TEST: ZTE Blade V8 Mini – Preisgünstiges Dualkamera-Smartphone

Auch ZTE setzt weiter auf Kompaktmodelle. Dieser „Mini“ bietet sogar eine Dualkamera zu einem echten Kampfpreis. Dualkameras mit Bokeh-Look sind zumindest im obersten Preissegment nicht mehr wegzudenken. Was nun logischerweise folgt, sind immer günstigere Modelle mit diesen Features. Das ZTE Blade V8 Mini ist dabei aktuell der absolute Preisbrecher, denn der Online-Preis liegt bei unverschämt günstigen 180 Euro. Nun muss der Praxistest aber zeigen, wie gut sich der Fernöstler schlägt.

Respekt! Den niedrigen Preis sieht man dem ZTE Blade V8 Mini beileibe nicht an, denn das Unibody-Gehäuse ist robust sowie präzise verarbeitet. Dass der Asiate ein relativ hohes Gewicht auf die Waage bringt, liegt daran, dass beim Gehäuse viel Metall verbaut ist – das ist eher ungewöhnlich für die niedrige Preisklasse. Die frontale Vollverglasung und die edle matte Rückseite komplementieren den insgesamt hochwertigen Auftritt.

Rückseite

Wie es sich für ein Smartphone mit der Bezeichnung Mini gehört, schrumpfte das Display gegenüber dem großem Schwestermodell auf 5 Zoll, was immer noch eine respektable Größe ist. Aus Kostengründen betrifft das Schrumpfen leider auch die Auflösung, denn die ist auf HD-ready-Niveau, also 1280 x 720 Pixel, gesunken. Im Alltag fällt das zwar nicht so ins Gewicht, dafür aber bei anspruchsvollerer Mediennutzung, denn dem Bild fehlt dann die präzise Schärfe und Detaillierung der höheren Auflösung. Insgesamt ist die Qualität aber dennoch zufriedenstellend, denn die Helligkeit ist gut und die Brillanz geht in Ordnung. Im direkten Vergleich zu Konkurrenzmodellen wirkt die Farbwiedergabe aber flach. Positiv hingegen: Der Betrachtungswinkel ist sehr groß.

Interessant: Die Kamera des Blade V8 Mini wurde 1:1 vom großen Schwestermodell übernommen, was in dieser Preisklasse aufgrund ihrer Vielseitigkeit sehr bemerkenswert ist. Dem Nutzer stehen nämlich eine ganze Reihe von besonderen Funktionen zur Verfügung: Panorama, manuelle Einstellung, lange Belichtungszeit, Zeitlupe & Zeitraffer, Mehrfachbelichtung, Selfies mit Weitwinkel & Verschönungen sowie als Highlights eine Dual Kamera mit trendigen Bukeh-Effekt und 3D-Aufnahmen.

ZTE Blade V8 mini Blitz

Aufnahme bei schwächerem Licht

ZTE Blade V8 mini Bokeh

Aufnahme mit Bokeh-Funktion

ZTE Blade V8 mini Foto

Aufnahme mit Blitz

Um es auf den Punkt zu bringen: Qualitativ wird zwar kein Referenzniveau geboten, aber im Bereich Ausstattung/Preis spielt diese Kamera in einer eigenen Liga! Besonders gefällt der starke Blitz, die wirklich guten Schnappschüssen bei nahen Motiven und die Möglichkeit, den Bokeh-Effekt auch nachträglich zu bearbeiten. Überhaupt bietet dieser 13-Megapixel-Knipser so viele Optionen, das Hobby-Fotografen eine Weile beschäftigt sein werden, um alle Kniffe zu erlernen. Zu kritisieren sind hingegen der starke Abfall der Qualität bei wenig Licht und weiter entfernten Motiven. Das betrifft vor allem die 5-Megapixel-Frontkamera – doch angesichts des Preises sollte man hier „die Bälle flach halten“, denn in diesem Bereich hat ZTE die Messlatte sehr hochgelegt.

Auch die internen 16 GB (ca. 10 GB frei nutzbar) sind in der Preisklasse angemessen, zumal der chinesische Preis-/Leistungs-Experte auch microSD-Karten akzeptiert. Apropos: Wenn der Zusatzspeicher genutzt wird, ist kein Dual-SIM-Betrieb mehr möglich – man muss sich also entscheiden.

Ansonsten wartet das Blade V8 Mini mit allen obligatorischen Android-Ausstattungsmerkmalen auf und ist bei den Datenschnittstellen gut aufgestellt, inklusive Bluetooth 4.1.

ZTE Blade V8 mini Screenshot

Screenshot

Die Arbeit mit dem Mini macht Spaß, alle täglichen Arbeitsroutinen laufen schnell ab. Als Betriebssystem fungiert Android 7.0 Nougat sowie das hauseigene User Interface namens „MiFavor“. Alles wirkt sehr schlank, abgesehen vom zweistufigen Pull Down Menü gibt es keinerlei Shortcuts und auch auf den App Drawer wurde verzichtet. Bei den Startmenüs gibt es obendrein auch keines für Google oder einen Newsfeed. Was man von diesem sehr reduzierten Konzept hält, ist wohl Geschmacksache.

Vom rückseitigen Fingerprintscanner kann man aber viel halten, denn er ist gut erreichbar, sorgt für eine schnelle Entsperrung aus dem Schlafmodus und arbeitet präzise, wenn man die Fingerkuppe korrekt platziert. Tut man aber letzteres nicht, reagiert der Fingerprintscanner schnell verstimmt und wird erstmals für 30 Sekunden deaktiviert. Man kann via Smart Lock sogar das Gerät ohne eine Eingabe entsperren lassen und weitere clevere Extras erlauben unter anderem auch das Aktivieren der Taschenlampe durch Schütteln oder das Beenden des Standby-Modus durch zweimaliges Tippen, wobei aber nicht alles auf Anhieb funktioniert

Seitenansicht

Auch bei den Extras ist alles recht spartanisch gehalten. Neben den obligatorischen Apps, gibt es eine Sicherheitsfunktion sowie vier Spiele. Eine schnelle Deinstallation ist zudem möglich.

Für diese Preisklasse erscheint der Snapdragon 435 Prozessor mit zwei Gigabyte durchaus angemessen zu sein. Da das Zusammenspiel mit der wie schon erwähnt schlank gehaltenen Software sehr gut funktioniert, treten beim Arbeitstempo keinerlei Probleme auf und auch der 3D-Racer Asphalt 8 läuft sprichwörtlich wie geschmiert. Dem geringeren Arbeitsspeicher geschuldet, tritt das Smartphone aber bei anspruchsvolleren Multitasking-Aufgaben auf die Bremse – bei dieser UVP darf man aber nicht großartig meckern.

Kommen wir bei den Messwerten zum Highlight: die Rufbereitschaft. Der festverbaute Akkublock hat mit 2800 mAh eine größere Kapazität als beim normalen Blade V8 – und das merkt man auch! Bei einer moderaten Nutzungsintensität liegt die Rufbereitschaft bei komfortablen fünf bis sechs Tagen, was eine klar überdurchschnittliche Leistung ist – bravo! Schade aber, dass es weder eine Schnellladefunktion, noch USB-C-Unterstützung gibt. Es dauert daher sehr lange, bis der Akku wieder vollständig geladen ist.

Im Dickicht des blanken Durchschnitts siedeln sich hingegen die akustischen Qualitäten an. Um es auf den Punkt zu bringen: Der Rückseitige Lautsprecher ist schlichtweg ab einer gewissen Lautstärke überfordert, sodass es schrill klingt und unangenehm scheppert. Bässe treten zudem kaum in Erscheinung.

Die Sprachqualität bei Telefonaten geht in Ordnung, vom Festnetzniveau sind wir aber meilentweit entfernt und generell hätten den Sprachverbindungen ein paar Dezibel mehr gutgetan.

Fazit

ZTE Blade V8 Mini

Die Gesamtperformance des Smartphones ist angesichts eines Online-Preises von ca. 180 Euro sehr beeindruckend. Die Ausstattung ist gut, das Tempo flott, die Kamera sehr vielseitig und die Verarbeitungsqualität und Haptik Oberklasse. Auch die Rufbereitschaft ist beachtlich. Sicherlich offenbart das V8 Mini bei Details auch Schwächen, allem voran die HD-Auflösung, allerdings sieht es diesbezüglich auch im Konkurrenzumfeld innerhalb der Preisklasse kaum anders aus. Allerdings: Die qualitative Erwartungshaltung an die günstige Dualkamera sollte man nicht zu hoch anliegen.

Sehr günstiges Dualkamera-Smartphone mit guter Ausstattung
ausgezeichnet
29.11.2017

+ Gute Rufbereitschaft
+ Hochwertige Verarbeitung
+ Vielseitige Kamera

– Nur HD-Auflösung
– Kein USB-C
– Lange Ladezeiten

Test: Ulf Schneider
Datum: 29.11.2017




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