TEST: XTZ Subwoofer 10.17 – Preis-/Leistungs-Champion unter 600 EUR?

XTZ Sub 10.17 Front Seitlich4

XTZ hat im November 2015 mit dem Sub 10.17 und Sub 12.17 zwei neue Subwoofer vorgestellt, die der erfolgreichen 16er Serie folgen und deren Chassis auf Basis der bewährten Cinema-Serie entwickelt wurden. Mit einem neu entwickelten Class D Verstärker, der 500 Watt RMS Leistung liefert, einer neuen Gehäuse-Konstruktion und moderner Optik wollen sich die neuen Subwoofer als schicke Kraftpakete etablieren. Die scheint den Schweden bereits gelungen zu sein, denn beide Subwoofer sind bei xtz-deutschland.de ausverkauft und aktuell nicht erhältlich.

Glücklicherweise haben wir für die Redaktion noch ein Modell ergattert, den Sub 10.17 in Weiß matt. Der Subwoofer ist auch noch in Schwarz hochglanz oder Schwarz matt zu haben, wenn er etwas dezenter in den Wohnraum integriert werden soll oder ohnehin nur im Heimkino, bei geschlossenen Jalousien, seinen Dienst verrichtet. Der Preis des XTZ Subwoofers 10.17 liegt, unabhängig der Farbwahl, bei 545 EUR.

XTZ Sub 10.17 Front

Frontansicht des Woofers

XTZ Sub 10.17 Bassreflexrohre

Bassreflexöffnungen

XTZ Sub 10.17 Aufnahme LS Abdeckung

Detail Front

XTZ Sub 10.17 Front Seitlich1

Subwoofer 10.17 mit Abdeckung

Das 25cm Chassis aus polymerverstärkter Baumwolle und reinen Nomex-Fasern ist eine komplette Eigenentwicklung der Schweden und, wie bereits erwähnt, basiert auf dem enorm leistungsfähigen Chassis der Cinema-Serie. Die Materialien bieten eine Kombination aus hoher Steifigkeit und sehr geringem Gewicht. Damit soll maximaler Tiefgang gleichermaßen wie eine hohe Präzision erreicht werden. Das Chassis ist sehr sauber integriert, die Verschraubung ist nicht sichtbar.

Das Gehäuse ist aus 25mm starkem MDF gefertigt und wirkt sehr massiv, zahlreiche innere Verstrebungen sollen hohe Stabilität bieten und mögliche Resonanzen vollständig eliminieren. Die aufgebrachte Lackierung in Weiß matt wirkt sehr hochwertig und wurde laut Hersteller mehrschichtig aufgetragen. In Kombination mit den gerundeten Kanten bietet sich ein schickes, unaufdringliches Bild. Bei der Front-Abdeckung handelt es sich um eine robuste Holzkonstruktion mit aufgebrachter Stoffblende, die einen sehr stabilen Eindruck macht. Der eingesetzte Akustikstoff ist weitgehend blickdicht und soll absolute Schalltransparenz bieten. Befestigt wird die Abdeckung konventionell mit Stiften direkt an der Schallwand. An dieser Stelle müssen wir ein wenig Kritik üben, denn um die Stifte in die Aufnahmen am Subwoofer einzuführen, ist beinahe Gewaltanwendung notwendig, so knapp ist der Spielraum bemessen. Der Vorteil ist natürlich, dass das Abdeckgitter – einmal angebracht – problemlos jeder Erschütterung standhält.

Die zwei runden Bassreflex-Öffnungen sitzen sehr gut im Gehäuse, sind solide verschraubt und strahlen nach vorne ab. Mithilfe mitgelieferter Stopfen kann hier eine Klangjustierung vorgenommen werden und der Subwoofer kann gar als geschlossene Konstruktion genutzt werden. Noch mehr Optionen bieten die integrierten EQ-Kurven, die über die Rückseite aktiv geschaltet werden können.

XTZ Sub 10.17 Rueckseite Seitlich1

Rückseite

XTZ Sub 10.17 Innenleben Gesamt

Innenelektronik

XTZ Sub 10.17 Innenleben1

Detailaufnahme

XTZ Sub 10.17 Innenleben2

Detailaufnahme 2

XTZ Sub 10.17 Anschluesse Rueckseite2

Anschluss-Terminal

Die Rückseite ist durch die großzügig bemessene Metallplatte geprägt. Die Übergänge sind zwar nicht absolut nahtlos, aber in Ordnung. An den vergoldeten Kontakten am Anschluss-Terminal können XLR- und Cinch-Kabel angeschlossen werden. Wird nur ein einzelnes Cinch-Kabel verwendet, nutzt man den linken Eingang. Die Kontakte sitzen fest und sind sauber integriert. Ebenfalls vorhanden ist ein Power-Button, der den Subwoofer 10.17 auf Wunsch komplett vom Netz trennt.

Insgesamt bringt der Subwoofer knapp 20 kg auf die Waage und hat Abmessungen von 320 x 420 x 380 mm (BxHxT). Der angegebene Frequenzgang reicht von 20 bis 160 Hz.

XTZ Sub 10.17 Anschluesse Rueckseite1

Bedienelemente

Die Bedienelemente über den Anschlüssen sind als Drehregler und Kippschalter ausgeführt. Die typischen Regler für Lautstärke, Phase und Übergangsfrequenz sind natürlich vorhanden. Phase und Crossover sind gegenüber dem Lautstärkeregler etwas schwergängiger zu bedienen, allerdings verstellt man die Regler dann auch nicht versehentlich. Der Subwoofer verfügt über eine Abschaltautomatik, kann aber auch in einen „Always On“-Modus versetzt werden. Im Automatik-Modus hatten wir zunächst ein paar Probleme, weil der Subwoofer nach unserer ersten Messung nicht immer sofort „ansprang“. Die Lösung scheint hier zu sein, den Pegel am Subwoofer so niedrig wie möglich zu wählen und am AVR entsprechend höher ansetzen. Mit der automatischen Abschaltung lässt sich der XTZ Zeit, das ist nicht unbedingt unpraktisch, da lange Phasen mit geringem Bassanteil sonst für eine Deaktivierung während der Filmwiedergabe sorgen könnten. Natürlich ist auch ein Low Pass Filter an Bord, der unter Verwendung eines konventionellen Setups mit einem AV-Receiver aber deaktiviert sein sollte.

Der dritte Kippschalter ist für die Einstellung des Equalizers zuständig und bietet drei Varianten: REF, EQ1 und EQ2. In Kombination mit dem Port Tuning der Bassreflexöffnungen kann man hier recht intensiv in die Klangcharakteristik des Subwoofers eingreifen. Die „voreingestellte“ REF-Kurve bietet das größte Frequenzspektrum mit ausgeglichenem Pegel und Kraft auch in den tiefsten Bereichen. Neigt der Raum hier zu einer Überlagerung und wirkt der Sound ein wenig verwaschen, kann man die Einstellung EQ1 wählen, hier wird immer noch ein extrem tiefer Bass geboten. EQ2 setzt dann etwas höher an und ist für Präzisions-Liebhaber am ehesten geeignet, im Kickbass-Bereich ist insgesamt etwas mehr Punch geboten. Die genauen EQ-Kurven inklusive Frequenz/dB-Legende sind im Handbuch zu finden.

Wir starten unsere Klangtestreihen musikalisch mit einem Beitrag der Eagles, die unsere Ohren mit einer Live-Aufnahme aus Melbourne mit Auszügen aus der Farewell-Tour verwöhnen. Direkt beim Intro kann sich der XTZ-Subwoofer bereits beweisen und liefert eine sehr schlagkräftige und voluminöse Demonstration der tiefsten Frequenzen. Der Sub 10.17 integriert sich hervorragend in unser Elac-System und bleibt den Limitierungen des Frequenzbereiches absolut treu. Daraus resultiert eine sehr klare Linie und saubere Konzertkulisse, der es aber keinesfalls an Substanz fehlt. Das XTZ Kraftpaket ist präzise und stets pünktlich zur Stelle, agiert auch in schnellen Sequenzen immer akkurat. Dass es auch in den tiefsten Bereichen nicht an Kraft mangelt, beweisen die subsonischen Frequenzen, die unsere Magengrube eher unsanft umstreicheln. Der Subwoofer versteht es, sowohl voluminös massiv aufzutreten, als auch chirurgisch präzise mit exaktem Punch einzugreifen. Im akustisch optimiertem Raum holt man mit der EQ-Einstellung REF das Maximum aus dem Sub 10.17 heraus. Trotz hohem Pegel und nicht allzu kleiner Raumgröße wirkt der LFE nie überanstrengt sondern löst sämtliche Aufgaben souverän.

Musik der härteren Gangart ist dem XTZ Woofer erwartungsgemäß nur recht. Bei Orjan Nilsens Violetta werden simultan harte Kickbässe und räumliche Substanz geboten, ohne dass der Woofer an die Grenze seiner Möglichkeiten gehen muss. Man muss bedenken, dass der kompakte Subwoofer einen vergleichsweise großen Raum mit hohem Pegel beschallen muss und dennoch keinerlei negative Auswirkungen zum Tragen kommen. Sicher ist noch etwas Spielraum bei enorm tiefen Frequenzen, die in den subsonischen Bereich gehen, allerdings mutet sich das 10″ Modell auch nichts zu, was er nicht zu leisten vermag und liefert so eine sehr souveräne und beeindruckende Performance.

Extrem gefordert wird der Tieffrequenzemitter bei unserer Lichtmond 3 – Days of Eternity Blu-ray. Diese, von Effekten geprägte, Scheibe verlangt dem XTZ all sein Können ab. An derartigem Demo-Material lässt sich natürlich schön erkennen, wie überdimensioniert erscheinende Subwoofer wie der XTZ Sub 3X12 von ihrem enormen Gehäuse-Volumen profitieren und selbst in den untersten Schichten des Frequenzspektrums noch wichtige dBs herauskitzeln. Allerdings kann einen Zuhörer die akustische Performance des Sub 10.12 nur in Staunen versetzen. Was der im Vergleich kompakte Woofer mit der Bestückung eines einzelnen 25cm Woofers herausholt, ist mehr als beachtlich. Auch hier realisiert der Woofer wieder klaren, extrem kräftigen Punch, bietet aber auch ein voluminöses Fundament, auf dem sich das gesamte Klanggebilde entfaltet. Harten Kickbässen verleiht das Kraftpaket enormen Nachdruck, ohne dabei an Präzision und Geschwindigkeit einzubüßen.

Auch im Bereich Film und Mehrkanal-Ton fühlt sich der Sub 10.17, und sei es in der Einöde Smaugs am Lonely Mountain, extrem wohl. Zielgerichtet ist der XTZ Woofer dank hoher Geschwindigkeit bei Notwendigkeit sofort zur Stelle und packt direkt mit hohem Nachdruck und kräftigem Punch zu. Auch das subtile, und vereinzelt auch sehr kraftvolle, Eingreifen während der kleine Hobbit in die Höhle Smaugs eindringt und die stark verfälschte Stimme Benedict Cumberbatchs in Erscheinung tritt, gelingt hervorragend.

Dies bestätigt der LFE auch beim altbewährten Christopher Nolan-Spektakel und zweiten Teil dessen Batman-Saga „The Dark Knight“, in der der Woofer ein Feuerwerk präsentiert, dass andere Modelle mit teils großzügigeren Dimensionen in den Schatten zu stellen vermag. In den ersten Szenen zeigt sich, dass der XTZ Sub 10.17 auch innerhalb der tiefen Frequenzbereiche noch in der Lage ist, Strukturen und einzelne Ebenen herauszuarbeiten und gleichzeitig über genügend Kraft verfügt, diese an den Hörer zu tragen. Die Bass-Schläge kurz vor dem Überfall auf die Bank sind gewaltig und gehen dank subsonischer Frequenzen bis in den Magen. Die kleinkalibrigen Waffen zeigen Punch, wirken aber nicht zu dick aufgetragen. So schafft der XTZ eine Balance aus dominanter Power, großzügigem Volumen und gleichzeitig präzise agierendem Punch. Auch bei den Shotgun-Schüssen William Fichtners erwartet der Zuhörer ein deutlich größeres Modell, der Sub 10.17 liefert die brachiale Kraft aber problemlos aus seinem kompakten Cabinet. In der Szene, in der die Batman-Imitatoren einen Drogen-Deal verhindern, ist man geradewegs einem Bombardement an kraftvollen Punches ausgesetzt, auch hierbei ist der LFE nie überfordert und bricht auch bei hohem Pegel weder ein, noch treten Verzerrungen auf.

Im Konkurrenzumfeld wird es um den XTZ Sub 10.17 eng. Für den aufgerufenen Preis und die kompakten Dimensionen wird eine überragende Performance und solide Verarbeitungsqualität geboten. Der Jamo Sub J 110 liegt in ähnlichen Preisregionen und weist mit der geschwungenen Schallwand ein modernes Design auf. Aber auch der XTZ wirkt schick und präsentiert sich mit den gerundeten Kanten und der mehrschichtigen Lackierung in hochwertiger Manier. Bei der Ausstattung muss der Jamo etwas hintenan stehen, der XTZ Woofer bietet hier zusätzliche XLR-Eingänge, Bassport-Modifikation und drei integrierte EQ-Kurven. Akustisch bieten beide Durchschlagskraft, Nachdruck und solides Volumen, der XTZ holt in den tiefsten Regionen noch ein paar dB mehr heraus. Ein harter Konkurrent ist der Elac S10EQ, der mit ähnlich kraftvoller und präziser Tiefbass-Performance aufwartet und sogar mit einer grafischen Benutzeroberfläche in der Form einer Smartphone-App für eine Raumeinmessung und EQ-Korrektur daher kommt. Bezüglich der Materialqualität am Gehäuse sehen wir aber den XTZ vorne, der im Gegensatz zum S10EQ auch in drei verschiedenen Farbvarianten daherkommt.

Fazit

XTZ Sub 10.17 Front Seitlich1

 Der XTZ 10.17 ist ein absolut würdiger Nachfolger der erfolgreichen 16er Serie. Wie seine Vorgänger wartet der Tieffrequenzemitter der schwedischen Lautsprecherschmiede mit einem überragenden Preis-/Leistungsverhältnis auf. Akustisch begeistert der vergleichsweise kompakte Woofer mit 10″ Chassis mit Präzision, Durchschlagskraft und Tiefgang. Bei Musik agiert er unauffällig unterstützend, entfaltet gleichzeitig aber im Heimkino-Betrieb ein wahres Bass-Spektakel mit hohem Nachdruck. Optimierungen sind mithilfe der mitgelieferten Bassreflex-Stopfen sowie drei integrierten EQ-Kurven möglich. Die Ausstattung wird durch zusätzliche XLR-Eingänge im positiven Sinne abgerundet. Die Befestigung der Frontabdeckung ist zwar nicht perfekt, insgesamt erscheint die Verarbeitung aber rundum solide, gerade die mehrschichtige Lackierung bietet eine hervorragende Haptik des steifen Gehäuses und auch das Chassis und die Bassreflexöffnungen sind sauber integriert.

Massive Bassgewalt in kompakter Größe zum hervorragenden Preis-/Leistungsverhältnis
preisklassenreferenz
04.02.2016

+ Exzellenter Tiefgang
+ Hohe Präzision, Kraft und Durchschlagskraft
+ Anpassungsmöglichkeiten mit EQ-Kurve und Bassreflexöffnungen
+ Cinch- und XLR-Eingänge
+ Sehr solide Verarbeitungs- und Materialqualität
+ Top Preis-/Leistungsverhältnis

– Befestigung der Frontabdeckung bei unserem Modell schwierig anzubringen

Weitere Information unter: www.xtz-deutschland.de/subwoofer

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 04.02.2016




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