TEST: Samsung Galaxy A9 - Mittelklasse-Modell mit 6,3" OLED-Screen und 24 MP-Kamera

Mit dem neuen Samsung Galaxy A9 erhält die A-Serie Zuwachs um ein Premium-Modell, das mit gleich vier Kameras ein echtes Luxus-Feature bietet. Nach der fast schon protzigen Präsentation der neue S-Linie tritt Samsung zurecht mit breiter Brust auf, denn das Galaxy S10 ist die klare Ansage an die Konkurrenz, dass die Koreaner auch weiterhin die Nummer 1 auf dem Smartphone-Parkett bleiben möchten. Um auch im Einsteiger- und Mittelklasse-Sektor ganz vorne mitzuspielen, hat Samsung zudem die A-Klasse mit einem Premium-Modell aufgewertet. Wir wollen uns ansehen, wie sich das Gerät im Praxisbetrieb schlägt.

Rückseite

Seitliche Ansicht

Gesamtbild

Schlicht, schlichter, A-Klasse. Das schwarze Gehäuse mit leichten Rundungen ist komplett in Glas gehüllt und weist um das Display rundherum Aussparungen auf. Fingerabdrücke sind daher nicht zu vermeiden, aber das liegt halt in der Natur des Materials. Zur Auswahl übrigens stehen auch die Farben Blau und Pink, die mit einem schicken Farbverlauf punkten – die schwarze Version ist dagegen konservativ-schlicht. Die einzige Besonderheit des Modells befindet sich auf der Rückseite, denn hier ist eine Hauptkamera mit gleich drei Linsen zu finden, in dieser Preisklasse ein absolutes Novum!

Das angenehm schlanke Smartphone (ca. 8mm Bautiefe) wirkt sehr gut verarbeitet, es weist keinerlei grobe Spaltmaße auf und die verwendeten Materialien sind hochwertig. Eine IP-Zertifizierung gibt es allerdings nicht.

Mit 6,3 Zoll in der Diagonalen im 18,5:9-Format ist der OLED-Touchscreen gut gerüstet. Die Auflösung von 2.220 x 1.080 Bildpunkten (FHD+) sorgt für eine Pixeldichte von rund 392 ppi. Das ist zwar keine qualitative Spitzenklasse, im Alltag halten sich die Unterschiede gegenüber der S-Klasse aber doch in Grenzen. Dank OLED-Technologie gefällt zudem vor allem die satte Farbwiedergabe und das echte Schwarz. Top-Niveau gibt es sogar in den Bereichen Maximalhelligkeit und Kontrast, denn hier können nur geschulte Augen Unterschiede zum aktuellen Galaxy S9 erkennen – eine insgesamt sehr gute Leistung!

Kamera

Vier gewinnt! Mit gleich vier Linsen setzt Samsung in der Mittelklasse ein Ausrufezeichen. Die Hauptkamera mit drei Linsen bietet dabei eine anspruchsvolle Architektur: Eine 24-Megapixel-Hauptkamera mit f/1.7-Blende, ein Teleobjektiv mit 10 Megapixel und optischen Zweifach-Zoom sowie ein 5-Megapixel-Objektiv speziell für den Bokeh-Effekt, das volle Programm also!

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Im Praxistest zeigt sich aber leider, dass weniger wohl mehr gewesen wäre, denn selbst bei guten Lichtverhältnissen mangelt es an Detailreichtum und knackiger Schärfe. Sobald schwächeres Licht einsetzt, sehen Schnappschüsse zudem blass und mitunter künstlich aus, da ein Weichzeichner verstärkt eingesetzt wird. Sicherlich ist die Kamera alles andere als eine Katastrophe, doch in der Preisklasse gibt es Kameras, die sich qualitativ besser schlagen. Das liegt auch am Fehlen eines optischen Bildstabilisators.

Dafür punktet der Knipser aber mit einer Fülle an Möglichkeiten und Komfort, inklusive intelligenten Szeneoptimierer, vielen Effekten, Live Fokussierung bei Bokeh-Aufnahmen AR-Emojis sowie Zeitlupe &-raffer im Camcorder-Modus. Zumindest in dieser Kategorie gibt es in dieser Preisklasse kaum eine bessere Ausstattung.

Aufgenommen mit dem Galaxy A9

Hier bei schwächerem Licht

Beeindruckend ausgestattet ist auch die Frontkamera, da bis zu 24 Megapixel möglich sind – Rekord! Im Zusammenspiel mit Feinzeichner und Bokeh sind durchaus beeindruckende Selfies möglich, doch es ist eine sehr ruhige Hand erforderlich.

Ungewöhnlich für ein Mittelklasse-Smartphone ist auch das Speicherangebot, denn 128 GB sind für rund 400 Euro nicht obligat. Darüber hinaus lässt sich das A9 parallel mit zwei SIM-Karten und eine microSD-Karte (bis 512 GB) bestücken.

Fans dürfte es zudem erfreuen, dass auch ein klassischer Kopfhöreranschluss verfügbar ist. Auch über die Datenschnittstellen gibt es viel Gutes zu berichten, denn es ist durchweg schnelles Tempo angesagt: aktuelles WLAN-ac, Bluetooth 5.0. sowie LTE Cat 9 mit bis zu 450 Mbit pro Sekunde im Downstream.

Android 8.0 ist vorinstalliert

Nutzer müssen sich mit dem Betriebssystem Android 8.0 Oreo begnügen, ein Update auf Android 9 Pie ist für den April 2019 geplant.

Interessant: Bei der Geräteeinführung bietet Samsung zuerst die Gesichtserkennung zur Entsperrung an. Diese lässt sich recht schnell einrichten und funktioniert einigermaßen schnell und sicher. Überdies befindet sich auf der Rückseite des Weiteren auch ein Fingerabdrucksensor. Das Sensorfeld könnte zwar etwas größer sein, doch dafür arbeitet der Scanner ebenfalls recht zügig und zuverlässig.

Auffällig beim Betriebssystem ist ferner das „Always On“-Display im Schlummerzustand. Nutzer können dabei individuell festlegen, welche Infos auch im Standby-Betrieb angezeigt werden sollen.

Auch Bixby ist an Bord

Weitere Besonderheit: Der linke Startbildschirm ist dem Dienst Bixby vorbehalten. Mit diesem Samsung-Sprachassistenten soll der Alltag für den Nutzer erleichtert werden, indem man unter anderem Routinen festlegen kann. Das Problem: Noch ist dieser Dienst inklusive der Sprachsteuerung in deutscher Sprache nicht erhältlich, sodass er für Deutsche nur schwer nutzbar ist. Das Update mit deutscher Sprache kommt aber voraussichtlich mit dem Update auf Android 9 Pie im April 2019.

Restliche bekannte Android-Dienste, inklusive ein App Drawer und andere Short Cuts, sorgen dafür, dass sich Nutzer schnell heimisch fühlen werden.

Okay, der Snapdragon-660-Prozessor ist zwar nicht mehr neueste technische Stand, doch dafür hilft ein Arbeitsspeicher von 6 GByte dem Gerät in der Regel aus der Bredouille, sollten die Ansprüche größer sein. Im Praxistest gab es jedenfalls keine nennenswerten Verzögerungen. Nur bei anspruchsvollem Multitasking gibt es gelegentlich eine Bedenkzeit – doch wir befinden uns ja auch nicht in der preislichen Spitzenklasse.

Das Galaxy A9 ist mit einem 3.800-mAh-Akku ausgestattet. Im Praxistest pendelte sich die Rufbereitschaft auch bei ordentlichen vier Tagen ein, wenn man nicht gerade ein Multimedia-Junkie ist. Der Nonstop-Einsatz endete ebenfalls bei guten 9,5 Stunden – da kann man nicht meckern, zumal eine Wiederaufladung dank USB-C-Unterstützung nur rund zwei Stunden dauert.

Das A9 verfügt zwar nur über einen Mono-Lautsprecher im unteren Rahmen, doch der agiert klanglich breit gefächert, luftig und sogar mit ein wenig Bassfundament. Selbst bei höchster Lautstärke halten sich zudem Verzerrungen in Grenzen. Zu diesem klanglichen Bild passt auch die Sprachqualtität, denn Stimmenanteile werden sauber und durchaus natürlich in beide Senderichtungen übertragen.

Samsung Galaxy A9

Clever, dass Samsung diesem Mittelklasse-Smartphone durch eine luxuriöse Kamera-Ausstattung ein kleines Alleinstellungsmerkmal verschafft. Schade aber, dass wohl der schmalere Euro dafür sorgt, dass die Kamera ihre Qualitäten nicht voll ausspielen kann und ein optischer Bildstabilisator fehlt. Dafür überzeugt das Gerät aber durch ein starkes Display, eine souveräne Performance, XXL-Ausstattung und vernünftige Akkuleistung. Für einen Online-Preis von unter 400 Euro bekommt der Käufer auf alle Fälle ein vielseitiges Smartphone-Paket.

Luxuriös ausgestattete Mittelklasse-Modell

13.03.2019

+ Hochwertiges OLED-Display
+ Gute Akkulaufzeit
+ Sehr gute Ausstattung

- Fotoqualität könnte besser sein
- Keine IP-Zertifizierung
- Kein optischer Bildstabilisator

 

Test: Ulf Schneider
Datum: 13.03.2019

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