TEST: Lautsprecher Auluxe New Casa AW2020 – Echtes Holz trifft auf Klangstärke und Bluetooth-Streaming

Auluxe New Casa Front Seitlich3

Über die Bluetooth-Lautsprecher des Newcomers Auluxe haben wir in einem Dreifach-Test bereits ausführlich berichtet. Die Produkte konnten in weiten Zügen allesamt überzeugen. Nun aber wird es ernst, denn auf die bürgerlichen Modelle – BT-Speaker der Preisliga zwischen 130 und 170 EUR, wie im Dreifach-Test, folgt nun die Elite. Diese tritt in Form des für 359 EUR angebotenen Auluxe New Casa bei uns zum Test an.

Auluxe New Casa NFC Oberseite

Mit NFC

Auluxe New Casa Bedienelemente Oberseite

In die Holzoberfläche integrierte Touch-Bedienelemente für die Lautstärke 

Auluxe New Casa Bedienelemente Anschluesse Rueckseite

Anschlüsse – für externes Netzteil, 3,5 mm Aux-In sowie USB – am USB-Anschluss können mobile Devices aufgeladen werden.

Auluxe New Casa Rueckseite Seitlich1

Rückseite komplett

Der New Casa mit seinem ovalförmig zugeschnittenen Echtholzgehäuse ist edel gemacht und sticht deutlich aus der Masse heraus. Hier wird etwas Hochwertig-Individuelles angeboten, wie beispielsweise auf dem Gebiet der Fahrzeuge ein Volvo oder ein Jaguar. Nichts, was jeder hat, dagegen spricht schon der Kaufpreis. Das Frontcover, welches die Lautsprecher abdeckt, wirkt nicht extrem hochwertig – auf den ersten Blick. Es besteht allerdings auch aus einem edlen natürlichen Stoff, nämlich aus echtem Leinen. 13 Stunden und nicht weniger als 197 Prozeduren sind notwendig, so Auluxe, bis das Nobel-Gehäuse des New Casa vollendet ist. 

Im Inneren arbeitet ein echtes Zweiwege-Lautsprechersystem mit 2 x 3 Zoll (7,62 cm) Treibern für Mittelton- und Bassbereich und zwei 1 Zoll (2,54 cm) Hochtöner. Bei 10 Prozent Gesamtklirrfaktor stehen 30 Watt maximale Leistung bereit. Frequenzen zwischen 40 Hz und 20 kHz können wiedergegeben werden. 3,5 kg wiegt New Casa. Der BT-Aktivlautsprecher ist 401 mm breit, 130 mm hoch und 138 mm tief. New Casa ist ein Lautsprecher für zuhause, ein Akku ist nicht integriert. An der USB-Schnittstelle auf der Rückseite können aber Smartphones aufgeladen werden. 

Klang

Akustisch ist uns folgendes aufgefallen:

  • Erstaunliche Pegelfestigkeit, hier kann man problemlos auch längere Zeit laut hören
  • Gute akustische Differenzierung dank des verbauten 2-Wege-Lautsprechersystems
  • Überraschender Bassdruck. Erst bei deutlich gehobener Lautstärke wirkt der Bassbereich dann hohl, und es gesellen sich Verzerrungen hinzu.
  • Prima Detaillierung
  • Gute, aber nicht überbordende Grobdynamik
  • Sehr weitläufiges Raumgefühl, die Bühne wirkt aber nicht allzu tief

Nun zu den einzelnen Stücken, die wir gehört haben.  Bei „Be Happy“ (Topmodelz Remix) von Danny Cotrell, einem aktuellen Club-Hit, hinterlässt der New Casa einen sehr „schlagkräftigen“ Eindruck. Er schafft eine erstaunliche Performance im Bassbereich und schiebt richtiggehend an. Prima wird die weibliche Stimme herausgearbeitet, der Rhythmus wirkt authentisch. Das Raumgefühl, welches geboten wird, ist in der Weiten-Wirkung sehr gut, in der Tiefenwirkung gut, nicht ganz so dicht und ausgeprägt. Dynamische Wechsel kommen tadellos heraus, am meisten beeindruckt aber, was hinsichtlich der Pegel geht: Der Auluxe Aktiv-Lautsprecher erzielt hier Lautstärken, bei denen mancher etablierte Konkurrent verzagt. So macht das Hören dieser Art von Musik richtig Freude, man kann den New Casa daher im kleineren Wohnzimmer beispielsweise durchaus als „Erst-Lautsprecher“ verwenden, wenn man keine über die normalen Alltags-Eigenschaften hinausgehende Ansprüche hat. Damit relativiert sich im Übrigen auch der recht hoch anmutende Kaufpreis. Da New Casa keinen eingebauten Akku hat, ist der Einsatzort ohnehin zuhause zu finden. Auch „The Legend“ von Andy Jay Powell und DJ Klubbingman weiß der New Casa ordentlich in Szene zu setzen. Mit guter, wenn auch nicht extremer Dynamik und einer trotzdem angenehmen Gesamtauslegung wird hier die beim ersten Klangbeispiel gezeigte Linie nahtlos fortgesetzt. Was auch hier wieder an Pegel geht, ist ausgezeichnet – nur irgendwann merkt man dann, dass das Gehäusevolumen doch deutlich begrenzt ist, das Gehäuse verursacht dann überdies leichte Geräusche in Form von Vibrationen. 

Ganz andere Qualitäten sind bei der Wiedergabe von „I Belong To You“ von Eros Ramazzotti und Anastacia gefragt. Hier geht es um emotionale Sensibilität, und diese bringt der Lautsprecher sehr gut zum Ausdruck, wenn man bedenkt, um was für ein Device es sich handelt. Die Stimme von Eros und auch die von Anastacia haben eine gute Struktur und lösen sich sogar ansatzweise vom Lautsprecher-Gehäuse. Dass Auluxe auf ein richtiges 2-Wege-System anstatt auf eine Kombination von Breitbändern und Subwoofer setzt, erweist sich unserer Meinung nach als goldrichtig: Mehr Differenzierungsvermögen im Mittel- und Hochtonbereich kommt gerade der Wiedergabe von anspruchsvolleren Stücken deutlich entgegen. Bei „Everything“ von Michael Bublé merkt man dies auch: Die Stimme von Michael ist sogar recht charismatisch, und trennt sich akkurat von den Instrumenten. Auch hier ist wieder zu bemerken, dass sich die Stimme prima von den Lautsprecher-Chassis löst. 

„Perfidia“ von Andrea Bocelli stellt ebenfalls heraus, wie sauber der New Casa arbeitet. Keine oberflächlich-lieblose Behandlung dieses schönen Songs, sondern eine lebendige und relativ feinfühlige Behandlung – eine erneut erstaunliche Leistung des Auluxe-Lautsprechers. Man kann hier durchaus mit gewissem Genuss hören. Das gilt auch für „Roma Nun fa‘ Stupida Stasera“, das leicht Beschwingte arbeitet der New Casa gut erkennbar heraus. Dass auch feinere klangliche Stukturen Berücksichtigung finden, hat uns gleichermaßen überrascht wie überzeugt. Und der Beginn von „Love In Portofino“ mit der leicht melancholischen bittersüß verpackten Emotionalität lässt ebenfalls keinerlei Schwächen beim New Casa durchscheinen. Hauptproblem wird demnach sein, aus dem Nichts für den New Casa ein passendes Image auf dem Markt zu kreieren, denn die wirklich überragende Akustik sollte einem Erfolg nicht im Wege stehen. Schon eher der mit knapp 360 EUR recht selbstbewusste Preis. Klar, der New Casa klingt verdammt gut, doch das tun Konkurrenten von First Class-Brands, die nicht teurer sind, ebenfalls. 

Zu nennen wäre der optisch komplett anders auftretende Teufel Boomster. Noch eine Idee mehr Punch im Kickbassbereich, eine Pegelfestigkeit auf dem sehr hohen Niveau des New Casa, dazu noch ein FM-Radio an Bord und eine tolle Optik mit viel echtem Aluminium – der Boomster ist das Device für anspruchsvolle Technokraten. Der New Casa spricht mit leicht warmem Sound und geschwungenem Holzgehäuse eher den musisch-konservativen Typ an, der aber trotzdem Sinn für die Errungenschaften der Moderne hat. 

Für mittlerweile rund 250 EUR (ehemalige UVP 399 EUR) gibt es den Heco Ascada 300 BTX, einen veritablen Bluetooth-Lautsprecher, der mit ausgezeichneter Verarbeitung und einem runden, kräftigen Klang überzeugt. Sicher, der Ascada 300 BTX ist nicht so „besonders“ wie der Auluxe New Casa mit seinem Holzgehäuse, aber auch richtig aufwändig aufgebaut und gerade zum günstigen Marktpreis ein harter Konkurrent. 

Teurer, aber auch konzeptionell anders ausgelegt sind die Q Acoustics BT3 Stereo-Bluetoothlautsprecher.  Es handelt sich hier um ein Lautsprecher-Paar, mit BT 4.0 plus aptX sowie dem Verstärker in der Master-Box. Die Slave-Box ist, wie meist üblich, passiv und wird mittels Lautsprecherkabel an der Master-Box angeschlossen. Mit sehr solidem, raumfüllenden und klaren Sound trumpfen die 499 EUR kostenden Speaker auf und zeigen sich daher von der besten Seite. Sie sind noch mehr „Erstlautsprecher“ als New Casa, aber auch mit einem beträchtlichen Mehrpreis versehen. 

Fazit

Auluxe New Casa Front Seitlich2

Wer etwas Spezielles sucht, was hochwertig verarbeitet und klangstark ist, liegt beim New Casa aus dem Hause Auluxe genau richtig. Aus natürlichen Materialien gefertigt, wird auch das heute oft vernachlässigte Prinzip der Nachhaltigkeit groß geschrieben. Warm wie die Optik ist auch der sehr gefällige Klang. Dank des 2-Wege-Systems wird auch anspruchsvolle Musik souverän wiedergegeben. Die Pegelfestigkeit liegt hoch, die gebotene Räumlichkeit überzeugt gerade hinsichtlich der Weite. Die Bluetooth-Verbindung ist überaus stabil. Leider ist der Preis trotz aller Qualitäten und des hohen Material- und Fertigungsaufwands recht hoch.

Bluetooth-Lautsprecher mit natürlichen Gehäusematerialien und hervorragendem Klang
ausgezeichnet
Bluetooth-Lautsprecher bis 500 EUR
Test 30. September 2015

+ Runder, angenehmer Klang
+ Sorgfältige Stimmwiedergabe
+ Gute Räumlichkeit
+ Erstaunlich pegelfest
+ Gehäuse aus hochwertigen, natürlichen Materialien

– Teuer

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 30. September 2015

 

 




Alle aktuellen Tests auf AREA DVD
  ZURÜCK