbst dann werden vereinzelt Artefakte sichtbar. Bei „Mittel“ sieht man Nachzieheffekte bei Bewegungen häufig, die dann schon den Filmgenuß negativ beeinflussen, außerdem kommt dann noch der sogenannte „Soap Opera“-Effekt hinzu, der das Bild unecht erscheinen lässt, der eigentliche Film-Look geht verloren. Wer 24p nicht mag, kann also auf die Minimal-Einstellung ohne großartigen Eingriff zurückgreifen, wir empfinden die native Wiedergabe am angenehmsten.

Wer noch im DVD-Archiv kramt, wird auch an den Upscaling-Qualitäten von SD-Material Interesse haben. Unsere dritte Episode der Star Wars-Saga in der Auflösung von 576i wird solide vom PUS9809 auf die Vielzahl an UHD-Pixeln hochskaliert. Natürlich sieht man leichte Treppenstufenbildung an den Kanten der Buchstaben der Laufschrift, die in der ersten Szene nach hinten abläuft. Zittern der Buchstaben oder ausgeprägte Wellenbewegungen gibt es erfreulicherweise nicht, selbst der hintere Bildschirmbereich bleibt davon unbetroffen, auch ein Ausbleichen der gelben Farbe ist nicht festzustellen. Der Sternenhimmel zeigt sich wieder mit solidem Schwarzwert, allerdings sind auch die vereinzelten hellen Stellen (Hot Spots) sichtbar, die eigentlich durch die Direkt LED-Hintergrundbeleuchtung nicht auftreten sollten. Sehr gut gelingt die Bewegungswiedergabe der einzelnen Raumjäger, lediglich leichtes Zittern der Kanten bei Kamerafahrten muss man in Kauf nehmen. Die verschiedenen räumlichen Ebenen werden sauber differenziert und kommen auch mit einem Blick auf Coruscant klar heraus, wenn es auch in hinteren Bereichen zu Schärfeverlusten kommen kann. Die Nahaufnahmen hingegen überzeugen trotz des großen Auflösungsunterschied mit solider Detaillierung und feiner Strukturierung einzelner visueller Elemente. Das geschäftige Kampfgeschehen macht dem PUS9809 nichts aus, die Bildstabilität bleibt erhalten. Auch das Bildrauschen ist auf geringem Niveau und es entsteht insgesamt ein sehr angenehmer Bildeindruck trotz des gering auflösenden Materials.

Der TV-Tuner des Philips TVs liefert solide Durchschnittswerte. Die Farbdynamik ist sehr gut und auch Kontrast sowie Plastizität müssen keinesfalls kritisiert werden. Allerdings ist auch bei hochwertigen HD-Produktion Bildrauschen zu erkennen, dass den sonst sauberen Bildeindruck etwas verklärt. Auch die Kantenschärfe könnte etwas höher sein und hintergründige Flächen wirken manchmal unsauber. Das liegt hauptsächlich daran, dass der Fernseher im TV-Betrieb auf das Bildfeld „Standard“ zurückschaltet und dynamische Bildverschlimmbesserer aktiviert. Leichtes Rauschverhalten bleibt zwar bei der Deaktivierung, insgesamt aber sind wir dann weitgehend wieder auf dem hohen Niveau, dass wir von guten Philips Flachbildschirmen gewohnt sind. Etwas mehr Kantenschärfe und Bildstabilität könnte aber nicht schaden. SD-Programme sind noch ein wenig rauschbehafteter und büßen besonders bezüglich der Farbdynamik ein. Die Bildruhe ist aber auf ähnlich gutem Level und auch die Kanten- und Detailschärfe ist für die geringe Auflösung solide.

Klang

Philips 65PUS9809 Speaker Rueckseite

Einer der integrierten Lautsprecher

Die akustische Performance des Philips 65PUS9809 gliedert sich in die Reihen aktueller Flachbildschirme ohne großartigen Paukenschlag ein. Im Alltag, der besonders von sprachlastigen Sendungen geprägt ist, schlägt sich der Flachbildschirm gut und bietet hohe Sprachverständlichkeit und gute Räumlichkeit. Wird das Geschehen komplexer, lässt sich ein metallischer Einschlag vereinzelt nicht ganz verstecken. Der mitgelieferte drahtlose Subwoofer bringt zwar im unteren Bereich durchaus Benefit, bleibt aber enormen Tiefgang und voluminöse Kraft schuldig. Hier kann man lediglich von Unterstützung sprechen, die der TV sonst gar nicht liefern könnte. Selbstverständlich ist die „kostenlose“ Dreingabe positiv zu werten und Flachbildschirme anderer Hersteller stehen natürlich hintenan, allerdings kommt man, wenn man hohe Ansprüche an den Klang legt, an zusätzlichen Sound-Lösungen nicht vorbei. Aufstellungs- und Verbindungsprobleme hatten wir beim Subwoofer nicht, er hängt dem Klanggeschehen aber minimal hinterher und wer diesbezüglich empfindlich ist, wird dies auch feststellen. Es bleibt also bei der durchschnittlichen akustischen Präsentation eines üblichen Flachbildschirms mit Vorteilen im Tieftonbereich – wer auf hochqualitative Audio-Wiedergabe wert legt, muss zusätzliches Geld in die Hand nehmen.

Konkurrenzvergleich

Werfen wir einen Blick auf das Konkurrenzumfeld des Philips Flaggschiff. Ebenfalls aus 2014 ist der Panasonic AXW904 mittlerweile auch preislich dem PUS9809 recht nahe, die UVP liegt aktuell bei 4.999 EUR. Ähnlich wie der Philips leidet der Panasonic trotz direkter LED-Hintergrundbeleuchtung an einer nicht ganz korrekten Helligkeitsverteilung. Sicher bieten beide Geräte einen deutlich besseren Kontrast und auch Schwarzwert gegenüber EDGE LED-Geräten, es ist aber noch etwas Luft nach oben. Der Philips bietet noch ein paar LED-Zonen mehr, in der Praxis sehen wir aber keine eklatanten Unterschiede. Beide Geräte bieten eine solide Auswahl an Bildfeldern, der Panasonic bringt zusätzlich zu ISF- noch THX-Bildfelder mit. Im Display Basic Check liefert der Panasonic eine etwas bessere Farbtemperatur und ein exzellentes Gamma. Beide Flachbildschirme bieten ein exzellentes Upscaling und zwei Tuner. Vorteil beim Panasonic ist natürlich der native Support von HEVC. Dies ist auch Merkmal des aktuellen Samsung-Flaggschiffs UE65JS9590, während man bei Philips auf die UHD880-Box warten muss. Die erhalten Käufer des PUS9809 zwar kostenlos, die weitere Box muss aber auch irgendwo untergebracht werden. Beim Menü und Handling hat Philips endlich nachgelegt und liefert eine deutlich weniger verschachtelte Benutzeroberfläche, auch das Android OS gefällt. Optisch gefällt uns das Setup noch etwas besser als beim Philips, allerdings hing der JS9590 Bedienelementen während des Testzeitpunkts manchmal etwas nach, während der PUS9809 stets flink reagiert. Das Full Array LED-Backlight des Samsung – wohlgemerkt ein Curved-TV – funktioniert unter den drei genannten am besten und liefert eine sehr homogene Helligkeit. Samsung liefert außerdem einen hervorragenden Tuner mit und bietet dank der Möglichkeit der Darstellung des DCI-Farbraums und HEVC höhere Zukunftssicherheit. Die Vorteile des JS9590 muss man allerdings recht teuer bezahlen.

Fazit

Philips 65PUS9809 Front Seitlich1

Das neue Philips Flaggschiff PUS9809 kommt mit direkter LED-Hintergrundbeleuchtung daher und bietet so exzellente Kontrast- und auch sehr solide Schwarzwerte, einzig die Helligkeitsverteilung ist trotz 144 dimmbaren Zonen noch nicht ganz optimal. Der 65-Zöller begeistert mit einem überarbeiteten Bedienkonzept, das nicht nur weniger verschachtelt ist sondern auch reaktionsschnell auf Eingabebefehle reagiert. Die anfänglichen Probleme bezüglich Betriebsstabilität und zahlreichen Abstürzen konnten wir im Testbetrieb mit der aktuellen Firmware-Version nicht mehr nachvollziehen, hier wurde gut nachgebessert. Visuell gefällt er zudem mit hervorragendem Upscaling und einer sehr sauberen 3D-Darstellung. Auch UHD-Aufnahmen begeistern, allerdings treffen wir hier auch auf einen Nachteil des PUS9809. HEVC wird nicht unterstützt und so ist auch zukünftiges 4K-Streaming von Anbietern wie Netflix oder Amazon Instant Video nicht möglich. Zumindest nicht sofort, denn Philips bietet als kostenloses Upgrade die UHD880 Box an, die im Sommer ausgeliefert werden und sämtliche notwendigen Formate unterstützen soll. Akustisch bietet der Philips dank des mitgelieferten drahtlosen Subwoofers besonders bei den tieferen Frequenzen Vorteile gegenüber anderen Herstellern, dennoch kommt man als Anwender mit hohen Klang-Ansprüchen um eine Investition im Sound-Bereich nicht herum.

Eleganter 65-Zöller mit überarbeitetem Bedienkonzept und direkter LED-Hintergrundbeleuchtung
ueberragend
11.05.2015

+ Exzellenter Kontrast dank Full LED-Backlight
+ Flink ansprechendes, weniger verschachteltes Menü
+ Guter Schwarzwert
+ Artefaktefreier 3D-Betrieb
+ Sehr solides Upscaling
+ Ausführlicher Setup-Assistent
+ Solide Verarbeitungsqualität

– kein nativer HEVC-Support
– keine Wiedergabe von UHD h.264 via USB/DLNA
– Helligkeitsverteilung nicht völlig homogen

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich




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