TEST: Sony UHD-TV KD-65X9000B – Der Upscaling- und Schärfemeister im 65 Zoll-Format?

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Sony bringt als mittlere Serie zwischen dem nur in 85 Zoll lieferbaren Topmodell X9500B für 19.999 EUR und der X8500B-Serie, die es bereits ab 1.599 EUR gibt, die X9000B-Serie, die ab 3.199 EUR (für das 55 Zoll-Modell) zu haben ist. Bei uns zum Test fand sich die beliebte 65 Zoll-Version ein, die für 4.199 EUR erhältlich ist. Wer ohne großes externes Mehrkanal-Lautsprechersystem gleich auch soundtechnisch Vollgas geben möchte, für den bietet der X9000B nicht nur leistungsfähige Boxen, die direkt links und rechts im TV integriert sind, sondern auch den aktuell zum Angebotspreis von lediglich 149 EUR (anstatt 299 EUR) erhältlichen kabellosen BRAVIA Aktivsubwoofer SWFBR100W an. 

Die X9000B Serie kommt mit der üblichen UHD-Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln und erreicht somit die vierfache Pixelanzahl im Vergleich zu Full HD-TVs. Doch das war schon 2013 so, als der bei uns exzellent getestete Vorgänger in den Handel kam. Das 2014er Modell packt natürlich bei Ausstattung und Features noch ein paar Schippen drauf, was auch notwendig ist, um gegen starke Konkurrenz zu bestehen.

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3D-Brille TDG-BT400A, 2 Stück werden mitgeliefert

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Mit Akku betriebene aktive Shutterbrille

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Recht bequemer Sitz, aber von der Seite kommt Licht hinein

Interessanterweise setzt das 2014er Modell im 3D-Betrieb auf aktive Shutterbrillen, während der Vorgänger mit passiven Brillen unterwegs war. 

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Anschlüsse direkt am TV

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Mitgelieferte, kompakte Box

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Im Detail

So unterstützt der X9000B den HEVC Codec (H.265) und ist mit 4K/60p-fähigen HDMI 2.0 Anschlüssen ausgestattet. Überdies können, dank MHL 3.0, visuelle Smartphone Inhalte in 4K präsentiert werden. Anschlussseitig bietet Sony die Wahl, entweder können externe Quellen wie gehabt direkt am TV angeschlossen werden, oder aber an eine Box (wie bei Samsung). An der Box stehen aber nur HDMI, USB sowie Kabel- oder Satellitenanschluss zur Verfügung. Eine einzige Leitung führt dann von der Box zum TV. 

Der Sony ist mit einem Triple-HD-Doppeltuner ausgestattet, das heißt, es kann parallel z.B. ein TV-Programm betrachtet und ein zweites aufgenommen werden. Dieses Feature hatten wir 2013 noch vermisst. 

Natürlich finden sich auch abseits der Tuner-Verbindungsmöglichkeiten (2 x Sat, 1 x Kabel am Gerät, aber nur 1 x Sat, 1 x Kabel an der Box) umfangreiche Anschlussmöglichkeiten direkt am TV: Netzanschluss (1 hinten); RF-Eingang (1 seitlich); MHL; Composite-Videoeingang (1 auf der Rückseite, Hybrid mit Komponentenkabel); Komponenten-Videoeingang (Y/Pb/Pr) (1 hinten, Hybrid); HDMI® Anschluss (4 seitlich); analoger Audioeingang (2 hinten); digitaler Audioausgang (1 hinten); Audioausgang (1 seitlich, Hybrid mit HP); Kopfhörerausgang (1 seitlich, Hybrid mit Audioausgang); Subwooferausgang (1 seitlich, Hybrid mit HP und Audioausgang); USB (3 seitlich); Ethernet-Verbindung (1 hinten); HDMI® PC-Eingang; PCMCIA-Steckplatz (1 seitlich).

Noch mehr Bildqualität verspricht sich Sony vom im Vergleich zu herkömmlichen TVs doppelten Dynamikbereiches, dadurch sind, so der Hersteller, Inhalte vom Auge besser wahrnehmbar. „X-tended Dynamic Range“ nennt Sony diese Technologie, die zusätzlich zum mittlerweilen bekannten TRILUMINOS-Display zum Einsatz kommt. Als leistungsstarker Bildprozessor kommt der 4K X-Reality Pro zum Einsatz, der auch beim Hochrechnen niedriger auflösender Bildinhalte auf die native Panelauflösung hervorragende Resultate erzielen soll. 

Sony wirbt sogar damit, dass „Helligkeit ganz neu definiert“ wird, der Algorithmus für die Hintergrundbeleuchtung (EDGE-LED LCD-TV) ermöglicht kräftigere helle Töne, tiefere Schwarzpegel und doppelt so viel Helligkeit wie bei normalen LED-LCD-TVs. Richtig zur Geltung kommt dies in Verbindung mit dem TRILUMINOS-Display, das auf Wunsch einen erweiterten Farbraum zur Verfügung stellt, der vielleicht nicht ein authentischeres, aber ein besonders intensives Seherlebnis sicherstellt. Anstatt mit weißen LEDs arbeitet TRILUMINOS mit blauen LEDs. 

Als Frame Interpolierer kommt MotionFlow 800 XR mit 800 Hz zum Einsatz. Es gibt die Programme Klar, Klar Plus, Echtes Kino, Impuls, Standard und Weich.  Nicht jeder Modus ist bei jeder Quelle verfügbar. Der Frame Interpolierer arbeitet sehr gut und sorgt für scharfe, flüssige Bewegungsabläufe, das Bild bleibt natürlich. 

Sony KD65X9005B Seitenansicht

Deutlich zu sehen, das Wedge-Design sorgt für mehr Volumen fürs Lautsprecher-System

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 TV von hinten

Sony KD65X9005B Speaker

 Leistungsfähige Lautsprecher

So merkwürdig es auch auf den ersten Blick erscheinen mag – Sony investiert beim X9000B auch kräftig in die Qualität der bordeigenen, auffällig links und rechts neben dem TV untergebrachten Lautsprecher. Diese haben als Hightech-Neuheit einen Lautsprecherkonus aus MICA-verstärktem Glasfasermaterial: Ein größerer Frequenzbereich, eine besonders hohe Impulstreue und als Resultat ein lebendigerer, facettenreicherer Klang sind die Vorzüge. Zudem hat Sony eine patentierte Ferrofluid-Technologie entwickelt, die speziell für in der Masse produzierte Lautsprecher Sinn macht – Dämpfer werden überflüssig und unerwünschte Verzerrungen sinken. 

Sony verspricht sich von den direkt nach vorn ausgerichteten Lautsprechern eine Klangwiedergabe ohne Verzögerung, die dann entsteht, wenn nicht alle Lautsprecher sich in identischer Ausrichtung befinden.  Sound = Volumen – genau das ist das Problem vieler Lautsprecher, die in Flachbildschirmen verbaut sind. Kein Volumen und demnach auch keine beeindruckende Klanggüte. Dadurch, dass die TVs immer dünner wurden, war auch immer weniger Klanggüte möglich. Sony geht, bedingt durch das gewöhnungsbedürftige Wedge-Design, den umgekehrten Weg. Der X9000B wird nach unten hin dicker, was auch ordentlich Volumen für das LS-System ermöglicht. So können sich die „Magnetic Fluid Speaker“ auch gleich geeignet in Szene setzen.

Anscheinend gibt es Kunden, die auf die Klanggüte eines UHD-TVs wirklich Wert legen. Darum hat Sony gleich noch Clear Audio + eingebaut – diese Funktion optimiert den Klang des TVs und ist für besonders klangstarkes Hören von Musik, Dialogen und sogar Surroundeffekten zuständig. Weitere Klang-Features umfassen S-Force Surround PRO, das mittels direkter Mehrkanalverarbeitung einen glaubwürdigen Surroundklang erzeugen soll. „Clear Phase“ optimiert den Frequenzgang der Fernseher-Lautsprecher und sorgt für eine lineare, gefällige Wiedergabe aller Frequenzbereiche. „Voice Zoom“ fokussiert eine besonders klare und verständliche Stimmwiedergabe. 

Stolz ist Sony auf das Wedge-Design – und eines steht fest: Auch wenn die Optik (man kann übrigens einen Wedge-Design-TV problemlos an der Wand aufhängen, das hat Sony gleich bei Einführung versichert) schon nicht jedem auf Anhieb zusagen dürfte, so ist der X9000B ausgezeichnet verarbeitet und beeindruckt mit solider Materialqualität. Der Standfuß mit zwei Positionen für die beiden Fußteile (eine ganz außen, eine mittig) ist flexibel und sorgt für problemlose Aufstellung. 

Eine Menge Neues bei Bild, Ton und Design – wie aber sieht es bei den Themen Multimedia und Bedienung aus? Zunächst einmal gibt es eine Schnellstart-Funktion, die dafür sorgt, dass der TV in weniger als 2 Sekunden hochgefahren  ist. Die lange Zeit, die oft bis zur Betriebsbereitschaft vergeht, ist bei vielen Hightech-TVs, die sich derzeit auf dem Markt befinden, etwas bis sehr ärgerlich, je nach Modell. 

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Neue Touchpad-Remote

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Konventionelle Tastenfernbedienung

Neu gestaltet hat Sony die BRAVIA Benutzeroberfläche. Unter dem Begriff „Smart View“ kann man wichtige Inhalte leichter verwalten. Tatsächlich sieht die neue Oberfläche, die wir auch schon von anderen Full HD 2014er Modellen her kennen, gut aus und lässt sich einfach Bedienen. App-Verwaltung, der Zugriff auf die gesamte Funktionsvielfalt und auch die Schnelligkeit können überzeugen. Anteil daran hat auch die neue Touchpad-Remote, die zusätzlich zur etwas billig erscheinenden konventionellen Fernbedienung beiliegt. Die Touchremote ist zwar auch kein Musterbeispiel für absolute Noblesse, liegt aber gut in der Hand und ermöglicht wirklich eine zügige Bedienung mit nur geringen Verzögerungen. Dritte Bedien-Möglichkeit ist das Herunterladen der „TV Side View“ App für Android- und Apple iOS-Devices. Dann kann man den X9000B mittels Smartphone oder Tablet steuern. 

Der Sony unterstützt, mit entsprechend kompatiblem Smartphone, Screen Mirroring, des Weiteren NFC und Wi-Fi Direct. Integriert ist ein Opera-basierter Web Browser für die Nutzung des freien Internets. 

Hier eine Screenshots der Smart-TV-Funktionen und der medialen Nutzungsmöglichkeiten:

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„Guide und Suche“

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Zugriff auf Inhalte verschiedener PCs und Server im Netzwerk, hier Musik

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Video On Demand heißt bei Sony „Video Unlimited“ und ist natürlich auch beim X9000B verfügbar

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Das gleiche gibt es mit „Music Unlimited“ auch für Musik

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Einfaches Hinzufügen von Apps

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Alle Apps, die Auswahl ist reichhaltig

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„Play Memories online“

Integriert in den TV ist eine Full HD-Kamera mit Sony Exmor R-Sensor. Da steht einem gelungenen Videochat nichts mehr im Wege. Die hohe Lichtempfindlichkeit sorgt auch bei wenig Ausleuchtung für gute Bildqualität, dank der Echo-Minimierung ist auch bei gleichzeitigem Fernsehen und Skypen das Hörerlebnis klar. 

Die Erstinstallation des X9000B gestaltet sich unproblematisch, so dass der TV innerhalb recht kurzer Zeit komplett betriebsbereit ist. Der TV führt bei der Erstinstallation unter anderem durch Sprachwahl und die Auswahl des Landes, natürlich wird abgefragt, welcher Tuner Verwendung findet (DVB-S2, DVB-C oder DVB-T), und z.B. im Falle der Verwendung des DVB-S2-Tuners, wie in unserem Test, werden noch Detaileinstellungen abgefragt.

Nach Druck auf die Hometaste der konventionellen Fernbedienung (neu entwickelte Smart TV-Fernbedienung alternativ, wie beschrieben, im Lieferumfang) öffnet sich der Startbildschirm, in dessen Mittelpunkt vorgestellte Apps und eine Übersicht über die eigenen Apps stehen. Welcher Startbildschirm nach Anschalten des TVs und nach Drücken der Home-Taste angezeigt wird, hängt davon ab, welche Option oben links in der Symbolleiste (Beschreibung siehe unten) angewählt wurde.

Durch Drücken auf die Plustaste kann man sich Apps in die eigene Übersicht holen. Die Auswahl an Applikationen ist groß, daher stellen wir hier nur einige der verfügbaren Apps zusammen, zunächst die Sony Dienste „Video and Music Unlimited“, hier kann der Anwender gegen entsprechende Gebühr Video und Music On Demand Services in Anspruch nehmen. Die Auswahl ist sehr gut, die Preise für das Leihen eines aktuellen Films in HD sind recht hoch, so werden 4,99 Eur für „Thor: The Dark Kingdom“ aufgerufen. Weitere interessante Apps sind z.B. Amazon Instant Video, Maxdome Sevenload, YouTube oder die Berliner Philharmoniker App. Diese resultiert aus der exklusiven Zusammenarbeit zwischen Sony und den Berliner Philharmonikern. Der X9000B arbeitet, eine entsprechend schnelle Internetverbindung vorausgesetzt, recht flott und öffnet Apps aller Art zügig. 

Neben den Apps gibt es natürlich auch noch andere Funktionen auf dem Hauptbildschirm. Oben links in der Symbolleiste befinden sich kleine Icons für Kanal, Filme, Album, Musik und Apps. Auf der rechten Seite dieser Leiste gibt es eine Suchfunktion, die Eingangswahl, die Verbindungsmöglichkeit zu Medien Servern, die Geräteeinstellungen, eine Hilfefunktion (hier gibt es die Option Kundenservice und Hilfe oder i-Manual, die integrierte elektronische Bedienungsanleitung) sowie ein Symbol für den aktuellen Netzwerkstatus.

Der Sony hat selbstverständlich eine elektronische Programmzeitschrift integriert, die sehr übersichtlich ist, auch für das aktuelle TV Programm schnell geladen. Es ist auf einfache Art und Weise möglich, Aufnahmen im Rahmen der Personal Video Recording (PVR)-Funktion zu programmieren. Voraussetzung für die Nutzung der Funktion ist wie üblich, dass ein USB-Stick mit großem Fassungsvermögen oder besser gleich eine externe Festplatte mit dem X9000B verbunden ist. Dann kann man entsprechend der Kapazität des USB-Gerätes Fernsehsendungen aufnehmen und verwalten. Allerdings ist das USB-Medium ausschließlich für den Betrieb mit diesem TV geeignet, darum wird es gleich nach Anschluss vom TV formatiert. Übrigens, im USB Viewer-Betrieb unterstützt der Sony  FAT16, FAT32 und NTFS-Dateisysteme. 

Der Sony spielt Musik von unserem Server in erstaunlich guter Qualität ab, während der Wiedergabe eines Titels kann man durch Drücken der Taste „Options“ auf der Fernbedienung bei den Tonoptionen den Klang entsprechend anpassen. So gibt es verschiedene Tonmodi: Standard, Kino, Sport, Musik, Spiel und komprimierter Ton. Auch einen Equalizer hat der TV eingebaut, hier stehen die Bänder 100, 200 und 500 Hertz, sowie 1, 2, 5 und 10 kHz zur Verfügung. Weitere Funktionen im Tonmenü umfassen einen einstellbaren Surroundeffekt, eine Auto Surround-Funktion, einen Klangverstärker und die Möglichkeit, Stimmen im Sinne besserer Verständlichkeit hervorzuheben.

Praktisch ist, rechts oben im Bildschirm zu finden, die Funktion „Medientyp“. Hier kann man sich gleich selektiert „Audio, Video oder Fotodateien“ anzeigen lassen. Spielt man ein Video ab, hat man durch die Optionstaste die Möglichkeit, gleich einen passenden Szenemodus für Netzwerkvideos auszusuchen, hier sind z.B. Programme wie Kino, Sport oder Animation verfügbar. Bei Sonys Szene-Betriebsarten werden immer Bild und Ton auf das jeweilige Quellmaterial optimiert. Der Sony gibt HD-Trailer aus dem Netzwerk mit guter Bildschärfe und ordentlichem Kontrast wieder. 

Folgende Formate kann der X9000B per DLNA wiedergeben: MPEG1/ MPEG2/ MPEG2TS/ AVCHD/ MP4 Part 10/ MP4 Part 2/ MP4Part2/ AVI (XVID)/AVI (MotinJpeg)/ MOV/ WMV/ MKV/ WebM/ 3GPP/ MP3/ WMA/ LPCM/ JPEG/ MPO.

Sony trägt auch aktuellen Trends mit Short-Cut-Tasten auf der normalen TV-Fernbedienung Rechnung. Zunächst zu nennen wäre die Taste „Social View“. Hier kann man parallel zum Betrachten des TV-Programmes aktuelle Twitter-Feeds verfolgen, in einem entsprechenden Lernprogramm kann sich der User die richtige Verwendung dieser Funktion anzeigen lassen. 

Die WM ist zwar schon fast vorbei, aber auch für Champions League und Bundesliga eignet sich, so Sony, der „Live Football Mode“. Akustisch soll der TV dann Stadion-Atmosphäre entwickeln, und Nachrichten und Highlights rund um das Lieblingsthema Fußball, auch mit FIFA-Material, werden auf einer speziellen, einfach bedienbaren Benutzeroberfläche angezeigt (erfordert Internet-Zugang). „Quick Launcher“ nennt Sony diese Benutzeroberfläche. Auf der normalen Tastenfernbedienung ist darüber hinaus eine spezielle „Fußball“ Taste vorhanden.  Es steht zwar „Football“ auf der Remote, eigentlich müsste es „Soccer“ heißen – aber sei des drum. 

Bild

Wie sieht es mit den Leistungen des X9000B im Display Basic Check aus? Wir waren von den 2013er Geräten einen hohen Standard gewohnt, den der X9000B nicht ganz halten kann. 

Vor unseren Testbildern und Messungen wählen wir beim Sony TV ein geeignetes Bildfeld aus. Kenner wissen bereits, dass bei TV-Geräten von Sony noch ein sogenannter „Szenen-Modus“ vorgesetzt ist. Hier wählt man bereits eine Grundeinstellung aus, je nachdem ob eine dynamische oder natürliche Farbdarstellung gewünscht ist und welches Quellsignal an den TV angeschlossen ist. Unter den einzelnen Szenenmodi findet man „Autom.“, „Autom. 24p-Syn.“, „Allgemein“, „Kino“, „Sport“, „Musik“, „Animation“, „Foto“, „Spiel“ und „Grafik“. Für unsere Zwecke und ein möglichst authentisches Bild kommt nur „Kino“ bzw. „Autom. 24p-Syn.“ in Frage, da bei der automatischen Einstellung bei der Zuspielung von 24p-Signalen automatisch der Kino-Modus aktiviert wird.

Nur in diesem bietet der Sony eine ausreichend warme Farbgebung. Innerhalb dieser Szene muss zudem noch der Bildmodus „Kino 2“ gewählt werden, „Kino 1“ ist ebenfalls noch zu kalt.

Die Helligkeit ist mit dem Wert 50 recht solide eingestellt, wenn überhaupt sogar ein wenig zu dunkel. Hebt man den Wert aber zu stark an, leidet der Schwarzwert sehr stark. Wenn auch nicht absolut optimal, empfehlen wir hier den Wert auf 50 zu belassen. Der Kontrast ist auf Maximum eingestellt und macht einen guten Eindruck, leicht zurücknehmen kann man hier aber. Die Differenzierung im Überweiß ist nicht ganz perfekt, aber in Ordnung. Im Gegensatz zu verschiedenen anderen Herstellern ist bei Sony die Bildschärfe meist recht stimmig eingestellt. Beim X9005B ist dies nicht anders und der Wert 50 ist ein exzellenter Mittelwert. Das Bild wirkt gestochen scharf, aber nicht überzogen. Beim Overscan-Testbild erkennen wir zudem, dass kein Nachjustieren nötig ist, Overscan ist nicht aktiv.

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Übersicht 1

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Übersicht 2

uebersicht1

Übersicht 3

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RGB-Balance

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Farbraum und Weißpunkt

gamut_luminance

Helligkeit der einzelnen Farben

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Gammapunkt

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Gammakurve

farbtemperatur

Farbtemperatur

Im Display Basic Check liefert der Sony recht gute, aber keine überdurchschnittlichen Ergebnisse ab. Der HD-Farbraum wird unter Deaktivierung von Sonys „Farbbrillanz“ (TRILUMONOS-Funktion) sehr gut getroffen, leichte Abweichungen gibt es bei der Primärfarbe Blau und der Sekundärfarbe Magenta, beide liegen aber noch im Toleranzbereich. Der Weißpunkt im Zoom liegt ganz ordentlich, aber nicht perfekt, dafür sind alle Helligkeitsbereiche etwa auf ähnlichem Niveau. Die Farbhelligkeit in Relation zum Referenz-Weiß ist gut, leichte Abweichungen liegen vor, die größte bei Blau. Das Gamma weist einen Durchschnittswert von etwa 1,95 auf und ist damit selbst vom häufig angepeilten Wert 2,2 recht weit entfernt. Die Farbtemperatur ist etwas oberhalb der 6500K angesiedelt und nicht ganz perfekt. Man sieht auch bei der RGB Balance sehr deutlich, dass die Primärfarbe Rot unterrepräsentiert ist.

Der eingebaute Video-EQ bietet ordentliche Einstellmöglichkeiten, die entweder nur auf den aktuellen oder auf alle Eingänge angewendet werden. Die Szene-Modi hatten wir bereits erwähnt. 

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Basiseinstellungen für Farbe, Farbton und Farbtemperatur, Bildschärfe und dynamische Rauschunterdrückung

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Sony liefert verschiedene, getrennt schaltbare Rauschfilter mit. Mit an Bord auch die hauseigene „Reality Creation“

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„Motionflow“ ist Sonys auf Wunsch aktivierbare Frame Interpolation mit verschiedenen Programmen

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Weitere Einstellungen umfassen unter anderem Schwarzkorrektur, Gamma und die dynamische LED-Steuerung

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Detail- und Randverbesserung, Weißabgleich (RHB Gain + Offset in eigenem Menü)

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Bildschirmeinstellungen (Bildformate, Autoformat, Anzeigebereich etc.)

Das Abschneiden im Display Basic Check war gut, aber nicht exzellent – dies sagt aber noch nicht alles für die in der Praxis empfundene Bildqualität aus. Daher haben wir nun mit nativem 4K-Material begonnen, dem Sony „auf den Zahn“ zu fühlen. 

Das Material überzeugt absolut, hier finden Sie darüber einen Bericht: SPECIAL: UltraHD-Demomaterial für Enthusiasten, Presse & Fachhandel. Wir haben die H.264 Variante für die Testreihen verwendet, die H.264-Version ist in MP4 verpackt, HEVC steckt im MKV-Container. 

Gleich zu Beginn führt Sony seine Triluminos-Funktion einem wahrhaftig eindrucksvollen Sinn zu. Bild-Analytiker, die extreme Natürlichkeit und absolute Authentizität fokussieren, mögen diese Zeilen überspringen, aber wem es um pure Faszination geht, der darf gerne weiterlesen. Gezeigt werden farbenprächtige, scharfe, enorme Staffelung bietende Bilder der griechischen Insel Symi, eine Nachbarinsel des uns besser bekannten Eilandes Rhodos. Und hier darf man durchaus den Farbbrillanz aktivieren und sogar auf „mittel“ stellen – man wird belohnt mit Urlaubsatmosphäre erster Klasse. Satte Farben, ein prächtiges Blau des Meeres und des Himmels, fesseln den Betrachter. Sicherlich, das Bild sieht sehr satt und bunt aus – aber das tut dem Reiz keinen Abbruch. Wem das zu viel ist, der muss die Funktion „Farbbrillanz“ für die Anzeige des erweiterten Farbraums schließlich nicht aktivieren.

Eine Fahrt über das Wasser mit vorgeschobener Landzunge wird beim X9000B zu einem Erlebnis. Auch bedingt durch enorme Helligkeit und Kontrast entsteht ein extrem plastisches Bild, mit absolut sauberer Bewegungswiedergabe und nahezu rauschfreiem Panel, selbst aus der Nähe. Jede Kante steht stabil und feine Facetten im Bildhintergrund kommen hervorragend heraus. Nicht nur, dass das Quellmaterial von beeindruckender Güte ist, auch der X9000B zieht hier alle Register seines Könnens.  Dies zeigt sich auch bei der Einstellung, in der der Hafen sichtbar wird – die Fahnen, die sich im Wind bewegen, wirken ebenso realistisch wie die Wellenbewegungen des Wassers. Die zuvor gezeigten Bäume sowie Gebäude erscheinen ungemein detailreich.

Es folgen schneebedeckte Berge (Panorama-Weitsicht von der Zugspitze) und Nahaufnahmen von Baumrinde und Steinen, auch üppige Blumenwelten werden präsentiert. Ruhig, enorm scharf und souverän meistert der X9000B jede Aufgabe innerhalb des Demo-Clips – er zeigt jede Einzelheit an den Blumen, an Blüte und am Stiel holt der Sony UHD-TV ans Tageslicht. Eine Taube zeigt stolz ihr weißes Federkleid, und der Betrachter hat den Eindruck, das Federtier anfassen zu können. 

Der Sony ruckelt noch weniger als Modelle des Jahrgangs 2013, und er schafft es noch besser, ein enorm dynamisches, fein gestaffeltes Bild bis in die letzte Bildebene zu offerieren. Feine Farbübergänge wirken gekonnt. Bilanzierend also können wir zumindest was die Darstellung von nativem 4K-Material angeht, festhalten, dass der X9000B vielleicht nicht die erste Geige im Display Basic Check spielt, durch das sehr dynamische und per „Farbbrillanz“ enorm fesselnde Bild aber Emotionen beim Betrachter weckt, der sich tief ins Bild hineinversetzen kann.

Nun hat uns aber interessiert, ob der X-Reality Pro-Bildprozesor tatsächlich so gut hochrechnen kann, wie es Sony behauptet. Zu diesem Zweck haben wir die „Samsara“ Blu-ray in unseren Player eingelegt und von Beginn an betrachtet. Und wir sind begeistert von der Güte des Upscalings – hier konnte Sony tatsächlich nochmals einen Sprung weiter nach vorn umsetzen. Die drei üppig geschminkten und prächtig gewandeten Mädchen, die in der ersten Szene einen etwas bizarren Tanz aufführen, kommen mit einer nochmals gesteigerten Detailschärfe und nochmals geringerem Scalingrauschen in einer so hohen Qualität zur Geltung, dass weniger bewanderte Zeitgenossen schon schätzen, dass es sich um natives 4K-Material handelt. Die Farben werden sehr lebhaft vom X9000B wiedergegeben, auch im eigentlich zurückhaltenden „Kino2“ Modus und ohne Aktivierung der Farbbrillanz. Der Schwarzwert des X9000B macht ebenso einen tadellosen Eindruck wie der Blickwinkel, gerade horizontal. Entscheidende Veränderungen gegenüber der 2013er Generation konnten wir hier aber nicht ausmachen. 

Es folgt in der nächsten Sequenz die Darstellung eines heftigen Vulkanausbruchs, sowohl die Aschewolken als auch die glühend heißen Lava-Ströme stellt der Sony UHD-TV grandios dar – nahezu völlig frei von Artefakten, zudem kommt es kaum zu Rucklern. Dann kommt eine mitten in der grünen, üppigen Natur liegende Ansammlung unterschiedlich großer Tempel und dazugehöriger anderer Bauten, garniert mit faszinierenden Panoramaaufnahmen. Hier merkt der versierte Anwender gleich, dass es sich nicht um nativen 4K Content handelt. Kleinere Microruckler und minimales Zeilenflimmern, das sporadisch auftritt, machen dies deutlich. Ansonsten bietet der X9000B auch in dieser schwierig zu handhabenden Szene ein so gutes Bild, das wir in dieser Ausprägung hinsichtlich Detailschärfe und Stabilität bei den 2013er Modellen von Sony und auch von anderen Herstellern nicht gesehen haben. 

Weitere Sequenzen zeigen z.B. eine Berglandschaft im Hintergrund und traditionell gekleidete Asiaten mit typischen Instrumenten vorn im Bild. Auch hier schafft der X9000B wieder eine hervorragende Herausarbeitung auch der Bergformation, es taucht kaum Scalingrauschen auf, und die Plastizität ist wieder erstklassig. Bild als Gesamterlebnis mit Tiefenwirkung – diese Formel geht beim X9000B auf jeden Fall auf. 

Im 3D-Betrieb arbeitet der X9000B, wie schon eingangs erwähnt, mit aktiver Shutterbrille. Wie setzt er sich bei „Avatar“ (BD, 3D Nativ) in der Eröffnungssequenz in Szene? Nun, einen Nachteil aktiver Shutterbrillen können wir, gerade bei merklichem externem Lichteinfall, feststellen: Leichtes Flimmern rund um den Bildschirm. Dieses verringert sich, wenn der Hörraum beinahe dunkel ist, sichtbar. Ansonsten bietet der Sony bei der kurzen Kamerafahrt über die Planetenoberfläche eine flüssige Bewegungswiedergabe beinahe ohne Ruckeln. Die Schärfe ist gut.

Als dann Jake Sully an Bord des Langstrecken-Raumschiffs aus dem Cyroschlaf erwacht, sind die vor seinem Gesicht tanzenden Wassertropfen sehr plastisch in Szene gesetzt. Kurze Zeit später, als Jake aus seiner Schlafkabine fährt, überzeugt uns der X9000B mit exzellenter Plastizität. Man sieht die verschiedenen Bildebenen, das schwerelos herumgleitende Personal des Raumschiffs und die zahlreichen Kabinen, die herausfahren. Der Sony bietet beinahe bis in die hinterste Bildebene eine durchgängig identische Bildschärfe.

In der nächsten Perspektive ist das große Raumschiff dann von außen zu sehen. Hier schleichen sich bei der Wiedergabe kleine Fehler ein, so werden Muster und Strukturen des Raumschiffs beim Vorüberfliegen am Zuschauer mit minimalen Doppelkonturen wiedergegeben, auch gibt es leichte Schärfeverluste. Als dann bald darauf das Kurzstreckenraumschiff im Landeanflug auf die Basis auf Pandora ist, weiß sich der X9000B wieder sehr gut in Szene zu setzen. Die schweren Kipper, die auf dem Minengelände fahren, werden scharf sowie bewegungsstabil wiedergegeben. Bis auf leichte Unschärfen am linken Kontrollturm wird die Basis auf Avatar während des Landeprozesses kontrast- und detailreich wiedergegeben. Auch das Innere des Kurzstreckenraumschiffs, als die Insassen aussteigen, kommt sehr gut durchzeichnet zur Geltung.

Wir springen einige Kapitel nach vorn, Jake nimmt in Gestalt seines Avatars an einem Erkundungsflug mitten in den Dschungel von Pandora teil. Der Flug mit dem Helikopter wird vom Sony UHD TV gut erfasst. Die neben dem Fluggerät auftauchendne Flugsaurier erscheinen ausgesprochen plastisch. Es fällt überdies auf, dass das aktive Shutterbrillensystem des Sony in der Lage ist, kleinere Kopfbewegungen ohne Abreißen des 3D-Effektes zu kompensieren. Erst dann, wenn man den Kopf deutlich bewegt, zerlegt es das Bild und man muss mit blassen Farben, Ghosting-Effekten und nachlassendem Kontrast rechnen. Ausgezeichnet stellt der X9000B die Landung des Hubschraubers inmitten des von exotischer Fauna und Flora geprägten Dschungels dar. Die wehenden Farne bei der Landung scheinen den Zuschauer beinahe zu berühren, ebenso kommt der Effekt, als Jake seine Waffe schwenkt, sehr intensiv zur Geltung. Der Sony schafft eine ungemein realistische 3D-Kulisse mit satten Farben und sehr guter Differenzierung, z.B. auch der unterschiedlichen Grüntöne. Blasse, ausdruckslose Farben, manchmal ein Problem von TVs im 3D-Betrieb, finden sich beim X9000B nicht einmal im Ansatz. Ebenfalls, dies zeigt die feine Differenzierung von Details auch in dunkeln Bildbereichen, ist es um den Detailkontrast recht gut bestellt – trotz der Messungen im Display Basic Check. Der Schwarzwert überzeugt im 3D Betrieb, und für einen Edge-LED basierten LCD-TV ist die Homogenität der Bildausleuchtung gut bis sehr gut. 

Der Sony wandelt überdies in sehr guter Qualität von 2D nach 3D, als Beispiel dienten die Kapitel 1 und 3 des 007-Films „Ein Quantum Trost“. Direkt zu Filmbeginn wird der britische Doppelnullagent im Aston Martin DBS von Killern auf einer schmalen Uferstraße am Gardasee gejagt. Der Sony schafft, insgesamt etwas mehr Plastizität zu erzeugen, was man besonders gut in der Steinbruch-Szene sieht. Hier wirkt das Panorama greifbarer, echter. Der Sony schafft dank üppiger CPU-Power auch im simulierten 3D-Betrieb eine sehr gute Bildschärfe. Direkt zu Beginn der Szene, als die Kamera über die glitzernde See-Oberfläche auf die Küstenstraße zufährt, leistet sich der X9000B keine Ruckler. Im Vergleich zur nativen 3D-Wiedergabe ist die Bildsauberkeit praktisch identisch, das ist bemerkenswert. Sehr gut arbeitet der X9000B die Standtkulisse von Siena heraus, als James Bond mit dem völlig ramponierten Aston Martin in den Stadt einfährt. Hier sind das tiefere Panorama und die feinere Differenzierung der einzelnen Bildebenen gut zu erkennen. 

Ist das Bild auch dann akzeptabel, wenn der Sony von 576p auf 2.160p hochskalieren muss? Die überwiegende Mehrzahl der BD-Player auf dem Markt gibt kein 576i, sondern als geringsmögliche Auflösung 576p aus. Das ist wenig sinnvoll, da viele billige BDPs kein gutes De-Interlacing an Bord haben, aber leider nicht zu ändern. Nur wenige hochwertige Player geben noch 576i aus, und das sind gerade die Geräte, denen ein ausgezeichnetes De-Interlacing meist ohnehin eigen ist. Um der Situation auf dem Markt Rechnung zu tragen, haben wir überprüft, in welcher Güte der X9000B die Anfangssequenz von Star Wars Episode III auf DVD hochrechnet. Und wir müssen sagen, in Anbetracht der extrem geringen Auflösung des Quellmaterials liefert der Sony prima Ergebnisse ab. Die gelbe Laufschrift zu Beginn läuft ruhig und nahezu ruckelfrei nach hinten durch. Allerdings wirkt das Gelb der Lettern etwas zu grell und an den Rändern bleicht die Farbe minimal aus. Der Sternzerstörer, der kurz darauf über den Bildschirm fliegt, zittert ca. 1,5 Sekunden, dann ist das Bild ruhig und erstaunlich scharf. Artefakte nehmen nie Überhand. Als Obi-Wan und Anakin mit ihren Raumjägern nach unten in die Raumschlacht abknicken, eröffnet der X9000B ein gut gestaffeltes Panorama. Die nach links weggleitende Kommandobrücke eines Sternzerstörers wird scharf wiedergegeben, einzelne Details zittern leicht. Sehr gut – das Gesicht Obi-Wans in seinem Raumjäger mit den Barthaaren kommt erstaunlich detailliert heraus, auch die Hautfarbe wird gut wiedergegeben. Man sollte verständlicherweise beim Betrachten von SD-Inhalten schon einen gewissen Abstand vom Display haben, aus der Nähe betrachtet erscheint das Bild schon recht pixelig. 

Was den Tuner angeht, so können wir dem Sony (DVB-S, DVB-C) ebenfalls gute Noten ausstellen. Sogar SD-Sender in 576i kann man ansehen. Das ist zwar zweifellos kein enormes visuelles Vergnügen, weil das Bild schon recht verwaschen und detailarm wirkt. Bewegungen sind aber stabil, und das Bild sieht sogar besser aus als bei den Öffentlich-Rechtlichen in HD, wenn ältere, ursprünglich nicht in HD aufgezeichnete Sendungen nachträglich vom Sender auf 720p hochskaliert werden. Dann tauchen ab und zu störende Rauschartefakte auf. Sendungen, die in HD produziert wurden, sehen hervorragend aus – wenig Rauschen, gute Farben, stabile Bewegungen. Nur Schriften sehen, wenn man sie von 720p auf die native Panelauflösung skaliert, teilweise etwas pixelig aus. 

Ton

Der X9000B klingt auch wirklich gut. Den Soundtrack zum 4K Material konnten wir in einer Qualität vernehmen, die manche kleine HiFi-Anlage alt aussehen lässt. Wir haben den „Musik“ Modus gewählt, und mit Verve und Ausdruckskraft hat sich der Sony an die akustische Ausarbeitung gemacht. Klar ertönt das Piano, prima ist die Räumlichkeit, und die Pegelfestigkeit verblüfft. Übrigens – auf die Schnelle kommt man über die „Options“ Taste auf der Tastenfernbedienung sofort ins Bild- und Ton-Menü. 

Dass der X9000B akustisch so gut ist, liegt am aufwändigen Lautsprechersystem – dieses kann man sogar für den Musikgenuss von klassischer Musik oder Jazz-Musik nutzen, klar, lebendig und mit guter Räumlichkeit überrascht es uns mit einer absolut überzeugenden Qualität. Selbst höhere Pegel kann man ohne Schwierigkeiten hören. Mit 2 x 12,5 Watt plus 2 x 20 Watt steht auch deutlich mehr Leistung zur Verfügung als bei den Konkurrenten. 

Konkurrenzvergleich

 Den Samsung HU8590 haben wir im 55- und nicht im 65 Zoll-Format getestet. Natürlich aber gibt es den Curved-TV auch in 65 Zoll, für rund 5.000 EUR Listenpreis. Somit ist er teurer als der Sony – was gibt es dafür? Zum einen brilliert der Samsung durch seinen gebogenen Bildschirm mit einem Bild, das schon im 2D-Betrieb ungemein plastisch und tief erscheint. Zum anderen ist er mit 3D-Betrieb absolut überragend – keiner macht dies mit aktiven Shutterbrillen derzeit besser, und sonst die Polfilterkonkurrenz tut sich schwer, ein Mittel gegen den Samsung zu finden. Der HU8590 begeisterte uns auch im Display Basic Check und hängt hier den Sony X9000B ab. Beide TVs, Samsung und Sony, punkten mit umfangreich ausgestattetem Smart TV Portal. Der Samsung verbucht bei Sprach- und Gestensteuerung Vorteile. Sony hat diese Funktionen nicht integriert. Hat also der X9000B keine Chance gegen den HU8590? Nicht ganz. Zum einen ist er, wie schon erwähnt, nicht unwesentlich günstiger, und zum anderen kann er auch gewisse Dinge enorm gut. So ist sein Upscaling weltmeisterlich, BDs von 1.080p auf 2.160p skaliert zwar auch der Samsung sehr gut hoch, der Sony legt aber noch etwas Schärfe und Detailtreue nach. Dem Sony gelingt überdies eine besonders gute Wandlung von 2D nach 3D – was uns selber erstaunt hat, denn die Qualitäten bei nativem 3D-Material sind sicherlich gut, aber keine neue Messlatte. Auch klingt der Sony besser als der Samsung, Verdienst seines hochwertigen Lautsprechersystems.

UHD auf günstige Art und Weise, das verspricht der Toshiba 58M9363G im 58 Zoll-Format. Das 2013er Modell ohne HDMI 2.0 und HECV liegt nur noch bei Preisen von rund 2.000 EUR. Dafür wird alles andere als ein schlechter TV geboten, vielmehr offeriert der M9 ein solides Bild ohne echte Durchgänger. Natürlich kann man nicht erwarten, dass er dem viel teureren und größeren Sony X9000B des Jahrgangs 2014 ernsthaft Paroli bieten kann – aber für denjenigen, der für vergleichsweise wenig Geld einen UHD-TV von guter Qualität sucht, ist er doch eine Versuchung Wert. 

Der 2013er Sony X9 im 65-Zoll-Format war ebenfalls Gast in unserer Redaktion. Im Vergleich zum 2014er Modell war er im Display Basic Check sogar besser, das Bild des älteren Sony erscheint farblich natürlicher, der Gammawert war exzellent – der X9000B schwächelt hier leicht, um allerdings beim Thema Upscaling nochmals eine Schippe draufzulegen: Ganz gleich, ob von SD oder HD, das Bild wirkt noch etwas schärfer und klarer. Im 3D-Betrieb ging der X9 von 2013 mit passiven Polfilterbrillen an den Start – das Bild erscheint noch etwas ruhiger, flackert praktisch gar nicht. Hier kann der X9000B von 2014 mit aktiven Shutterbrillen keine Vorteile verbuchen. Dafür aber kann mit dem eingebauten Doppeltuner punkten, und eine neue, sehr praktische Touch-Remote hat er auch. Die Reaktionen im Smart TV-Betrieb sind stellenweise noch etwas flinker – Fazit: Der X9 von 2013 ist nach wie vor ein erstklassiges Gerät, auch wenn der Neue einiges besser kann – aber auch einiges schlechter. 

Fazit

Sony KD65X9005B Front Seitlich2

Der X9000B in 65 Zoll-Version kommt mit extravaganter Wedge-Optik und solider, hochwertiger Verarbeitung zum Kunden. Er bietet eine üppige Ausstattung, zu der auch eine seperate, auf Wunsch zu verwendende Connect-Box, HDMI 2.0, MHL 3.0, ein HEVC-Decoder, Trimluminos Display-Technologie und eine neue Technik zur deutlichen Verbesserung der Bildhelligkeit gehören. Der TV schneidet im Display Basic Check ordentlich ab, setzt aber keine Maßstäbe. Im praktischen Betrieb fasziniert der X9000B mit herausragender Bildtiefe, fesselnd intensiver Farbgebung (bei aktiviertem erweiterten Farbraum) und enormer Detailschärfe. Blu-rays werden in erstklassiger Güte von 1.080p auf die native Bildschirmauflösung hochskaliert und selbst bei SD-Material agiert der X9000B sehr gut. Der Twin HD Doppel-Tuner hinterlässt einen ausgezeichneten Eindruck, der Sound des X9000B ist konkurrenzlos gut. 

Moderner, leistungsfähiger UHD-TV mit intensivem, dynamischem Bild, tollem Sound und sehr gutem Preis-/Leistungsverhältnis
referenz
UHD-TVs bis 5.000 EUR
Test 14. Juli 2014

+ Exzellentes Upscaling
+ Auf Wunsch bei erweitertem Farbraum enorm intensives, fesselndes Bild
+ Sehr guter Tuner
+ Sehr gute Frame Interpolation
+ Meist schnelle Reaktionszeiten
+ Praktische neue Touchpad-Remote
+ Sehr guter Klang

– Im Display Basic Check nicht so gut wie 2013er Modell

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Display Basic Check: Philipp Kind
Datum: 14. Juli 2014

 




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