TEST: Marantz 7.2 AV-Receiver SR5009 – edle Optik, geschmeidiger Sound

Marantz SR5009 Front Seitlich8

SR5009 für 899 EUR, ab August im Handel – wahlweise in schwarzer oder der typischen golden-silbernen Farbgebung

Marantz SR5009 Rueckseite Seitlich2

Nicht zu übersehen – Rückseite mit WLAN-Antennen

Marantz SR5009 Fernbedienung1

Übersichtliche Fernbedienung

Neu im Marantz-Produktportfolio ist der 7.2 AV-Receiver SR5009, der mit WiFi und Bluetooth ausgestattet ist. Besonderes Kennzeichen des Modells für 899 EUR ist die gebotene mediale Vielfalt. Praktisch alle gängigen Audiodateiformate werden unterstützt, so MP3, WMA, FLAC, AAC, DSD und AIFF. Natürlich wird auch die Gapless-Unterstützung für eine unterbrechungsfreie Wiedergabe z.B. von Live-Konzerten mitgeliefert. AirPlay ist mittlerweile schon fast ein klassisches Ausstattungsmerkmal und wird natürlich nach wie vor mitgeliefert. Mit an Bord ist auch vTuner als kostenlose Internet Radio-Plattform und Spotify Connect als bezahlpflichtiger Online Musikdienst (Connect arbeitet ähnlich wie AirPlay, auf dem Smartphone, auf dem Spotify Installiert ist, kann der AVR als Ausgabequelle verwendet werden, erforderlich ist ein Premium-Abo für 10 EUR/Monat).

Natürlich muss auch die Basis stimmen – der SR5009 hat sich auch auf seine Fahnen geschrieben, eine exzellente Klangqualität durch aufwändige Vor- und Endverstärkertechnik zu garantieren. Die sieben diskret aufgebauten Endstufen arbeiten mit hochmoderner Stromgegenkopplungs-Technologie und mit frisch überarbeiteten Marantz-spefizischen HDAM-Vorverstärkerstufen. Eine hervorragende Feindynamik und eine exzellente Grobdynamik sind die hörbaren Folgen. 180 Watt/Kanal stehen zur Verfügung.

Marantz SR5009 Bedienelemente Front3

Bedienelemente auf der Front. Vorn finden sich ein HDMI- und ein USB-Terminal

Marantz SR5009 Display

Display in Bullaugen-Optik

Marantz SR5009 Bedienelemente Front2

Lautstärkedrehregler

Marantz SR5009 Bedienelemente Front1

Quellwahl

Der AV-Receiver ist sehr gut verarbeitet, und in der schwarzen Version fällt es kaum auf, dass die Wangen links und rechts auf der Front sowie der Rest der Frontblende aus Kunststoff und leider nicht aus Alu sind. Das Marantz-typische Bullaugen-Display ist nicht besonders groß, die Lettern und Zahlen erstrahlen aber hochwertig in Punktmatrixauflösung. Passend zum Display sind die beiden großen, gut in der Hand liegenden Drehregler für Lautstärke und Quellwahl. 

Marantz SR5009 Innenleben Gesamt1

Layout innen, der Kühlkörper besteht aus Blech

Marantz SR5009 Innenleben1

Platinenlayout 

Marantz SR5009 Innenleben3

Nochmals der Kühlkörper

Marantz SR5009 Innenleben4

Trafo

Marantz SR5009 Innenleben5

Elkos

Innen ist der SR5009 gut verarbeitet und leistet sich auch hier keinen Fauxpas. Die verwendeten Bauteile sind von guter Qualität und zur Preisklasse passend. 

Marantz SR5009 Anschluesse Rueckseite3

HDMI-Anschlussboard

Marantz SR5009 Anschluesse Rueckseite4

4 konventionelle Digitaleingänge, Pre Out für Zone 2 (Multiroom), Komponenteneingänge, Komponentenausgang

Marantz SR5009 Anschluesse Rueckseite1

Lautsprecherkabelanschlüsse in hochwertiger Ausführung

Marantz SR5009 Anschluesse Rueckseite2

7.2 Pre-Out ist auch vorhanden, RS232C Schnittstelle, Ethernetbuchse. USB gibt es nur auf der Frontblende

Marantz SR5009 WLAN Antenne

WLAN-Antenne

Der Marantz erfreut mit hochwertigen Schraubterminals für den Anschluss des Lautsprecherkabels bzw. der Bananenstecker hinten. Anschlussseitig stehen unter anderem ein USB-Terminal vorn plus acht HDMI-Eingänge, sieben hinten und einer vorne, sowie zwei HDMI-Ausgänge zur Verfügung. Die HDMI-Sektion ist für 4K/50+60 Hz ausgelegt und entspricht somit modernsten Standards. Hochskalieren kann der Marantz aber nur auf Full HD/1080p – glaubt man dem Text auf der Website. Das entspricht natürlich nicht der Wahrheit, der SR5009 skaliert natürlich, wie mittlerweile üblich, auf 4K hoch, und das ohne Probleme. Des Weiteren verfügt der SR5009 nicht nur über die Bildfelder Streaming, Standard, Movie (deutlich zu rotstichig), Lebendig (zu  blaustichig) und Standard (ausgewogen), sondern auch über die beiden ISF-Modi Tag und Nacht. Zusätzlich hat der Anwender Zugriff auf einen bordinternen Video-EQ, wenn man die Voreinstellung „Benutzerdefiniert“ auswählt. Dann gibt es Regler für Kontrast, Helligkeit, Farbsättigung, eine schaltbare Rauschunterdrückung und eine Einstellung für die Konturenschärfe. 

Marantz SR5009 Screenshot 1

Start des Einrichtungsassistenten mit der Sprachwahl

Marantz SR5009 Screenshot 2

Der Nutzen der Einrichtung kurz erläutert – gefällt uns sehr gut

Marantz SR5009 Screenshot 3

Liste: Was braucht man für die Einrichtung?

Marantz SR5009 Screenshot 8

Lautsprechereinstellungen

Marantz SR5009 Screenshot 9

Lautsprecherkalibrierung

Marantz SR5009 Screenshot 10

Netzwerkeinrichtung, kabellos oder kabelgebunden

Marantz SR5009 Screenshot 11

Verbindungstest

Marantz SR5009 Screenshot 12

Aktivierung der Steuerung übers Netzwerk

Marantz SR5009 Screenshot 13

Nun werden Quellgeräte eingerichtet

Marantz SR5009 Screenshot 14

Eingang einrichten

Marantz SR5009 Screenshot 15

Nun ist die Erstinstallation abgeschlossen

Im OSD, das auch über einen ebenfalls bei Denon üblichen Einrichtungsassistenten verfügt, kann der stolze Besitzer auch verschiedene HDMI-Justagen vornehmen und beispielsweise HDMI-CEC (HDMI Steuerung genannt) aktivieren oder aber Auto Lip Sync aktivieren. Der Videoausgang kann im Auto (Dual) Modus so geschaltet werden, dass beide HDMI-Ausgänge aktiv sind. 

In den Ausgabe-Einstellungen im Videomenü legt der Anwender fest, was vom SR5009 ausgegeben wird (480/576p bis 4K). Wir sind später gespannt auf die Scalingfähigkeiten des Marantz. 

Das Audiomenü und das Lautsprechermenü (zwei getrennte Menüs – einmal Audio, einmal Lautsprecher) ist natürlich auch nach der vom Einrichtungsassistenten unterstützten Ersteinrichtung jederzeit aufzurufen. Im Audiomenü erhält man Zugriff auf verschiedene Zusatzfunktionen, im Lautsprecher-Menü kann man die Audyssey MultEQ XT-Lautsprechereinmessung inklusive Raumakustik-Korrektur starten. Das System arbeitete in den Testreihen zuverlässig.

Marantz SR5009 Mikro

Audyssey-Einmessmikrofon

Marantz SR5009 Staender Mikro

Möchte nicht zum Mond, sondern nur beim Einmessen helfen – neuer Mikrofonständer

Man kann an bis zu 8 Hörpositionen einmessen, und im Lieferumfang enthalten ist ein neuer Mikrofonständer aus Pappe, auf dem man das Mikrofon optimal aufstellen kann, wenn man kein handelsübliches Fotostativ zur Verfügung hat. Nach dem Einmessen kann der Anwender im Audio-Menü zwischen verschiedenen Audyssey-Kurven auswählen: Reference, L/R Bypass (Audyssey wird auf den linken und rechten Front-LS nicht angewendet), sowie Flat. Man kann Audyssey, ebenso die beiden Audyssey-Zusatzfunktionen Dynamic EQ und Dynamic Volume, auch deaktivieren. Ist Audyssey deaktiviert, erhält man auf Wunsch Zugriff zum grafischen EQ (Audiomenü). Dieser arbeitet Lautsprechergruppen-selektiv und bietet unter dem Menüpunkt „Kurvenkopie“ die Möglichkeit, die Audyssey Flat-Kurve als Basis in den EQ hineinzukopieren. Der EQ bietet für die Boxen (außer Subwoofer) folgende Bänder: 63, 125, 250, 500 Hz sowie 1, 2, 4, 8 und 16 kHz. Wählt man den Menüpunkt „Standard“ aus, wird alles wieder in die Werkseinstellungen zurückgesetzt. 

Natürlich kann man die Lautsprecher im entsprechenden Submenü auch manuell anpassen. Beim Time Alignment kann man sogar zwischen Schritten von 0,1 und 0,01 Metern wählen. 

Neu ist ein Eco-Modus, der den Stromverbrauch um bis zu 40 Prozent herabsetzt, wenn man nicht die volle Leistung der sieben Endstufen für den aktuellen Einsatzzweck benötigt. Diese Funktion ist sogar mittels direkter Wahltaste von der schicken Fernbedienung aus anwählbar. Im OSD ist unten rechts ein Balken mit dem aktuellen Energieverbrauch eingeblendet.

Weitere Screenshots der Menüs:

Marantz SR5009 Screenshot 19

HiRes-Wiedergabe

Marantz SR5009 Screenshot 17

vTuner Internet Radio. Auch Flickr und Spotify Connect sind an Bord

Marantz SR5009 Screenshot 18

Auswahl des Mediaservers

Marantz SR5009 Screenshot 21

Einrichtungsmenü

Marantz SR5009 Screenshot 22

Audio-Menü

Marantz SR5009 Screenshot 23

Video-Menü

Marantz SR5009 Screenshot 24

Im Video-Menü: HDMI-Konfiguration

Marantz SR5009 Screenshot 25

Eingangs-Menü

Marantz SR5009 Screenshot 26

Manuelle Lautsprecherkonfiguration

Marantz SR5009 Screenshot 28

Grafisch gut gelöst

Marantz SR5009 Screenshot 29

Genaues Time Alignment

Marantz SR5009 Screenshot 31

Übernahmefrequenz: Für alle Lautsprecher gemeinsam gültig oder pro LS-Gruppe einstellbar

Marantz SR5009 Screenshot 30

Testton

Marantz SR5009 Screenshot 32

Netzwerk-Menü

Marantz SR5009 Screenshot 34

Menü „Allgemein“

Marantz SR5009 Screenshot 35

 Hier kann man die Firmware updaten

Der SR5009 lässt sich nicht nur mit der übersichtlichen und sehr praktischen, auch durchaus formschönen Fernbedienung handhaben, sondern auch mittels App für Smartphone und Tablet. Sie ist für Android- und Apple iOS-Devices erhältlich.

Marantz SR5009 App 1

Marantz Remote App hier im Apple-Store

Marantz SR5009 App 2

 Schickes, markentypisches App-Layout 

Marantz SR5009 App 3

Einstellungen

Marantz SR5009 App 4

Der SR5009 wurde direkt erkannt

Marantz SR5009 App 5

Zugriff auf viele Funktionen, übersichtlich gestaltet

Marantz SR5009 App 6

vTuner Internet Radio

Marantz SR5009 App 7

Wiedergabe einer Internet Radio-Station

Marantz SR5009 App 8

Per App kann man auch die Medienwiedergabe des SR5009 über PCs und Server aus dem Netzwerk regeln

Marantz SR5009 App 9

Wiedergabe eines Titels im 44,1 kHz/24-Bit FLAC-Format

Marantz SR5009 App 10

AirPlay

Marantz SR5009 App 11

AirPlay funktionierte gewohnt zuverlässig

Marantz SR5009 App 12

Lautstärkeregelung

Klang

Schnell ist der SR5009 über Bluetooth mit unserem Apple iPhone 5S verbunden, und die Musikwiedergabe kann beginnen. Beim 2014er Mix des Eurodance-Klassikers „Up’N’Away“ beeindruckt der Marantz durch seinen wuchtigen, aber gleichzeitig präzisen Antritt. Das etwas zurückhaltende, etwas indirekte Wesen früherer Marantz-AVRs ist dem SR5009 überhaupt nicht eigen. Er liefert einen impulstreuen, satten, exakt gestaffelten Bass und eine sehr gute Raunwirkung. Lässt man die Stereo-Bluetooth-Signale mittels Dolby PLII Music auf Mehrkanal aufpolieren, beeindrucken Lebendigkeit und die gleichmäßige Raumwirkung. Auch „Sunny“ von traum:a liegt dem SR5009 – mit erneut überragendem Bassbereich, weitläufigem Aufbau der Klangkulisse und einer enorm guten Trennung von Stimmen und Instrumenten weiß der „kleine Bolide“ nicht nur zu überzeugen, sondern zu begeistern. Kleinere dynamische Differenzen arbeitet der AVR mit ausgezeichneter Genauigkeit heraus. 

Natürlich kann der SR5009 weitaus mehr, als Musik mittels BT-Streaming wiederzugeben. Also führt der Weg schnurstracks zu FLAC-HiRes-Audiodateien in 88,2/96/192 kHz. Diese muss der SR5009 nun in Stereo wiedergeben. „Garden In The Rain“ von Diana Krall haben wir im „Pure“ Stereo-Modus gehört, und der AV-Receiver legt Tugenden an den Tag, die man noch vor wenigen Jahren gerade bei einem 900 EUR-AVR nicht ohne Weiteres vermutet hätte: Mit Feingefühl, gleichzeitig aber mit Verve, stellt der SR5009 eine emotionale, kultivierte und fein gestaffelte Wiedergabe sicher. Besonders hervor sticht die Stimme Dianas, die sich sauber vom Lautsprecher löst, und sich schon beinahe mit filigraner Raffinesse im Raum verteilt – Chapeau! Dass auch das Zusammenspiel von Bass und Piano so gut funktioniert, ist umso beeindruckender, denn dadurch stellt der Marantz ein nahezu lückenloses Hörerlebnis zur Verfügung und beweist uns, dass HiRes erst bei einem Gerät der gehobenen Mittelklasse richtig Sinn macht. Sicher, es ist toll, dass 350 EUR-AVRs HiRes-Musikdateien wiedergeben können. Sicher ist auch dies der Verbreitung von HiRes-Musikdateien zuträglich, da so auch die breite Masse direkt angesprochen wird. Aufgrund der Tatsache, dass erst höherwertige AVRs aber die entsprechenden Baugruppen besitzen, beginnt auch dort erst das umfassende Hörvergnügen für den versierten Anwender. 

„But Not For Me“ von John Coltrane ist das nächste Stück, mit dem sich der SR5009 auseinander zu setzen hat. Die Saxophon-Klänge und das Hi-Hat werden akkurat voneinander getrennt und auf dem Weg zum Zuhörer sorgfältig aufbereitet. Wieder tut sich der Marantz-Receiver durch die sehr gute Herausarbeitung kleiner Dynamikdifferenzen hervor. Der Sound ist lebendig und schwungvoll, flott im Antritt ist der AVR demnach auch hier. „Diamante“ von Sandra & Tony Alessi wird vom SR5009 recht geschmeidig präsentiert. Leichte Abstriche sind bei der ohnehin bei dieser Aufnahme etwas kritischen Stimmwiedergabe zu machen. Stimmen wirken minimal schrill und etwas zu scharf, gerade bei gehobenem Pegel. Diese Höreindrücke konnten wir auch schon bei anderen AV-Receivern machen, nur wenige sind durch eine etwas weichere Auslegung in der Lage, diese quellbedingte Misslichkeit zu mildern. Richtig störend wird dieses Phänomen beim Marantz aber nicht, man freut sich eher an der Detailtreue bei der Herausarbeitung der Instrumente und an der natürlichen Räumlichkeit.

Wie sieht es mit Mehrkanal-Musik von Blu-ray aus? Wir beginnen mit der orchestralen Eröffnung sowie der ersten Arie aus Wolfgang Amadeus Mozarts weltberühmter Oper “Figaros Hochzeit” (BD, DTS-HD High Definition 5.1, Susanna gesungen von Anna Netrebko, Figaro gesungen von Ildebrande D’Arcangelo, gespielt von den Wiener Philharmonikern unter Nikolaus Harnoncourt). Schon das Raunen und Murmeln, die leisen Gespräche und dann das Klatschen des Publikums gibt der SR5009 atmosphärisch dicht wieder. Er entwickelt erneut viel Feingefühl für räumliche Präzision, als dann erst leise und dann immer vehementer das Orchester zu spielen beginnt, zeigt der Marantz wieder Tugenden, die wir zuvor schon kennengelernt haben: Impulstreu, räumlich authentisch und mit sehr gelungene Differenzierung zwischen den einzelnen Instrumenten. Er agiert mit einer sehr ausgewogenen Front-Surround-Balance, auch dadurch wirkt das Gefühl von Räumlichkeit echt. Die Streicher erklingen mit guter Transparenz, im letzten Detail hört man, dass noch mehr geht an Auflösung und Einarbeitung, der SR5009 entstammt aber nicht der Luxusklasse, in der man hier noch mehr Leistungsfähigkeit erwarten dürfte. Wie stellt der AV-Receiver die Stimmen von Netrebko und d’Arcangelo dar? Wir hören in die erste Arie hinein und befinden: Alles bestens, da er mit einer enormen Sorgfalt vorgeht und vokale Konturen gelungen betont. Die charismatische vokale Präsentation gelingt bei der weiblichen und bei der männlichen Stimme. Sehr gut die Trennung zum instrumentalen Anteil, trotzdem erscheint die Akustik als harmonisches Ganzes. 

Beim finalen Konzert der norwegischen Pop-Formation a-ha wurde 2010 eine Live-Aufnahme angefertigt, die auf der entsprechenden Blu-ray-Disc auch in DTS-HD Master Audio abgelegt ist. Beim Evergreen „The Sun Always Shine On TV“, dem ersten Titel des Konzertes, fängt der Marantz gelungen die Live-Atmosphäre ein und schafft eine Surround-Klangkulisse, die schon im 5.1 Betrieb den Zuhörer einhüllt und somit ein intensives Hörerlebnis bietet. Der Aufbau des Songs gelingt dem SR5009 sehr gut, erneut punktet er mit den schon bekannten Tugenden: Impulstreu, lebendig, weitläufig und durchaus mit Nachdruck, der aber nie übertrieben wirkt. Der Rhythmus kommt exzellent heraus, und die Stimme des Sängers gefällt durch die stimmige Einarbeitung. 

Kann der SR5009 auch mit Filmton geschickt umgehen? Bei „Mission Impossible – The Phantom Protocol“ sind wir dieser Frage in Dolby TrueHD nachgegangen. Wir starten im 4. Kapitel, hier ist gleich zu Beginn der Kreml in Moskau im Sonnenlicht zu sehen, typisch russische Musik erklingt. Hier gefällt der Marantz mit einer satten, lebendigen Wiedergabe. Nur bei sehr hohem Pegel wird die Darstellung minimal schrill, das sind aber Lautstärkeregionen, in die selbst Anwender, die gern mal lauter hören, kaum vordringen und es ist eher positiv, dass der SR5009 hier überhaupt noch präsent ist – das spricht für die Belastbarkeit seiner Endstufen. Kleinere Effekte, als z.B. der Ausrüstungsgegenstand von oben in die Kanalisation fällt, kommen ebenso gut heraus wie die Stimmen der Protagonisten und das Scannen der Dokumente und Gegenstände beim streng kontrollierten Einlass ins Innere des Kremls. Die Hintergrundgeräusche sind fließend eingearbeitet, der Music Score, der massiv Spannung erzeugt, ertönt mit dem nötigen Nachdruck. Ein intensives und auch in Szenen, in denen es gerade keine gigantischen Effektsalven gibt, umfassendes Filmerlebnis ist ohne Zweifel die Domäne des SR5009. Richtig rund geht es in dem Kapitel, als Ethan Hunt während eines heftigen Sandsturms seinen Gegner verfolgt. Der Marantz SR5009 schafft es in all dem Spektakel, auch kleinere Effekte wie das Piepsen des Programms für den Peilsender auf dem Smartphone oder den Music Score ansprechend einzuarbeiten. Die Sandkörner wirbeln dreidimensional rund um das Auditorium, und die großen Effekte wie der Aufprall von Ethan auf die Motorhaube des BMW X3 und die anschließenden wilden Fahrmanöver gibt der Marantz mit enormer Dynamik wieder. 

Videosektion

Bei der nun folgenden Bewertung der Videosektion beweist uns der SR5009 diesmal beim Hochskalieren von 1.920 x 1.080p BD-Signalen auf 3.840 x 2.160 Pixel UHD-Auflösung sein Können.  Das Upscaling macht (betrachtet auf einem brandaktuellen 2014er Sony KD-65X9005B) einen sauberen Eindruck, die üppig geschminkten und in prächtige Gewänder gehüllten Mädchen, die im ersten Kapitel einen Tanz aufführen, erscheinen enorm detailreich und in der ISF Day-Einstellung bei Tageslicht bzw. in der ISF Night Einstellung bei abgedunkeltem Raum bzw. bei Nacht kontrastreich, augenfreundlich und farblich gut gelungen. Auch der Sequenz, als zahlreiche Tempelanlagen inmitten grüner Natur gezeigt werden, schlägt sich der SR5009 beachtlich, es ist allerdings in geringem Umfang Scalingrauschen sichtbar.

Das Bild erscheint sonst scharf, ruhig und detailreich. Nur selten treten bei langsamen Kamerafahrten kleine Ruckler auf. Der Marantz SR5009 offeriert eine gleichbleibende Bildschärfe in nahezu allen Bildebenen, erst bei kleinen Einzelheiten im Bildhintergrund ist eine etwas nachlassende Bildschärfe erkennbar. Das Bergpanorama im nun folgenden Kapitel gibt der Marantz ebenso überzeugend wieder, nur die von links ins Bild kommende goldene Verzierung des Mauerwerks zeigt leichtes Bildzittern. Die Glasperlen, die durch die Hand gleiten, sind gut durchzeichnet, und das Gesicht der alten Frau wirkt plastisch und facettenreich.

Bei der BD „Mission Impossible – The Phantom Protocol“ realisiert der Marantz im vierten Kapitel im Inneren des Kremls ebenfalls eine gute Upconversion, nur etwas Scalingrauschen ist vorhanden. Farben erscheinen authentisch, Einzelheiten an den Uniformen kommen plastisch heraus. Ab und zu sind minimale Bewegungsunschärfen festzustellen, gerade feine Muster erscheinen während Kamerafahrten dann etwas unschärfer als im „Ruhezustand“. Details stellt der SR5009 ausgezeichet dar, was man z.B. an der Darstellung der Hautoberfläche bei Ethan und Benji sehen kann. 

Konkurrenzvergleich 

Der Onkyo TX-NR737 ist laut UVP gleich teuer wie der Marantz SR5009, und beide AV-Receiver befinden sich somit in der Oberen Mittelklasse. Der Onkyo sieht schlichter aus und wirkt nicht ganz so imposant wie der Marantz, allerdings weist auch der 737 ein gelungenes Finish auf.  Beide AVRs geben sich multimedia keine Blöße und geben auch Hires-Audio-Dateien in sehr guter Qualität wieder. Nachteil des Onkyo: AirPlay fehlt. Dafür erscheint die Videosektion des Onkyo TX-NR737 noch etwas leistungsfähiger zu sein. Der Marantz hält mit noch etwas besserem Antritt der Endstufen entgegen. Das aktuelle OSD der Onkyo-AVRs gefällt uns noch etwas besser als das des Marantz,  dafür sieht bei Marantz die App noch schmucker aus. Insgesamt also ein Gleichstand zwischen zwei enorm leistungsfähigen AV-Receivern, die eine Performance bieten, die man noch vor kurzer Zeit lediglich bei deutlich teureren AV-Receivern gefunden hat. 

Aus gleichem Hause kommt der etwas teurere, aber ältere Marantz SR6008, der eine UVP von 999 EUR aufweist. Der günstigere, neuere SR5009 kann akustisch praktisch alles ebenso gut, agiert sogar noch minimal impulstreuer und gibt HiRes-Dateien noch charismatischer wieder. Mit Bluetooth und WLANn ausgerüstet, kann sich der SR5009 hervorragend als moderne, preislich sehr faire Alternative in Position bringen. 

Wie schlägt sich ein älteres 2012er Modell wie der Yamaha Aventage RX-A820, der zum Schluss letztes Jahr sehr günstig ausverkauft wurde, im Vergleich zum modernen Marantz SR5009? Akustisch verblüffend gut, grob- und feindynamisch ist der Yamaha noch immer auf der Höhe der Zeit. Auch die Pegelfestigkeit gefällt sehr gut. Räumlichkeit und Stereoklang zeigen allerdings, dass 2 Jahre später sich schon wieder einiges getan hat, hier kann der SR5009 seine Klasse beweisen. Ebenso bei der Ausstattung, mit umfangreicher HiRes-Audio-Wiedergabe, WLAN und Bluetooth besitzt der Marantz alle derzeit nachgefragten Ausstattungsmerkmale. Nach wie vor unerreicht: Die Güte der DSP-Programme bei Yamaha. 

Fazit

Marantz SR5009 Front Seitlich6

Der Marantz SR5009 hat uns im Praxistest exzellent gefallen. Nicht nur die attraktive, typische Marantz-Optik, auch der lebendige, räumlich authentische Klang, der gleichzeitig feindynamisch hervorragtend und kultiviert ist, füllen das Marantz-Punktekonto problemlos an. Mit der umfangreichen und sinnvollen Ausstattung sichert sich derSR5009 ebenfalls viele Sympatien. Im Gegensatz zu Onkyo, die Dolby Atmos schon ab dem TX-NR636 einführen, ist für den SR5009 allerdings kein Atmos-Update in Planung. Zurück zum Test. Besonderes bei HiRes-Audiodateien gefällt uns die detailreiche und fesselnde Wiedergabe, hier merkt man, wie gut ein 900 EUR-AVR mittlerweile klingen kann. Die Videosektion verdient sich gute bis sehr gute Bewertungen, die Anschlussbestückung ist umfangreich.

Optisch sehr attraktiver, klanglich extrem starker 7.2 AV-Receiver mit WLAN und Bluetooth
preisklassenreferenz
AV-Receiver bis 1.000 EUR
Test 07. Juli 2014

+ Räumlich sehr authentische Wiedergabe
+ Exzellente Einarbeitung von Details, besonders bei der HiRes-Präsentation zu merken
+ Pegelfest und impulstreu
+ WLAN und Bluetooth
+ Gute Videosektion mit 4K Upscaling
+ Optisch sehr attraktiv
+ Umfangreiche Anschlussbestückung
+ Sehr übersichtliche und praktische Fernbedienung

– Kein Dolby Atmos-Update in Planung

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 07. Juli 2014




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