TEST: Samsung Soundbar HW-H550 – Mittelklasse-Soundbar des Jahrgangs 2014

Samsung HW-H550 Gruppenbild4

Samsung HW-H550 für rund 360 EUR Marktpreis (UVP 449 EUR)

Samsung HW-H550 mit UE65H8090 2

Schick in Verbindung mit dem UE65H8090

Samsung hat 2014 auch das Soundbar-Sortiment überarbeitet. Die Produktbezeichnungen klingen zwar ähnlich wie im Vorjahr, und auch optisch bleibt eine Revolution aus, doch im Detail wurde Feintuning betrieben. Das Paket besteht aus einem drahtlosen aktiven Subwoofer mit 160 Watt Leistung und einer sehr kompakten Soundbar mit 2 x 80 Watt Leistung. Die Soundbar ist lediglich 60 mm hoch und 55 mm tief. Die Länge beträgt 943 mm, damit sieht sie zusammen mit TVs der 46/47 Zoll-Liga sehr stimmig aus. Ein großer 65-Zöller wie der Samsung UE65H8090 wirkt zwar etwas ungewöhnlich proportioniert, durch das schicke Design beider Samsung-Komponenten ist aber selbst diese Kombination optisch tragbar. Der aktive Wireless-Subwoofer ist 291 mm breit, 369 mm hoch und 291 mm tief und somit auch relativ problemlos zu stellen. Wie von Samsung gewohnt, ist die drahtlose Verbindung zwischen den Komponenten schnell hergestellt und funktioniert zuverlässig. Die Samsung Soundbar ist in der Lage, digitale Dolby Digital-Signale zu dekodieren.

Samsung HW-H550 Soundbar Front Seitlich2

Flach und elegant – der Auftritt der sehr gut verarbeiteten HW-H550

Samsung HW-H550 Soundbar Verarbeitung

Hochwertige Verarbeitung

Samsung HW-H550 Soundbar Rueckseite Seitlich2

 Rückseite

Samsung HW-H550 Soundbar Display

Samsung offeriert auch ein Display

Samsung HW-H550 Soundbar Anschluesse Rueckseite3

3,5 mm Miniklinkeneingang, HDMI-Eingang

Samsung HW-H550 Soundbar Anschluesse Rueckseite2

Optischer Digitaleingang, HDMI-Ausgang

Samsung HW-H550 Soundbar Anschluesse Rueckseite1

 USB-Buchse

Samsung HW-H550 Sub Front Seitlich2

Auch der drahtlose aktive Subwoofer ist gut verarbeitet

Samsung HW-H550 Sub Rueckseite Seitlich1

Rückseite

Samsung HW-H550 Sub Bassreflexrohr

 Bassreflex-Öffnung

Samsung HW-H550 Soundshare 3

Schnell und sicher ist der TV mit der Soundbar verbunden

Samsung HW-H550 Soundshare 2

Nach Drücken der „Sound Connect“ Taste auf der Fernbedienung wird die Soundbar vom TV erkannt

Clou an der Soundbar ist die Bluetooth-basierte TV Sound Connect-Funktion, die 2013 unter dem Namen „SoundShere“ eingeführt wurde und mancherorts noch immer so bezeichnet wird. Ganz gleich, wie das „Kind“ auch heißt, der Nutzen ist auf jeden Fall da. Ein entsprechend kompatibler 2014er Samsung-TV vorausgesetzt, und man kann die Soundbar drahtlos mit dem Fernsehgerät koppeln. Das Ganze geht innerhalb einer Minute vonstatten und funktioniert tadellos.

Interessant ist noch eine weitere Funktion. Dank Bluetooth-Kompatibilität kann man die HW-H550 mit dem Smartphone wie mit einer Fernbedienung einschalten. Voraussetzung ist lediglich, dass man einmal die Soundbar mit dem Smartphone gekoppelt hat – anschließend lässt sich diese sich ganz einfach über das Smartphone in Betriebszustand versetzen. Solange die HW-H550 mit dem Netz verbunden ist, kann man sie jederzeit einfach mit einer Berührung aktivieren. 

Um auf jedes Quellmaterial vorbereitet zu sein, bringt die HW-H550 verschiedene DSP-Programme mit: Standard, Music, News, Movie und Voice,, interessanterweise weniger und andere DSP-Programme, als auf der Website aufgeführt. Die HW-H550 unterstützt via USB MP3, WMA, AAC, OGG, FLAC und WAV. Die „Surround“ Funktion, ebenfalls per Remote aufzurufen, weitet das Klangbild und sorgt für mehr Räumlichkeit.

Akustisch gefällt die HW-H500 auf ganzer Linie. Samsung hat akustisch einiges optimiert, was wir bei der Paul Kalkbrenner- „2010“ Blu-ray (Dolby Digital) festgestellt haben. Die Songs „Altes Karmuffel“, „Dockyard“ und „Aaaron“ haben wir angehört – durchaus mit Freude, was wir so nicht gedacht hätten. Aber die HW-H550 klingt nun hörbar transparenter im Hochtonbereich, wird zudem bei höherem Pegel nicht mehr so schrill. Der Bass kommt hinsichtlich des Timings präziser zur Geltung und ist trockener. Das Music-DSP ist ausgezeichnet auf musikalisches Material angepasst. So kommt sogar in Ansätzen etwas „Club-Feeling“ auf. Der UE65H8090 bietet durchaus akteptablen Sound und auch der zum Vergleich heran gezogene Panasonic WT600, der auch nicht eben schlecht klingt, haben nicht im Ansatz eine Chance gegen die stark antretende Soundbar. Wie gut Samsung geworden ist, zeigt auch der Vergleich mit der überragend klingenden Cinebar 11 aus dem Hause Teufel: Die HW-H550 hat massiv aufgeholt. Zwar wirkt der Klang der Cinebar 11 nach wie vor noch eine Idee klarer und detailreicher, aber Teufel-Produkte sind akustisch anerkannt erstklassig für ihren Kaufpreis. Wie nahe die HW-H550 der Cinebar 11 kommt, verblüfft uns auf jeden Fall. 

Bei „Boys Of Summer“ von den Eeagles (DTS-HD Master Audio, wiedergegeben wird der DTS Core-Bitstream) von der BD „Farewell Tour“ gefällt uns der schmale Soundriegel erneut richtig gut. Die Stimme löst sich sogar anständig von der Soundbar. Das leicht Überspitzte in der vokalen Präsentation, das gerade bei größerer Lautstärke hervortritt, liegt nicht im Unvermögen der HW-H550 begründet, sondern in der etwas gewöhnungsbedürftigen Abmischung des Konzerts. Das Schlagzeug kommt prima heraus, die gesamte Darbietung erscheint lebendig und in sich stimmig. 

Celine Dions Hit „To Love You More“ (Dolby TrueHD) von der BD „A New Day“ präsentiert die HW-H550 mit einer guten Fokussierung auf Celines Stimme. Wenn sie die Stimme erhebt, und die Grundlautstärke ist schon höher, merkt man allerdings eine leichte Reduzierung der vokalen Dynamik. Mit tadelloser Räumlichkeit und akkurater Trennung von Stimme sowie Instrumenten gelingen der Samsung-Soundbar ansonsten achtbare Ergebnisse. Was uns prima gefällt – der Klang ist stets lebendig und nie fade und ungelenk. Bedenkt man, wie Samsung vor Jahren anfing, Soundbars zu bauen, kann man dem jetzigen Resultat nur Respekt zollen: Fundiert, überraschend kultiviert und ohne echte Schwächen macht die HW-H550 richtig Freude. 

Noch mehr Performance bieten hier nur teurere Alternativen. Besonders gut hat uns die Denon DHT-S514, die für Marktpreise von gut 450 EUR zu haben ist (UVP: 449 EUR) und somit um rund 90 EUR über der HW-H550 liegt. Mit noch mehr Pegelfestigkeit, Nachdruck und etwas mehr Weitläufigkeit im Klangbild ist sie den Aufpreis auch Wert. Allerdings, ein Display hat die Denon-Soundbar nicht, und auch die geniale Bluetooth-Ankopplungsmöglichkeit gibt es nicht. Teufels  Cinebar 11 hat ein Display – und kostet weniger als die Denon-Soundbar, die dafür mit einer besonders hochwertigen Fernbedienung mit gummierter Oberfläche auftrumpfen kann. Akustisch kann die DHT-S514 selbst die Cinebar 11 knapp auf die Plätze verweisen und profiliert sich als die derzeit klangstärkste Soundbar in der Klasse bis 500 EUR. 

Hören wir uns die Samsung HW-H550 nun bei Filmmaterial an. Bei „James Bond 007 – Ein Quantum Trost“ haben wir uns den Filmbeginn angehört. Der britische Doppelnull-Agent mit seinem wertvollen Gefangenen im Kofferraum des Aston Martin DBS wird von skrupellosen Killern in Alfa Romeo 159 um den oberitalienischen Gardasee gejagt. Gleich zu Beginn kommt der musikalische Spannungsbogen, garniert mit feinen Hintergrundgeräuschen, gekonnt zur Geltung. Selbst die subtilen Bassanteile werden teilweise übertragen. Plötzlich dann der Dynamiksprung, und man ist mitten im Geschehen. Das Hochdrehen des Motors des englischen Sportwagens, die Schaltvorgänge und das Quietschen der Reifen sind alles Effekte, die von der HW-H550 tadellos eingearbeitet werden. Die Salven aus dem automatischen Waffen haben richtig Nachdruck und wirken dadurch authentisch. Beim  heftigen Aufprall des einen Alfa Romeo auf den entgegenkommenden Lastwagen bringt vor allem der Subwoofer ein solides Fundament zustande. Die nach allen Seiten wegspritzenden Trümmerteile erfasst Samsungs Soundsystem mit gelungener Raumwirkung. Das „Cinema“ DSP passt prima zu Actionfilmen und bietet eine ordentliche räumliche Weite und Tiefe mit einer überraschend hochwertigen Einarbeitung aller vorhandenen Effekte. Der Music Score findet immer noch genug Berücksichtigung und intensiviert das Filmerlebnis. 

Fazit

Samsung HW-H550 Gruppenbild1

Die Samsung-Soundbar HW-H550 erweist sich als durchdachtes, ausgereiftes und rundherum überzeugendes Produkt. Mit der kabellosen Bluetooth-Anbindung an entsprechend kompatible Samsung-TVs ist die Übertragung von Audiosignalen besonders komfortabel, man sieht kein unschönes Kabel mehr. Die Kopplung beider Komponenten ist sehr einfach und geht in einer Minute vonstatten. Mit sauberer Verarbeitung und schicker Optik kann das Soundbar-/Subwoofer-Paket ebenso überzeugen wie mit guter Ausstattung: DSP-Programme, HDMI-Terminals und ein Display sind mit an Bord. Klangstark ist die HW-H550 ebenfalls, hier hat Samsung gegenüber den 2013er Modellen weiter aufgeholt und kann sich nun weit vorn im Konkurrenzumfeld platzieren. Kräftig und dynamisch macht sich die Soundbar ans Werk, stets bass- und tatkräftig vom mitgelieferten, drahtlosen Subwoofer unterstützt. Ganz gleich, ob Film- oder Musikmaterial, die HW-H550 gibt alles lebendig und durchaus auch mit dem passenden Nachdruck wieder. Bilanz – Kaufempfehlung, zum fairen Marktpreis wird ein stark auftretendes Soundbar-/Subwoofer-Paket ohne echte Schwächen angeboten. 

Preislich fair kalkulierte Soundbar mit kräftigem, dynamischem Klang und hohem praktischen Nutzwert
ueberragend
Soundbar-/Subwoofer-Paket Mittelklasse
Test 04. Juni 2014

+ Schicke Optik und sehr gute Verarbeitung
+ Bluetooth-Kopplung mit entsprechend kompatiblem Samsung-TV
+ Kräftiger und dynamischer Klang
+ Gut angepasste DSP-Programme für Musik und Filmton
+ Subwoofer mit gutem Tiefgang und guter Impulstreue
+ Display

– Fernbedienung wirkt altbacken

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 04. Juni 2014




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