TEST: LG K8 LTE – Flinker Allrounder im günstigen Preissegment?

Purismus statt Luxus? Wir sehen uns heute einmal wieder im günstigen Segment um und prüfen, „wie viel Smartphone“ man für knapp 150 Euro erhält.

Auch wenn es sich widersprüchlich anhört, aber das LG K8 LTE gehört zu den Topgeräten dieser Gerätekategorie, denn es gibt auch Modelle wie das K4 oder K5, die noch moderater ausgestattet sind. Optisch kann dieses LG-Modell den niedrigen Preis recht gut verbergen. Die leicht gewölbte vollverglaste Frontseite wird durch einen silberfarbigen Rahmen umschlossen. Die Rückseite sieht durch die Textilmuster ebenfalls recht gut aus und ist auch angenehm griffig. Metall ist nirgends zu entdecken. Das war zu erwarten und sorgt natürlich für Vorteile beim Gewicht.

Rückseite

Seite

Es handelt sich außerdem nicht um ein Unibody-Gehäuse, Rückseite und auch der Akkublock lassen sich entfernen. Gut: Der Zugang zu den nanoSIM- und microSD-Karten-Slot lässt sich gut erreichen, ohne dass der Akkublock entfernt werden muss. Beide Slots liegen zudem direkt übereinander, was eine sehr platzsparende Lösung ist.

Auch die Displaygröße mit 5 Zoll ist für ein Smartphone dieser Preiskategorie attraktiv. Bei der Qualität zeigen sich aber erste Sparmaßnahmen, denn die Auflösung liegt bei gerade einmal 1.280 x 720 Pixeln. Insgesamt ist die Darstellung aber noch ausreichend scharf, die Helligkeit gut und das Farbbild in Ordnung. Klar: Im direkten Vergleich zu Topmodellen wirkt der Touchscreen nicht sonderlich brillant und eine saubere Schwarz- oder Weiß-Darstellung gelingt auch nicht korrekt. Insgesamt schlägt sich die Verarbeitungsqualität dafür aber sehr wacker, zumal auch keine übermäßigen Fehler auftreten, sobald man stärkeren Druck auf das Display ausübt.

Abgesehen vom optimierten Display ist das Ausstattungspaket beinahe so etwas wie ein alter Bekannter, denn es entspricht exakt dem des Schwestermodells K7. Mit das einzige Highlight steht bereits im Namen: Das K8 unterstützt LTE cat4 für schnelle Datentransfers im mobilen Internet, was in dieser Preisklasse nicht zwangsweise obligatorisch ist.

LG K8 Foto

Aufgenommen mit dem K8 LTE

Die verbauten Kameras setzen sich aus einer 8-Megapixel-Hauptkamera und einer 5-Megapixel-Frontkamera zusammen, was Anno 2016 alles andere spektakulär ist. Die Qualität lässt sich recht schnell zusammenfassen, denn uneingeschränkt gute Fotos gelingen nur bei ruhigen Motiven und Tageslichtverhältnissen. Sobald das Motiv anspruchsvoller und die Lichtverhältnisse schwieriger werden, setzten sofort Unschärfen und Bildrauschen ein.

Ein weiterer Schwachpunkt ist der geringe interne Speicherplatz, denn von den 8 GB stehen dem Nutzer mickrige 3,5 GB zur Verfügung. Eine microSD-Karte ist somit zwangsläufig nötig, sobald man anspruchsvolle Games oder Musik laden möchte.

Auch in der Billig-Preisklasse haben die Macher nicht auf die rückseitige Tastenwippe verzichtet. Mit ihr kann man den Standby-Betrieb beenden, die Lautstärke regulieren und sogar ein Foto auslösen. Durch die gute Erreichbarkeit und Flexibilität ist diese LG-Spezialität ein sinnvolles Element im Bedienungskonzept. Auch gut: Durch doppeltes Tippen auf das Display wird ebenfalls der Tiefschlaf beendet.

Ansonsten bewegt sich das Smartphone auf klassischen Android-Pfaden, das aktuelle 6.0 ist vorinstalliert. Erwähnenswert ist der App Drawer als App-Sammelbecken und die App News Republic, wo individuelle Nachrichten stets präsent sind. Schwachpunkte der Handhabung sind ganz klar der fehlende Fingerprintscanner, sodass man immer mühselig ein PIN oder ähnliches zur Freigabe eingeben muss sowie das zum Teil mäßige Arbeitstempo. Unter dem Strich wird die Leistung aber dem Preis aber durchaus gerecht.

LG K8 Screenshot

Android 6.0 ist installiert

Als Prozessor kommt der bewährte Quad-Core-Vertreter MediaTek MT6735 mit 1,3 GHz Taktrate und 1,5 Gigabyte Arbeitsspeicher zum Einsatz, das ist alles andere als Technik neuester Stand. Und das merkt man im Praxistest auch sofort, sobald der Nutzer sich abseits der konventionellen Tagesaufgaben bewegt. Wenn Multitasking gefordert ist oder aufwändige 3D-Spiele gewünscht sind, schaltet das K8 spürbar einen Gang runter, was auch daran liegt, dass nur eine Single-Core-Grafikeinheit verbaut ist. Andere Billig-Smartphones kriegen das besser hin.

Noch schlimmer steht es um die Rufbereitschaft. In mehreren Testzyklen blieb dass LG-Smartphone gerade einmal rund 2,5 Tage auf Empfang, selbst wenn man auf ausgiebige Facebook- oder Multimedia-Sessions verzichtet. Das ist ohne Wenn und Aber ein schlechtes Ergebnis.

Immerhin bewegt sich das LG-Smartphone bei der Sprachqualität im breiten Mittelfeld, denn Telefonate bleiben in beide Senderichtungen weder positiv noch negativ im Gedächtnis.

Der kleine Mono-Lautsprecher, der auf der Rückseite platziert wurde, weckt im Bereich Sound leider auch keine großartigen Erwartungshaltungen. Und tatsächlich müht sich der Speaker mehr schlecht als recht, sobald man die Lautstärke anhebt, sodass es schnell schrill und krächzend klingt. Bassfundament? Fehlanzeige. Ein Einsatz als Freisprecher ist daher nicht empfehlenswert.

Fazit

Sorry LG, aber dieses Smartphone erledigt die von uns geforderten Aufgaben nicht zu unserer vollsten Zufriedenheit. Zwar stimmt das Preis/Ausstattungsverhältnis, doch dafür gibt es zu große technische Schwächen. Bei einem Einsteiger-Smartphone ist eine Rufbereitschaft von zwei bis drei Tagen nicht mehr zeitgemäß. Das betrifft auch die Performance, denn das LG stößt schnell an seine Grenzen, sodass einige 3D-Spiele nicht mehr ordnungsgemäß laufen. Der günstige Preis relativiert sich zudem, da der geringe interne Speicherplatz den Käufer förmlich zum Erwerb einer microSD-Karte zwingt. Einzig die gelungene Optik ist daher ein echtes Kaufargument, denn trotz des günstigen Preises ist die direkte Konkurrenz mittlerweile sehr groß. Unser Tipp daher: Lieber etwas tiefer in die Tasche greifen, sonst ist tägliche Ärger vorprogrammiert.

Schick, aber technisch nicht mehr zeitgemäß
befriedigend
29.12.2016

+ Sehr günstig
+ Edle Optik
+ LTE-Unterstützung

– Geringer interner Speicherplatz
– Schlechte Rufbereitschaft
– Mäßige Performance

 

Test: Ulf Schneider
Datum: 29.12.2016




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