TEST: Q Acoustics BT3 Stereo Bluetooth-Lautsprecher – Keep calm and listen!

Q Acoustics Q-BT3 Gruppenbild3

Mit „Q Acoustics“, hierzulande im Vertrieb von IDC Klaassen, stößt ein in unserem britischen Nachbarland bereits sehr erfolgreicher Lautsprecherhersteller in den deutschen Markt vor. Mit im Gepäck haben die Briten ein umfangreiches Portfolio an konventionellen Stereo-Lautsprechern, 5.1 Heimkino-Sets, Soundbars sowie Einbaulautsprecher und – schon bei uns in der Redaktion eingetroffen – Bluetooth-Lautsprecher. Die „BT3 Wireless HiFi Speaker“ sind ein Paket aus einem aktiven und einem passiven Lautsprecher in den drei Farben „Jet Black“, „Juice Red“ oder „Urban White“, ausgestattet neben konventionellen Anschlüssen u.a. mit Bluetooth 4.0 + aptX für hochqualitatives Musik-Streaming mit dem mobilen Endgerät. Das BT3 Set soll sich zudem auch besonders durch hohe Flexibilität auszeichnen. Frei aufgestellt für exzellenten Stereo-Sound, aber genauso als perfekte Sound-Unterstützung des TV-Geräts oder in Kombination mit dem PC am Schreibtisch. Der Kostenpunkt: 499 € für das Set.

Q Acoustics Q-BT3 Front Seitlich1

Seitenansicht eines der BT3-Lautsprecher

Q Acoustics Q-BT3 Front Seitlich3

Klar ersichtlich: ein Zwei-Wege Bassreflex-System

Q Acoustics Q-BT3 Tieftoener

100 mm Tieftöner

Q Acoustics Q-BT3 Hochtoener Bassreflexrohr

25 mm Hochtöner

Q Acoustics Q-BT3 Verarbeitung

In der Preisklasse sehr solide Verarbeitung

Q Acoustics Q-BT3 Rueckseite Seitlich2

Rückseite des passiven Speakers

Die 240 mm x 148 mm x 226 mm (BxHxT) messenden Regal-Lautsprecher wirken für die Preisklasse absolut sauber verarbeitet und machen einen soliden Eindruck. Recht farbenfroh präsentieren sie sich auch in leuchtendem Rot oder Weiß, den Weg zu uns haben die Lautsprecher allerdings in schlicht elegantem Schwarz gefunden. Das MDF-Gehäuse ist mattschwarz foliert, das schwarz lackierte Lautsprechergitter ist aus Metall und ist passgenau eingesetzt. Es lässt sich zwar mit einigem Kraftaufwand entfernen, sollte aber ohnehin für die schickere Optik auf den Lautsprechern verbleiben. Der Übergang von Schallwand zu Gehäuse ist durchgehend sauber. Insgesamt geht die Schallwand, auch um sie optisch etwas abzugrenzen, minimal über das Gehäuse hinaus. Rundum gerundete Kanten verleihen der Box ebenfalls einen hochwertigeren Look. Auf der Rückseite des passiven Speakers findet sich neben der Bezeichnung nur Lautsprecheranschlüsse. Hierbei handelt es sich nicht um billige Klemmen, sondern richtige Schraubterminals, die auch problemlos mit Kabeln von höherem Querschnitt zurechtkommen und sogar für Bananenstecker geeignet sind – Top! Kleine Gummifüßchen liegen zum Ankleben an die Unterseite dem Lieferumfang bei.

Q Acoustics Q-BT3 Rueckseite Seitlich1

Rückseite des aktiven Lautsprechers

Q Acoustics Q-BT3 Innenleben Master1

Aufwändige Innenelektronik

Q Acoustics Q-BT3 Innenleben Master2

Lokale Trennung der einzelnen Elemente

Q Acoustics Q-BT3 Innenleben Slave

Der passive Lautsprecher ist natürlich einfacher aufgebaut

Während die beiden Lautsprecher äußerlich, natürlich abgesehen von der Rückseite, identisch sind, sind im Inneren des Gehäuses große Unterschiede zu erkennen. Klar: im aktiven Lautsprecher sitzen ja auch die beiden Endstufen, die sowohl den aktiven als auch den passiven Schallwandler, der mittels Lautsprecherkabel verbunden wird, mit der entsprechend nötigen Leistung versorgen. Die Endstufen sind identisch aufgebaut, liegen übereinander und liefen jeweils 50 Watt. Die Frequenzweiche sitzt im aktiven Lautsprecher dafür an der Seite, um der übrigen Elektronik ausreichend Platz zu verschaffen.

An der Rückseite des aktiven Lautsprechers sitzt ein optischer Digitaleingang sowie ein analoger Stereo-Cinch-Eingang und ein Anschluss für 3,5mm Klinke. Interessant ist auch der Subwoofer Pre-Out für den Anschluss eines zusätzlichen aktiven Subwoofers, Einstellungen wie etwa die Trennfrequenz sind aber mit den BT3 unseres Wissens nach nicht möglich. Außerdem an der Rückseite angebracht die Lautsprecherschraub-Terminals für die Weiterleitung des Signals an den zweiten, passiven Lautsprecher, eine Bluetooth Pairing-Taste und ein Power-Button für die komplette Trennung der Stromversorgung vom Netz.

Q Acoustics Q-BT3 Bedienelemente Oberseite

Stationäre Bedienelemente am Lautsprecher

Q Acoustics Q-BT3 Fernbedienung1

Beiliegende Fernbedienung

Am aktiven Lautsprecher finden sich an der Oberseite eine Status-LED, ein Power-Button und Lautstärketasten. Während die Volume-Buttons lediglich der Pegeleinstellung dienen, kann man mit dem Power-Button die Lautsprecher nicht nur ein- und ausschalten sondern auch die gewünschte Quelle auswählen. Im ausgeschalteten Zustand leuchtet die Status-LED rot, bei einem Klick auf den Power-Knopf wechselt die LED auf Grün, Weiß oder Blau. Grün steht dabei für die analogen Eingänge Stereo Cinch und Klinke, Weiß für den optischen Digitaleingang und Blau für Bluetooth – durchgeschalten werden die Eingänge mit erneutem Druck auf den Power-Button. Leider wechseln die BT3 beim Einschalten nicht wieder auf den letzten Eingang sondern landen immer wieder bei den analogen Eingängen und man muss zum gewünschten Eingang navigieren. Der Druckpunkt ist sehr gut und auch die Position an der Oberseite ist problemlos zu erreichen.

Auch eine kompakte Fernbedienung liegt den Wireless-Lautsprechern bei. Sie ist recht flach und einfach ausgeführt, auch hier finden sich nur ein Einschaltknopf, Lautstärke – und Mute-Tasten sowie ein Button für die Quellenwahl. Die Fernbedienung wird mit einer Knopfzelle betrieben.

Q Acoustics Q-BT3 Bluetooth Pairing

Bluetooth Pairing-Taste

Bevor man vom Smartphone oder Tablet an die BT3 Lautsprecher Musik streamen kann, müssen diese damit verbunden werden. Die Bluetooth Pairing-Taste, die auf dem obigen Bild zu sehen ist, ist dafür aber zunächst einmal gar nicht nötig. Es ist ausreichend, die Bluetooth-Quelle anzuwählen, entweder per Fernbedienung oder oder durch mehrmaliges Drücken der stationären Power-Taste. Die Status-LED sollte nun schnell blau blinken. Das signalisiert, dass der Lautsprecher für andere Bluetooth-Geräte sichtbar ist und mit diesen gekoppelt werden kann. Auf unserem Smartphone erscheint der Lautsprecher auch unter Bluetooth-Geräte als „Q-BT3-105“ und per Knopfdruck sind wir verbunden. Die BT3 können nun als Wiedergabegerät verwendet werden. Die Bluetooth-Taste auf der Rückseite des Gerätes dient der Trennung der Geräte-Koppelung, damit ein weiteres bzw. neues Bluetooth-Gerät mit dem Q Media Set verbunden werden kann.

Q Acoustics Q-BT3 Gruppenbild3

Klang-Beispiele

Nach erfolgreichem Pairing mit unserem Smartphone spielen wir direkt via Bluetooth und Spotify mit der Bitraten-Einstellung „Extrem“, also 320 kbps, zu. Als erstes Klangbeispiel haben wir uns keinen einfachen Titel ausgesucht, die BT3 Stereo-Lautsprecher müssen sich direkt „Jockey Full of Bourbon“ vom „An Acousctic Evening in Vienna“-Album von Joe Bonamassa stellen. Schon der Beginn des Liedes mit dem Motiv auf dem Piano ist eine schwierige Aufgabe, die Q Acoustic Lautsprecher begeistern uns aber von Sekunde 1. Klar und detailliert wird der Klavier-Sound vorgetragen, selbst Ansätze der Anschlagdynamik sind erkennbar, selbst wenn der eigentlich warme Charme des klassischen Klaviers nicht vollkommen rüberkommt. Der Einsatz der Gitarre gelingt satt und auch das Schlagwerk wird sauber ausgeformt. Erstaunt sind wir über die exzellente Stereobühne: Nicht nur wirkt die Bühne bei freier Aufstellung der beiden Lautsprecher weit und tief, auch die einzelnen Instrumente können klar geortet werden. Jetzt zentral die Stimme des US-amerikanischen Bluesrockers: Hammer! Rauh und charakteristisch werden Facetten der Vokalstimme sehr gut herausgezeichnet, die Instrumente geraten allerdings durch die neue Komplexität des Klanggeschehens allerdings ein wenig in den Hintergrund. Das beeindruckende Gitarrensolo wird vom Schlagzeug sanft begleitet, hier gefällt uns das Fundament, welches die BT3 liefern, exzellent. Nicht aufgedickt oder zu voll wird hier gearbeitet sondern sauber und präzise, wenn nötig aber kraftvoll und voluminös.

Unser zweites Beispiel gilt dem norwegischen DJ und Musikproduzenten Orjan Nilsen, der mit „Violetta „ein für uns hartes, aber gleichzeitig harmonisch-melodisches Lied produziert hat. Die Q Acoustic Schallwandler gehen mit den elektronischen Synthi-Klängen ausgezeichnet um und beweisen eine für ihre Preisklasse exzellente Impulstreue. Selbst bei hohem Pegel können wir hier keinesfalls kritisieren. Wo wir gerade dabei sind, die BT3 bieten für ihre Größe einen beachtlichen Pegel und werden erst beim Maximum etwas spitz und verzerren leicht. Wer diesen Punkt erreichen will, muss aber schon hart gesotten sein, selbst einen größeren Raum beschallt das Stereo-Set problemlos und lässt Partystimmung aufkommen. Der Kickbass wird nach den Möglichkeiten des Lautsprechers sehr gut erfasst und bietet solides Volumen, manchem mag der Sound etwas zu wenig spektakulär sein, da nicht aufgedickt. Wer es aber trocken mag, dem wird – vor allem wenn er bedenkt dass er für die Kombi nicht einmal 500 € auf den Tisch legen musste – das Grinsen nur schwierig wieder aus dem Gesicht zu meißeln sein. Diese trockene, impulstreue Spielweise ist es auch, die den Q Acoustic BT3 bei Classic Rock Stücken wie Hotel California von den Eagles enorme Vorteile verschafft. Das gesamte Klangbild wirkt „auf den Punkt gebracht“ und stimmig.

Natürlich gibt es auch Stücke, die die Kapazitäten eines Kompaktlautsprechers und damit auch die der Q Acoustics BT3 ganz einfach überfordern. Gute Aufnahmen von Vertretern der skandinavischen Heavy Metal-Garde sind mittlerweile nicht mehr unbedingt Mangelware. Sabatons 40:1 beispielsweise bietet exzellente Differenzierung und strukturierte Frequenzbereiche. Hier müssen die Bookshelfs einfach zurückstecken. Stellenweise wird ein Fundamet gut suggeriert, kann aber einfach nicht mit den Möglichkeiten eines ausgewachsenen Standlautsprechers mit deutlich größerer Membranfläche mithalten. Davon abgesehen bieten die BT3 aber ein exzellentes Bühnenbild und eine gute Differenzierung der extrem vielschichtigen und komplexen Klangkulisse, dabei bleibt auch die Stimme stets fokussiert und wird facettenreich abgebildet.

Da die Wireless Lautsprecher auch wegen ihrer besonderen Flexibilität herausstechen möchten, haben wir die BT3 mal an unseren PC gehängt und am Schreibtisch aufgestellt. Ein wenig Platz sollte man aber schon haben, denn tatsächlich wird auch hier eine – stellt man die Lautsprecher nicht allzu nah nebeneinander auf – breite Bühne geboten. Die akustischen Qualitäten werden hier natürlich eher durch die Soundkarte des Computers limitiert, da die BT3 am PC am wahrscheinlichsten über das mitgelieferte analoge Klinkenkabel angeschlossen werden und somit die komplette D/A-Wandlung bereits in den Internas des PCs vonstatten geht. Dennoch gefällt auch hier die klare und detailreiche Spielweise der Briten. Die Monitorcharakteristik der BT3 hat im Nahfeld natürlich klare Vorteile, bei freier Aufstellung und größerer Entfernung muss der Zuhörer aber daher aufpassen, dass er nicht zu weit abseits des „Sweet Spots“ sitzt, um das volle Potential der Lautsprecher auszuschöpfen. Nicht nur bei Musik sondern auch für Games eignen sich dank der guten lokalen Ausarbeitung und der impulstreuen Erfassung sämtlicher akustischen Elemente die Q Acoustics Lautsprecher ausgezeichnet. Allerdings finden wir die BT3 beinahe zu schade, um sie nur als PC Allround-Lautsprecher einzusetzen, dafür sind sie im hochwertig musikalischen Einsatz zu gut.

Auch an den TV bzw. einen Blu-ray Player kann man die Lautsprecher hängen, der Anschluss geht dabei digital via Lichtleiterkabel vom Fernsehr zum optischen Eingang der BT3 Lautsprecher. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass die Ausgabe des Tonsignals als PCM erfolgt, der aktive Lautsprecher kann keinen Bitstream decodieren. Auch hier liefern die Wireless-Lautsprecher von Q Acoustics ein klares, detailreiches und räumliches Klangbild. Gewöhnlichen TV-Lautsprechern sind sie ohnehin weitaus überlegen, aber auch Soundbars oder kompakte 2.1-Systeme müssen sich warm anziehen. Bei actionlastigen Filmen mit großkalibrigen Waffen und vielen Explosionen würde sich natürlich ein Subwoofer gut machen, dank des Pre-Outs der BT3 ist auch das zu realisieren. Im komplexen Klanggeschehens eines Filmes bleibt der Dialog stets verständlich, auch Effekte, die präzise im Raum platziert werden, werden von den Q Acoustics sehr gut eingearbeitet.

Die Q Acoustics BT3 sind tatsächlich sehr flexibel und können nicht nur vertikal aufgestellt sondern auch quer gelegt werden. Sogar an das kleine Logo in den Lautsprechergittern wurde gedacht, es kann ganz einfach gedreht werden. Besonders beeindruckt haben uns die Stereo-Lautsprecher aber in ihrer Königsdisziplin – der Musik. Was hier an Präzision, Detailtreue und Nachdrücklichkeit aus einem günstigen Kompaktlautsprecher geboten wird, ist ausgezeichnet.

Q Acoustics Q-BT3 Gruppenbild2

„We don’t know about the Queen, but we are definitely amused!“ – Die Q Acoustics BT3 Lautsprecher haben uns in jedem Aspekt überzeugt. Zum Set-Preis von unter 500 EUR bietet das britische Lautsprecherpaar eine solide Verarbeitung, flexible Einsatzmöglichkeiten und – ganz besonders wichtig – eine hervorragende akustische Performance. Daher verdienen sich die Wireless-Schallwandler eine klare Kaufempfehlung und heimsen unser begehrtes Prädikat „Überragend“ ein.

Q Acoustics BT3 – Akustisch stark, flexibel und fair beim Preis
ueberragend
Bluetooth-Lautsprecher
01. April 2014

+ Exzellente akustische Eigenschaften
+ Sehr großer Einsatzbereich
+ Problemloses Setup
+ aptX Codec-Support
+ Flexible Anschlussmöglichkeiten
+ Auch im Nahfeld sehr guter Klang
+ Solide Verarbeitung

– Zuletzt verwendeter Eingang wird nicht gespeichert 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
01. April 2014




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