TEST: USB-DAC Apogee Groove – Hochqualitative Audio-Wiedergabe „on the go“

Apogee Groove Front Seitlich1

High-End HiFi-Klang für unterwegs! Das soll der Kopfhörer-Verstärker und USB-DAC Apogee Groove trotz seines enorm kompakten Formates liefern. Der Hersteller aus den Vereinigten Staaten ist bereits seit 30 Jahren fester Bestandteil in Studios professioneller Hersteller und Produzenten. Die innovativen und hochqualitativen Technologien sollen nun in kompakter Form auch dem Konsumenten zugute kommen, in Form des kompakten Apogee Groove. Das „perfekte Hörerlebnis“ soll beim Groove durch ein innovatives Schaltungsdesign realisiert werden: Vier DACs pro Kanal sitzen im Gehäuse und verarbeiten Bitraten mit bis 192 kHz/24-Bit problemlos. Darüber hinaus wird durch „Constant Current Drive“ die Ausgangsleistung gleichmäßig über das komplette Frequenzspektrum verteilt und jegliche Unregelmäßigkeiten kompensiert. Ein exzellent niedriger Klirrfaktor sowie Signal/Rauschabstand soll damit ebenso gegeben sein wie eine perfekte Kompatibilität zum jeweiligen Wiedergabegerät. Der Apogee Grove wird via USB an PC oder Mac angeschlossen und auch direkt über den USB-Port mit Strom versorgt. Das Gerät wird laut Hersteller komplett in den Vereinigten Staaten gefertigt und ist zur UVP von 415 EUR und 31 Cent erhältlich.

Apogee Groove Front Seitlich mit Kabel

Der Groove mit angeschlossenem USB-Kabel

Apogee Groove Anschluss Unterseite

Kopfhöreranschluss

Apogee Groove Anschluss Oberseite

Konventioneller Micro-USB-Anschluss

Der Groove ist mit den Abmessungen 9,9 x 3,0 x 1,6 cm wirklich sehr kompakt und passt sogar problemlos in jede Hosentasche – an einer Seite kann aber auch eine Schlaufe o.ä. angebracht werden. Das Gehäuse ist aus mattschwarz lackiertem Aluminium gefertigt und wirkt sehr stabil. Wenn man das Gerät nicht gerade mutwillig auf den Boden schmettert, sollte man vor jeglichen Dellen und Kratzern verschont bleiben. Die Unterseite des Gerätes ist zudem großzügig mit einer Gummierung versehen. So rutscht es auch z.B. während der Bahnfahrt oder im Flugzeug nicht vom Tisch. Die Oberseite des Groove ist mit drei kleinen LEDs, die je nach Wiedergabemodus verschieden farbig leuchten, sowie zwei gummierten Drucktasten versehen.

Die Anschlussvielfalt des Apogee Groove ist spartanisch und absolut funktional gehalten. An einem Ende sitzt der Micro USB-Slot für das beiliegende USB-Kabel und den Anschluss an PC/Notebook. Am anderen Ende sitzt der 3,5mm Klinkenanschluss für den Kopfhörer. Anders geartete, digitale oder analoge, Eingänge gibt es nicht, der Apogee Groove ist ausschließlich für die Verwendung am PC oder Notebook via USB ausgelegt. Die Verarbeitungsqualität des kompakten Gerätes ist exzellent. Die beiden Anschlüsse sind akkurat eingepasst und das Gehäuse wirkt nahtlos zusammengefügt und macht zudem einen sehr robusten Eindruck. Der Aluminiumkorpus im minimalistischen Design macht auch durchaus einen eleganten Eindruck. Ob in Betrieb oder nicht, der Apogee Groove wird, sofern er an einem PC/Notebook angeschlossen wirst, recht warm.

Apogee Groove Aufbewahrungsbeutel

Transporttasche

Eine kleine Transporttasche aus Stoff liegt dem Lieferumfang bei. Der Groove passt ziemlich genau hinein und man kann die Tasche mit einer Kordel fest zuziehen.

Die Installation des Apogee USB-DACs soll laut Hersteller mit einfachem Anstöpseln des Kabels erledigt sein. Bei unserem Macbook mit OS X Yosemite konnten wir dies auch genau so realisieren. Unsere Windows-Rechner, drei an der Zahl, benötigten allerdings etwas Hilfestellung durch den dedizierten Treiber von Apogee. Diesen kann man sich auf der Webseite des Herstellers herunterladen, allerdings muss man sich vorher registrieren und die Seriennummer des eigenen Groove-Modells durchgeben. Man muss zwar nicht auf eine Bestätigungs-Mail o.ä. warten und kann direkt nach der Registrierung den Treiber herunterladen, dennoch kann man dies unserer Meinung nach etwas einfacher lösen.

Nach erfolgreicher Installation kann man auch das „Apogee Groove Control Panel“ öffnen, dass Einstellungen zu Puffergröße, Lautstärke offeriert und die aktuelle Abtastrate anzeigt.

Klang

Der Apogee Groove ist mit sehr hochwertigen ESS Sabre D/A-Wandlern ausgestattet. Wie bereits erwähnt, verarbeiten diese Wandler problemlos Abtastraten von bis zu 192 kHz und 24-Bit. Damit ist das kompakte Gerät perfekt für hochauflösende Audio-Dateien, wie es sie auf Portalen wie www.highresaudio.com zum Download gibt, geeignet. Allerdings ist auch bei komprimierten Dateien von Streaming-Diensten oder konventioneller MP3-Wiedergabe ein Benefit zu erwarten. Das rührt daher, da die in einem PC und Notebook integrierte Hardware nicht unbedingt auf hochwertige Audio-Wiedergabe ausgelegt ist und eher günstige Komponenten zum Einsatz kommen. Mit dem USB-DAC umgeht man diese Schwachstellen der Kette effektiv, da das Audiosignal vor der Digital/Analog-Wandlung im PC/Notebook direkt digital an den Groove weitergegeben wird und dieser sämtliche prekären Aufgaben übernimmt.

Bei unseren ersten Testreihen in Kombination mit dem Streaming-Dienst Spotify bestätigt der Groove die Aussagen des Herstellers ohne Umschweife. Die gesamte Bühne wirkt klarer Strukturiert, feiner durchzeichnet und auch räumlicher. Erstaunlich, wie deutlich der Unterschied ausfällt. Natürlich sind die Unterschiede einfacher zu erkennen, umso komplexer das Musikgeschehen ausfällt. Bei Joe Bonamassa’s „Jockey Full of Bourbon“ muss man genauer hinhören, will man die feindynamischen Charakteristika bei der Vokalstimme des Blues-Musikers erkennen. Schon bei den wenigen Instrumenten aber ist eine bessere Staffelung und Differenzierung der einzelnen Klangebenen recht klar zu erkennen.

Eindeutig wird es dann bei blitzschnellen und komplexen Tiraden der Power-Metal Band „Blind Guardian“. Die Strukturierung des Schlagzeugs trotz der immensen Doppelbass-Geschwindigkeit ist schlichtweg überragend. Trotz der dichten Kulisse bleiben einzelne Instrumente problemlos erkennnbar und auch die Stimme weist exzellente feindynamische Züge auf. Das gesamte Klangbild erfährt eine Substanz, die nur mit hochwertigen Komponenten möglich ist. Kein Instrument gerät je zu sehr in den Hintergrund sondern bleibt stets präsent. Auch bei sehr hohem Pegel bleibt der Groove absolut souverän und spielt enorm dynamisch auf.

Doch auch bei der etwas minimalistischeren „Mine“ spielt der Groove seine Qualitäten hervorragend aus. Der Tieftonbereich ist nicht so schwammig, kommt trockener und dabei aber mit mehr Punch. Die Eigenschaften der Stimme der gebürtigen Stuttgarterin werden klar erfasst und auch kleine Nebengeräusche des Gesangs werden noch herausgearbeitet. Besonders die Bühne gewinnt an Breite und Tiefe und ein sehr räumlich geschlossener und harmonischer Eindruck entsteht.

Mit Deep Purple’s „Child in Time“ (96 kHz/24-Bit) steigen wir in die Sphären der hochauflösenden Musik ein und hier spielt der Groove seine Qualitäten gnadenlos aus. Die Bühne wirkt extrem natürlich und authentisch und sämtliche Facetten der Instrumente werden erfasst und in die geschlossene Gesamtkulisse integriert. Auch die exzellente Staffelung der breiten Bühne versetzt den Hörer in die erste Reihe eines Konzertsaals mit exquisiter Akustik. Das Apogee-Gerät hat mit der hohen Geschwindigkeit nicht die geringsten Probleme und liefert ein detailverliebtes und gleichzeitig mitreißendes Spektakel der Extraklasse. Einen recht hochwertigen Kopfhörer sollte man schon einsetzen, wenn man für den USB-DAC die ca. 350 EUR Marktpreis hinblättert. Wir haben uns hier für den Ultrasone Signature Pro entschieden, der ganz hervorragend mit dem Groove harmoniert. Wer es untenrum etwas dicker mag, sollte aber vielleicht eine andere Kombination vorziehen, denn hier wird knochentrocken und präzise agiert.

Die Spitze, zumindest in Bezug auf die vorhandene Bitrate, bildet Mark Knopflers „Tracker“-Album mit 192 kHz/24-Bit. Wenn der britische Grammy-Gewinner an seiner Gitarre zupft, kann man die Fingerbewegungen förmlich nachvollziehen. In die erste Reihe eines Kammerkonzertes transportiert uns „Heart of Oak“ und wir sind sowohl von der Instrumentalpräsentation als auch der Stimme kompromisslos begeistert. Etwas komplexer wird es mit Bad Religions „True North“, hier werden wir wieder von der überdurchschnittlich sauberen Instrumentaldifferenzierung und Bühnenstaffelung überzeugt, irrelevant wie flink das Geschehen vom Groove umgesetzt werden muss.

Zum Abschluss lassen wir es mit „The Mark“ des schwedischen Komponisten Simon Viklund, der unter anderem für den hervorragenden Soundtrack des Videospiels „Payday 2“ verantwortlich ist, nochmal krachen. Die einzelnen Ebenen im Tieftonbereich werden überzeugend herausgearbeitet. Während ganz unten subsonische Frequenzen ein intensives Fundament liefern, muss der Groove uns in kurzen Abständen die Kickbässe bei hohem Pegel um die Ohren hauen. Keinerlei Einbrüche können wir hier feststellen, unaufhörlich schiebt der kleine Apogee das Geschehen nach vorne und liefert in Kombination mit unseren Ultrasone Over-Ears eine atmosphärisch dichte, extrem nachdrückliche und voluminöse Kulisse. Durch die ausgezeichnete Räumlichkeit und weiträumige Platzierung der akustischen Elemente fühlt man sich bei geschlossenen Augen eher in einer Großhallendisco beheimatet. Schade, dass wir nach dem Ausklingen der letzten Töne uns im Redaktionsalltag wiederfinden und irritierte Blicke der Kollegen wahrnehmen – Zeit, den Groove vom PC wieder abzustecken.

Fazit

Apogee Groove Front Seitlich1

Der Apogee Grove entfaltet für seine sehr kompakte Form ein enormes, wirklich überdurchschnittliches akustisches Leistungspotential. Ja, er ist nicht der günstigste USB-DAC! Und ja, er bietet außer dem USB-Anschluss an ein PC oder Notebook keine weiteren Verwendungsmöglichkeiten. Aber das, wofür er vorgesehen ist – der hochwertigen Audiowiedergabe unterwegs, absolviert er mit „summa cum laude“. Nicht nur hervorragende Audio-Performance wird geboten, mit seiner kompakten Form und dem geringen Gewicht belastet er keine Reisetasche. Ebenso wird der Akku des eigenen Notebooks nicht auf üble Weise strapaziert, so dass man auch mit dem zusätzlichen Stromverbrauch des USB-DACs mehrere Stunden Musik genießen kann. Wer ein solches Gerät mit extrem kompakten Abmessungen und überzeugender Klangqualität sucht, kommt am Apogee Groove kaum vorbei – zumindest, wenn es das Budget erlaubt.

Sehr kompakter USB-DAC mit überragenden akustischen Eigenschaften
ueberragend
24.07.2015

+ Exzellente Klangeigenschaften
+ Sehr kompakt
+ Robust und hochwertig verarbeitet
+ Einfache Handhabung
+ Kein überdurchschnittlicher Stromverbrauch

– Registrierung beim Hersteller notwendig, um Windows-Treiber zu laden

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 24.07.2015




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