TEST: Sony 7.2 AV-Receiver STR-DN1050 – Sonys Sprung an die Spitze?

Sony STR-DN1050 Front Seitlich6

Sonys AV-Receiver-Hoffnung – 7.2 Konfiguration, 4K Upscaling und HiRes-Streaming für 649 EUR

Sony STR-DN1050 Rueckseite Seitlich2

Rückseite mit Wireless-Antenne. Bluetooth mit NFC ist auch an Bord, ebenso wie 6 HDMI-Eingänge und gleich 3 HDMI-Ausgänge

Sony STR-DN1050 Fernbedienung

Kompakte, nicht mit Tasten überfrachtete Fernbedienung

Sony STR-DN1050 Screenshot 1

 Modernes, schickes Menü, das leider nicht komplett in Deutsch gehalten ist

Das Gerät

Sony möchte mit dem für 649 EUR ausschließlich in schwarzer Version erhältlichen 7.2 AV-Receiver STR-DN1050 auch beim sehr anspruchsvollen Käufer punkten, der trotzdem ein ausgezeichnetes Preis-/Leistungsverhältnis fokussiert. 7 x 165 Watt stemmt der Sony an Leistung, dank des doppelten Pre-Outs können gleich zwei aktive Bässe angeschlossen werden.

Sony STR-DN1050 Mikro1

Mess-Mikrofon

Natürlich findet sich ein – im Vergleich zu früheren Versionen deutlich verbessertes – Lautsprechereinmess- und Room EQ-System an Bord. Es hört auf den Namen Advanced Digital Cinema Automatic Calibration (ADCAC). Mit an Bord ist eine Klangoptimierung, die automatisch die Lautsprecher-Leistung misst und dann den Frequenzgang dann im Sinne eines ganzheitliches Hörerlebnisses anpasst. Dadurch hat man bei jeder Lautstärke einen vollen Klang ohne störende „Löcher“. 

Der AV-Receiver bringt verschiedene DSP-Programme mit, ebenso einen Optimierer für datenreduzierte Musik. Bei den DSPs ragen die Programme für verschiedene berühmte Konzerthallen heraus – die Berliner Philharmonie, der Saal des Wiener Musikvereins und das Concertgebouw in Amsterdam.  Ebenso erwähnenswert – das „HD Digital Cinema Sound“ DSP. Dieses bildet die Akustik des legendären Cary Grant Theatre zu Hause nach. 

Extrem hochwertige High Resolution Audio-Dateien (HiRes Audio) gibt der STR-DN1050 nicht nur in FLAC, sondern auch in DSD (2,8 und 5,6 MHz) wieder. Neben einem Wireless-Modul befindet sich auch ein Bluetooth-Empfänger (inklusive NFC) direkt an Bord. Weiter bietet der STR-DN1050 Zugriff auf das Sony Entertainment Network, TuneIn sowie auf Spotify Connect (Premium-Abo erforderlich) und Deezer. Apple AirPlay unterstützt der 7.2 Receiver ebenfalls. Gleich zwei HDMI-Terminals des 1050 sind MHL-geeignet, so kann man das mobile Device aufladen und parallel musikalische Inhalte MP3-Inhalte und sogar HD-Videos über die AV-Anlage hören. Der Sony AV-Receiver ist mittels der kostenlos herunterzuladenden „Song Pal“ App steuerbar oder mittels der mitgelieferten Fernbedienung. Der Sony 7.2 AVR ist auch für das Hören in einer zweiten Zone ausgelegt, ebenfalls steht ein HDMI-Out für eine 2. Zone zur Verfügung.  Das bordeigene Video-Processing kann bis auf 4K hochskalieren.

Verarbeitung außen und innen

Sony STR-DN1050 Bedienelemente Front1

Links der Eingangswahlregler, rechts der Lautstärkeregler

Sony STR-DN1050 Bedienelemente Front2

Zurückhaltendes und zeitloses Design, hier der Standby-Knopf (leider ist darunter kein richtiger Netzschalter)

Sony STR-DN1050 Verarbeitung2

Saubere Anpassung der Frontblende an die Seitenteile des Gehäuses

Sony STR-DN1050 Bedienelemente Front3

Punktmatrix-Display

Sony STR-DN1050 Innenleben Gesamt

Innerer Aufbau in der Übersicht

Sony STR-DN1050 Innenleben1

Blech-Kühlkörper, Verkabelung

Sony STR-DN1050 Innenleben2

Platinenlayout

Sony STR-DN1050 Innenleben3

Trafo

Sony STR-DN1050 Innenleben4

Elkos 

Der STR-DN1050 ist gut verarbeitet und überzeugt durch seinen zeitlose Optik. Gewöhnungsbedürftig ist optisch nur, dass sich Eingangswahl- und Lautstärkedrehregler direkt nebeneinander befinden. Sony-Liebhaber werden diese Anordnung schon aus der Vergangenheit kennen. Auf der sauber eingepassten Frontblende sind weitere Bedienelemente in einer schmalen Tastenzeile unterhalb des gut auflösenden, einzeiligen Punktmatrixdisplays versteckt. Die mitgelieferte Fernbedienung geht aus qualitativer Sicht in Ordnung, stellt jedoch kein wahres Highlight dar. Die Rückseite des Sony ist gut verarbeitet, ohne Tief- oder Höhepunkte. Das Innenleben ist relativ aufgeräumt, der preiswerte Blech-Kühlkörper ist stummer Zeuge der Preisklasse. 

Anschlüsse

Sony STR-DN1050 Anschluesse Front Frontanschlüsse: Messmikrofon, USB, HDMI mit MHL

Sony STR-DN1050 Anschluesse Rueckseite1

Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse

Sony STR-DN1050 Anschluesse Rueckseite2

2 optische Digitaleingänge, 2 Komponentenvideo-Eingänge und 1 Komponentenvideo-Ausgang. 2 x Sub-Pre-Out

Sony STR-DN1050 Anschluesse Rueckseite3

6 HDMI-Eingänge, 5 davon sind hinten, und 3 HDMI-Ausgänge hinten

Sony STR-DN1050 WLAN Antenne

WLAN-Antenne

Der STR-DN1050 bringt gleich drei HDMI-Ausgänge mit, sehr löblich. Sechs HDMI-Eingänge (fünf davon hinten und einer davon vorn) sind Standard, mehr nicht. Der Sony hat eingebaute Bluetooth- und WLAN-Module. Die zum WLAN-Modul gehörende Antenne ist auf der Rückseite des AV-Receivers untergebracht. Dort finden sich an weiteren Anschlussoptionen z.B. eine Netzwerkbuchse, 2 optische Digitaleingänge, 2 Komponentenvideo-Eingänge sowie ein Komponentenvideo-Ausgang. Auf der Frontblende sind neben dem 6. HDMI-Eingang der Anschluss fürs Einmess-Mikro sowie ein USB-Terminal untergebracht. 

Menüs

Sony STR-DN1050 Screenshot 2

Unterteilt in „Watch“ und…

Sony STR-DN1050 Screenshot 3

….in „Listen“

Sony STR-DN1050 Screenshot 4

„Custom Preset“ – hier gibt es, ähnlich wie bei den „Szene“ Modi bei den BRAVIA TVs, Felder mit verschiedenen vorkonfigurierten Parametern

Die Custom Presets für Movie, Music, Party und Night können nach Drücken der Options-Taste auf der Fernbedienung auch bearbeitet werden. Bearbeitungsparameter: Eingang, Tuner Preset, Lautstärke, HDMI Ausgang, Party Modus ein/aus, Sleeptimer und Sound-Feld. 

Sony STR-DN1050 Screenshot 5

Sound Effects:  

Hier finden sich auch ein schaltbarer Sound-Optimierer. Dieser sorgt für vollen Klang bei jeder Lautstärke. Man kann nach erfolgter Kalibrierung die verschiedenen EQ-Kurven aussuchen: Full Flat, Engineer oder Front Reference. Der Equalizer lässt individuelle Kalibrierung für Front, Center und Surround/Surround Back zu. Es handelt sich aber um eher um eine erweiterte Bass/Hochtonregelung als um einen echten Grafik-EQ. 

Sony STR-DN1050 Screenshot 6

Nun startet bei der ersten Inbetriebnahme das „Easy Setup“ – bei anderen Herstellern bekannt als Installationsassistent

Sony STR-DN1050 Screenshot 7

Hier zeigt sich wieder, dass die Menüs, selbst bei Wahl „Deutsch“ als Sprache, nicht komplett ins Deutsche übersetzt sind. 

Sony STR-DN1050 Screenshot 8

Gleich kann man die Auto Calibration starten

Sony STR-DN1050 Screenshot 9

Die Schritte bis zum Beginn der automatischen Einmessung werden erklärt

Sony STR-DN1050 Screenshot 10

Zuweisung von Endstufe 6 + 7 nach Wunsch

Sony STR-DN1050 Screenshot 11

Gleich startet die Einmessung

Sony STR-DN1050 Screenshot 12

Schöne grafische Darstellung

Sony STR-DN1050 Screenshot 13

Relativ realistische gemessene Werte

Sony STR-DN1050 Screenshot 14

Verschiedene Kurven zur Auswahl. Man kann sie aber auch später noch tauschen

Sony STR-DN1050 Screenshot 15

Beginn der Netzwerkeinrichtung

Sony STR-DN1050 Screenshot 16

Kabelbasierte oder drahtlose Einbindung

Sony STR-DN1050 Screenshot 17

Mit oder ohne DHCP

Sony STR-DN1050 Screenshot 18

Settings in der Übersicht

Sony STR-DN1050 Screenshot 19

Natürlich ist eine automatische und auch eine manuelle Lautsprechereinrichtung möglich

Sony STR-DN1050 Screenshot 20

Manuell: Wahl der LS-Konfiguration

Sony STR-DN1050 Screenshot 21

Pegel, Distanz und Größe

Sony STR-DN1050 Screenshot 22

Audio Settings

In den Audio-Settings kann man die verschiedenen Modis der Digital Legato Linear Schaltung aktivieren. Hier gibt es auch ein spezielles Programm für stark datenreduzierte Dateiformate. Des Weiteren besteht auch von dort aus Zugriff auf EQ, Soundfeld, die Pure Direct-Funktion, den Subwoofer Low Pass Filter und die A/V-Synchronisierung. 

Sony STR-DN1050 Screenshot 23

Der weiter oben schon erwähnte EQ

Sony STR-DN1050 Screenshot 24

Soundprogramme und direkte Signalausgabe ohne DSP (A.F.D. Auto)

Sony STR-DN1050 Screenshot 25

HDMI-Einstellungen

Sony STR-DN1050 Screenshot 26

Eingangs-Tabelle

Sony STR-DN1050 Screenshot 27

Netzwerkeinstellungen

Sony STR-DN1050 Screenshot 28

Netzwerk-Infos

Sony STR-DN1050 Screenshot 29

Bluetooth-Settings

Sony STR-DN1050 Screenshot 30

System-Einstellungen mit Möglichkeit zum Firmmware-Update

Sony STR-DN1050 Screenshot 31

Serverliste

Sony STR-DN1050 Screenshot 32

88,2 kHz HiRes FLAC-Wiedergabe

Sony STR-DN1050 Screenshot 33

96 kHz HiRes FLAC-Wiedergabe

Sony STR-DN1050 Screenshot 34

Sony Music Unlimited, Deezer, TuneIn. 

Sony STR-DN1050 Screenshot 35

TuneIn-Wiedergabe

Sony STR-DN1050 Screenshot 36

 Shortcut-Menü

Die Menüs des STR-DN1050 sind optisch attraktiv und im Großen und Ganzen nachvollziehbar aufgebaut. Damit man die gerade angewählte Funktion auch sinngemäß verwenden kann, gibt es kleine Hilfetexte. Der Sony verfügt über ein „Easy Setup“, welches den weniger versierten Anwender durch die Ersteinrichtung leitet. Man kann das Lautsprechersystem entweder automatisch oder manuell anpassen. 

SongPal-App

Natürlich kann man den STR-DN1050 mit der mitgelieferten, übersichtlichen Fernbedienung steuern. Genauso ist es jedoch möglich, auf die „SongPal“ App (Im Apple App Store und bei Google Play erhältlich) für die Steuerung per mobilem Device zurück zu greifen. Hier folgen einige Screenshots von der App auf einem Apple iPhone 5S:

Sony STR-DN1050 App 10

HiRes-Wiedergabe vom Server

Sony STR-DN1050 App 11

Steuerung der Klang-Optionen auch über das Smartphone möglich

Sony STR-DN1050 App 12

Schick gemacht – Einstellung der Lautsprecherpegel

Sony STR-DN1050 App 13

Es können weitere Apps als Wiedergabequellen hinzugefügt werden – Musik vom jeweiligen Smartphone, auf dem die App läuft, Spotify, Youtube, Cloud Player und IMDb

Sony STR-DN1050 App 14

Deezer in der Übersicht

Klangqualität

Zunächst haben wir uns die Kapitell 15 bis 17 des Action-Spektakels „Avengers“ angehört. Hier konnte sich der STR-DN1050 mit seiner kraftvollen, räumlich schon im 5.1 Betrieb sehr intensiven Spielweise sehr gut in Szene setzen. Die Endstufen sind hoch belastbar und brechen auch bei enormer Hörlautstärke nicht ein. Hier schlägt der Sony seinen kleineren Bruder  STR-DN850 nochmals deutlich. Der 1050 erwärmt sich  ebenso wie der 850 spürbar, aber nicht überdurchschnittlich stark. Der größere Sony baut Effekte wie z.B. die aus dem schwarzen Loch auftauchende gepanzerte Echse noch besser auf, er stellt Dynamikunterschiede überdies noch überzeugender dar. Dialogszenen wie z.B. zwischen Thor und Loki, wirken sehr authentisch.

Dies liegt an zwei Faktoren. Zum einen arbeitet der Sony AVR Stimmen sehr treffsicher ein – sie sind weder zu sehr im Vorder-. noch zu deutlich im Hintergrund. Zum anderen umreißt der STR-DN1050 die Stimmen selber sehr präzise und zeigt hier, dass man sich an der Spitze im AVR-Business mit Erfolg etabliert hat. Als die Riesenechse unter ohrenbetäubendem Brüllen durch die Straßen fliegt und Wolkenkratzer touchiert, kommen die herumfliegenden Trümmer mit sehr präziser Richtungsdarstellung heraus. Die harten Faustschläge von Hulk werden trocken und krachend hart wiedergegeben. Der Sony gefällt durch seine Impulstreue – auch kleine Effekte im Hintergrund wie die Geräusche des Thesserakten im Hintergrund arbeitet der STR-DN1050 sehr gut ein. Er steuert einen vorhandenen aktiven Subwoofer exakt und linear an, wenn man große Frontlautsprecher und keinen aktiven Subwoofer einsetzt, serviert der 1050 aber auch großen Standboxen genug Leistung – top für die Preisliga.

Der Music Score kommt zu jeder Zeit ausgezeichnet zur Geltung, dadurch baut der Sony einen intensiven Spannungsbogen auf. Das Chaos auf dem fliegenden Flugzeugträger, der Basis der Avengers, wird ebenfalls mit enormer Übersicht präsentiert – seien es die aufgeregten Stimmen im Kontrollraum, der startende Jet, der abgeschossen wird, oder der mit Erfolg startende zweite Kampfjet mit der Atombombe an Bord – der STR-DN1050 schafft es, viel Atmosphäre aufzubauen und dem Zuhörer das Gefühl zu geben, dass er tatsächlich „mittendrin“ im Geschehen ist. Auch verschiedene leisere Sequenzen kommen mit sehr ausgewogener, stimmiger Dynamikverteilung heraus. 

Bei der Eröffnung und der ersten Arie aus Wolfgang Amadeus Mozarts weltberühmter Oper “Figaros Hochzeit” (BD, DTS-HD High Definition 5.1, Susanna gesungen von Anna Netrebko, Figaro gesungen von Ildebrande D’Arcangelo, gespielt von den Wiener Philharmonikern unter Nikolaus Harnoncourt) startet der 1050 erneut voll durch. Die Beifallsbekundungen des Publikums von der aus 2006 stammenden Aufführung des Salzburger Festivals kommen atmosphärisch dicht heraus, und als anschließend das Orchester zu spielen beginnt, beweist der Sony seine dynamischen Talente auf überzeugende Art und Weise.

Und zwar bei großen Dynamiksprüngen ebenso wie bei kleinen dynamischen Differenzen. Die Streicher klingen homogen, filigran, sind tadellos durchhörbar und neigen nicht zu unschönen aggressiven Untertönen. Der Sony baut auch im Bassbereiche eine differenzierte, stets spürbare, sich aber nie in den Vordergrund drängende Klangkulisse auf, die auch dem Klassikliebhaber mit Anspruch auf kultiviertes Hören sehr gut gefallen dürfte. 

In der ersten Arie gibt der STR-DN1050 sowohl die Stimme von Susanna als auch von Figaro mit überraschend feiner Nuancierung wieder. Kleine stimmtypische Einzelheiten, die vielen Kontrahenten der gleichen Preisklasse entgehen, holt der Sony ans Tageslicht. Erst AVRs der 800 bis 900 EUR Liga können hier mit noch besseren Leistungen aufwarten. Schrill oder unangenehm wird der 1050 auch bei deutlich gehobenem Pegel nicht. 

Nun „füttern“ wir den STR-DN1050 mit 2-Kanal HiRes-Dateien im Flac-Format (88,2 und 96 kHz). „Garden In The Rain“ von Diana Krall kommt mit sehr schönem Spiel des Klaviers gleich zu Beginn in den Hörraum. Als Diana ihre charakteristische Stimme erhebt, beweist uns der Sony seine schon im Mehrkanalbetrieb herausgehörten vokalen Qualitäten. Die Stimme löst sich überdies ausgezeichnet von den Lautsprechern, so dass der 1050 eine souveräne, gelöste, freie Hör-Atmosphäre bietet. 

„Alone For You“ vom Jan Lundgren Trio gefällt ebenfalls richtig gut – hier setzt sich das exakt dosierte Hi-hat besonders gut in Szene. Der Bassbereich ist, wie übrigens auch schon bei „Garden In The Rain“, vollmundig, schiebt sich aber nie so weit in den Vordergrund, dass man es als störend empfinden könnte. Vielmehr wirkt er sehr gut strukturiert, was einen kultivierten, stimmigen Gesamteindruck erzeugt. 

Das Koppeln via Bluetooth funktioniert problemlos, man wählt den Bluetooth.Eingang im Menü „Listen“ an, dann drückt man die „Options“ Taste auf der Fernbedienung, geht zum Parameter „Pairing“ und schon kann die Kopplung losgehen. Das Smartphone oder Tablet sollte allerdings im Scanning-Modus und sichtbar sein. Die Klanggüte ist auch im BT-Betrieb sehr gut, wie sich beim 2014er TwoLoud Mix des ehemaligen Svenson &Gielen Hits „Twisted“ nachvollziehen lässt. Lebendig, mit präzisem Bass und sauberer Effektwiedergabe, erzielt der 1050 erfreuliche Ergebnisse. 

Auch das Aufpolieren auf Dolby PLII Music gelingt dem Sony 7.2 AVR sehr gut – hier haben wir „Highlander (Acid Folk 2014) von Amfree vs. DDei Estate angehört. Ohne störende Hall-Beimengungen legt sich der STR-DN1050 ohne Umschweife ins Zeug und geht dabei grob- wie auch feindynamisch hervorragend ans Werk. Der Aufbau der zahlreichen Effektkombinationen gelingt präzise und mit guter Herausarbeitung kleiner Dynamik-Unterschiede. 

Videoprocessing

Im Gegensatz zu anderen AV-Receiver dieser Preisklasse besitzt der STR-DN1050 kein vollständiges Videoprocessing, sondern nur einen Scaler, der von 1.920 x 1.080 Pixeln auf 4K hochrechnet. Wir haben bei der „Avengers“ Blu-ray überprüft, wie es um die Bildqualität bestellt ist, in den Kapiteln 15 und 16 musste sich der AV-Receiver beweisen. Und das tut er mit vollem Erfolg. Scharf, rauscharm, mit enorm reichhaltiger Detaillierung zeigt er alle Avengers-Teammitglieder in voller Pracht. Der Anzug von Captain America, die Rüstung von Thor und das Hightech-Gewand des Iron Man werden plastisch und mit extrem sauber gezeichneten Konturen präsentiert. Auch die Skyscraper, die besonders nach dem Auftauchen der gepanzerten Riesenechse arg gebeutelt werden, kommen präzise heraus. Bewegungen sind scharf, es treten kaum Nachzieher auf. Nur selten ist leichtes Ruckeln zu beobachten. Auf einem Hightech-Screen wie unserem Panasonic WT600 begeistert das Bild durch Klarheit und fast greifbare Darstellung der Hauptdarsteller, man denkt beinahe, sie laufen vor einem durchs Zimmer. Die Leistung beim Upscaling ist trotz – so vermuten wir gleicher – Bauteile besser als beim STR-DN850, der zwar gute, aber nicht so brillante Leistungen zeigte. 

Konkurrenzvergleich
  • Sony STR-DN850: Der mit 499 EUR UVP deutlich günstigere Sony hat ebenfalls 7 Endstufen, die aber etwas schwächer sind. Man merkt das an der geringeren Pegelfestigkeit und der etwas geringeren maximalen Dynamik. Der 1050 gibt DSD-Dateien über USB und Netzwerk wieder, der 850 nicht. Überdies hat der 1050 gleich drei HDMI-Ausgänge. Unserer Meinung nach ist der 1050, auch aufgrund des noch besseren 4K-Upscalings, den Aufpreis auf jeden Fall Wert. 
  • Marantz SR5009: Der mit 899 EUR spürbar teurere Marantz klingt noch geschmeidiger, detailliert noch feiner und schafft im Surroundbereich vor allem noch mehr Struktur. Für seinen geringeren Preis schafft aber auch der Sony eine exzellente Leistung. Der SR5009 beweist nur, dass man für mehr investiertes Geld auch noch mehr, in diesem Falle vor allem Klangqualität, bekommt. Videoseitig hat der Marantz auch seine Qualitäten – vor allem skaliert und de-interlaced er auch auf 1.080p und nicht nur auf 4K wie der Sony hoch. Das 4K Upscaling des 1050 ist allerdings dem des Marantz mindestens ebenbürtig. 
  • Onkyo TX-NR737: Der üppig ausgestattete Onkyo kommt laut UVP auf 799 EUR und leistet sich keine wirklichen Schwächen. Doch der Sony, rund 150 EUR günstiger, hält gut dageben: Mit noch besserer Upscaling-Performance auf 4K, ebenbürtiger Pegelfestigkeit und 3 HDMI-Outs. Vorteile für den Onkyo: Feindynamisch eine Idee besser, üppig ausgestattete Videosektion und noch kontrollierter bei der Stereowiedergabe. 
Fazit

Sony STR-DN1050 Front Seitlich8

Sony hat es geschafft und ist angekommen ganz oben in der Spitze. Für knapp 650 EUR offeriert der STR-DN1050 genau das Leistungspotential, das wir uns schon lange von einem Sony AV-Receiver wünschen – in Verbindung mit einem exzellenten Preis-/Leistungsverhältnis. Die Nachteile sind schnell aufgezählt: Kein HDMI 2.0 und keine durchgängige Übersetzung der optisch schicken Menüs ins Deutsche. Ansonsten glänzt der Sony: Der Klang ist raumfüllend, gleichzeitig natürlich, enorm dynamisch, mitreißend und detailreich. Mit dieser Auslegung wird der preisgünstige 7.2 AV-Receiver sogar für Klassik- und Opernfans interessant, die sich zusätzlich durch die drei wirklich gut gemachten Concert Hall DSP-Programme ködern lassen dürften. HiRes-Audiodateien werden mit feinem Hochtonbereich, sauber strukturierten Mitten und straffem Bass im 2-Kanal-Betrieb sehr überzeugend wiedergegeben. Die eingebauten Endstufen sind überdies sehr pegelfest. Die Videosektion bietet wenig, nur ein Upscaling auf 4K (bei entsprechendem Bildwiedergabegerät). Dieses ist aber erstklassig, bei unseren Testreihen können wir festhalten, dass wir nur selten ein so scharfes und rauscharmes Upscaling betrachten durften. Mit der sehr guten SongPal-App ist überdies eine komfortable Steuerung mittels mobilem Device möglich. 

Sony hat es geschafft: Der STR-DN1050 ebnet den Weg zurück an die absolute Spitze im AV-Receiver-Business
preisklassenreferenz
AV-Receiver bis 800 EUR
Test 30. Juli 2014

+ Kultivierter, gleichzeitig enorm kraftvoller Klang
+ Sehr belastbare Endstufen
+ Geschliffene Feindynamik
+ WiFi + Bluetooth an Bord
+ 3 HDMI-Ausgänge
+ Exzellentes 4K Upscaling
+ Sehr gute SongPal-App
+ Schicke Menüs mit Hilfetexten
+ Gute Verarbeitung

– Kein HDMI 2.0
– Menütexte nicht durchgängig in Deutsch

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 30. Juli 2014

 



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