TEST: Panasonic Soundbar SC-HTB580 – 3.1-System im flachen Design

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Für 329 EUR liefert Panasonic die 3.1 Soundbar/Wireless Subwoofer-Kombination SC-HTB580 im eleganten, flachen dreieckigen „Delta“ Design aus. Ideal, so Panasonic, passt die Soundbar vom Format her (950 mm breit) zu 42 Zoll-TVs. Der Marktpreis liegt mit rund 280 EUR nochmals deutlich unter der unverbindlichen Preisempfehlung. Das Paket, welches Panasonic für den fairen Marktpreis bietet, gefällt gleich nach dem Auspacken durch die solide Verarbeitung und das elegante, flache Design. Die Lautsprecherchassis der Soundbar liegen hinter einem formschön integrierten, solidem Metallgitter, die geringen Spaltmaße zeugen von routinierter Verarbeitung. Natürlich ist vorn mittig auch ein Display integriert. Der aktive Subwoofer strahlt nach unten ab und ist deutlich besser verarbeitet als manches Mitwettbewerber-Produkt, kleinere Unzulänglichkeiten beim Finish im Detail sollte man in Anbetracht des Preises nicht überbewerten. Die mitgelieferte kompakte Fernbedienung hat keine billigen Folientasten, sondern richtige Tasten mit gut definiertem Druckpunkt. 

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Kompakte Fernbedienung mit richtigen Tasten (keine billigen Folientasten) 

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Bedienelemente an der Soundbar selber 

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HDMI Ein- und Ausgang, optischer Digitaleingang 

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Display

Bluetooth inklusive NFC (aber leider ohne aptX) ist selbstverständlich an Bord, ebenso die „Clear Mode Dialog“-Funktion, die für eine besonders gute Sprachverständlichkeit sorgt. Mittels der „Dialog Level“-Kontrolle ist eine anwenderbezogene Anpassung der Sprachverständlichkeit in mehreren Stufen mit an Bord. Dank Viera Link ist es möglich, die SC-HTB580 in ein HDMI-basiertes bestehendes Panasonic-System zu integrieren und z.B. TV, Blu-ray-Player und Soundbar mit nur einer Fernbedienung zu steuern. 

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Decoder für Dolby Digital und DTS an Bord 

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Sehr gute Verarbeitung 

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Rückseite 

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Sehr flach

Die Soundbar lässt sich entweder liegend auf dem Sideboard beziehungsweise Regal unterbringen oder direkt unter dem Flachbildschirm an der Wand befestigen. Bei beiden Installationsarten ist ein optimaler Raumklang möglich.

Die Systemleistung fällt mit insgesamt 310 Watt relativ großzügig aus. Es entfallen davon jeweils 60 Watt (1 kHz, 6 Ohm, 10 % Klirrfaktor)auf die in der Soundbar enthaltenen Kanäle Front Links, Center und Front Rechts sowie 130 Watt (100 Hz, 8 Ohm, 10 % Klirrfaktor) auf den aktiven Wireless-Subwoofer. Bestückt ist die Soundbar mit 6,5 cm Konus-Vollbereichslautsprechern, der drahtlose Aktivsubwoofer greift auf ein 16 cm Basschassis zurück. 

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Kompakter aktiver Subwoofer 

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Rückseite

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 Gute, aber nicht perfekte Detailverarbeitung

Anschlussseitig sind HDMI Eingang und HDMI Ausgang (mit ARC) sowie ein optischer Digitaleingang vorhanden. Analoge Eingänge im Cinch- oder 3,5 mm Miniklinken-Layout fehlen gänzlich. 

Decoder für Dolby Digital, Dolby Pro Logic II und DTS Digital Surround sind im Panasonic-System integriert. 3D Full HD-Signale werden weitergeleitet, 4K-Signale werden nicht unterstützt. Im Bluetooth Standby-Betrieb werden nur 0,48 Watt verbraucht (Soundbar). 

Die Soundbar wiegt 2,6 kg und ist 950 mm breit, 53 mm hoch und 110 mm tief. Der Wireless-Subwoofer wiegt 5 kg und ist 180 mm breit, 408 mm  hoch und 306 mm tief. 

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Musikwiedergabe vom Server

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Erklärungen, die auf Wunsch auch ausgeblendet werden können 

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Musikquellen-Übersicht

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Kompatibel zu Spotify

Die Panasonic Music Stream App, gratis herunterzuladen für Apple iOS- und für Android-Devices, sorgt für vielfältige Musik-Quellen. Mittels Bluetooth werden die Signale der App zur Soundbar transportiert, die App auf dem Smartphone greift mittels WLAN-Verbindung auf die Musikbibliotheken auf PCs, Notebooks und Home Server zu. Natürlich ist es auch möglich, per Bluetooth die auf dem jeweiligen Smartphone gespeicherte Musik zur SC-HTB580 zu transportieren. Es gestaltet sich äußerst einfach, weitere Musikquellen hinzuzufügen. Ebenfalls ist es möglich, mittels der App auf den beliebten Internet-Musikservice Spotify zuzugreifen. 

Die Bedienung der App ist einfach und schnell verstanden. Hires-Dateien gibt die Soundbar nicht wieder, was aber auch nicht wirklich Sinn machen würde. Ein derartig konzipierter Lautsprecher ist kaum in der Lage, die Vorzüge von hochauflösenden Audiodateien entsprechend herauszustellen.

Klang

Das soll nun nicht heißen, dass die SC-HTB580 unzureichend klingen würde. Wir spielen per Bluetooth von unserem iPhone 6 den Track „Dash Off“ von Jay B. zu und wählen das DSP-Programm „Music“. Es dauert übrigens nicht einmal 30 Sekunden, bis iPhone 6 und die Panasonic-Soundbar per Bluetooth miteinander verbunden waren, das ist vorbildlich. Nun zum Sound an sich. Der kompakte Subwoofer wächst im wahrsten Wortsinn „über sich hinaus“ und haucht dem Bassbereich ordentlich Leben ein. Dabei wummert der Bass-Spezialist nicht unmotiviert vor sich hin, sondern offeriert einen kraftvollen, zugleich relativ präzisen Bass. Der gesamte Klang ist so ausgerichtet, dass man angenehm und entspannt über eine längere Zeitspanne hören kann. Enorme Brillanz ist nicht vorhanden, das macht aber nichts, weil diese oftmals bei günstigen Produkten durch Aggressivität und einen manchmal leicht schrillen Unterton erkauft wird. Diese negativen Attribute fehlen bei der SC-HTB580 erfreulicherweise. Das nach vorn Strebende, Kraftvolle, das diesen Track auszeichnet, kommt auf jeden Fall gut heraus.  Sehr gut funktioniert bei der App das Wechseln zwischen verschiedenen Musikquellen. Haben wir „Dash Off“ noch vom Server aus dem Netzwerk zugespielt, kommt der Trance-Klassiker „Remember Me“ von A.I.D.A. direkt vom iPhone 6. Nur Sekundenbruchteile dauert der Wechsel, und schon geht es ab. Mit guter Differenzierung, hartem Bass und guter Raumwirkung kann man auch hier auf die Panasaonic-Soundbar setzen – der aktive Bassist ist eine sehr gern gesehene und noch lieber gehörte Unterstützung, denn der Bass hat Volumen, Nachdruck und der Tiefgang ist ordentlich. 

Hören wir Musik von Blu-ray, in unserem Falle Celine Dions Interpretation von „The Power Of Love“ (Dolby True HD), sind die Leistungen des Panasonic Soundbar/Subwoofer-Sets ebenfalls als tadellos einzustufen. Vor allem kann man mit der Soundbar richtig „Gas“ geben – wir haben hier eine Komponente vor uns, die tatsächlich ordentlich Leistung freisetzt und keine „Pegel-Lusche“. Die Pegel, die die SC-HTB580 auch bei „It’s All Coming Back To Me Now“ locker fährt, sind herausragend und werden überdies auch noch nahezu verzerrungsfrei erreicht. Die für eine solche Komponente erstklassige Stimmpräsenz, der wuchtige, antreibende, aber nicht unschön überdominante Bass und die ausgezeichnete Einarbeitung der einzelnen Instrumente ist für 329 EUR Kaufpreis beispielhaft. Wir müssen, verglichen mit allen bislang getesteten Soundbars, nach Konkurrenten suchen, die ähnlich gut agierten, und setzen wir den niedrigen Kaufpreis an, ist die Panasonic-Soundbar fast allein auf weiter Flur. „Because You Loved Me“ ist der dritte Celine Dion-Titel von der „A New Day“ Blu-ray, den wir uns anhören – so viel Freude bereitet uns die SC-HTB580. Der klare, kraftvolle Bass, die charismatische Stimmwiedergabe – Dinge, die niemand mit etwas Erfahrung überhaupt mit einem Soundbar-/Subwoofer-System in Verbindung bringen würde -, zeichnen das Panasonic-System aus. Ganz klar – für Musik-BDs ist dieses Set überragend geeignet. 

Weiter geht es mit Musik, mit dem finalen Konzert der norwegischen Pop-Legenden von a-ha. Hier gab es 2010 in Oslo ein Abschiedskonzert, von dem eine Blu-ray-Disc mit DTS-HD Mehrkanaltonspur existiert. Wir haben uns den großen 80er Jahre-Hit „The Sun Always Shine On TV“ angehört. Gleich zu Beginn hört man, wie sich der Track langsam aufbaut, hinzu kommen massive Beifallsbekundungen von Seiten des Publikums. Der Bass kommt richtig „von unten hoch“ und sorgt so für ein massives Fundament, die Synthesizer-Effekte bieten eine als natürlich empfundene Räumlichkeit. Alle akustischen Komponenten verdichten sich zu einem überraschend hochwertigen Gesamterlebnis. Als Morten Harket seine Stimme erhebt, kommt richtiges „Gänsehaut-Feeling“ auf. Als dann kurze Zeit später die spezielle Live-Konzert-Version richtig durchstartet, beeindruckt die SC-HTB580 mit intensiver Räumlichkeit und sehr hoher Dynamik. 

Wir hören nun in die Madagaskar-Szene von „Casino Royale“ hinein, in Dolby Digital 5.1 und auf Blu-ray. Die Rufe des Publikums bei dem Tierkampf kommen mit solider Räumlichkeit im „Cinema“ DSP heraus. Als der Bombenleger merkt, dass er ertappt wurde, beginnt eine wilde Flucht. Der Music Score begleitet das turbulente Geschehen mit wachsendem Spannungsbogen, die Soundbar nebst Subwoofer gibt alles lebhaft wieder und schafft eine gute Differenzierung zwischen Musik und Effekten. Als 007 auf der Großbaustelle den Radlader verwendet, um den Bombenleger zu erwischen, bricht das Baufahrzeug mit nachvollziehbarer Wucht in die Betonmauer ein. Hier zeigt das Panasonic-System wiederum, dass einiges an Kraft vorhanden ist. Zweiter Beweis für diese These ist die kurz darauf folgende heftige Gasexplosion. Der Kampf des britischen Agenten mit dem enorm sportlichen Bombenleger hoch oben auf den Kranauslegern wird von einem sehr gut zur Spannung passenden Music Score begleitet, und auch kleinere Geräusche werden sehr sauber eingearbeitet – so z.B., als 007 auf der Winde hinauffährt. Auch der Versuch des Bombenlegers, Bond auf dem Kranausleger zu erschießen, was aufgrund des leeren Magazins der Pistole mißlingt, kommt akustisch gut heraus. Das Bewegen der Abschussvorrichtung ist gut ins tonale Gesamtgefüge integriert.

Die Jagd geht weiter, aus schwindelerregenden Höhen geht es ab in die Tiefe, und James prallt hart auf ein Dach. Das Geräusch des Aufpralls klingt nicht oberflächlich, sondern intensiv und glaubwürdig. Lediglich das Differenzierungsvermögen von Effekten, die sich im Hintergrund abspielen, ist nicht allzu hoch, hier werden einzelne Anteile gern miteinander vermischt – das ist für eine Soundbar für 329 EUR aber kein Problem, schließlich ist das Panasonic-Paket nicht für extrem anspruchsvolle Cineasten gedacht, sondern für normale Anwender, die im Alltag eine gelungene akustische Umsetzung von TV-Sendungen und Filmen erwarten, und das ohne Installationsaufwand. Dies setzt die SC-HTB580 hervorragend um, so auch bei der Schießerei in der Botschaft der „Bananenrepublik“. Zerspringendes Glas, MP-Salven – der ganze, 007-typische explosive Cocktail wird mit Dynamik sowie guter Raumfülle wiedergegeben. Stimmen werden übrigens gut ins klangliche Gesamtbild integriert und stehen weder zu weit im Vorder-, noch zu stark im Hintergrund. 

Panasonics Soundbar-/Subwoofer-System liefert eine überragende klangliche Leistung ab – was bieten die Konkurrenten? 

Für 499 EUR offeriert die Denon-Soundbar DHT-S514 überragende Leistungen. Warum beginnen wir gleich mit einem so viel teureren Konkurrenten? Klare Antwort – weil die Panasonic SC-HTB580 so gut ist. Und so muss sich auch die DHT-S514 mächtig strecken, um in Führung zu gehen. Mehr Präzision, noch mehr Klarheit bei der Stimmwiedergabe – das sind die Vorzüge. Sicher, die DHT-S514 ist ihr Geld Wert, aber wie gut die Panasonic-Soundbar auch hier für deutlich weniger Geld abschneidet, ist bemerkenswert. 

Von Samsung ist für rund 220 EUR Marktpreis (ehemals ca. 400 EUR) die HW-H550 Soundbar mit externem drahtlosem Subwoofer erhältlich. Die Ausstattung ist sehr umfangreich, so kann man in Verbindung mit einem kompatiblen Samsung TV eine Bluetooth-Verbindung zwischen TV und Soundbar herstellen, und die Soundbar übernimmt dann gleich das akustische Kommando. Die tadellos verarbeitete HW-H550 kommt mit gut auflösendem Display und kräftigem Sound, auch entsprechende Decoder und HDMI-Beschaltung fehlen nicht. Der Klang ist kraftvoll, aber nicht ganz so intensiv und präzise wie bei der auf dem Markt etwas teureren Alternative von Panasonic.  

Für 350 EUR ist derzeit Teufels Cinebar 11 erhältlich – eine potente, gut ausgestattete und tadellos verarbeitete Soundbar. Der „typisch Teufel“ Sound ist anerkannt gut, allerdings erzielt die auf dem Markt günstigere Panasonic-Soundbar praktisch ebenbürtige Ergebnisse.

Fazit
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Panasonic macht bei der SC-HTB580-Kombination alles richtig und kombiniert elegantes Design mit enorm starken akustischen Eigenschaften und praxisgerechter Ausstattung. Überdies ist das System sehr gut verarbeitet. Zum absolut fairen Marktpreis derzeit nahezu konkurrenzlos. 

Für den aufgerufenen Preis sind die Leistungen des Panasonic SC-HTB580-Systems beispielhaft
preisklassenreferenz
Soundbar-/Subwoofersysteme bis 300 EUR Marktpreis
Test 14. Oktober 2014

+ Kraftvoll und pegelfest aufspielend
+ Sehr gute Dynamik
+ Angenehmer Klang 
+ Sehr gute Räumlichkeit
+ Sehr gute Verarbeitung
+ Praxisgerechte Ausstattung
+ Niedriger Marktpreis

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 14. Oktober 2014




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