TEST: Smartphone ZTE V8 – Zuverlässiger Allrounder für unter 250 Euro?

ZTE greift in der Mittelklasse an: Bereits für knapp 250 EUR soll das neue V8 als neues Allround-Talent überzeugen. Die Offensive der chinesischen Mobiltelefon-Manufakturen geht unvermindert weiter. Das betrifft nicht nur Marken aus anderen fernöstlichen Ländern (und Apple), sondern auch die chinesischen Unternehmen selbst, denn unter der Dominanz von Huawei leiden auch verstärkt die einheimischen Firmen. Aktuell hat sich ZTE allerdings einen sicheren 5. Platz in Europa erkämpft und versucht gerade mit Mittel- und Premium-Modellen, sich noch besser zu positionieren.

Über das Design lässt sich herzlich wenig bemerkenswertes berichten, denn die Frontseite hat man in dieser Form schon häufig gesehen. Es ist allerdings mittlerweile schon etwas Besonderes, dass die Macher das ZTE Blade V8 mit einem großen Homebutton versehen haben, der gleichzeitig auch der Fingerprintscanner ist – doch dazu später mehr. Auf jeden Fall ist das Blade V8 vom im Trend liegenden rahmenlosen Design, das besonders durch das Samsung Galaxy S8 populär wurde, ein gutes Stück entfernt. Aber gut – wir befinden uns hier auch in einer anderen Preisklasse. 

Rückseite

Bei den Abmessungen merkt man das eben Erwähnte deutlich: Die voll verglaste Gerätefront geht nicht gerade sparsam mit der Umrandung um, sodass das Smartphone trotz 5,2 Zoll Displaygröße recht groß ausfällt. Was aber sehr positiv ist: Die Verarbeitungsqualität liegt auf einem sehr hohen Niveau. Das liegt vor allem am Metallrahmen und der gebürsteten Aluminium-Rückseite. Die Hauptkamera schließt allerdings nicht plan mit dem Gehäuse ab, das kann unter ungünstigen Bedingungen nachteilhaft sein. 

Das LCD-Display bietet Full HD-Auflösung von 1.080 x 1.920 Pixel und damit eine Pixeldichte von 424ppi. Qualitativ wird nur Mittelmaß gezeigt, denn es fehlt dem Touchscreen eindeutig an Brillanz und satter Farbwiedergabe. Auch die Weißdarstellung überzeugt nicht völlig.

ZTE Blade V8 Foto

Aufgenommen mit dem V8

Sowohl die Haupt- als die Frontkamera lösen mit bis zu 13 Megapixel auf und weisen einen LED-Blitz bzw. ein LED-Licht auf – für diese Preisklasse eine überdurchschnittlich gute Ausstattung. Im Praxis ist das Ergebnis aber eher mittelmäßig. Bei einer ruhigen Hand und bei Tageslicht sind mit der Hauptkamera Schnappschüsse mit beeindruckender Farbintensität und Tiefenschärfe möglich. Leider arbeitet aber der Fokus nicht immer zuverlässig, sodass Fotos schnell unscharf werden. Hinzu kommt, dass die Lichtempfindlichkeit nicht besonders hoch ist, denn selbst bei hellen Büroräumen sehen die Bilder häufig etwas matt aus. Die Selfie-Kamera ist hingegen sehr gut, denn das LED-Licht und die hohe Megapixelzahl geben viel Spielraum für gute Schnappschüsse. Zur weiteren Kameraausstattung gehört ein Camcorder mit FullHD-Auflösung. Hier bieten teurere Modelle oftmals 4K-Resolution.

ZTE V8 Gesamtansicht

Als Datenbahnen stehen unter anderem LTE, WLAN 802.11 n und Bluetooth 4.1 zur Verfügung – leider nicht in den schnellsten Ausführungen. Beim internen Speicher von 22,9 GByte ist das ZTE V8 im Zusammenspiel mit einer microSD-Ausstattung gut aufgestellt. Ein Fingerprintscanner und Dual-SIM runden das Komfortpaket ab.

Der große Homebutton ist in doppelter Hinsicht praktisch, denn mit ihm kommt man schnell ins Hauptmenü und er dient zudem als Fingerprintscanner. Im Gegensatz zu anderen Smartphones im mittleren Preissegment funktioniert dieser sogar sehr zuverlässig und flott – Kompliment!

Schön zudem, dass die Tastenwippe zur Lautstärkeregulierung und der An/Aus-Knopf recht groß ausgefallen sind und einen knackigen Druckpunkt aufweisen. Das sind Kleinigkeiten, die aber den Umgang ungemein erleichtern.

Seite

Auch bei der Software-Ausstattung ist alles im grünen Bereich, denn das V8 arbeitet ab Werk mit dem aktuellen Android 7-Betriebssystem und beherrscht somit alle relevanten Bedienungskniffe. Einziger Mini-Kritikpunkt: Die Verknüpfung eines Kontaktes lässt keinen direkten Anruf ohne Zwischenschritt zu.

Für den Preis ist das V8 gut gerüstet. Der Qualcomm Snapdragon 435 weist acht Kerne auf, ist mit 1,4 MHz getaktet und 3 GB Arbeitsspeicher sind auch nicht zu verachten. Verschiedene aktuelle Topmodelle offerieren bis zu 4 GB, aber mit 3 GB ist man zweifellos solide unterwegs. Den Performance-Parcour mit täglichen Aufgaben absolviert das ZTE-Smartphone daher auch sehr souverän. Um die CPU an ihre Grenzen zu bringen, muss man schon schwere Multitasking-Geschütze auffahren.

Die Akkuleistung (2.730 mAh) kann ebenfalls überzeugen. Bei einer moderaten Nutzungsintensität bleibt der das Smartphone gute vier Tage nonstop auf Empfang. Acht Stunden Dauereinsatz sind ebenfalls für diese Preisklasse nicht zu verachten.

Bestenfalls durchschnittlich ist hingegen die Sprachqualität. Stimmen klingen etwas indifferent und zurückhaltend. Nebengeräusche werden zwar gut gefiltert, doch insgesamt könnte es natürlicher und auch etwas lauter zugehen.

Positiv hingegen ist wiederum die Lautsprecher-Bestückung. Im V8 sind Stereo-Speaker integriert, die allerdings beide an einem Ende des Gerätes verbaut sind. Der Klang ist recht klar, überdies erweisen sich die Lautsprecher als relativ pegelfest. Klares Fazit: hier schlagen sich viele Konkurrenten in der Preisklasse schlechter.

Fazit

ZTE hat bei diesem Mittelklasse-Modell vieles richtig gemacht. Zum fairen Preis bekommt man ein Smartphone mit einer Performance, die für praktisch alle alltäglichen Aufgaben mehr als ausreichen ist. Überdies findet sich sogar ein flott agierender und zuverlässiger Fingerprintscanner. Sicherlich wurde wieder an der Kamera und etwas an der Displayqualität gespart, doch solche Kompromisse sind bei 250 EUR Kaufpreis unumgänglich. Erwähnenswert ist zudem, dass das V8 auch beim Sound der eingebauten Lautsprecher punkten kann.

Mittelklasse-Preistip mit tadelloser CPU-Performance, sehr gutem Fingerabdruckscanner und ordentlicher Akkuleistung
sehrgut
Smartphones bis 300 EUR
Test 16. August 2017

+ Guter Fingerprintscanner
+ Solide CPU-Performance
+ Lange Akkulaufzeit

– Mittelmäßiges Display
– Mäßige Hauptkameraqualität

Test: Ulf Schneider
Redaktion: Carsten Rampacher
Datum: 16. August 2017




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